Parts Lounge: Physik contra Gitarrenbau

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Stratocasters klingen hell, Les Pauls dunkel. Aber ist das schon alles? (Bild: Udo Pipper)

Nach meinem kurzen Abriss der Forums-Diskussion der Super-Gain-YouTuber/Podcaster aus München über die relevanten Zutaten einer E-Gitarre für deren Klangqualitäten, möchte ich in dieser Ausgabe genauer auf die Diskrepanzen in unseren Anschauungen zu diesem Thema eingehen.

Dazu wäre es wichtig, zu beschreiben, was die Musikwissenschaften dazu sagen, und wie diese Erkenntnisse mit den physikalischen Wissenschaften zu vereinbaren wären.

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Es ist ein Phänomen unserer Zeit, dass ästhetische Diskussionen stets ins Metaphysiche verortet werden. Im Netz liest sich das heute so, als gäbe es da ein paar „Spinner“, für die Glaube mehr zählt als eine belegbare Wahrheit. Auch Professor Zollner lässt es sich nicht nehmen, mit einer gewissen Polemik aufzuwarten und dann auch mal ordentlich auszuteilen, wobei er nicht selten auch persönlich wird. Solche Dinge gehören wahrlich nicht in eine sonst vielleicht gut gegliederte Wissenschaftsarbeit.

Es stehen Vorwürfe im Raum, Hersteller wollten mit geschickter psychologischer Trickserei den leichtgläubigen Konsumenten das Geld aus der Tasche ziehen. Das ist schon manchmal harter Tobak … aber sei‘s drum. Kehren wir zurück zum eigentlichen Thema.

(Bild: Udo Pipper)

PHYSIK CONTRA GITARRENBAU … TEIL 2

Was macht nun eigentlich eine Gitarre gut? Und wo liegen eventuelle Defizite?

Vor zwei Jahren wurde ich von unserem ehemaligen Chefredakteur und Verleger Dieter Roesberg zum mehrtägigen Workshop in die Toskana geladen, um genau darüber Vorträge zu halten. Mein Workshop-Partner war kein anderer als Peter Weihe, Deutschlands Studio-Legende, Ausnahmegitarrist, Produzent und langjähriger Professor (seit 1982) des Pop-Kurses in Hamburg und Hannover. Ich kannte Peter zwar schon ein bisschen, war aber auf die Qualität seiner Vorträge kaum vorbereitet.

Nicht nur, dass er mit einem Siebeneinhalb-Tonner voller Equipment anreiste und in dem hübschen, toskanischen Ambiente praktisch ein komplettes Gitarren-Tonstudio aufbaute, sondern vor allem seine messerscharfen Kompetenzen in Sachen Gitarren-Kunst und Gitarren-Ton.

Genau wie bei mir war seine „musikalische Grundausbildung“ die Live-Bühne, erst mit der Schülerband, dann in einem Top-40-Ensemble und schließlich in zahlreichen Tonstudios auf der ganzen Welt. Er blickte nun auf knapp fünfzig Jahre zurück, in denen er alle Höhen und Tiefen des Musikbusiness durchlebt hatte und vor allem an der schweren Aufgabe, gute Gitarrenklänge für alle möglichen Genres abzuliefern, gewachsen ist. Ein Jahr zuvor hatte ich mit Carl Carlton einen ähnlich schwergewichtigen Partner zur Seite.

Für beide spielte in ihren Vorträgen auch die Physik eine bestimmte Rolle, nämlich vor allem dann, wenn es um die Technik im Tonstudio ging. Digital oder doch lieber analog? Plug-ins oder Hardware-Effekt-Ketten? Live einspielen oder Track by Track?

Und immer hieß die Antwort: „Es kommt darauf an“. Der Stoff, der die musikalische Welt im Innersten zusammenhält, heißt Emotion. Um hier gewisse Höhen zu erreichen, ist Ernsthaftigkeit bei dem, was man tut, wichtig. Das bedeutet auch, anderen gut zuzuhören und von ihnen zu lernen. Das kann natürlich an einer Hochschule geschehen, aber auch durch die Sammlung zahlreicher Erfahrungen.

