Q&A of today:

Aus altem Röhrenradio ein Topteil basteln – was ist zu beachten?

Q: Ich will mir aus einem alten Röhrenradio (Körting Brillant 3936) ein Topteil basteln und dieses dann mit dem Gehäuse meines alten Transistorcombos (Hughes & Kettner Club Reverb) betreiben. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass ich den TA-Eingang des Radios von DIN auf Klinke umlöten muss.Was muss ich beachten?Wo greife ich das Signal dann ab, um es zum externen Speaker zu leiten?Was muss ich hinsichtlich der Impedanz beachten? Vielleicht könnt ihr mir bei diesem für mich spannenden Projekt helfen.

Torben (G&B-Leser)

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A: Hallo Torben, dieses Projekt ist im wahrsten Sinne des Wortes „spannend“, denn das Röhrenradio, das du dir ausgesucht hast, ist ein Allstromgerät, bei dem das Chassis (und somit die Masse) unter Spannung steht. Da bei Anschluss einer Gitarre (wie auch immer der erfolgt) an den Saiten ja auch Masse anliegen, würde das bedeuten, dass Netzspannung an den Saiten anliegt – mit potentiell tödlichem Ausgang für dich. Deshalb rate ich dir, von diesem Projekt Abstand zu nehmen und dir lieber ein „echtes“ Gitarrenröhren-Top zusammenzusparen (so teuer sind die heutzutage auch nicht mehr), von dem du weißt, wie es klingt, und das auch garantiert, dass du das erste Anspielen überlebst. Nichts für ungut …

Slick Steve


Aus Gitarre & Bass 04/2017

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ohne Trennung zum Netz ist das ja völlig irrsinnig!
    Aber man lässt besser auch die Finger von Röhrenradios, die einen Netztrafo haben: Die alten Dinger sind oft “undicht”. Die ölgetränkten Papiere, die die Wicklungen voneinander isolieren sollen, zerfallen mit der Zeit und lassen Kriechströme durch.
    Hab ich in meiner Jugend “erfahren”. Und da waren die Radios noch 40 Jahre jünger…

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    1. Ja, kann das nur bestätigen. Die Dinger waren lebensgefährlich und sind es heute umso mehr. Ich habe damals in Unwissenheit “meine Erlebnisse” gehabt. Immerhin hat mich das dann u.a. motiviert Elektrotechnik zu studieren.??
      Im Ernst: G & B könnte in der Printausgabe einen kleinen Report über die Kisten als Amp schreiben. Mit einem deutlichen Hinweis auf die Gefahr. Das würde helfen.

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  2. da haben alle recht is schon LEBENSGEFÄHLICH es sei den du stehst gerne unter strom beim Speilen ! Ich hab eine große anzahl von Röhrenradios , Die haben eben nen Super klang !!! viel Spass beim Saitenzupfen !

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  3. uff, das habe ich auch noch nicht gewußt. Damals am Anfang haben wir nur so gespielt, aber ich lebe noch und eine gewischt habe ich nie bekommen.

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  4. Man könnte natürlich den entsprechenden Eingang durchmessen, wenn man ein Multimeter zur Hand hat und damit umgehen kann. Dann gäbe es auch die Möglichkeit, das Radio über einen Trenntrafo zu betreiben. Möglich wäre auch die Gitarre über einen Sender anzuschliessen.
    Auch bei gekauften Gitarrenverstärkern ist man vor unangenehmen Effekten nicht sicher. Ein Fender Bassman Reissue wies nach Umrüsten vom Solid State Gleichrichter auf eine Gleichrichterröhre, wie es im Manual als Option angegeben war, am Gitarreneingang ein Spannung von 40 Volt auf. Das ist nicht unbedingt gefährlich, allerdings war es zuviel für die Moog-Platine in meiner Firebird und könnte vielleicht auch ein digitales Effektgerät killen.

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  5. Bei solchen Projekten gab es in den 50er und 60er Jahren einige schlimme Unfälle.
    Es gab auch einige wirklich fähige Stücke die in Begleitung eines Rundfunktechnikers gemacht wurden.
    Lasst das Verstärkerbauen denen die es können.
    Es hat schon einen Grund warum der Beruf gelernt werden muss.

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  6. Über den TA Eingang funktioniert es. TA ist der Tonband Eingang – Also der
    Reihe nach – Gitarre, Gitarreneffektgerät, Cinchausgang Line out am Effektgerät benutzen und mit Adapterkabel einem Bananenstecker in den TA Eingang am Radio auf der Rückseite. Ist halt eine gemischte Technik, aber so kann man mit anderen Musikgeräten das Radio betreiben. Unbedingt Radio vorher von einem Techniker prüfen lassen, denn die alten Kondensatoren Elkos sind nicht mehr sicher, können abfackeln.Ich mache das schon viele Jahre und freue mich immer wieder über den tollen Klang den manche alte Röhrenradios haben.

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