Test & Interview!

Nik Huber Adam Miller Signature Model: Aussie ahead!

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SCHWERELOS IM SPIEL

Wir heben mit der Adam Miller Signature ein wunderbar leichtes Instrument aus dem Koffer. Sind 2,5 kg nicht sogar schon zu leicht? Das kommt darauf an, was man mit so einer Gitarre vorhat und welche musikalischen Inhalte transportiert werden sollen.

Die Konstruktion mit stark gehöhltem Korpus hebt betont akustische Eigenschaften hervor: eine leichte und perkussiv markante Ansprache, eine resonanzstarke Tonentfaltung, offene Transparenz mit perfekter Saitentrennung und beste dynamische Eigenschaften. Adam kommt von der Steelstring, ist mit dem Plektrum aber ebenso souverän unterwegs wie im Fingerstyle. Im Sinne offenen Denkens bietet ihm das Signature-Instrument die genau richtigen Bedingungen für seinen variablen, dynamisch wendigen Personalstil. Andere Zugangsformen sind natürlich keinesfalls ausgeschlossen.

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Bemerkenswert ist auch der wunderbar griffige, samtig versiegelte Hals mit dem kraftvoll ausgearbeiteten (Standard-Pit-)Profil. Dank der perfekt abgeglichenen Bundierung im Griffbrett mit nach oben hin leicht flacher werdendem Compound-Radius geht jede Aktion ungemein leicht und geradezu kooperativ locker von der Hand.

Ganz besonders und spontan animierend ist aber die luftige Ansprache der Gitarre, die mit schneller Tonentfaltung einen trockenen, im besten Sinne nach Holz schmeckenden Ton freisetzt. Perkussiv wird der Anschlag fein differenziert nach Stärke und Position herausgestellt, jede Aktion dynamisch nuanciert umgesetzt, wobei nicht zuletzt auch die klangfarbliche Delikatesse der Darstellung zu loben ist. Und hey: Wir haben ja noch nicht einmal eingestöpselt.

St. Helens Tune-O-Matic Bridge mit Nylon Sätteln (Bild: Dieter Stork)

Jetzt aber, und auch am Amp erweist sich die Ausstattung der Semi-Hollowbody mit den Mini-Humbuckern von Andreas Kloppmann als perfekte Wahl für die Umsetzung der akustisch schon so bemerkenswerten Eigenschaften in ebenso eindrucksvolle elektrische Bilder. Die sind auch durchaus vergleichbar, denn der sonore Atem und die tonfarbliche Substanz bleiben, auch durchs Kabel gejagt, weitgehend erhalten.

Der Hals-Pickup, exakt unter die zweite Obertonoktave der Saiten positioniert, vermittelt ein transparent definiertes Signal mit gut eingegrenzten Bässen, präsenten Mitten und weich gerundeten Höhen. Akkorde erfreuen mit griffiger Darstellung dank klarer Saitentrennung, aber auch harmonisch eleganter Verschmelzung der Stimmen. Beeindruckend konkret und mit plastischem Ausdruck lassen sich Linien gestalten. Der markant hervorgehobene Anschlag sorgt für entsprechende Kontur.

Perfekte Bedingungen also für das feinnervige Spiel, mit dem sich jede musikalische Fantasie bildreich umsetzen lässt. Hervorzuheben ist dabei die leichte Ansprache des Instruments, die dynamische Spielweisen einfach perfekt unterstützt. Selten macht das Spiel über einen Hals-Pickup solch ein Vergnügen wie mit diesem Mini-Humbucker von Kloppmann.

Rundlicher Ahornhals mit Silver Ring Inlays im Palisandergriffbret (Bild: Dieter Stork)

Wechseln wir auf den Mini-Humbucker am Steg – verglichen mit der Pickup-Positionierung bei Gibson einen knappen Zentimeter nach innen gerückt – so bietet der im Rahmen der erwartet schlankeren und höhenorientierteren Klangumsetzung ebenfalls erfreulich gut gerundete Sounds. Die pointierte Skizzierung von Mehrklängen mit holzig trockenen Bässen, leicht fokussierten Mitten und offen aufleuchtenden Höhen belebt die rhythmische Arbeit, macht aus dem versiert geführten Plektrum ein Werkzeug zur farbreichen Gestaltung, bei Bedarf und robustem Anschlag auch für richtig knackigen Peak.