Schmeckt mein Essen etwa nicht, weil ich kein staatlich geprüfter Ernährungswissenschaftler bin? Ist ein weltberühmter Schauspieler schlecht, wenn er nie auf einer Schauspielschule war?

Benjamin von Stuckrad-Barre etwa schreibt: „Das Problem ist die Eindeutigkeit. Eindeutigkeit ist das Gegenteil von Kunst.“

Warum also lässt man das nicht einfach mal so stehen? Peter Weihe demonstrierte damals in seinen Vorträgen äußerst anschaulich, was damit gemeint sein kann. Mal musste er auf programmierte Beats exakte Achtel spielen, mal verstimmte er absichtlich seine Gitarre und schickte sie durch einen billigen Verzerrer, damit sie möglichst „wütend“ und sloppy klang. So etwa bei der Produktion der Filmmusik für die Frauenknast-Band ‚Bandits‘.

Peter Weihe beim Workshop in der Toskana mit großer Ausrüstung. (Bild: Udo Pipper)

Mal trommelte sein langjähriger Studio-Partner Curt Cress auf den edelsten und perfekt gestimmten Drum-Sets, und mal passte eben ein Kochlöffel, den man aufeinen Pappkarton schlug. Es kommt eben darauf an … Und eindeutig ist hier schon mal gar nichts.

Aber es kam auch heraus, dass sowohl Carlton als auch Weihe bestimmte technische Voraussetzungen als großen Vorteil für die Musikerkarriere herausstellten. So nach dem Motto: „You have to know the rules, before you can break them.“ Und das natürlich auch hinsichtlich ihrer kreativen und ästhetischen Fähigkeiten.

Wenn ich in meiner Laufbahn als Journalist amerikanische Musiker interviewt habe, sprachen diese niemals von den technischen Fähigkeiten anderer Musiker. Es hieß immer nur: Der oder der habe einen guten Ton. Der Ton macht die Musik. Und Peter Weihe und Carl Carlton haben beide einen sehr guten Ton.

War der nun abhängig von dem Holz, den Pickups oder der Hardware einer bestimmten E-Gitarre? Und wieder hörte ich beide sagen: „Es kommt darauf an.“ Und genau das ist es, wonach die Gitarrenbauer Stefan Zirner und André Waldenmaier im Podium argumentieren. Sie haben eben Kunden mit bestimmten Wünschen. Und diese gilt es zu erfüllen.

Auf welche Weise man das erreicht, interessiert die meisten Kunden gar nicht. Es kommt eben darauf an, dass der Kunde am Ende zufrieden ist. Daher sind alle sogenannten Blindtests so unsinnig. Denn es geht gar nicht um den Zuhörer, sondern ausschließlich um den Spieler. Nur er urteilt, weil ja nur er seine persönlichen Vorlieben kennt.

In der Hauptsache repariere und restauriere ich Röhrenverstärker, aber es kommen auch immer mehr Musiker mit ihren Instrumenten zu mir. Vielleicht, weil ich ihnen zuhöre und bisweilen die gleiche semantische Ausdrucksweise habe. Es geht dann meistens darum, einen vermeintlichen Mangel an einem Instrument zu beheben.

Und natürlich muss ich dann auch zunächst einmal messen. Gibt es da irgendwo Auffälligkeiten oder Mängel, die zu beheben sind? Diese lassen sich bei fast jeder Gitarre ausmachen und teilweise auch beheben. Es kommt dann eben nur darauf an, wie aufwendig das sein mag. Gerade bei wertvollen Vintage-Instrumenten kann man da nicht mal eben Teile austauschen. Da muss man kreativ sein.

