Live is live

Test: Ortega Guitars Tour Player

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PRAXIS

Anfang der 80er-Jahre kaufte ich mir eine Gibson Chet Aktins CE. Eine massive Solidbody-Konzert-Gitarre. Sündhaft teuer, leider gar nicht so gut verarbeitet, aber damals einzigartig. Wenige, ähnliche Gitarren von anderen Marken kamen später auf den Markt, waren aber nicht erfolgreich und auch nicht ausgereift. Elektronik und Pickups waren einfach zu der Zeit noch nicht so weit wie heute.

Über 40 Jahre später stellt Ortega jetzt mit der Ortega Player Series eine erschwingliche, ausgereifte und praxisorientierte Solidbody Nylon vor, die nur einen Bruchteil von dem kostet, was ich damals ausgegeben habe. Und die in vielen Details ausgereifter und praxistauglicher ist – zum Beispiel durch das leicht gewölbte und nicht ganz so breite Griffbrett und das nicht klobige, sondern auch für „Nicht-Klassiker“ spielbarere Halsprofil. Auch der zum 14. Bund verschobene Korpusansatz (normalerweise bei Konzert-Gitarre am 12.) und das Cutaway machen das Greifen in den hohen Lagen möglich.

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Ein Blick ins sparsame Innenleben (Bild: Dieter Stork)

Der aus einem massiven Holzstück gefertigte Korpus verfügt über mehrere Hohlräume, die dem Ton ein akustischen Grundklang verleihen. Dennoch kann man die Tour Player ohne Rückkopplungsgefahr recht laut spielen. Rein akustisch ist sie nur unwesentlich lauter als eine elektrische Semiakustik-Gitarre, reicht also zum Üben, aber nicht zum gemeinsamen Musizieren mit anderen. Der Ortega-eigene Preamp bietet Potis für Bass, Middle, und Treble sowie einen Volume-Regler.

Die Player funktioniert an P.A., Mischpult, Akustik-Amp und E-Gitarren-Amp gleichermaßen, über den Preamp kann man Anpassungen praxisgerecht vornehmen. Das integrierte Stimmgerät spricht gut an, die Anzeige der Tonhöhe und eine LED-Kette, die bei Erreichen der Tonhöhe von blau auf grün wechselt, machen den Tuner leicht bedienbar. Er wird über einen sehr kleinen Taster eingeschaltet, der Ausgang wird stummgeschaltet. Wenn man ohne angeschlossenen Amp den Tuner bedient, sollte man nicht vergessen ihn wieder auszuschalten, da er sich nicht automatisch abschaltet und so den Akku leert. Auf der Bühne wird das nicht passieren, denn dann hört man nichts mehr. 🙂

Praxisorientierter Preamp mit integriertem Tuner (Bild: Dieter Stork)

RESÜMEE

Die Tour Player ist eine gelungene Ergänzung des Ortega-Programms. Ganz speziell für eine Zielgruppe gebaut, bietet sie genau das, was der Live-Musiker braucht. Zuverlässiger Sound, gute Bespielbarkeit und eine praxisorienierte Ausstattung. Das Modell ist auch in den Farben natur, blue flamed maple und schwarz, und mit alternativen Deckenhölzern erhältlich. Ich bin mal gespannt, wie sie sich durchsetzt: Denn solche innovativen Instrumente bringen Musiker immer wieder dazu, andere Sounds, Anwendungen und Möglichkeiten auszuprobieren.

PLUS

● Live-Sound
● Verarbeitung
● Bespielbarkeit & Saitenlage
● Intonation
● wiederaufladbarer Akku
● Elektronik mit integriertem Stimmgerät
● kein Feedback
● gute Erreichbarkeit der obersten Lagen
● günstiger Preis

(erschienen in Gitarre & Bass 02/2024)

Produkt: Gitarre & Bass 2/2023 Digital
Gitarre & Bass 2/2023 Digital
Im Test: J&D DX-100 +++ Jimmy Wallace Guitars MT +++ Solar Guitars AB1.4JN +++ Fender Acoustasonic Player Jazzmaster +++ Vintage Historic Series +++ Tech 21 SansAmp Character Plus Series +++ Baroni AFK150 +++ Paul Belgrado NaNo B4 Shortscale +++ Harley Benton MV4-PJ Gotoh BM +++ British Pedal Company Dumble Overdrive Special +++ JHS Packrat

Kommentar zu diesem Artikel

  1. irgendwie fehlt mir die wichtigste Informationen: wie klingt die Gitarre?

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