Nun wirft Adam gelegentlich auch schon einmal ein Overdrive-Pedal an, und auch derart rangenommen liefern beide Pickups sehr gute Ergebnisse, von tragfest singenden Linien mit elegant einfliegenden Obertönen über den Mini-Humbucker am Hals bis hin zu markant und luftig vorspringenden Powerchords und packenden Leads vom Kollegen weiter südlich am Steg. Letztere kommen mit nachdrücklicher Vehemenz, verfügen aber dennoch über weich abgerundete Höhen, ohne dabei an Glanz zu verlieren. Die Nylon-Reiter sitzen nicht ohne Grund in dieser TOM Bridge.

Ob nun clean oder overdriven, in allen Einstellungen können sich die angelegten Sounds auf einen kernigen inneren Draht stützen. Immer sorgt das perkussive Attack-Verhalten und eine formidable Obertonpracht für klare Definition und satte Farbgebung. Die zusammengeschalteten Mini-Humbucker geben dann auch noch einen dritten Sound heraus, der mit seiner leichten Kehligkeit noch einmal den semiakustischen Charakter der Adam Miller Signature besonders betont. Klangfarblich auf jeden Fall eine Ergänzung von Format für alle Darstellungen.

Und schau, wer nicht auf zugehaltene Nase steht, dem reicht die leichte tonfarbliche Manipulation über den Volume-Regler und der vermisst wie Adam den eingesparten Tone-Regler überhaupt nicht.

RESÜMEE

Wenn es passt, dann passt es! Mit Adam Miller hat Nik Huber den genau richtigen Mann für die Kreation höchst kultivierter Sounds gefunden. Diese vermögen auch bei elektrischer Tonwandlung akustische Aspekte in einer vitalen Klangsprache zu transportieren.

Das semiakustische Adam Miller Signature Model ist souverän konstruiert und hochklassig gefertigt. Es verfügt über beste Materialeigenschaften und bringt entsprechende Attribute wie spontane Ansprache, resonanzstarke Tonentfaltung, dynamische Tonformung und tonfarbliche Eleganz in harmonischen Ausgleich. Es ist ein leichtes Instrument von starkem Charakter mit kongenial passenden Mini-Humbuckern von Andreas Kloppmann, die einfach wunderbar tönen.

Es findet seine perfekte Entsprechung in einem Spieler wie Adam Miller mit facettenreicher Technik und subtiler Klangkultur. Gleichwohl folgt es auch anders gelagerten Ansprüchen, selbst kräftiger Natur (kein Metal bitte). Die Adam Miller Signature ist etwas für alle, die den puren Ton suchen und von ihrer Gitarre sonoren Tiefgang und optimale Beweglichkeit verlangen.

Wie schon mit seinem exklusiven Modell Rietbergen realisiert Nik Huber ein ganz besonderes und in jeder Hinsicht integres Instrument, das erneut erkennen lässt, worauf seine wohlverdiente internationale Anerkennung fußt. Großes Kino – Referenzklasse!

Plus

  • originäres semiakustisches Design
  • Resonanzstärke, Klangtiefe
  • Dynamikverhalten
  • Kloppmann Mini-Humbucker
  • offen bewegliche Sounds
  • optimale Spieleigenschaften
  • minutiöse Verarbeitung

Minus

  • kein Tone-Poti, nachteilig nur für entsprechenden Bedarf

Übersicht

Fabrikat Nik Huber
Modell Adam Miller Signature Model
Typ Semi-Hollowbody
Herkunftsland Deutschland
Mechaniken Nik Huber Gotoh 510 Open Gear
Hals Eastern Maple, 5-fache Schraubverbindung
Sattel Knochen
Griffbrett Palisander, Sterling Silver Ring Inlays
Radius Compound 10″-14″
Halsform Std. Piet
Halsbreite Sattel 42,6 mm; XII. 52,0 mm
Halsdicke I. 22,6 mm; V. 24,2 mm; XII. 25,4 mm
Bünde 22, Medium Jumbo, extrahart
Mensur 648 mm
Korpus Mahagoni, semi-hollow, Exceptional Flame Redwood Top
Oberflächen Natural, Open Pore
Schlagbrett dreilagig
Tonabnehmer Kloppmann Mini Humbucker (Hals 6,7 kOhm; Steg 6,9 kOhm)
Bedienfeld 1x Volume, 3-Weg-Schalter
Steg St. Helens Tune-O-Matic, Nylon Saddles
Hardware Nickel, aged
Gewicht 2,5 kg
Lefthand-Option ja
Internet nikhuber-guitars.com
Zubehör Nik Huber Tweed Case, Zertifikat
Preis Testmodell € 5890 inkl. Exceptional Flame Top, Standardpreis ab € 4995

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