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Basscombo, Cabinet, Head – was ist ein Bass Verstärker?

Eine kleine Begriffserklärung: Ein Bass-Cabinet steht für die Bass-Box. Diese ist der letzte Teil der Sound-Kette, bevor der Sound (mikrofoniert oder nicht) euer Gehör trifft.

Ein Head, auch Topteil genannt, ist der Bass-Verstärker, der einen wesentlichen Einfluss auf euren letztendlichen Klang hat.

Ein Combo ist – wie der Name schon sagt – eine Kombination von Cabinet und Head, also ein Verstärker mit einer Box in einem. Diese sind meist aufgrund ihres Gewichts und Größe leichter zu transportieren als eine einzelne Box mit dem Verstärker.

Jedoch ist eine Bass-Combo meist in Sachen Power und Output limitiert. Ihr solltet nach eigenen Bedürfnissen entscheiden, ob für euch Portabilität oder Lautstärke (und damit die Durchsetzungsfähigkeit innerhalb der Band) Priorität haben.

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Mehr Watt, mehr Bass? Kenndaten und ihre Bedeutung

Um es kurz zu machen – ja. Die Wattzahl entscheidet darüber wie laut der Verstärker sein kann. Basstöne sind nicht so leicht hörbar zu machen wie Gitarrensounds, deswegen ist eine ausreichende Wattzahl gerade im Band-Kontext ziemlich wichtig.

FOTO: Dieter Stork
Ein schicker Pre-Amp für’s Board: der tech 21 Sansamp!

Wenn Drums, Gitarren und PA in die Vollen gehen, braucht ihr schon Druck im Rücken, um hörbar zu bleiben. Über den Daumen gepeilt kann man rund 250 Watt als grobe Orientierung bei den Minimalausstattung. Verdoppelt man diese Zahl, ist man auch bei heavy-Spielarten auf der sicheren Seite.

Die Impedanz steht für Wechselstromwiderstand, der in Ohm angegeben wird. Wichtig dabei ist das Zusammenspiel von Amp und Box, die jeweils eigene Impedanz-Angaben haben.

Üblicherweise findet ihr bei Bass-Boxen eine Impedanz von 8 oder 4 Ohm. Spielt ihr über zwei parallel geschaltete Boxen, die über die gleiche Impedanz verfügen, halbiert sich diese.

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Verschiedene Arten von Bass Verstärkern – ein kleiner Überblick

Jeder Bassist steht irgendwann vor der Frage, ob es jetzt Röhren oder eine digitale Lösung sein soll. Klassische Bass Topteile wie der Ampeg SVT mit ihrem unverwechselbaren Sound und dem für Ampeg typischen Gewicht? Oder doch ein Topteil mit Transistorenschaltung mit digitaler Endstufe oder eine handliche Bass-Combo?

1959er Fender Tweed Bassman

Das sind Fragen, auf die es keine allgemeingültige Antwort für alle Bassisten gibt. Klar. Trotzdem gibt es hier einen kleinen Überlick über die großen Hersteller der Bass Topteile und Combos.

Der Fender Bassman gilt als erster Bass-Amp der Geschichte und ist heute so beliebt wie 1951. Wer den guten alten Röhren-Sound verehrt, wird hier immer noch auf seine Kosten kommen. In unserer Story zum Fender Bassman beleuchten wir seine Erfindung, seinen Klang und die Entwicklung bis heute!

Ampeg SVT Head
FOTO: Ampeg
Ein Ampeg SVT Classic

Die schon erwähnten Amps von Ampeg gibt es mittlerweile nicht nur in der klassischen Ausführung. Die Portaflex-Reihe liefert hohe Leistungen bei sehr geringem Gewicht und überzeugt durch ein sehr kompaktes Gehäuse:

Auch Roland stellt neben seinen beliebten Jazz Verstärkern und Effektgeräten Bass Topteile und Combos her, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Beliebte Biamp-Kombination: 4 x 10” und 1 x 15”

Nicht fehlen dürfen in dieser Aufzählung die Amps von Peavey. Besonders im Bereich digitaler und handlicher Bass Topteile und leistungsstarker Bass-Combos hat sich Peavey – ähnlich wie Warwick und Mesa Boogie – einen sicheren Platz auf dem Bass-Markt gesichert.

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Worauf muss ich beim Kauf eines Bass-Amps achten?

Erst prüfen, dann mitnehmen

Wo die Auswahl groß ist, kann die Entscheidung zuweilen umso schwerer fallen. Andererseits sind Vergleichsmöglichkeiten natürlich nur zu begrüßen und eine wichtige Hilfe, das jeweilige Objekt des Kaufinteresses besser einschätzen zu können.

