Schwarz macht schlank

VGS Root RT-S im Test

American Roots, Made in Europe – klingt erst mal unlogisch. Aber wenn man bedenkt, dass die Macher dieser Gitarre aus der gleichen Ecke kommen wie C. F. Martin seinerzeit …

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VGS Root RT-S_1.1Jawohl, der berühmte „Musikwinkel“ im sächsischen Vogtland ist gemeint, und dort sind die Root-Modelle zumindest erdacht worden – Made in Europe ist dann natürlich als Aussage eher vage.

Konstruktion

Das „S“ im Namen unserer Testkandidatin steht für Stage. Diese komplett schwarze VGS ist also für die Bühne konzipiert, was man auch am Preamp, an der geringen Zargentiefe und an dem venezianischen, also rundlichen Cutaway unschwer erkennen kann. Der hochglanzlackierte Korpus setzt sich zusammen aus einer per X-Bracing verstärkten, massiven Fichtendecke und einem Boden sowie Zargen aus Mahagoni. Der Hersteller betont, dass die Deckenhölzer über lange Jahre der Lagerung natürlich getrocknet sind.

Elfenbeinfarbenes Binding gibt dem Korpus optimal Kontur, auch die schlichte Schalllochumrandung setzt sich mit dieser Farbe klar ab. Ein Schlagbrett ist nicht angebracht, es liegt aber eines im Karton bei und da es schwarz ist, würde es den optischen Gesamteindruck nicht stören. Der Hals ist aus Mahagoni, Griffbrett und Steg aus Palisander. Letzterer ist geschickt gestaltet – der Bereich wo die Saiten-Pins sitzen ist stark abgeflacht, was ordentlichen Saitenandruck auf die Stegeinlage, und somit Schwingungsübertragung auf die Decke zur Folge hat. Sattel und Stegeinlage sind aus Bonoid, einem Kunststoff, der tatsächlich sehr knochenartig wirkt.

Die Saiten schwingen frei über 653 mm und werden an der ebenfalls gänzlich schwarz lackierten Kopfplatte von verchromten geschlossenen Tunern in Stimmung gebracht. Die kommen zwar aus dem Hause Noname, verrichten ihre Arbeit aber präzise und stressfrei. Für den Klang-Transfer ins Elektrische sorgt das vielfach bewährte Fishman Isys+ System. Der Preamp auf der Zarge bietet Zugriff auf Volume, Bass, Treble und Phase. Ein Stimmgerät ist auch vorhanden. Das Batteriefach sitzt hinten neben dem Gurtpin, der auch den Klinkenausgang beherbergt.

Praxis

Mit ihrer Zargentiefe von 86 – 95 mm liegt die RT-S bequem am Spieler und mit der stark taillierten Korpusform stabil und ausgewogen auf dem Schoß. Die linke Hand findet sich am Hals mit seinem dezenten V-Profil gut zurecht. Wobei ja heutzutage eine hochglanzlackierte Halsrückseite fast schon die Ausnahme ist. Fühlt sich aber gut an – klebt oder bremst kein bisschen. Das Griffbrett mit den sauber eingesetzten Bünden bietet gute Bespielbarkeit, bei der Saitenlage wäre, je nach Geschmack, noch etwas rauszuholen. Auf dem Griffbrett ist ja nur eine sichelförmige Einlage im 12. Bund, man bekommt aber Orientierungshilfe über die kleinen Dots in der Griffbrettkante.

Was den Klang angeht, spürt man das Potential, das der Fichte/Mahagoni-Konstruktion innewohnt. Die VGS scheint aber etwas Einspielzeit zu brauchen. Sie schwingt – so gerade erst aus dem Karton geholt – noch nicht so richtig befreit drauflos. Ist ja eigentlich normal, und nach ein paar Spielstunden geht dieses Root Modell garantiert richtig auf, denn die Gene sind kerngesund. Über Anlage verstärkt, erhalten wir sogleich tolle Ergebnisse. Ausgewogen, durchsetzungsstark, natürlich und kraftvoll punktet die VGS genau dort wo es drauf ankommt – auf der Bühne.

Resümee

Eine sehr schicke E-Acoustic mit tollem Handling und guter Verarbeitung, die das S im Namen nicht umsonst trägt. Sie ist stage-ready – bist du es auch?

Plus
• Design
• Verarbeitung
• E-Sounds
• Preis/LeistungsVerhältnis

 

VGS Root RT-S_profil

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