Dickfisch mit Tiefgang

Baton Rouge X1C/BRCE Suzanna im Test

Baton Rouge hat ein Herz für das Ausgefallene – das manifestiert sich in der Strange Serie. Neueste Mitglieder: zwei Bariton-Modelle…

(Bild: Dieter Stork)

Jawohl, auch Randgruppen will der Hersteller seriös bedienen. Da hatten wir z. B. schon mal eine achtsaitige Steelstring im Test (Ausgabe 05/2015) die mit guten Qualitäten und attraktivem Preis punkten konnte. Heute nehmen wir uns eine der neuen Baritons zur Brust: die X1C/BRCE Suzanna.

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Konstruktion

Oh ja, da kommt viel Gitarre aus dem Karton. Der große Korpus mit rundlich geschnittenem Cutaway besteht aus einer massiven Decke aus kanadischer Zeder und Zargen sowie Boden aus Mahagoni. Ein Binding aus Ahorn verbindet die Korpuselemente schlicht aber effekt- und geschmackvoll. Abseits aller Steelstring- Normen präsentiert sich das ovale Schallloch. Die schwarze Umrandung mit ihren – ich nenne es mal – „Tribal“-Zeichen, dominiert optisch die Decke. Beim Steg aus Palisander wurde nicht gespart und auf Kunststoff verzichtet: die kompensierte Stegeinlage ist aus Knochen, die Saitenpins sind aus Palisander mit hellen Ahorn-Dots. Cool. Die Saiten haben natürlich eine große Strecke freischwingend zu überbrücken: 724 mm sind es bis zum Sattel, der ebenfalls aus Knochen gefertigt ist. Der Mahagonihals ist am 14.

(Bild: Dieter Stork)

Bund angesetzt. Das Palisandergriffbrett ist mit 20 breiten flachen Bundstäbchen bestückt, die fabelhaft poliert und verrundet worden sind, da kratzt und hakelt nichts. Nur im 12. Bund findet sich eine Einlage, das Symbol kennen wir schon vom Schallloch. Für gute Orientierung sorgen aber zusätzlich die kleinen Punkteinlagen in der Griffbrettkante. Die breitflächig angesetzte Kopfplatte ist eingefasst, zeigt das typische BR-Logo und 6 Grover-Style-Mechaniken in Matt-Chrom mit schwarzen Stimmwirbeln. Sehr schick! Zum Bühneninstrument wird die Suzanna mithilfe des Shadow Performer Pro Systems inkl. Tuner.

Praxis

Dann nehmen wir die Dicke mal auf den Schoß. Der rechte Arm findet sofort eine bequeme Auflage, die Linke hat es natürlich mensurbedingt etwas weiter als gewöhnlich. Für einen Barré-Griff am ersten Bund ist da etwas mehr Dehnung gefordert, ansonsten alles halb so wild. Der mattierte, nicht zu kräftige Hals liegt gut in der Hand, die fast 46 mm Griffbrettbreite am Sattel sorgen für erwachsene Spielverhältnisse. Erfreulicherweise ist schon ab Werk die Saitenlage gut eingestellt, denn die notwendigen Saitenstärken für solch eine Mensur sind nichts für Heulsusen. Dafür bekommt man aber auch stramme tighte Basstöne die durchaus beeindrucken. Das gesamte Klangbild macht mächtig Eindruck. Kraftvoll, sonor, trocken, laut, sustainreich und mit viel Charakter setzt sich die Baton Rouge in Szene. Das ist insgesamt sehr inspirierend und man fragt sich mit großer Neugier, wie wohl dieser oder jener Song auf diesem Instrument gespielt rüberkommt. Oder wie diese „neue Stimme“ sich wohl im Bandgefüge machen würde. Die technischen Voraussetzungen sind jedenfalls gut, denn der Shadow-Pickup überzeugt sofort. Die vier Klangregler (Bass, Low- Mid, Hi-Mid, Treble) sind etwas fummelig klein geraten und die Mittelrastung lässt sich nicht gut ertasten, aber man hat sowieso kein großes Verlangen danach am Sound zu kurbeln, denn der ist schon in Neutralstellung richtig gut, ausgewogen und natürlich.

Resümee

Eine inspirierende neue Stimme in deinem Klang-Universum könnte diese Bariton- Gitarre von Baton Rouge sein. Man muss nur den Versuch wagen – die gebotene Qualität und der attraktive Preis sollten es einem leicht machen.

Plus

  • Design, Verarbeitung
  • Bespielbarkeit und Handling
  • voluminöser inspirierender Klang akustisch und elektrisch
  • Preis/Leistung

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Gitarre & Bass das Akustikgitarren ABC


Aus Gitarre & Bass 11/2016

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