Anders als bei Gebrauchtware muss man sich beim Kauf von neuem Equipment keine großen Sorgen um dessen grundsätzliche Funktionsfähigkeit machen, weil ja eventuelle Defekte und Mängel durch die Herstellergarantie abgedeckt sind.

Freilich kommt es oft vor, dass Käufer bei Neuware unbedingt einen ungeöffneten Karton mit nach Hause nehmen wollen, und damit tun sie sich nicht immer einen Gefallen. Denn wenn zu Hause das Gerät angeschlossen wird und sich dabei Mängel herausstellen, hat man immerhin den Ärger, damit wieder zum Händler pilgern zu müssen und seine Ansprüche geltend zu machen.

Solche Unbill widerfährt einem nicht, wenn man die gekauften Gerätschaften direkt im Laden auspackt und dort auch überprüft.

Kleinere Fehler wird mancher hier sicher gerne in Kauf nehmen, wenn er dafür einen entsprechenden Preisnachlass heraushandeln kann.

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Bassverstärker vergleichen

Die grundsätzliche Kaufentscheidung kann dem Kunden natürlich niemand abnehmen, und hier sollen ja gerade unsere Tests Hinweise auf die Stärken und Schwächen des jeweiligen Produkts geben.

Am besten wäre es wohl, wenn man den Bass oder die Verstärkeranlage zuvor im eigenen Proberaum und im Zusammenspiel mit anderen Musikern antesten könnte, womit viele Händler aber aus durchaus nachvollziehbaren Gründen nicht einverstanden sind.

Alternativ könnte man freilich sein bisheriges Equipment mit in den Laden bringen, um so im Vergleich die neuen Geräte besser beurteilen zu können.

Tipps von anderen Musikern können ebenfalls helfen, sind aber auch mit Vorsicht zu genießen, denn beim Klangempfinden sind die Geschmäcke sehr verschieden.

Beim Vergleich verschiedener Instrumente/Bassanlagen ist übrigens darauf zu achten, dass die Vergleichspartner mit gleicher Lautstärke betrieben werden, sonst kann man sich kein genaues Urteil bilden; denn was lauter ist, kommt zunächst immer eindrucksvoller rüber!

Besonders bei Instrumenten mit verschiedenen Ausgangspegeln sollte man also durch entsprechende Gain-Einstellung am Amp für „gerechte“ Vergleichsbedingungen sorgen.

Beim Vergleich von Bassboxen sollte man hingegen zunächst die Lautstärkeregler am Amp in der gleichen Stellung belassen, um die teilweise erheblichen Unterschiede im Wirkungsgrad beurteilen zu können.

Denn die elektrische Belastbarkeit einer Box sagt nichts darüber aus, welchen Schalldruck sie mit einer gewissen Verstärkerleistung produziert. Eine Box mit gesunden Schalldruckwerten braucht gar nicht so hoch belastbar zu sein, weil sie ja schon mit weniger Verstärkerleistung die erwünschte Lautstärke liefert.

In jedem Fall darf man sich nicht auf reine Datenangaben verlassen, sondern sollte seinem subjektiven Höreindruck das größte Gewicht beimessen.

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Achte auf die Raumakustik!

Was die Sauberkeit der Wiedergabe des Bassamps angeht, können die akustischen Verhältnisse im Showroom des Verkäufers leicht bessere Eigenschaften vortäuschen, als man sie nachher im Proberaum oder auf der Bühne erhält.

Das liegt daran, dass beim Händler meist noch zahlreiche andere Lautsprecherboxen herumstehen, die den Raumschall zu einem gewissen Teil absorbieren können und somit eine trockenere Akustik erzeugen.

Vor allem bezüglich des Dröhnens im Tiefpass lässt eine solche „Studioakustik“ manche Box besser wegkommen, als es unter späteren Praxisbedingungen der Fall ist.

Auch hat man in engen Läden nicht immer die Möglichkeit, die Bassanlage einmal aus größerer Entfernung probezuhören. Bei Bässen und Anlagen, die alleine gespielt einen schön cleanen HiFi-Sound bringen, erlebt man zuweilen später in der Band, dass es an Durchsetzungskraft und Prägnanz hapert.

Mehr als bei anderen Ausrüstungsteilen muss man also beim Hörtest von Bassboxen auf möglichst realistische Betriebsbedingungen achten.

