Produkt: Gitarre & Bass 10/2019
Gitarre & Bass 10/2019
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Der „Room of Doom“ kommt zum Guitar Summit

Ampete Bass-Amp & Cabinet Switching System bei Musik Produktiv

(Bild: Holtmann)

Musik Produktiv in Ibbenbüren bietet Gitarristen schon seit einiger Zeit die tolle Möglichkeit, diverse Amps und Boxen in beliebigen Kombinationen durch spontanen Wechsel per Multi-Router miteinander zu vergleichen. Das außerordentlich hilfreiche Amp/Cabinet-Switching-System ist inzwischen auch den Bassisten zugänglich.

Der Leiter der Bassabteilung bei Musik Produktiv, Philipp Hüls, kann jetzt auch mit einem eigens für Bassisten eingerichteten Testraum aufwarten, in dem sich Amps und Boxen beliebig miteinander kombinieren, aber auch mit eigenen Equipment-Komponenten vergleichen lassen.

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Das über einen langen Zeitraum mit Blut, Schweiß und Tränen in vielen Testläufen absolut konsequent vom Kölner Amp-Designer Peter Arends (Ampete) entwickelte Amp/Cab Switching System eröffnet uns Gitarristen und nun auch Bassisten die fabelhafte Möglichkeit, ohne Umsteckerei von Kabeln, ohne Rücksichtnahme auf unterschiedliche Impedanzen und abseits jeglicher Rumrennerei einen beliebigen Amp mit einer beliebigen Box auf Knopfdruck zu koppeln und so die gegebenen Unterschiede ohne verfälschenden Zeitsprung auch wirklich vergleichend wahrzunehmen.

Der 2013 eröffnete Testraum in der Gitarrenabteilung wurde von der Gitarristengemeinde mit offenen Armen begrüßt und hat sich über die Jahre in störungsfreiem Betrieb bewährt. Neuerdings können in Ibbenbüren also auch Bassisten zu vergleichbaren Bedingungen ihre Wahl treffen.

Schaltmatrix und Remote-Einheit mit Zahlenfeld und Display (Bild: Holtmann)

Philipp Hüls: „Die Schaltmatrix des Switching Systems besteht aus sechs Ampete 88S-Rack-Einheiten, eine Einheit kann sechs Verstärker und sechs Boxen verwalten. Die Einheiten sind kaskadierbar, man kann sogar noch bis hin zu 99 Amps und 99 Boxen erweitern. Wir haben jetzt 48 Plätze mit fest vorverlegten Kabeln geschaffen. Der Kunde findet die entsprechenden Kabel und Stromanschlüsse an jedem Platz vor. Es ist also immer alles griffbereit, um z. B. seinen eigenen Verstärker oder seine eigene Box, oder auch einen gerade frisch aus dem Lager geholten Amp an beliebigen Plätzen im Raum spontan in den vergleichenden Test einzubeziehen. Man muss sich auch keine Sorgen machen, wenn man einfach mal ein Kabel rauszieht. Das System prüft vor jedem Wechsel, ob und welche Impedanz an dem Kabelende vorliegt und gleicht das automatisch an.“

Diese ultraflexible Schaltmatrix lässt uns nun also im neu eingerichteten Testraum für Bass bei Musik Produktiv zwischen den ringsum an den Wänden angeordneten Boxentypen aller Art mit darauf platzierten Amps, allesamt natürlich mit Nummern versehen, willkürlich und ohne jegliche Latenz-Zeiten oder Schaltgeräusche wählen. Operabel wird das System durch eine Remote-Einheit mit Zahlenfeld und Display zur Anwahl und Kombination der gewünschten Teile.

Blick in den Bass-Testraum (Bild: Holtmann)

Ein zusätzlicher Fußschalter lässt uns zudem noch zwischen den jeweils zuletzt angewählten Positionen wechseln, bietet also den spontanen Vergleich, ohne das Spiel unterbrechen zu müssen. Auch hilfreich: Mit dieser mobilen Schalteinheit können wir verschiedene Positionen im Raum einnehmen, die Klangeindrücke also auch von unterschiedlichen Standorten aus auf uns wirken lassen. Praktischer Hinweis noch: Wer eigene Sachen, etwa eine große Ampeg-Box zum Vergleich mitbringen will, der kann direkt mit dem Transporter hinten vorfahren und sie ebenerdig und schwellenfrei zum Testraum rollen.

„4×12 = 4×12? das ist überhaupt nicht so!“

Philipp Hüls: „Alles wurde zunächst nur für Musik Produktiv entworfen, kann aber nun auch „normal“ im Handel gekauft werden, also jeder kann sich das zu Hause nachbasteln, wenn er möchte.“ Neben den Luxusversionen 88S sind auch die kleineren Ausführungen 221, 222 und 444 des Signal-Switchers erhältlich.