PHYSIK TRIFFT INTUITION

Auch hier kommt wieder Professor Zollner ins Spiel. Natürlich untersucht man dann, ob irgendwo Kapazitäten in der Elektronik danebenliegen, Pickups zu stark oder zu schwach sind, und vielleicht ungewollte Fugenwiderstände die Mechanik des Instruments schwächen. Am Ende geht es dann aber immer auch um die Klangfarben.

Letztlich macht die Farbe die Musik. Die Klangfarben lassen uns etwa zwischen einer Stratocaster oder einer Les Paul unterscheiden. Semantisch vollkommen entschlackt, könnte man den Sound einer Stratocaster als hell und den einer Les Paul als eher mittig und dunkel beschreiben. Und das wäre dann schon alles.

Danach geht es buchstäblich ans Eingemachte. Und auch hier verlieren wir leider jeden Anspruch auf semantische Eindeutigkeit. Über den Klassik-Partituren, die ich während meines Studiums lesen musste, standen beispielsweise von den Komponisten ursprünglich verfasste Hinweise wie „lebhaft, aber nicht zu sehr“, „tragend“ oder „beschwingt“. Nur, was sollte das heißen?

Heute sind weniger semantisch „scharfsinnige“ Ausdrücke offenbar beliebter. Larry Carlton erzählte mir etwa von dem Versuch, neue Pickups in seine berühmte ES335 einzubauen, aber: „They sounded like shit.“ Oder was meinte Robben Ford, als er mir begeistert vorschwärmte: „ … when it comes to electric guitars, it all happens in the mid response.“

Pickups messen sich mitunter nahezu gleich, klingen aber dann doch grundverschieden. (Bild: Udo Pipper)

Doch welche Mitten? 800 Hertz, 620 oder doch lieber 500? Oder von allem ein bisschen? Ist Mahagoni wirklich das Holz, das eher 800 Hertz oder 620 unterstützt? Oder eher Swamp-Ash? Man begreift schnell, dass es von diesem Punkt an sehr, sehr schwammig wird.

Die viel zitierte Magic bestimmter Instrumente ist immer emergent. Sie ist viel mehr als die Summe ihrer Teile. Sie ist nur durch zufällige Gegebenheiten oder die nachträgliche Abstimmung eines besonders kreativen Technikers zu erreichen.

Vor etwa 25 Jahren war ich auf der IFA-Messe in Berlin. Dort besuchte ich damals als HiFi-Redakteur den Stand von McLaren, damals neben dem Engagement im Formel 1-Rennzirkus auch ein berühmter Hersteller von hochwertigen HiFi-Komponenten. Die Ausstellung schmückte der damalige Formel 1-Bolide von Mika Häkkinen.

Ich fragte, ob ich mich mal in das Auto setzen dürfte. Man sagte mir, dass das nach 18:00 Uhr, wenn die Tore der Messehallen geschlossen hätten, durchaus möglich sei. Gesagt, getan.

Danach lud man mich zum Essen ein. Neben mir saß einer der Chef-Techniker dieses Fahrzeugs. Ich fragte ihn beim Essen, was an dem Auto das Besondere wäre und warum Häkkinen damit so viel schneller wäre als seine Konkurrenten.

Er lachte und sagte: „Heute verfügen alle Teams über die gleiche Technik.“ Die Fahrzeuge seien im Prinzip alle gleich gut und gleich schnell. Der Unterschied liege in der semantischen Kommunikation zwischen dem Fahrer und dem Cheftechniker.

Gelingt es dem Fahrer, diesem genau zu beschreiben, wie sich das Fahrzeug auf einem bestimmten Kurs, auf den Geraden und in den Kurven verhält, schafft der Techniker, meist nur aus der Intuition heraus, das Auto stabiler und schneller zu machen, oder eben nicht. Wir ändern dann meist an einigen Stellschrauben im ganz geringen Bereich die Drehmomente bestimmter Verbindungen. Und hier hilft keine Physik mehr, sondern nur noch die Intuition des Mechanikers: „Here is the point, where the magic happens.“ Es geht weiter und es bleibt spannend!