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Das Zusammenspiel der Geräte

Wie bei Boxen und Instrumenten, ist bei einem Bassverstärker der „Sound“ das wichtigste Auswahlkriterium. Dabei darf aber nicht unberücksichtigt bleiben, dass zwischen allen Einzelteilen der Bassanlage ein recht kompliziertes Zusammenspiel vorliegt, und selbstverständlich werden deshalb verschiedene Amp/Boxen-Kombinationen auch verschiedene Sounds liefern.

Wird ein neuer Verstärker angeschafft, so sollte man ihn möglichst auch mit der Bassbox antesten, mit der er nachher kombiniert werden soll, und auch der eigene Bass hilft hier, das Klanggeschehen sicherer zu beurteilen.

Man darf annehmen, dass „Blindkäufe“ ohne vorheriges Antesten im Verbund mit den übrigen Equipment Teilen der häufigste Grund für spätere Unzufriedenheit sind.

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Gebrauchte Bassverstärker prüfen!

Beim Kauf von gebrauchten Instrumenten und Verstärkeranlagen muss man der sorgfältigen Überprüfung des Zustands und der Funktionsfähigkeit der Geräte ungleich größeres Gewicht beimessen als bei Neuware.

Denn einerseits gilt bei Privatverkäufen oft: „gekauft wie gesehen“, andererseits sind auch bei Händlern erworbene Gebrauchtgeräte nur selten durch umfassende Garantien abgesichert.

Beim Verstärkerkauf sollte man besonders die Potis und Schalter des Geräts auf (weitgehend) kratzfreie Funktion überprüfen. Der Austausch eines einzelnen Potis ist nicht so teuer, aber wenn ein spezieller Schalter defekt ist, kann es manchmal schon schwierig werden, passenden Ersatz zu bekommen.

Der Ruhegeräuschpegel bei eingeschaltetem Verstärker erlaubt einige Rückschlüsse auf den Zustand der Elektronik; Schrapseln und zischende Modulation im Hintergrund kann auf interne Kontaktprobleme (Potis, Schalter, Steckverbindungen) oder angegriffene Kondensatoren hindeuten, lauteres Grundbrummen auf ausgetrocknete Netzteilelkos oder unsymmetrische Arbeitsweise und falschen Arbeitspunkt der Endstufe.

Letztere zeigt sich auch bei leiser Aussteuerung durch Verzerrungen in der Ausklingphase eines Tons.

Es empfiehlt sich, einem gebrauchten Verstärker möglichst lange zu lauschen, weil sich einige Wehwehchen erst nach der Warmlaufphase bemerkbar machen. Entsprechen die Bässe noch den Erwartungen?

Besonders beim Kauf von älteren Röhrenverstärkern sollte man die Kosten für einen neuen Röhrensatz und eine eventuelle Grundüberholung nicht außer Acht lassen. Was bei manchen Röhrenamps arge Probleme bereiten kann, sind exotische Röhrentypen, die heute nicht mehr erhältlich sind – im Zweifelsfall die Typenbezeichnungen notieren und erst mal im Musikgeschäft anfragen.

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Lautsprecherprüfung

Gebrauchte Lautsprecher sollten, wenn’s irgendwie geht, zunächst einer optischen Prüfung unterzogen werden. Verzogene Membranen aufgrund von Wasserschäden sind leicht zu erkennen, aber die Sicke (Membraneinspannung) des Speakers sollte bei gutem Licht genauer auf Risse untersucht werden.

Bei vorsichtigem, symmetrisch auf die Membran ausgeübtem Druck muss sich die Spule des Bass Lautsprechers völlig frei und ohne jedes Kratzen im engen Magnetspalt bewegen.

Falls solche Prüfungen nicht möglich sind, lassen sich Lautsprecherdefekte wie Schmutz im Magnetspalt auch meist bei sehr geringen Pegeln anhand von Intermodulationsprodukten (unnatürliche Obertöne, Verzerrungen) heraushören, was übrigens bei normal lautem Antesten nicht auffällt.

Bei höheren Pegeln und bassiger Einstellung (ggf. Instrument herunterstimmen) melden sich hingegen eher defekte Membraneinspannungen, lose Staubschutzkalotten und klapprige Teile am Boxengehäuse.

Um bei Boxen mit mehreren Speakern deren Funktion zu prüfen, kann man das Grundrauschen des angeschlossenen Verstärkers gut nutzen; mit dem Ohr direkt davor, wird jeder Lautsprecher einzeln abgehört, und wer nicht rauscht, ist wahrscheinlich durchgebrannt.

Text: Dirk Groll & Eugen Lyubavskyy

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