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Test: Three Bananas Excelsior Deluxe 35 Watt Tube Head

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(Bild: Dieter Stork)

In Ausgabe 1/2024 hatte ich bereits den Three Bananas Galaktopus auf der Testbank. Mittlerweile hat Mastermind Raphael Heikenfeld aus Bottrop sein Portfolio um einen puristischen Vollröhren-Amp erweitert: den Excelsior Deluxe mit 35 Watt Leistung, einem Kanal, Tremolo-Effekt, analogem Reverb und Master-Volume. Damit besteht die Produktpalette des deutschen Herstellers nun aus Beausonic, Galaktopus und Excelsior Deluxe.

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Three Bananas macht keinen Hehl daraus, in welcher Liga hier gespielt werden soll. Der Excelsior Deluxe soll demnach im selben Regal stehen wie einige der von vielen verehrten US-amerikanischen Boutique-Amps. Three Bananas Amps sind hingegen „Made in Europe“ – in der heutigen Zeit ist das vor dem Hintergrund europäischer Souveränität durchaus auch ein Thema.

Raphael Heikenfelds Vision für den Excelsior Deluxe war es, einen sehr hochwertigen, einkanaligen Amp mit geringer, aber ausreichender Leistung für Bandsettings und Live-Gigs zu entwickeln. Als Basis dienten das Endstufendesign seines Beausonics und der Clean-Kanal des Galaktopus, der für den Excelsior Deluxe noch „feingetunt“ wurde.

Three Bananas hatte auch kurz in das Thema „Power-Scaling“ investiert, aber sich letztlich für eine „Ein-Regler-Master-Volume“- Lösung entschieden. In der Folge wurde der Regelweg des Master-Volumes so optimiert, dass der Amp auch bei geringen Lautstärken detailliert und feinfühlig reagieren soll.

Da der Beausonic in der Endstufe bereits mit einem Auto-Bias arbeitet, war es nur folgerichtig, dieses Feature auch im Excelsior Deluxe zu übernehmen. Das bedeutet, dass der Amp sowohl mit EL34- als auch mit 6L6-Endröhren betrieben werden kann.

Die notwendigen Anpassungen übernimmt das Auto-Bias dann selbstständig. Klasse, dass Three Bananas einen Satz 6L6GC von TAD mitliefert. Ab Werk sind beim Testgerät EL34 verbaut.

AUFBAU

Der Excelsior Deluxe präsentiert sich mit einem edlen schwarzgrauen Look und kompakten Maßen. Das technische Konzept ist puristisch und auf Ton fokussiert. Neben der Input-Buchse vorne befinden sich die Regler Volume, Bass, Middle und Treble.

Per Mini-Schalter kann zudem eine Feinabstimmung in den Höhen zwischen Bright 1, Bright Off und Bright 2 vorgenommen werden. Schließlich folgt ein Mini-Schalter mit der Beschriftung Sensitivity, mit dem zwischen den Einstellungen Norm und Dyna gewählt werden kann. Hier wird die Ansprache der Vorstufe in Bezug auf Kompression bestimmt.

Norm hat im Vergleich mehr Kompression und Dyna verhält sich direkter. Die Master-Sektion besteht aus Master-Volume und Bite, das auch Presence hätte heißen können. Daneben wird der Amp per Schalter aus dem Standby geholt.

(Bild: Dieter Stork)

Auf der Rückseite befinden sich eine Netzbuchse, ein Power-Schalter, fünf Speaker-Buchsen (1x 16 Ohm, 2x 16 Ohm / 1x 8 Ohm, 2x 8 Ohm / 1x 4 Ohm) sowie ein Stereoklinkenanschluss für den mitgelieferten Fußschalter zur Steuerung der Effektsektion. Einen Effektweg bietet das Serienmodell nicht, kann aber als Sonderwunsch integriert werden.

ANALOGE EFFEKTE

Das einkanalige Sounddesign des Excelsior Deluxe wird durch zwei analog betriebene Effekte ergänzt. Es kommen also keine DSP-emulierten Effekte zum Einsatz, sondern eine Hallspirale und ein röhrengetriebenes Tremolo, welches die Bias-Spannung der Endstufenröhren moduliert.

Die Effekte lassen sich wahlweise über den mitgelieferten Fußschalter oder frontseitig durch Mini-Schalter schalten. Der Hall (Reverb) lässt sich in den Einstellungen Drive und Level regeln. Mit Drive lässt sich festlegen, wie viel Signal dem Effekt zugeführt wird.

Bei hohen Einstellungen kann dies zu schönen, gesättigten Ergebnissen führen. Level regelt den Effektanteil im Signalweg. Zudem gibt es die Reverb-Tone-Voreinstellungen Mellow, Normal und Bright. Hier kann entsprechend eine Dämpfung oder Anhebung der Höhen im Hall vorgenommen werden. Das Tremolo verfügt über die typischen Einstellungs-Parameter Intensity und Speed.