(erschienen in Gitarre & Bass 04/2026)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Super geschrieben. Hat meine volle Zustimmung!

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    1. Da geh ich voll mit. Auch wenn Prof. Zollner in vielen Dingen recht hat, eines darf man nicht vergessen: Nicht alles was messbar ist, ist hörbar und nicht alles, was hörbar ist, ist messbar.

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      1. Das Gegenteil ist der Fall: Alles was hörbar ist, ist auch messbar aber nicht alles was messbar ist, ist hörbar. Unser Ohr ist ein denkbar schlechtes Messinstrument.

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        1. “Alles was hörbar ist, ist auch messbar aber nicht alles was messbar ist, ist hörbar. Unser Ohr ist ein denkbar schlechtes Messinstrument.”
          Sehr richtig.
          Messen kann man sehr viel mehr als das beschränkte Gehör hören kann.

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        2. Die Erkenntnisse aus der Physik sind durchaus nutzbar. Die Art und Weise hat mich etwas vor den Kopf gestoßen. Bei Stradivaris hat man mit der Resonanzvermessung der Instrumente durchaus Erfolge . Eine Vermessung der überragenden Instrumente und Verstärker mit all ihren parasitären Eigenschaften würde sicher auch belegen warum viele erfahrene Instrumentenbauer und Amptechniker vieles richtig machen.

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  2. Wieso wird nach einer allgemeinen Wahrheit gesucht, wenn beide Seiten diese unterschiedlich zu definieren wissen?
    Wenn der wissenschaftliche Ansatz, die messbare, von Ungenauigkeiten, also Eigenschaften des Spielers befreite, reproduzierbare und unter Laborbedingungnen stattfindende Untersuchung eines einzelnen Instruments oder dem Durchschnitt einer Messreihe einer komplett individuellen, auf Vorlieben und Interaktion, Haptik und Assoziation basierenden subjektiven Meinung eines einzelnen Spielers entgegenstellt wird, warum ist nicht allen klar, dass es maximal eine Schnittmenge an Übereinstimmung und immer einen Rest an Uneinigkeit geben muss?
    Wieso sollen wir Semantik vereinfachen oder ändern, wenn wir andere Sprachen sprechen? Damit der Gegenüber uns, falls er denn will und mehrsprachig ist, erst recht nicht versteht?
    Warum verstecken wir uns und unsere Selbstzweifel hinter großen Namen und Marken, Fotos von teueren Gitarren und Amps? Zugegeben so ein Princeton ist schon toll aber im Gegensatz zu einem F1-Wagen nicht das gleiche Maß an Projektionsfläche eigener Überhöhung oder eben des sympathischen Understatement des Cheftechnikers.
    Warum trauen wir uns zu, zu argumentieren aber nicht uns klar zu positionieren? Das Verlangen von Anerkennung eigener Erfahrung und Expertise und auch Wissen sollten wir doch auch dem anderen zugestehen; auch auf die Gefahr hin, dass wir feststellen uneins zu sein und die Diskussion aushalten zu müssen.

    Aber ja, es geht weiter, immer weiter und viele Menschen werden weiterhin ihre Umwelt statt sich selbst von studierten, schreibenden und Schaltungen- und Gitarren-optimierenden Mitmenschen zum eigenen Glück und perfekten Klang ändern lassen um damit dem freien Willen noch ein Quäntchen weiter zu entkommen.

