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Guitar Tuning – Schlagbrett anfertigen

Wer die in meinem letzten Beitrag gezeigte Kabelaktion und die Fummelei beim Einbau nachgebastelt hat, wird ganz sicher einiges an Nerven verloren haben. Dafür geht es diesmal beschaulicher, aber trotzdem spannend weiter. Denn wir wollen ein Gretschtypisches Schlagbrett bauen, für das wir das Material preisgünstig aus dem Baumarkt holen. Die transparenten Potiknöpfe gibt es dort freilich nicht. Die bekommen wir im Fachhandel.

Schlagbrett

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Maßgeblich zum typischen Erscheinungsbild einer Gretsch trägt das Schlagbrett bei, das aus durchsichtigem Plexiglas besteht und auf der Rückseite mit Metallic-Lack lackiert ist. Auf zum Baumarkt, die Einkaufsliste sieht so aus:

1x Plexiglasplatte (auch „Bastlerglas“ genannt) , ca. 4 mm dick, kleinste Größe

1x Tesa Krepp oder Ähnliches

1x das blaue Maler-Abklebeband

1x Lacksprühdose, silbermetallic

1x Lacksprühdose, Kunststoff-Haftvermittler

1x Lacksprühdose, Klarlack

1 Packung Teppichmesserklingen

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Schlagbrett-Rohmaterialien

Da ich gerade eine alte Gretsch Tennessean zur Reparatur da habe, leihe ich mir mal kurz deren Schlagbrett als Muster aus. Natürlich hat die Epi andere Maße als die alte Gretsch, aber als Anhaltspunkt sollte das ausreichen. Auf den Bildern fällt sofort auf, an welchen Stellen das Schlagbrett nicht passt. So ist es zum einen in Richtung Cutaway deutlich zu kurz, passt am Steg-Pickup nicht ganz und ist am anderen Ende zu groß, sodass unser Drehschalter nicht ausreichend Platz findet.

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Ausgeliehenes Musterschlagbrett

Nun bekleben wir die Vorderseite der Plexiglasscheibe mit Tesa Krepp. Darauf können wir nach Herzenslust zeichnen und schützen die Oberfläche vor etwaigen Kratzern bei der weiteren Bearbeitung. Anschließend wird die Form des Gretsch-Schlagbretts aufgezeichnet und die Stellen markiert, an denen die Form abgeändert werden soll.

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Anzeichnen des Schlagbretts

Danach kann das Ganze ausgesägt werden. Ich verwende dafür eine kleine Bandsäge. Wer solch ein feines Teil nicht zur Verfügung hat, kann problemlos zu einer einfachen Laubsäge greifen. Nach dem Aussägen erfolgt die erste Anprobe. Dabei wird geprüft, wie die Form passt und an welchen Stellen ggf. nachgearbeitet werden muss.

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Bandsäge in Aktion

Anschließend werden die Kanten von den Sägespuren befreit. Dazu kann man die in den Bildern gezeigte Tischbohrmaschine mit montiertem Rundschleifzylinder verwenden, oder man behilft sich mit Schleifpapier, das man um ein Stück Rundholz wickelt.

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Zum Polieren umfunktionierte Tischbohrmaschine
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Anprobe

Die geraden Flächen lassen sich gut mit dem Schleifklotz bearbeiten. Die Löcher für den Befestigungsbügel sind leicht gebohrt, wie die Bilder zeigen. Nachdem die Kanten in ihre richtige Form gebracht wurden und glatt geschliffen sind, müssen diese eine gewisse Rundung bekommen. Das originale Gretsch-Schlagbrett ist ja auch keine kantige Angelegenheit, sondern ebenfalls schön abgerundet. Um diese Rundung herzustellen, verwende ich eine Teppichmesserklinge, die wie eine Ziehklinge benutzt wird. Der Vorteil der Teppichmesserklinge ist ihr günstiger Preis und dass sie im Neuzustand immer scharf und ohne Scharten ist – ein perfektes Werkzeug. Nach dem Runden kommt der Feinschliff mit 320er, 400er, 600er und 1.200er Schleifpapier.

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Positionen der Befestigungslöcher anzeichnen

Lackier-Vorbereitung

So, jetzt wird’s spannend, denn die Farbe soll auf bzw. unter das Schlagbrett. Damit die Farbe auf der glatten Plastikfläche haften kann, wird diese mit feinem 600erSchleifpapier angeraut. Um das Zusetzen des Papiers zu verhindern, kann mit Wasser geschliffen werden. Trotz angerauter Fläche empfiehlt sich zusätzlich noch ein sogenannter Haftvermittler, eine farblose Grundierschicht, die die Verbindung zwischen Lack und Plexiglas ermöglicht. Ohne Haftvermittler wird die Farbe nicht dauerhaft halten!

Bevor wir mit der Sprühaktion anfangen können, wird das Schlagbrett an den Kanten und der Oberseite komplett mit dem blauen Malerband aus dem Baumarkt abgeklebt. Tesa Krepp ist hier nicht geeignet, denn durch seine gewellte Struktur könnte der Lack leicht unter das Band kriechen und unser Werk beschädigen. Die Bohrlöcher für die Schlagbrettbefestigung stopfen wir mit etwas Küchenkrepp aus.

In der nächsten Folge kümmern wir uns um das eigentliche Lackieren des Pickguards und der Potiköpfe!


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