INNEN

Der Excelsior Deluxe wird mit selektierten Röhren von TAD ausgeliefert. In der Vorstufe sind je eine 5751, 12BH7 und 12AX7 verbaut. Die 5751 in der V1-Position ist besonders für Fender-Style-Amps geeignet.

Im Vergleich zeichnet sie sich durch weniger Gain, reichlich Wärme und eine präzise Ansprache aus. In der Endstufe arbeiten eine 12AT7 als Treibröhre sowie wahlweise zwei EL34 oder 6L6GC (alternativ auch 5881WXT). Dank Auto-Bias kann hier munter experimentiert werden.

Für den Excelsior Deluxe hat Raphael Heikenfeld übrigens erstmals die Trafos (Netztrafo, Ausgangsübertrager und Drossel) allesamt nach eigenen Spezifikationen fertigen lassen.

Mit vier Schrauben kann man den Amp aus dem Chassis ausbauen. Ein Blick ins Innere zeigt: Three Bananas erhebt den Anspruch, Verstärker mit ausgesuchten, hochwertigsten Bauteilen zu fertigen. Wie bei den anderen 3-Bananas-Modellen kommt für die Hauptplatine im Inneren das Turret-Hybrid-Design nach NASA-Spezifikationen (NASA-STD-8739.3) zum Einsatz. Die Verarbeitungsqualität, die Auswahl der Komponenten und die Anmutung sind absolut makellos. Top!

SOUND

Los geht es mit allen Reglern auf 12 Uhr. Potzblitz! Aus meiner 1×12-Box kommt ein kräftiges Klangfundament mit machtvollem Ton. Das klingt größer, als man bei 35 Watt vielleicht erst einmal vermuten würde.

Die Grundfärbung erinnert irgendwie an die alten amerikanischen Klassiker, hat dabei aber eine eigene Note, die ganz hervorragend klingt. Mit den verschiedenen Schaltern und der sehr effektiven Klangregelung lässt sich der Sound dann wunderbar formen. Sei es eher direkt und klar oder warm und bauchig.

Über den Dreifach-Bright-Schalter und die Normal-/Dynamik-Schaltung lassen sich unzählige Nuancen einstellen. Damit gelingt auch die perfekte Einstellung für unterschiedliche Gitarren. Sei es Single-Cut mit Humbuckern, Strat, Tele oder Semi-Akustik.

In puncto Gain geht der Excelsior Deluxe – je nach Pickup – bei Vollanschlag in den Breakup bzw. leichten Crunch. Das lässt den Amp schön schmatzen und macht noch mehr Spaß. Die primäre Werksbestückung mit EL34-Endröhren ist klanglich nicht von der Hand zu weisen.

(Bild: Dieter Stork)

Die Bässe wirken straff und es gibt eine Präsenz in den oberen Frequenzen – gerade, wenn man die 35 Watt voll ausreizt. Übrigens: Das ist dann auch schon eine konkrete Lautstärke. Allemal ausreichend, um auf der Bühne oder im Proberaum souverän zu bestehen. Aber auch in moderaten Lautstärken verliert der Excelsior Deluxe nicht seinen Glanz.

Das ist beeindruckend, und die Abstimmung des Master-Volumes ist, wie man sieht, ganz ausgezeichnet gelungen. Schalten wir nun die Hallspirale hinzu. Ja, das gefällt! Dabei mutet der Halleffekt eher wie ein Studiohall an als wie eine Replik eines klassischen Spring-Reverb.

Fährt man den Effekt mit Drive auch mal etwas härter an, gelingen schöne gesättigte Sounds, die eine echte Bereicherung des Klangbildes darstellen. Dazu noch ein Einwurf: Die Hallspirale ist im Gehäuse oberseitig montiert und voll gekapselt, um sie so weit wie möglich vor Einstreuungen abzuschirmen.

Die Stellung des Reverb-Drive-Reglers hat im Betrieb keinen Einfluss auf die Nebengeräusche, der Level-Regler hingegen schon. Bei recht hohen Einstellungen nehmen leichte Nebengeräusche zu. Allerdings ist man dann auch schon in sehr effektintensiven Einstellungen unterwegs.

Das Bias-Tremolo ist ebenfalls sehr gut gelungen und liefert eher gemäßigte als harte Modulationen. Es klingt auch bei langsamen Einstellungen mit genügend Intensität und ist ein weiterer Pluspunkt des Excelsior Deluxe.

Wie sieht es mit dem Amp als Pedalplattform aus? Das ist elementar für das Konzept dieses Einkanalers. Dazu schließe ich mein umfangreiches Pedalboard an. Dort kommen diverse Overdrive- bzw. Gain-Pedale und auch Delays zum Einsatz.