Die ganze Geschichte geht auf die Bekanntschaft von Dennis Schock (brachte seinerzeit die Gitarrenabteilung bei Musik Produktiv auf den neuesten Stand) und Peter Arends zurück. Dennis: „Den Peter kenn ich schon lange. Bevor ich bei Musik Produktiv angefangen habe, habe ich mit ihm zusammen in einem Laden in Köln gearbeitet, aber auch vorher schon meine Mesa-Boogie-Amps zum Modifizieren zu ihm gebracht. Als wir nach dem Brand bei Musik Produktiv umgebaut und einen großen Amp-Raum gemacht haben, war dann irgendwann die Idee da: Mensch, wir müssen so eine Art Schaltsystem haben – wie großartig wär das denn!

Ich hab dann den Pete gefragt und drei, vier Jahre lang hat er dann rumentwickelt und hier immer wieder getestet, wieder mitgenommen, wieder getestet. Das Entscheidende war, dass es innerhalb so eines riesigen Systems keinen Klangverlust gibt. Du willst ja nicht nur, dass du ‚on the fly‘ was anderes wählen kannst, sondern dass es nachher auch so klingt, wie es klingt. Da kam dann z. B. deutlich zutage, was für einen großen Unterschied die Box macht. Vintage 30 ist Vintage 30, 4×12 = 4×12? Das ist überhaupt nicht so! Wie ist das Gehäuse gebaut? Ja selbst der Bespannstoff vorne macht einen riesigen Unterschied, wirkt wie eine Art Filter.

Philipp Hüls und Dennis Schock (Bild: Holtmann)

Wenn man umstöpselt, und seien es nur ein paar Sekunden, passt sich das Ohr schnell wieder an. Wenn man wirklich objektiv vergleichen will, muss das einfach nahtlos gehen. Es kam sogar der Gedanke auf: Schaden wir uns vielleicht sogar als Laden, wenn sich bei einem Blindtest, der ja jetzt möglich war, herausstellt, dass das Teil für € 200 genauso gut ist wie das für € 2000? Hat sich nicht bewahrheitet! Im Gegenteil – Qualität hört und spürt man!

Gerade übrigens bei teureren Boxen, die in einer gewissen Qualität gebaut sind – das macht einen Riesenunterschied, auch wenn die gleichen Speaker drin sind. Klar, je geschulter das Ohr ist, desto mehr Unterschied hört man, aber generell ist das eine Art Erlebnis. Eigentlich müsste jeder Laden so ein System haben, um dem Kunden dieses Erlebnis zu bieten, damit er sich auf den Weg macht. Es kann der Branche nur helfen, wenn man die Leute wieder in die Läden bekommt. Wir haben jetzt auch ein paar Systeme an die Firma Orange geliefert, kleinere Systeme für das Display im Laden, wo dann 4 Topteile und vier Boxen dran hängen.“

Ampete-Mastermind Peter Arends (Bild: Ampete)

Inzwischen ist Peter Arends zu einer vielgefragten Figur in der Amp-Szene Kaliforniens geworden, speziell engagiert bei Boutique Amps Distribution aus Los Angeles unter deren Dach sich Firmen wie Friedman, Soldano, Tone King, Egnator, Diezel, Morgan und Bogner mit Amps und Pedalen finden lassen (und für die Dennis Schock heute die International Sales macht). Ampete Verstärker und natürlich auch die ausgefuchsten Multi-Switcher in ihren verschiedenen Ausführungen haben den Weg in die Studios und zu berühmten Usern gefunden, allen voran Amp-Guru Dave Friedman, der auch bei der letzten NAMM Show schon auf das Ampete Switching System zurückgegriffen hat: „This is the coolest thing I ever saw!“

Auf dem diesjährigen Guitar Summit Ende September wird neben dem Amp/Cab Switching System für Gitarre auch wieder das Gegenstück für Bass zum persönlichen Test für das Publikum zur Verfügung stehen.

Philipp Hüls: „Das machen wir sehr gern für den Guitar Summit, auch wenn das noch mal nach einem 7-Tonner mehr Transportraum und 4 Stunden mehr Aufbauarbeit (vor allem wegen der aufwendigen Verkabelung) verlangt. Das ist sportliche Herausforderung und nervenaufreibende Fleißarbeit zugleich, aber das Ergebnis macht halt uns und den Leuten einfach total viel Spaß.“ Dennis: „Das Switching System läuft ja nun schon seit Jahren fehlerfrei, wichtig ist aber, was da zur Auswahl steht und da wird dann wieder jede Menge tolles Zeugs im 1:1- Vergleich zu hören sein!“

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Bass-Abteilungschef Philipp Hüls (Bild: Holtmann)
Produkt: Gitarre & Bass Digital 07/2018
Gitarre & Bass Digital 07/2018
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