50-jähriges Firmenjubiläum

Mike Matthews: Electro-Harmonix, Angeln und die Ladys

Der FX-Prophet: Fanart von Mike Matthews
ehx.com / Bobby Colomby

Anlässlich des 50-jährigen Firmenbestehens von Elextro-Harmonix, hat guitarplayer.com mit dem Firmenchef Mike Matthews über seinen Werdegang und die Perspektiven des Unternehmens gesprochen. Dieser gab sich gewohnt unterhaltsam. Hier einige Auszüge:

“In den Siebzigern habe ich dummerweise zu viel Pott geraucht und Schnapps getrunken und mich an jede meiner Ideen geklammert. Am Ende hatte ich zu viele Probleme gleichzeitig, also kollabierte Electro-Harmonix Anfang der Achtziger. Es war schmerzhaft. Ich habe das Business jedoch zurückbekommen und gestaltete es ab da konservativer. Ich wartete geduldig, bis es wirklich an der Zeit war ein Produkt zu produzieren. Deswegen geht es uns nun finanziell gut […]. Geduld ist wichtig.”

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Zu seinem ersten Gitarreneffekt (LPB-1):

“Auf diesen Zug bin ich 1968 aufgesprungen und bis heute verkaufen wir Tonnen dieser Dinger. Ich wollte einen Sustainer für die Gitarre entwickeln, damit die Menschen so klingen konnten wie Hendrix und das LPB-1 war eine kleine Box, die in einen Sustainer-Prototyp gestöpselt war. Ich hatte erkannt, dass diese Box ein tolles und einfaches Produkt war und es einen Markt dafür gab. Dies leitete dann auch die Ära des Overdrives ein. Damals konnte man einen Amp bis 10 aufreißen und es gab immer noch genug Headroom ohne Zerre. Mit einem LPB-1 gab es dann nicht nur mehr Power sondern auch Overdrive.”

Zur Frage, wie EHX sich das Image eines Boutique-Herstellers bewahren und gleichzeitig schon seit 50 Jahren ein Big Player in seiner Sparte bleiben kann:

“Wir hören den Leuten zu, haben einige Gitarristen im Unternehmen, tolle Designer und wir sind schnell. Wir lassen uns nur auf Design-Projekte ein, die wir in weniger als einem Jahr auf den Markt bringen können. Darüber hinaus haben wir einen Produktmix in der Entwicklung – komplexe und einfache digitale Produkte sowie eine Auswahl an analogen Produkten. Danke für das Boutique-Kompliment, aber unsere Preise richten sich nach dem Massenmarkt, als wären wir ein Unternehmen, welches in Vietnam herstellen lässt. Jedoch machen wir all unser Zeugs in New York City.”

Auf die Frage, wie man in der heutigen Flut an Pedalen nicht untergeht:

“Ich bin 76 und mache das schon seit einer Weile. Je länger man es macht, desto mehr lernt man und ich hatte Glück damit, mich für die Gewinner-Ideen zu entscheiden. Nicht alles ist ein Gewinner, aber wir haben einen relativ hohen Anteil an Erfolgsmodellen. […] Ich mag es nicht, wenn Entwickler im Laufe der Entwicklung ihre Meinung ändern und zusätzliche Features hinzufügen. Das kann alles kaputt machen – besonders mit digitalen Produkten, wo man die komplette Software-Struktur zerschießen kann. Wenn wir uns also einmal zu etwas entschieden haben, bleiben wir auch dabei. Wenn wir im Prozess auf gute Ideen kommen, behalte ich sie für zukünftige Projekte.”

Auf die Frage wie sein Leben nach 50 Jahren EHX aussieht:

“Das Wichtigste für mich ist Electro-Harmonix, das Zweitwichtigste das Angeln und an dritter Stelle kommen die Ladys. Während der Woche bin ich 24 Stunden lang in der Fabrik und ich mag das. Ich habe meinen Jacuzzi und Direct TV. An den Wochenenden fahre ich raus nach Montauk und gehe bei gutem wetter fischen.”

Das Interview im Original gibt es HIER.

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