Workshop

Slide Guitar: Steel Blues

Slide Guitar FenderJetzt geht’s richtig los! Zum Einstieg in das Lapsteel-Spiel gibt es einen kleinen Blues, in dem du die ersten typischen Licks und Positionen kennenlernen wirst.

Akkordschema

Der Steel-Blues läuft über einen Shuffle Blues in C, der nach dem Standard-Blues- Schema funktioniert. Die Akkordfolge sieht so aus:

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C7 | C7 | C7 | C7 |

F7 | F7 | C7 | C7 |

G7 | F7 | C7 | G7 |

Tuning+ Akkorde

Der Steel-Guitar-Part in Beispiel 1 ist im C6-Tuning gespielt, das schon in der letzten Workshop-Folge vorgestellt wurde. Für alle, die sie verpasst haben, hier nochmal die Stimmung:

C E G A C E

Slide Guitar Beispiel 1

Das Tuning klingt weniger rotzig und dreckig als die typischen E- und G-Tunings, die man von der regulären Slide-Gitarre kennt. Stattdessen hat es einen leicht exotischen, fast jazzigen Sound und bietet sowohl einen Dur- (auf den unteren drei Saiten) als auch einen Moll-Dreiklang (auf den hohen Saiten).

Spielt man alle sechs Saiten gleichzeitig, erhält man einen C6-Akkord, der sofort an Hawaii-Filme oder Old-School-Country erinnert. In Beispiel 2 siehst du diesen Akkord in den drei Stufen des Blues-Schemas. Wie auch in der offenen E- und G-Stimmung findest du die erste Stufe am 12. Bund, die vierte am 5. Bund und die fünfte am 7. Bund. Als Alternative kannst du einen reduzierten Septakkord verwenden, der auf die Terz verzichtet. Die erste Stufe liegt dann am 3. Bund, die vierte am 8. Bund und die fünfte am 10. Bund.  Am besten probierst du den Klang dieser Akkorde mal über den Backing-Track unten aus. Wechselt man zwischen den verschiedenen Voicings hin und her, ergeben sich einige gut klingende Begleitvarianten.Slide Guitar Beispiel 2

Das Solo

Der Großteil der Sololicks ergibt sich aus dem Umspielen der zwei genannten Akkordpositionen. Am Anfang steht ein kleines Lick, das auf dem Durdreiklang basiert und einfach auf die Akkorde C und F verschoben wird. In Takt 7 wechsele ich dann auf den verkürzten Septakkord. Für G und F kehre ich dann in die Position des Sextakkords zurück. Am Schluss des ersten Chorus befinde ich mich wieder in der dritten Lage und stelle den Akkordwechsel vom C zum G dar, indem ich auf dem Grundton der 5. Stufe ende.

Der zweite Durchgang beginnt mit einer Melodie im unteren Register auf der C-Saite, die von einem Duane-Allman-Lick beantwortet wird, das ich dir schon mal in der E- und G-Stimmung gezeigt hatte – ich hoffe du erinnerst dich noch.

Anschließend wechsle ich für den F7 wieder in die Sept-Lage, die auch für den G7 zum Einsatz kommt. Beendet wird das Solo mit dem vollen C6-Akkord, der einen Halbton tiefer angesteuert wird – ein Klischee- Steelgitarren-Ending, das du dir schon mal merken kannst. Für die rechte Hand verwende ich eine Kombination aus Plektrum, Mittel- und Ringfinger – das typische Hybrid-Picking, das man auch von der Country-Gitarre her kennt. Damit kann man auch gut die nicht gespielten Saiten abdämpfen, um die Melodie klar und ohne Nebengeräusche klingen zu lassen.

Ich hoffe, der Steel-Blues ermöglicht dir einen ersten Einstieg in die Lapsteel-Technik. In der nächsten Folge beschäftigen wir uns dann etwas mit dem harmonischen Background – Akkorden und Skalen – und typischen Positionen zum Solospiel. Weitere Anregungen, Wünsche und Kritik kannst du wie immer unter martin@theincredible-mr-smith.com loswerden.

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(Aus Gitarre & Bass 06/2018)

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