Eine Verbeugung vor dem historischen Entwurf mit dem Willen und Können zur Verfeinerung

Baronesse von Brett: Baron Elektrogitarren Modell T

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(Bild: Dieter Stork)

Wenn der für immense Detailversessenheit bekannte Gitarren-Designer Oliver Baron mit seiner höchst eigenen, über lange Zeit austarierten Interpretation der Mutter aller Electrics herauskommt, dann darf man durchaus gespannt sein.

In seinen Designs Modell 1 und Modell 2 bündelte Oliver Baron all seine Erfahrungen, um die aus seiner Sicht kompromisslos beste Gitarre zu bauen. Da gab es für ihn keinen Verhandlungsspielraum. Mit seiner neuen Linie unter dem Namen Modell T geht er die Sache wieder deutlich offener an, da es sich dabei doch sowieso um eine modulare Bauweise mit austauschbaren Komponenten handelt.

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Oliver würde seinem adeligen Namen aber nicht gerecht werden, ginge er den profanen Weg des ideenlosen Kopierers. Natürlich hat er sich wieder einen Kopf gemacht, alle Details auf ihre Funktion und Wechselwirkung gründlich unter die Lupe genommen und dazu noch eine eigene Reihe von natürlich handgewickelten T-Style-Pickups entwickelt, die auch einzeln erhältlich sind. Nun, jetzt ist es also da, sein Modell T!

DIE REZEPTUR

Oliver sagt Ja zum Mettbrötchen: „Selbst wenn du an die raffinierteste Küche gewöhnt bist, hast du manchmal Lust auf etwas Einfaches und Bodenständiges. Wie bei allen einfachen Rezepten ist die Qualität der Zutaten entscheidend.“ Nun, Appetit kommt beim Essen, und daran fehlt es ja keineswegs.

Ausgangspunkt der Überlegungen unseres Protagonisten für eine zeitgemäße Interpretation der ikonischen, kalifornischen Electric war zunächst der forschende Blick zurück auf die frühen Prototypen der Telecaster aus den späten 40er-Jahren, für die Pine (Kiefer) als Korpusmaterial Verwendung fand. Das Holz (erhältlich bei Baron in Regular oder Roasted) ist resonanzstark und leicht, womit sich das Modell T prinzipiell unter 3 kg halten lässt.

Korpus aus Kiefer wie bei Fenders Prototypen (Bild: Dieter Stork)

Alternativ ist das ebenfalls leichte Okumé erhältlich, das klanglich einen Hauch von „50s Junior-Vibe“ vermitteln will. Neben leichteren Hölzern soll eine stabilere Hals-Korpus-Verbindung, eine optimierte Geometrie des Griffbretts und speziell angepasste und von Hand gewickelte Pickups für direkteres Ansprechverhalten, komfortablere Handhabung und souveränes Tonverhalten sorgen.

Die Details: Das Testmodell verfügt über einen 4,4 cm starken Korpus aus mittig zweiteilig gefügtem, thermobehandeltem Kiefernholz. Formal prinzipiell nah am Vorbild, also ebenfalls keinerlei Body-Konturen, ist lediglich eine etwas tiefere Auskehlung der oberen Schulter innen zu bemerken. Die samtige Versiegelung mit Hartwachsöl fühlt sich gut an und bringt die Holzmaserung optimal zur Geltung. Für den klassischen Look sorgt ein schwarzes Pickguard aus 1,5 mm starkem Bakelit.

Ahornhals (maple cap neck) mit Soft-V-Profil (Bild: Dieter Stork)

Dem Hals mit Soft-V-Profil und einer Sattelbreite von gut 42 mm aus Europäischem Soft Maple wurde ein Griffbrett aus American Hard Maple mit modernem 12″-Radius aufgesetzt. Optional ist auch geräucherte Eiche (Smoked Oak) möglich. Die 22 mittelstarken Bünde (Wagner 9665) erweisen sich als vorbildlich verarbeitet und sorgfältig kantenrund abgeglichen. Von den 6-in-Reihe montierten Gotoh-SD-90-Nickel-Mechaniken auf dem traditionell parallel nach hinten versetztem Kopf mit gefrästem Baron-Logo werden die Saiten über einen schmalen Knochensattel mit 64,5-cm-Mensur hinüber zur US-gefertigten Bridge von Crazy Parts geführt.

Die untere Kante der Bridge wurde abgefräst und behindert nicht das Spiel. Das Pickup-Set ist handgewickelt und abgestimmt. (Bild: Dieter Stork)

Deren Stahl-Baseplate von etwas größerer Materialstärke als Standard zeigt unten vorn eine Aussparung, was den Spielkomfort, nicht nur für Fingerpickings, verbessert. Montiert sind darauf längenkompensierte Brass-Saddles von Gotoh.

Als Hals-Korpus-Verbindung finden wir Gewindeeinsätze im Hals, kombiniert mit Edelstahlschrauben, was für optimale Schwingungsübertragung sorgen soll und die Verbindung auch deutlich langlebiger macht, selbst wenn der Hals häufiger abgenommen werden sollte. Die präzise Halsausrichtung wird von einem leichten, klassischen One-Way-Trussrod unterstützt.

Elektrik: Oliver Baron hat für sein Modell T mehrere Sätze von Pickups mit differierender Charakteristik entworfen. Verbaut ist beim Testmodell das Classic ’54 Set (alternativ wählbare Sets: Dark ’49, Honey ’51, Wild Card). Zur Kontrolle finden wir ganz klassisch den auf Platte gesetzten 3-Weg-PU-Schalter mit Volume- und Tone-Reglern.

Das Modell T legt Zeugnis ab für die außerordentliche, handwerkliche Passion, mit der Oliver Baron seinem Handwerk nachgeht. Die Liebe für jedes Detail ist unverkennbar, die technische Ausführung von höchster Präzision geprägt.

Handling, Sound und Resümee auf Seite 2

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