Einmal Amp zum Mitnehmen, bitte!

Laney Prism Mini im Test

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(Bild: Dieter Stork)

Auf der Suche nach einem ultrakompakten Übungsverstärker für wenig Geld? Laneys neuer Prism Mini ist nicht nur extrem klein, sondern auch ziemlich oho. Neben jeder Menge Sounds bietet er Zusatzoptionen wie eine Drum Machine sowie eine Steuerung per App. Nur spielen muss man noch selber. Aber das macht man hier gerne.

Fangen wir mit der Größe an, denn die erschließt sich auf einem Bild ohne ein Vergleichsobjekt nicht wirklich: Nur 17 Zentimeter in der Breite misst der Mini, was in etwa einem kleineren Taschenbuch entspricht. Mit einem Gewicht von rund einem Pfund und einem ausdauernden Akku lässt er sich ohne großen Aufwand überallhin mitnehmen. Angeboten wird er sowohl in Schwarz als auch in Blau mit hellem Bespannstoff.

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Seine beiden 1,5″-Lautsprecher werden von einer 2 x 3-Watt-Endstufe angetrieben, sodass er laut genug ist, um daheim oder auswärts allein zu musizieren. Für den ersten großen Spaß sorgen 2 x 50 Presets, die eine große Bandbreite an Sounds abdecken. Diese werden über je acht Blöcke definiert, aus denen jeweils ein Effekt/Sound ausgewählt werden kann: Den Beginn macht die „Pre”-Sektion mit Effekten wie Gate, Compressor, Boost, Filter und Octaver, darauf folgt die Drive-Abteilung mit verschiedenen Overdrives und Distortions sowie einem Fuzz.

Die nächsten Elemente sind Modelle verschiedener Laney-Verstärker aus den Abteilungen Clean, Drive, High Gain und Bass sowie diverse Cabinet-IRs und drei EQ-Stacks. Zum Ende hin folgen dann diverse Modulationseffekte, Delays und Hall-Typen. Insgesamt stehen hier 32 Effekte und 17 verschiedene Amp-Grundsounds zur Verfügung.

Und damit nicht genug: Die Position der Blöcke ist nicht fix. Wer etwa einen Chorus vor die Drive-Sektion packen will, kann das beim Prism Mini gerne tun. Das Arsenal ist also ziemlich üppig. Ebenso üppig ist übrigens die Akkulaufzeit, die Laney mit bis zu 14 Stunden angibt. Die genaue Länge hängt natürlich von der konkreten Nutzung ab, während des Tests musste jedenfalls nicht nachgeladen werden.

Und wo wir gerade bei den Specs sind: Mit der kostenlosen ToneWizard-App lassen sich via Bluetooth nicht nur die Presets verwalten und bearbeiten, hierüber wird auch eine Drum Machine zugespielt, die neben verschiedenen Beats in sieben Stilen auch diverse Metronom-Grooves anbietet. Dies ist eine nicht zu unterschätzende Hilfe zum Üben – und macht zudem Spaß. Außerdem lassen sich darüber auch Audio-Signale wie Songs einspeisen, zu denen man dann musizieren kann.

Auf der Rückseite des Prism Mini befindet sich neben dem Kopfhörer-Anschluss zum stillen Spielen auch eine USB-C-Buchse, über die sich der Akku laden sowie Verbindungen zu einem Rechner herstellen lassen. In diesem Text konzentrieren wir uns jedoch vor allem auf den Einsatz als Übungstool.

(Bild: Dieter Stork)

IM EINSATZ

Seinen ersten Pluspunkt sammelt der Prism Mini dabei mit seinem rund 4,5 Zentimeter breiten Display, das bei jedem Preset farblich anzeigt, welche Effekte aktiviert sind. Einen weiteren Daumen nach oben gibt es für das Handling. Neben dem Volume-Regler sorgen zwei Elemente für die Steuerung der Sounds: Das größere „Parameter”-Endlos-Poti wählt durch Drehen die Sounds und Funktionen an, mit einem Druck wird der jeweilige Parameter aktiviert und kann dann entsprechend bearbeitet werden. Über den kleinen „Back”-Taster links daneben geht es einen Schritt zurück. Drückt man beide kurz zusammen, wird ein Stimmgerät aktiviert. Auch das ist klug gelöst.

Der Vollständigkeit halber seien hier noch die beiden weiteren Elemente der Oberseite erwähnt: Der Bluetooth-Taster aktiviert die namensgebende Verbindung, der „Global”-Taster aktiviert Grund-Settings wie die Eingangsempfindlichkeit oder die Helligkeit des Displays und dient darüber hinaus als An- und Ausschalter.

