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Guitar Guru: Ibanez und Hoyer

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Hast du Fragen zum Thema „alte und/oder merkwürdige Gitarren”? Wir beantworten sie auf dieser Seite. Monat für Monat. Diesmal geht es um eine Ibanez- und eine Hoyer-Gitarre.

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Vor ein paar Jahren habe ich diese alte Ibanez-E-Gitarre günstig von einem Freund bekommen. Meine Recherchen zum Typ und Alter der Gitarre blieben jedoch erfolglos. Ich vermute, dass es sich um eine Gibson-ES-355-Kopie aus den 70er-Jahren handeln könnte, habe aber genau dieses Modell nicht gefunden. Vermutlich ist der Stern beim Tonabnehmer-Umschalter nicht original. Außerdem wurde vor langer Zeit wohl der Hals neu angeleimt. Leider ist weder außen noch im Inneren eine Herstellernummer zu finden. Könntet ihr mir ein paar Informationen zu der Gitarre geben und einen ungefähren Wert nennen? -Thomas

Bei deiner Ibanez-Gitarre handelt es sich um das Modell 2457, das sowohl im Katalog von 1975 (mit Krönchen-Inlay auf der Kopfplatte) als auch im Katalog von 1976 (mit Ibanez-eigener Kopfplattenform) zu finden ist. Das bedeutet, dass deine Ibanez aus jener Übergangsphase stammt, in der Hoshino Gakki aufgrund des Rechtsstreits mit Gibson die Kopfplattenform anpassen musste. Deine Gitarre hat noch eine Open-Book-Kopfplatte, weshalb sie vor der Transition gebaut worden sein muss. Ich gehe von einem Baujahr 1975 oder 1976 aus.

Leider hat deine Gitarre schon ein paar Eingriffe erlebt: Wie du richtig bemerkt hast, ist der Stern um den Toggleswitch nicht original. Aber auch die Metallplatte um die Buchse und die Metallschienen um die untere Zarge sind nicht original. Vermutlich verbirgt sich darunter ein Zargenschaden. Auch die Pickupringe sind nicht original. Die originalen waren schwarz und etwas größer, weshalb auch die kleine Lücke zum Schlagbrett entstand.

Der Hals war auch schon einmal ab und wurde wieder angeleimt. Echte Profi-Gitarrenbauer und Restauratoren können das so machen, dass man es nicht mehr sieht, was hier jedoch nicht der Fall ist. Solange alles stabil ist, muss es dich ja nicht stören. Ich schätze den Marktpreis der Gitarre auf ca. € 500 – 700, ohne die Basteleien wäre mehr drin. Allerdings nimmt das Interesse an diesen alten japanischen Kopien seit Jahren ab, sodass man viel Geduld mitbringen müsste.

Diese Gitarre wurde vor ca. 30 Jahren von meiner Schwester für ihren Mann von einer Musiklehrerin in Gelsenkirchen für 160 DM gekauft. Der Papieraufkleber am Boden verrät: „Trade Mark Arnold Hoyer, 90 Years Quality, SN: 003773″.
Uns würde sehr interessieren, wie alt die Gitarre wirklich ist und welchen Wert sie hat. –Eva-Maria, Rainer und Hartmut

Bei eurer Gitarre handelt es sich um ein Thinline-Modell des westdeutschen Gitarrenbauers Arnold Hoyer. Der Aufkleber im Inneren mit der Aufschrift „90 Years…” wurde ab dem 90-jährigen Jubiläum der Firma im Jahr 1964 verwendet. Somit muss die Gitarre zwischen 1964 und 1974 gebaut worden sein. Zudem hat sie „Billy Lorento”-Pickups, die Hoyer ab 1966 vom Pickup-Hersteller Willi Lorenz Stich bezog. Wir können also von einem Baujahr Ende der 1960er- oder Anfang der 1970er-Jahre ausgehen.

Beim Modell handelt es sich höchstwahrscheinlich um „29(III)”. Viele Modelle gab es in mehreren Variationen, die sich in Details voneinander unterscheiden. Hoyer-Gitarren gelten in Fachkreisen als hochwertige Vertreter des deutschen Gitarrenbaus jener Zeit und müssen sich qualitativ hinter den Giganten Framus und Höfner nicht verstecken – im Gegenteil!

Allerdings ist die Nachfrage nicht besonders hoch, da derartige Gitarren nur noch in „Nerd-Kreisen” bekannt und gesucht sind. Wenn man einen angemessenen Preis von irgendwo zwischen € 600 – 1000 erzielen möchte, muss man Geduld mitbringen und die Gitarre unbedingt international anbieten und nicht nur auf den Kleinanzeigen in Deutschland „zur Abholung” stellen. Alternativ kann man sie etwas günstiger an einen Händler geben, der sie restauriert und die entsprechenden Vertriebsmöglichkeiten hat.

guru@gitarrebass.de

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2026)

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