Workshop

Julia’s Bass Lab: Üben mit Metronom

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(Bild: Evannovostro/Shutterstock)

Im heutigen Workshop konzentrieren wir uns auf Timing- und Rhythmus-Beispiele mit dem Metronom. Diese Beispielen lassen sich wunderbar in kleine Einheiten aufteilen. Selbst wenn du nur 10 Minuten Zeit hast, kannst du damit effektiv an deinen Fähigkeiten arbeiten.

Ich habe dir viele Beispiele und verschiedene Möglichkeiten zusammengestellt, wie du mit dem Metronom üben kannst. Wichtig dabei ist, dass du diese Beispiele auf deine eigenen Basslinien anwendest – also auf das, was du gerade spielst oder vielleicht für dein Bandprojekt vorbereitest.

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Wir legen direkt mit dem ersten Beispiel los und stellen das Metronom auf 90 bpm ein.

Beispiel 1: Versuche, wirklich stabile Achtelnoten zu spielen und betone dabei konsequent die Downbeats (90 bpm).

Beispiel 2: Achte ganz genau auf die Tonlängen (90 bpm).

Beispiel 3: Achte hier auf die Bindebögen (90 bpm).

Beispiel 4: Hier geht es um gleichmäßige Sechzehntelnoten (70 bpm).

Bei Sechzehntel-Grooves in langsamen bis mittleren Tempi kann es am Anfang sinnvoll sein, sich vom Metronom zusätzliche rhythmische Orientierung geben zu lassen. Die nächstkleinere Unterteilung sind dabei Achtelnoten. In einer Metronom-App oder auf einem modernen digitalen Metronom kannst du diese in der Regel ganz einfach einstellen. Wenn du ein einfaches Metronom ohne Einstellmöglichkeiten verwendest, musst du das Tempo entsprechend verdoppeln.

Beispiel 5: Stelle den Click auf Achtelnoten und reduziere das Tempo. Das ist besonders hilfreich, wenn du einen Notentext erarbeiten möchtest. Gehe bewusst langsamer vor (140 bpm).

Beispiel 6: Übe mit einem konstanten Achtel-Click bei 140 bpm. Wenn du deine innere Time stärken willst, reduziere Schritt für Schritt die Hilfe des Metronoms. Lass dir nicht jeden Viertelpuls geben, sondern zum Beispiel nur den Backbeat oder nur die Zählzeiten 1 und 3. Dann kannst du auch sehr musikalisch mit dem Metronom spielen.

Beispiel 7: Hier läuft der Click auf 1 und 3. Dadurch bekommst du weniger Orientierung und musst besonders darauf achten, auf 2 und 4 stabil zu bleiben, ohne schneller oder langsamer zu werden (40-60 bpm).

Beispiel 8: Stelle den Click nun auf 2 und 4 und spiele dazu eine Walking-Basslinie mit 65 bpm.

Beispiel 9: Der Click bleibt auf 2 und 4, aber denke ihn dir als Backbeat, also an der Stelle, an der normalerweise die Snare wäre. Das fühlt sich musikalischer an und macht mehr Spaß (50 BPM).

Für alle folgenden Varianten gilt: Klopfe zunächst nur den Puls oder zähle zum Metronom mit, um dich an die neue Situation zu gewöhnen. Erst wenn dir das sicher gelingt, solltest du mitspielen.

Beispiel 10: Der Click markiert nun die Offbeats. Spiele Achtelnoten und betone weiterhin die Downbeats. So kannst du gut überprüfen, ob deine Offbeats zu schnell werden (100 bpm).

Beispiel 11: Der Click bleibt auf den Offbeats. Übe dazu mit einem Notentext, der viele vorgezogene Noten enthält. Achte darauf, dass diese exakt auf dem Click (80 bpm) liegen.

Beispiel 12: Hier geht der Click auf 2+ und 4+. Dadurch hast du nun deutlich weniger Orientierung und musst besonders darauf achten, dass deine Time stabil bleibt (90 bpm).

Beispiel 13 (Pro Level): Spiele nun Viertelnoten, setze den Click jedoch auf die vierte Sechzehntel. Wähle ein langsames Tempo (75 bpm) und arbeite extrem genau.

Beispiel 14 (Pro Level): Spiele Viertelnoten und lege den Click auf die zweite Sechzehntel. Auch hier gilt: langsam, aber sehr präzise üben (75 bpm).

Beispiele 15-18: In diesen Beispielen geht es darum, laut mitzuzählen. Das kannst du übrigens auch bei allen vorherigen Beispielen ausprobieren. Du wirst merken: Gleichzeitig zu zählen und korrekt zu spielen, ist nicht einfach, aber extrem effektiv. Es hilft dir, jederzeit zu wissen, wo du im Takt bist. Das ist besonders bei ungeraden Takten oder Notentexten mit vielen Pausen sehr hilfreich.

Bei den folgenden Beispielen bleibt die Basslinie gleich, aber der Click verändert sich.

Beispiel 19: 100 bpm, Click auf die Downbeats

Beispiel 20: 100 bpm, Click auf die 8tel-Offbeats

Beispiel 21: Click auf 2 und 4 bei 50 bpm

Beispiel 22: Click nur auf die 1 bei 25 bpm

Beispiel 23: Click auf 2+ und 4+ bei 50 bpm

Beispiel 24: Click nur auf die 4+ bei 25 bpm

Bekannte Basslinien eignen sich perfekt zum Üben. Beispiele wären das Intro von ‚Living on a Prayer’ (Bon Jovi), ‚Good Times’ (Chic) oder ‚Billie Jean’ (Michael Jackson).

Der Click ist ein äußerst hilfreiches Tool, um dein Timing und deine Präzision zu trainieren. Noch besser funktioniert es, wenn du ihn nicht als starres Element, sondern als Mitmusiker betrachtest.

Sei dabei ruhig streng mit dir selbst. Ein Beispiel gilt erst dann als geschafft, wenn du es wirklich sauber im Puls spielst und es mindestens drei Mal fehlerfrei wiederholen kannst. Du kannst auch Apps nutzen, bei denen das Metronom zwischendurch aussetzt, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Üben und Verbessern deiner inneren Time!


(erschienen in Gitarre & Bass 06/2026)

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