Wie bei vielen digitalen Alleskönnern gilt auch in diesem Fall, dass ein zweiseitiger Artikel nicht sämtliche Optionen erwähnen kann, denn dabei darf das Wesentliche nicht zu kurz kommen: das Musizieren. Einen Überblick über sämtliche Optionen liefert die Bedienungsanleitung. Wir konzentrieren uns in der Folge vor allem auf die Sounds und ihre Auswirkungen.

SOUNDS AB WERK

Mit zwei Mal 50 Presets, je einmal als Werks- und einmal als Benutzereinstellung, bietet der Prism Mini schon ab Werk jede Menge Sound-Optionen von Clean bis High Gain, zudem sind viele von ihnen kreativ benannt: Wie könnte wohl „I Want MTV”, Nr. 26, klingen? Genau, nach den Dire Straits, anno 1985. Oder „Disruption”, Preset 15: fetter Drive, etwas Hall und Echo, und dazu eine ordentliche Portion „Phaser”. Mit diesem Sound muss man sich sofort an ‚Eruption’ aus dem Jahr 1978 versuchen – zumindest, wenn man zu den Fans eines gewissen Eddie Van Halen gehört.

(Bild: Dieter Stork)

Direkt danach folgt „The Ledge” mit prickelnden Delays, das U2s ‚The Joshua Tree’ von 1987 aufleben lässt – allesamt Sounds, die einen sofort loslegen lassen wollen. Vor allem, wenn man dazu die Drum Machine ins Spiel bringt. Und genau darum geht es: Der Prism Mini bietet jede Menge Spaß, und mit einer solchen Motivation übt es sich gleich doppelt so gerne. Wenn man derartiges Jammen denn überhaupt als Üben bezeichnen mag. Und das waren jetzt nur drei Beispiele.

Auch viele der restlichen 47 Vorlagen können gefallen, etwa das massive „Rock Solo” auf Nummer 27 oder die Prince-Hommage „Purple End” bei Vorlage 4. Natürlich ist der eine oder andere Sound tendenziell etwas überfrachtet, aber das ist zum einen subjektiv und lässt sich zum anderen dank der simplen Bedienung schnell abändern. Mehr oder weniger Gain, ein anderer Amp, Flanger statt Tremolo? Derartige Fragen und Wünsche lassen sich – im wahrsten Sinne des Wortes – im Handumdrehen beantworten und realisieren. Die letzten fünf Presets sind übrigens für Bassisten reserviert. Die Reserven in diesem Register sind bei 1,5″-Lautsprechern natürlich überschaubar, aber auch hier lässt sich durchaus musizieren.

Und damit am Ende noch ein Wort zur Leistung: Natürlich bleiben 2 x 3 Watt aus einem derartig kompakten Gehäuse bei allem Entwicklungsgeschick eine überschaubare Leistung, und je nach Drive-Pegel gerät unser Proband bei rund ¾ der Maximal-Lautstärke an erste Grenzen, aber bis dahin können sich die Sounds durchweg hören lassen. Und es könnte ja auch sein, dass der Mini nur der Auftakt einer Serie wird. Mit seinen Specs und Klängen dürfte der Prism Gitarristen auch jenseits des reinen Solo-Übungs-Settings ansprechen. Mal sehen, was Laney hier in der Zukunft noch vorstellen wird. Es wäre jedenfalls zu schade, all diese Entwicklungen nicht auch in größere Formate zu packen.

RESÜMEE

Es ist schon erstaunlich, was die Technologie im Jahr 2026 möglich macht. Laneys Prism Mini steckt voller Sounds und Optionen und bietet sich mit seiner Größe, seiner Akkulaufzeit und dem geringen Gewicht als ständiger Begleiter für übungs- und spielwillige Gitarristen und Bassisten an. Ein weiterer Pluspunkt neben dem bei dieser Ausstattung niedrigen Preis ist die fast schon intuitive Bedienbarkeit, die den Umgang zum Kinderspiel werden lässt, ohne dass man sich zuvor durch eine Anleitung arbeiten muss.

(Bild: Dieter Stork)

Das beste Feature ist jedoch die Motivation, die das Gesamtpaket auslöst. Insofern trifft der Begriff „Übungsamp” den Kern nicht wirklich. Der Prism Mini ist vielmehr ein „Spaßamp”, denn bei den Möglichkeiten überwiegt ganz klar die Freude am Spiel – und das ist es, was einen weiterbringt.

Plus

  • Ausstattung
  • Soundpalette
  • Bedienung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Übersicht

Fabrikat Laney
Modell Prism Mini
Typ Portabler Mini-Amp mit Effekten und Zusatzoptionen
Endstufe 2 x 3 Watt
Lautsprecher 2 x 1,5″
Anschlüsse Input, Kopfhörer, USB
Regler Volume, Parameter
Schalter/Taster Back, Global/Power, Bluetooth
Speisung Akku, intern
Gewicht 519 g
Maße 170 x 110 x 80 mm (BHT)
Internet laney.co.uk
Preis (Street) ca. € 115

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2026)

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