Bühnen-Routinier

Ovation CS24P FKOA im Test

Die Welt der Akustik-Gitarre war nie wieder die gleiche, als Mitte der 60er-Jahre ein Hubschrauber-Konstrukteur eine Steelstring mit Kunstfaser-Body entwickelte.

Ovation CS24P
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Es gab fortan zwei Arten von Gitarristen: die, die das schön fanden, … und die anderen. Egal – große Verdienste auf dem Feld der E-Acoustic sind diesem Hersteller nicht abzusprechen, er bescherte Leuten wie Glen Campbell, Josh White, Paul Simon, Neil Diamond und unzähligen anderen die erste brauchbare, Pickup-bestückte Bühnen-Gitarre. Die wechselhafte Geschichte des Unternehmens setzt sich bis zum heutigen Tag fort, und beschert uns hier ein Einsteiger-Modell mit schicker Optik und attraktivem Preis.

Konstruktion

Beim Korpus handelt es sich um den Mid-Depth Lyrachord Cutaway Body, die rundliche Hartfaser-Konstruktion mit ihrer rauen Oberfläche ist also nicht so tief wie beim klassischen Ursprungs-Modell. Obenauf liegt eine attraktive Decke aus geriegeltem Koa-Holz (laminiert), die mittels eines Scalloped X-Bracing stabilisiert ist. Der restliche Korpus benötigt keine Beleistung und bezieht seine Stabilität einzig aus Form und Material. Das Schallloch wird von Abalone umrandet, die Decke insgesamt von einem elfenbeinfarbenen Binding, ein Schlagbrett gibt es nicht.

Auch der Steg aus Palisander ist kein Allerwelts-Modell – hier kann man die Saiten von hinten durchziehen und braucht keine Saiten-Pins. Der Hals besteht aus Nato, mit einem eingefassten Griffbrett aus Palisander. Darauf finden wir 20 Medium-Bünde und kleine Orientierungs-Punkt-Einlagen. Nach 645 mm freier Schwingung gelangen die Saiten über den ABS-Sattel zur firmentypisch geschnittenen Kopfplatte mit den verchromten Stimmmechaniken. Was wäre eine Ovation ohne Elektronik? Hinten, oben auf der Zarge sitzt der hauseigene OP-4BT Preamp mit Volume-Regler, 3-Band-EQ und Stimmgerät – gleich daneben sitz der 9-V-Block unter einem Clip-Verschluss. Irgendwo hinten ist ein Klinke-Ausgang, zwei Gurtpins vervollständigen die Ausstattung.

Praxis

#Ich fange mal gleich stehend an. Am Gurt hängt die Ovation wirklich bequem, und zwingt sich und den Spieler – dank des rundlichen Rückens – nicht in eine bestimmte Position. Man kann sich sehr leicht Sicht auf’s Griffbrett verschaffen, wenn man möchte. Sitzend gespielt, empfinde ich als Dreadnought-Normalo die Ovation als gewöhnungsbedürftig. Irgendwie will mir das gute Stück immer von Schoß rutschen … mit Gurt geht’s. Der mattierte Hals fühlt sich dann wiederum richtig gut an, die sauber polierten Bünde lassen sich flüssig und entspannt bespielen – richtig klasse ist der einfache Zugang zu den höchsten Bünden.

Und der Klang? … kommt sehr positiv rüber. Einerseits richtig holzig und trocken, mit einem sehr runden Gesamtklang aus dem genau richtigen Maß an konkreten Bässen, klaren direkten Mitten und milden angenehmen Höhen. Andererseits auch mit Attack und sehr schönem Sustain. Anders gesagt: Optisch ist da viel Plastik – akustisch nicht. Den verstärkten Klang kann man eigentlich nur als „typisch Ovation“ bezeichnen, der ist halt eigen und entzieht sich somit einer objektiven Bewertung – ist eben Geschmackssache. Was man objektiv sagen kann, ist, dass der Sound ausgewogen, klar und unverstellt aus der Anlage kommt, und sich mittels der Fader für Bass, Mid und Treb gut abstimmen lässt.

Resümee

Eine richtig gute E-Acoustic mit beachtlichem Preis/Leistungs-Verhältnis. (Straßenpreis unter € 400) Sollte man unbedingt mal antesten.

 

Plus

  • Verarbeitung
  • Stabilität
  • Bespielbarkeit
  • Bühnen/Bandtauglichkeit
  • Preis/Leistung

 

Ovation CS24P_profil
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