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  3. Das ist er wieder der Voodoo: “Nicht alles was messbar ist, ist hörbar und nicht alles, was hörbar ist, ist messbar.” Sterben doch nie aus, die Leute, die hören, was nicht messbar ist. Da hört man Gras wachsen, ist nicht messbar, aber einige hören es. Davon lebt eine ganze Industrie. Je unsinniger die Versprechungen, dest höher die Preise. Sollen sie glücklich werden.
    Was Licht und Akustik angeht, ist alles messbar. Die Messgeräte sind um ein vielfaches besser als unsere Sinnesorgane. Tatsächlich ist ein Tinitus nicht messbar, obwohl man ihn hört, aber er ist ja auch nur im Kopf und so scheint es bei einigen auch nicht anders zu liegen. Glaube ist nicht Wissen! Voodoo eben. Wer einen haufen Geld für teuren Krempel ausgibt, hört eben auch das Gras wachsen. Die Schallplatte soll ja auch besser klingen als die CD. Dabei ist der ganze Filmton über Jahrzehnte nur noch digital und alle haben Spaß damit. Niemand sagt, das klingt aber digital. Auch darf man nicht vergessen, dass alle Modeler digital sind. Alle sind zufrieden. Wo ist das der Voodoo? Wie jemand einen Ton allerdings empfindet, ist individuell. Braucht man auch nicht messen, weil ohne Wert.
    Merkwürdig bei den Leuten, die einem Sonnengott oder Marketinggaukler mehr glauben als einen Wissenschaftler ist, dass es Strom gibt, obwohl den noch niemand gesehen aber der Ausschlag eines Zeigers als Beweis akzeptiert wird. In der er Akustik aber nicht, das verliert man sich im Übernatürlichen.

    Aber auch viel Voodoo im Artikel. Trotz gleicher Werte der PUs klängen sie doch unterschiedlich. Na so was! Wenn man die Magneten unterschiedlich einstellt, verschieben sich auch die Verhältnisse der Frequenzen zueinander. Aber eigentlich klingen PUs gar nicht. Die Magneten erzeugen ein Magnetfeld, in dem sich die elektrisch leitfähige Saite bewegt. Diese Bewegung induziert durch die Magnetfeldänderung einen Strom. Magneten klingen nicht. Eigenschaften der Wicklungen haben vielleicht Einfluss auf die Resonanzfrequenz. Dadurch werden Frequenzen mal mehr bzw. weniger unterdrückt und preferiert. Der PU ist nur Mittler zwischen Saite und Verstärker.
    Den ganzen Unsinn von sündhaft teuren PUS kann man sich sparen, wenn man im Signalweg zwischen Gitarre und Amp Kapazitätsschalter einbaut. Kann man für sehr viel weniger Geld kaufen (auch als Stecker) und wirken effektiv. Dann hilft auch das Justieren der Pol Pieces (wenn möglich), oder den Abstand zur Saite zu varieren. Nur wenn man mehr Ausgangsleistung möchte, muss man was tun.

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    1. Ich denke, Du hast die Essenz des Artikels nicht verstanden :-). Natürlich gibt es Voodoo aber dann eben doch die eine Gitarre aus einer Serie mit lauter gleichen Komponenten, die irgendwie anders und besonders klingt und jeder Musiker, der in der Lage ist, Nuancen zu erkennen, merkt das unterschiedliche Schwingungsverhalten, das sich positiv auf sein Spielgefühl auswirkt. Ich habe noch nie in einem Kreis von Profis unterschiedliche Meinungen zu solchen Instrumenten gehört. Egal, waas man da versucht zu messen. Die Performance spricht für sich. Nur manche können das eben nicht wahrnehmen und müssen sich dann mit der Physik retten.

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      1. Ui, wenn der Smiley nicht wäre, könnt man das glatt falsch verstehen. Oder ist das ein verdrehtes Ja-Aber mit der semantischen Spezialvariante, die der Autor zu nutzen vermag?
        Dieser sagt übrigens, dass die Magie dort passiert, wo die Intuition des Technikers der letzte Faktor ist. Er meint damit übrigens nicht nur den Ingenieur von MacLaren (der das zwar evtl. so gesagt aber nicht so gemeint hat) sondern die Zauberhände seiner Zunft, den Alchemisten des Tons. Bei HiFi hätte es klingeln können. Snake-Oil gibt unschöne Flecken!

