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Instant Shredding: Sweep All The Way

Hallo und willkommen zu Instant Shredding! In dieser Ausgabe werden wir uns mit Akkorderweiterungen und deren Arpeggio-Anwendungen befassen.

Im Allgemeinen versteht man unter Akkorderweiterungen (den sogenannten Tensions) die Erweiterung eines einfachen Dreiklangs (Grundton, Terz, Quinte) durch Noten, die in Terzabständen weiter auf den einfachen Dreiklang aufgebaut werden. Diese einfache Terzschichtung kann auf jeden Akkord angewendet werden. Dabei ergeben sich dann folgende Intervalle: 7, 9, 11, 13 Oder anders ausgedrückt: Man spielt die Akkordskala einfach nur in Terzen aufwärts. Dabei muss man allerdings bedenken, dass die Erweiterungen davon abhängig sind, welchen Akkord bzw. welche Akkordskala man dazu benutzt. Jeder Akkord in einer Tonart hat bestimmte Tensions. Diese ergeben sich durch die jeweilige Tonleiter, zum Beispiel hat ein C-Dur-Akkord in der Tonart G-Dur, die Tensions 7, 9, #11, 13. Die dazugehörige Akkordskala ist die lydische-Skala (1, 2, 3, #4, 5, 6, 7).

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Als Übung, bilden wir die verschiedenen möglichen Erweiterungen der Akkorde der Dur- und Moll-Tonleiter. Vergiss auch nicht die Akkorde und Tensions der Harmonisch- und Melodisch-Moll Skalen. Akkorderweiterungen sind musikalisch wichtig, da sie andere Klänge implizieren und auch Dissonanz einbringen.

In Beispiel 1 zerlege ich einen einfachen Cmaj7-Akkord in zwei einfache Dreiklänge, C-Dur und E-Moll. Diese Dreiklänge können benutzt werden, um den Klang des Septimen-Akkords zu erzeugen. Im nächsten Beispiel 2 zerlege ich einen Am7/9 in die Dreiklänge A-Moll, C-Dur und E-Moll.

Beispiel 3 zeigt einen Cmaj7/9/#11-Akkord, der die Lydische-Tonleiter impliziert. Dieser Akkord kann in die Dreiklänge, C, Bm, und D zerlegt werden. Versuche, diese verschiedenen Akkorde und deren Dreiklänge über den Grundton zu üben, um den implizierten Klang zu hören und zu lernen!

In Beispiel 4 zerlege ich einen Gmaj7/9- Akkord in zwei mögliche Septimen-Akkorde, Gmaj7 und Bm7. Die Kombination der verschiedenen möglichen Akkorde über den Grundton ist eine einfache Idee, um komplizierte Akkorderweiterungen zu generieren. Beispiel 5 zeigt einen komplizierteren Akkord, einen Am7/9/11/13. Dieser kann in einen Am7, Bm7 und Gmaj7 zerlegt werden. Versuche hier ein paar Akkordvarianten und Dreiklänge zu finden! Spiele diese dann einfach über den Grundton, und lerne den Klang dieser Tensions.

In Beispiel 6 benutze ich die D-Alterierte- Skala, um die verschiedenen Septimen- Akkorde über einen D7-Akkord zu erzeugen. Versuche auch hier, andere Dreiklänge und Vierklänge zu finden.

Lass uns jetzt diese Ideen anwenden, um Arpeggio-Licks zu komponieren. Die folgenden Licks werden alle mit Sweep- Picking gespielt. Beispiel 7 benutzt eine Kombination von C-Dur- und E-Moll- Arpeggien, um den Klang eines Cmaj7-Arpeggios zu erzeugen. Versuche auch andere Kombinationen dieser Dreiklänge auf dem Griffbrett zu entwickeln!

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Beispiel 8 zeigt ein Arpeggio-Lick, das C-Dur und A-Moll benutzt, um den Klang eines einfachen Am7-Akkordes zu erzeugen. Übe auch hier wieder die Kombination der verschiedenen Dreiklänge auf allen Saiten und Positionen, um lange interessante Soloideen zu komponieren!

Beispiel 9 ist ein Lick, das den Lydisch- Klang hervorbringt. Hier kombiniere ich die Dreiklänge C, D und Bm. Die charakteristische Note des C-Lydisch-Klangs ist F# und jeweils in D und Bm enthalten.

Beispiel 10 ist eine klangliche Herausforderung! Hier benutze ich die möglichen Dreiklänge der C-Halbton- Ganzton Skala, um über einen C7-Dominant- Akkord zu spielen. Natürlich gibt es noch viele andere Akkorde und Arpeggien, die sich aus dieser Skala ergeben. Versuche, diese zu entwickeln und ähnlich wie dieses Lick in eine interessante Idee umzuwandeln!

Beispiel 11 ist eine einfache Kombination von Gmaj7 und Bm7, um einen Gmaj7/9-Klang zu erzeugen. Versuche auch andere Septimen-Arpeggien in Terzen zu kombinieren, um einen Nonenklang zu erzeugen!

Beispiel 12 nutzt drei verschiedene Arpeggien (Am7, Bm7 und Em7), um einen komplizierten Klang zu erzeugen. In Beispiel 13 kombiniere ich F#m7b5, Am7, D7 und Cmaj7, um einen D13- Klang hervorzubringen.

Im letzten Beispiel 14 benutze ich die Arpeggien der D-Alteriert-Skala, um eine sehr interessanten Klang über einen einfachen D7-Dominant-Akkord zu erzeugen. Ich spiele die folgenden Arpeggien: Cm7b5, D, Bb+ und Ab7.

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Versuche diese Ideen auszubauen und zu erweitern, so dass sie dein natürliches Spiel unterstützten und dein Vokabular erweitern. In der nächsten Ausgabe von Instant Shredding werden wir über die richtige Anwendung der Legato- und Hammer-from-Nowhere-Technique sprechen und dabei interessante Licks spielen!

Wie immer bin ich für Fragen und Anregungen dankbar und werde versuchen, alle zu beantworten. Check out www.germanschauss.com und bis nächstes Mal!


Aus Gitarre & Bass 02/2017

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