Das Ergebnis ist erstklassig, denn der Excelsior Deluxe reagiert äußerst positiv auf externe Booster oder Overdrives. Egal, ob man Crunch oder britischen Distortion hinzufügt, es ertönt dynamisch, authentisch, frisch und vor allem wie aus einem Guss. Das Fehlen eines Einschleifwegs ist dabei überhaupt nicht nennenswert, denn auch Delays funktionieren im Clean- oder leicht im Break-Up stehenden Excelsior Deluxe ausgezeichnet.

Und wer unbedingt einen Effektweg haben möchte, kann diesen ja auch optional bekommen. Wichtig: Sofern ein Einschleifweg vorhanden ist, läuft die Hallspirale dazu parallel.

Cleane Amps als Pedalplattform sind mittlerweile ein etablierter Ansatz. Ich kann dazu nur sagen: Hut ab! Das klingt hier wirklich klasse. Der Excelsior bietet als Plattform die nötige Dreidimensionalität im Ton, um so etwas mit hohem Anspruch zu bewerkstelligen.

Zu guter Letzt sollen auch die mitgelieferten TAD 6L6GC in der Endstufe ihren Dienst verrichten. Der Tausch geht fix und das Auto-Bias sorgt für entsprechende Anpassung. Erwartungsgemäß verändert sich der Sound.

Mit den EL34 war er bissiger in den Höhen und straffer in den Bässen. Die 6L6GC hingegen verleihen einen wärmeren, in den Höhen geschmeidigeren und runderen Ton sowie mehr Volumen in den Bässen. Dabei sind die Bässe nicht mehr so präzise wie zuvor, sondern etwas „schlabbriger“ im musikalischen Sinne.

Zubehör (Bild: Dieter Stork)

Das ist definitiv näher an den alten Vintage-Amps, was auch nicht verwunderlich ist. Dennoch gilt: Der Excelsior Deluxe ist kein Replikat, sondern transportiert seine eigene Note. Auch mit den 6L6GC-Endröhren steht der Ton wie eine Eins und es wird immer eine souveräne Autorität im Ton vermittelt.

Letztlich bleibt die Wahl der Endröhren Geschmackssache. Auf jeden Fall klasse, dass 3 Bananas diese Option anbietet. Denn gerade als Pedalplattform mit den entsprechenden externen Geräten vor dem Amp, lässt sich mit diesen Optionen sowie den Anpassungen über die Mini-Schalter doch nahezu jede Couleur verwirklichen, selbst aggressives Riffing ist mit entsprechenden Pedals und zum Beispiel bei EL34-Bestückung möglich.

RESÜMEE

Raphael Maria Heikenfeld von 3 Bananas hat nicht zu hoch gepokert, wenn er seinen Excelsior Deluxe auf Augenhöhe mit der US-amerikanischen Boutique-Konkurrenz sieht. Das geradlinige, puristische Konzept dieses Einkanalers liefert Ton in Hülle und Fülle, lässt sich flexibel formen und überzeugt mit klanglicher Souveränität und Autorität.

Ist es ein Fender-Klon? Nein. Inspiriert davon? Ja. Wie schon der Galaktopus transportiert der Excelsior Deluxe eine eigene Sound-DNA, die sehr zu gefallen weiß und hinreichend flexibel gestaltbar ist, um „seinen“ Sound zu finden.

Die Boutique-Konkurrenz aus Übersee reißt bei vergleichbaren Produkten ein größeres Loch ins Portemonnaie – die Tatsache, dass man die gestiegenen Kosten für Bauteile und die Kleinserienfertigung berücksichtigen muss, macht den Preis des Excelsior Deluxe umso gerechtfertigter.

Die Verarbeitung ist erstklassig, er fungiert als exzellente Pedalplattform, hat erstklassige (nicht digitale) Hall- und Tremolo-Effekte an Bord, leistet völlig ausreichende 35 Watt und klingt auch in moderater Lautstärke überzeugend. Die Tatsache, dass man zwischen EL34- bzw. 6L6GC-Endröhren dank Auto-Bias wählen kann, verbreitert das klangliche Spektrum zusätzlich.

Plus

● Puristisches Konzept
● Sound
● Hervorragende Pedal-Plattform
● Verarbeitungsqualität
● Effektsektion

Übersicht

Fabrikat Three Bananas Amplification
Herkunftsland Deutschland
Modell Excelsior Deluxe
Typ Vollröhrentopteil
Leistung 35 Watt
Bedienfeld Front: 10 Potis, 5 Minischalter; Standby-Schalter (Operate) Rückseite: 6 x Klinkenbuchsen, Power-Schalter
Anschlüsse Input, Speaker-Outs, Fußschalter, Netzanschluss
Lieferumfang inkl. Fußschalter und Kabel, 2 x TAD 6L6GC Endröhren (optional)
Gewicht 13,1 kg
Größe 51,5 x 23 x 28 cm
Internet threebananasamps.com
Preis € 2950

(erschienen in Gitarre & Bass 04/2026)

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