        Naja, jetzt steht dort in deiner Antwort, gelegentlich gäbe es ein besonders grandioses Instrument unter vielen, dass jeder mit guten Ohren erkennt. Bin ich bei dir, heißt Serienstreuung bzw. Glück und ist damit das Gegenteil von Intuition und magischen Händen. Also was denn nun?
        Ein Gitarrenbauer kann durch seine Erfahrung Klangvorstellungen in hohem Maße erreichen. E-Gitarren sind hier zwar weniger betroffen als akustische Instrumente, es gibt aber natürlich Stellschrauben und Optimierungen in Konstruktion, Ausführung und Feinabstimmung, die weit weg sind von einfachen Rezepten und Online-Tutorials.
        Eine Fabrik-Gitarre ist etwas anderes und kann zwar durch Einstellung und Aufrüstung deutlich verbessert werden, aber nicht über das Potenzial ihres Ursprungs hinaus. SISO. Hier käme man mit dem deinerseits angesprochenen Ausnahmeinstrument also potenziell weiter.
        Und was ist nun das Argument gegen einen physikalischen Blickwinkel?
        Keins! Es ist und bleibt ein anderer.
        Mystik gegen Messbares, Psyche gegen Physisches, binär gegen Esperanto.

        Witzig find ich persönlich ja, das früher so viele Physiker geflohen sind und sich heutzutage die Andersdenkenden in die Physik retten müssen. 🤔 wenn ich nochmal überlege ist das aber irgendwie das gleiche Prinzip…

        Warum einigen wir uns nicht darauf, dass die Magie in der Musik liegt? Die Interaktion zwischen Spieler, Instrument und Zuhörer. Was das Spielen, Hören und Fühlen der Gitarre angeht, gibt es wohl keine Möglichkeit eine Messung als akkurat zu bezeichnen, bei Schwingungen, Elektro-magnetischem und Konstruktivem hingegen muss das immer das Ziel sein, sonst fallen uns bald die Äpfel in den Himmel!

        Gut, dass es nur um Gitarren und nicht um Impfungen, Politik oder Wale geht! 😎

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      2. Da stimme ich 100% zu. Zudem halte ich Zollners Versuchsaufbau und Interpretationen für fraglich. Ein Holzklotz ist eben kein geformter Gitarrenkorpus mit Hals , Lack usw. Und was bezeichnet man als “geringen Unterschied”? ist es das was Zollner nicht hört oder das was alle nicht hören?. Wer hat Zollners Gehör getestet? Pardon, der ist etwas so alt wie ich, da gibt es Schwächen in der Wahrnehmung

        und wenn ich geringe Unterschiede im Holz und bei den Pickups messen kann, wie ist dann das Gesamtergebnis? ist das additional zu bewerten oder multiplizieren sich diese Unterschiede zu einem deutlich anderen Hörerlebnis?
        ich habe einen ganz anderen Test: keine meiner Strats klingt wie die andere, man kann sie sehr deutlich unterscheiden.
        Außerdem besitze ich dreimal das gleiche LP Model von Epiphone. Das Holz für diese Gitarren würde CNC gefräst. Alle Anbauteilen sind identisch. Halskrümmung, Saitenabstand und Pickups sind auf 1/10mm genau eingestellt. Dennoch hört man klare Unterschiede… ganz ohne Messgeräte und im Blindtest mit “Nicht-Musikern”.

