Fretless

Fretless, also bundlos, zu spielen gilt bei vielen Bassisten als Meisterklasse der Intonation. Besonders im Jazz erfreuen sich Fretless Bässe großer Beliebtheit. Doch was genau ist das Besondere an einem bundlosen Bass? Das und mehr erfährst du hier!

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Was sind Fretless Bässe?

Der typische Bass oder E-Bass zeichnet sich dadurch aus, dass das Griffbrett mit meist 20 bis 24 Bünden durch Bundstäbchen getrennt ist. Ein Fretless Bass hat diese Bünde nicht, womit der Hals eines Fretless Basses dem eines Kontrabasses ähnelt. Die fehlenden Bundstäbchen sind das Konstruktionsmerkmal des Fretless Basses.

Fretless Precision Modell
Das Konstruktionsmerkmal eines Fretless Basses: keine Bundstäbchen

Die Saiten des Basses berühren damit beim Spielen keine Bünde, wodurch der typische Fretless Sound entsteht. Fretless-Modelle gibt es sowohl von akustischen wie auch von elektrischen Bässen. 

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Warum Fretless Bass? Einsatz und Klang

Durch die fehlenden Bünde klingt ein Fretless-Bass ähnlich wie ein Kontrabass. Weniger brillante Höhen, ein eher mittig-knurrender Sound.

Ein normaler Bass lässt eine Veränderung der Tonhöhe nur in dem Maße zu, das von der Mensur des Griffbrettes unterstützt wird. Beim Fretless sind hingegen stufenlose Veränderungen der Tonhöhe je Saite möglich. Diese Veränderung wird als Glissando bezeichnet.

Da das Griffbrett eines Fretless der Bundstäbchen entbehrt, unterscheidet sich auch der Klang von Slides auf einem herkömmlichen Bass stark vom Sound eines Fretless-Modells.

Die Intonation eines Fretless stellt zudem andere Erwartungen an den Spieler als das bloße Treffen der eingelassenen Bünde. Ein gutes Gehör scheint hier unabdingbar zu sein, damit ein bundloser Bass mit seinem speziellen Klang vielfältig einsetzbar ist.

Ein Virtuose mit dem Fretless ist zweifelsohne Jaco Pastorius, hier mit reduzierter Big-Band:

Einen Workshop zu Pastorius’ Fretless E-Bass Sound gibt es hier zum kostenlosen Download!

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Welche Saiten für den Fretless Bass?

Meistens werden Flatwound-Saiten für Fretless-Modelle verwendet, also “Flachgewickelte”, um das Griffbrett nicht zu beschädigen. Zieht man Roundwound-Saiten auf, kann man sich knackige Höhen zurückholen. Da das Griffbrett aber ungeschützt den Saiten ausgeliefert ist, können sich Rillen und Kratzer auf dem Bass-Griffbrett bilden.

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Wer stellt Fretless Bässe her?

Fretless-Modelle findet man in jedem gut sortierten Bass-Sortiment: Sandberg, Ibanez, Fender, ESP, die Rockbass-Serie von Warwick – alle bedienen auch den Fretless-Bassisten. Natürlich gibt es auch 5-String-Modelle für die Liebhaber der tiefdröhnenden Bassgitarre.

Einen ausführlichen Test gängiger bundloser E-Bässe gibt es für AboPlus Leser zum kostenlosen Download!

Für Anfänger oder diejenigen Bassisten, die sich erstmal an einem preiswerteren Modell versuchen wollen, haben wir einige Fretless-Bässe unter 500 € verglichen!