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  4. Im Prinzip stimme ich dem Artikel zu, was aber Prof. Zollner bewirken kann ist st, dass wir uns nicht mehr von dem Marketinggesäusel die Kohle aus der Tasche ziehen lassen. Das Sound immer subjektiv empfunden aber objektiv messbar ist ist unsere Last und Chance. Eine schön oder wertvoll empfundene Gitarre macht ja auch was mit dem Spieler! Wenn die Technik funktioniert sind es am Ende nur die Finger und der Bauch! Meine ich wenigstens. 😉

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    1. Das ist ein entscheidender Faktor: Die Schwingungsfreude und schnelle Ansprache einer Gitarre macht etwas mit dem Spieler- er/sie fühlt sich wohl damit oder eben weniger. Und spielt dann besser oder eben nicht. Mir geht es da wie den meisten, die die Gitarre einigermaßen beherrschen. Man fühlt den Hals, das Gewicht und die Schwingungen und hört dann den Sound und fühlt sich damit wohl, wenn alles stimmt. Messergebnisse haben mich da noch nie interessiert oder beeinflusst. Und ich spreche auch nicht von Boutique- Gitarren oder -Pickups, sondern habe auch günstige Modelle in meiner Sammlung, mit denen ich sehr gerne spiele und das Publikum meint, dass sie sehr gut klingen.
      Also plädiere ich hier gegen Glaubenskrieg und für Indivudalität.

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      1. Daumen hoch! Aber schreibt sich das nicht “Indivoodooalität”?

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  5. Also,auch ich besitze mehrere E.-Gitarren mit den unterschiedlichsten Custom made Handwound Pickups und verschiedenen Wicklungen (Scatterwound,Overwound etc.),sowie ein 3er-Singlecoil Irish Tour Pickup-Set von Leo Sounds zu einem absolut fairen Preis,das in allen Bereichen absolut top klingt! Überhaupt ist der Besitzer von Leo Sounds/Michael Panthleon ein wirklich sehr netter Pickup-Pionier,der ganz sicher weiß,wie handgewickelte Tonabnehmer klingen sollten. Hatte vorher auch mal MGH-Custom Pickups aus Brandenburg,die mich aber in den jeweiligen Humbucker-und Singlecoil-Versionen klangtechnisch nicht überzeugen konnten. Wir Gitarristen/-innen sind ja nun wahrlich keine Fledermäuse,die bekanntlich einen extrem ausgeprägten Gehörsinn (Ultraschall) besitzen,und trotzdem nehmen wir Menschlein unterschiedliche Töne wahr. Und das „Gras wachsen“ hören wir allesamt vermutlich spätestens erst nach unserem Ableben. Freundliche Grüße aus Graz.

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  6. Die Physik kann die Schönheit eines Ton eben nicht messen.
    Die Physik kann nur messen, inwieweit sich der Klang zweier Gitarren unterscheidet.
    Die Psychoakustik kann aussagen darüber treffen, wie groß und in welchen Parametern sich ein Klang ändern muss, damit er als verschieden wahrgenommen werden kann.
    Das darf man bei der Diskussion nicht vergessen.

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  7. Die Überschrift und die Tendenz des Artikels lautet ja leider, “Physik contra Gitarrenbau”.
    Komisch, nicht wahr?
    Schwingenden Saiten sind doch “Physik”, oder?
    Pickups und die ganze Elektrik in der Elektrogitarre sind doch Physik, oder?
    Warum bedient sich der “Gitarrenbau” nicht der Erkenntnisse der Physik, um bessere Gitarren zu bauen?
    Statt gegen die Physik anzuwettern?
    Warum diese Ablehnung der Physik?

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  8. Ein wunderbar geschriebener Artikel der alles genau auf den Punkt bringt.
    Ich kann nur zustimmen.

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  9. Na, wenn ich mir ansehe, was in Wirklichkeit den Instrumentensound formt: dass man vom Veranstalter in eine winzige Ecke gestellt wird, dass das Gewölbe wummert, dass die Becken so laut sind, sodass man nur grobmotorische Sachen auf Sicht spielt, dass geteilte Boxen durchgerockt sind, dass der Tontechniker das Mikro einfach irgendwo vor die Box hängt: ich habe in den letzten 30 Jahren ständig technische Improvisationen und Kompromisse kennengelernt und kann die unglaubliche Emotionalität nicht verstehen, mit denen sich manche in dieser Sache an die Gurgel gehen.

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