Hot Rod Mod

Buffer mit Tuner-Out und Mute-Switch Teil 2

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Zur Erinnerung: In der letzten Hot-Rod-Mod-Folge ging es um eine Aufgabenstellung, die mir vor einiger Zeit von einem gut beschäftigten Musikerkollegen gestellt wurde. Gewünscht war ein klangneutraler Buffer mit einem Extra-Ausgang für das Stimmgerät und einem Mute-Schalter. Außerdem sollte der Buffer von außen einstellbar sein, damit man die Vorverstärkung jeweils an verschieden kräftige Tonabnehmertypen anpassen kann.

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Als Buffer wurde die Schaltung des bereits in dieser Kolumne besprochenen 10-Teile-Boosters genommen, und nachdem wir in der letzten Folge bereits eine Platine mit einer Bufferschaltung für unser neues Projekt gelötet haben, geht es dieses Mal um den Einbau in das Gehäuse samt notwendiger Verkabelung. Dann wird auch klar, warum wir uns so viel Mühe mit der Lochrasterplatine gegeben haben. Denn Ziel war es ja, eine möglichst kleine Platine zu bekommen.

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Lochraster- oder Platinen-Layout für den 10-Teile-Booster

haus-aufgabe

Die Anstrengung war notwendig, weil die Frage nach der Behausung des Dreifachtools von dem Musikerkollegen, sehr schnell und sehr eindeutig beantwortet wurde: „So klein wie möglich!“ Klar, der Platz auf einem Pedalboard ist naturgemäß immer zu knapp, sodass man gerne spart, wenn es möglich ist. Also kommt ein kleines Hammond-A-Gehäuse im Schokoriegel-Format zum Einsatz, das gerade groß genug ist, um der Platine, einem Schalter, den drei Klinkenbuchsen und der Strombuchse eine ausreichende Befestigungsfläche zu bieten.

Da die Buchsen bereits einen Großteil des Platzes beanspruchen, muss die Platine möglichst klein sein, aber trotzdem sicheren Halt finden. Ich habe für sie einen Platz zwischen dem unteren Gehäuserand und dem Schalter vorgesehen. Die Platine wird hier eingeklemmt, sodass das Trimpoti von außen bedient werden kann, ohne dass sich die Platine mit dreht. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Bohrungen für den Schalter (12 mm) und das Trimpoti (6 mm) sehr exakt ausgeführt werden.

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In dem schmalen Schlitz zwischen Schalter und Gehäusewand findet die Miniplatine ihren Platz.

Alternativ wäre die Verwendung eines „normalen“ Potis, der mit dem Gehäuse verschraubt werden kann, möglich. Ich könnte mir vorstellen, dass ein 11 mm Alpha-Poti auch an der Oberseite des Gehäuses befestigt werden könnte, wenn man die offenen Klinkenbuchsen möglichst weit von der Gehäuseoberseite weg befestigt. Aber knapp wird es in jedem Fall!

Folgende Bohrungen habe ich jeweils vom unteren Rand des Gehäuses gemessen vorgenommen: 2 cm rechts (6 mm für Trimmpoti-Steckachse), 6 cm links (10 mm für Klinkenbuchse), 8 cm rechts (10 mm für Klinkenbuchse), 10 cm rechts (10 mm für Klinkenbuchse). Am Kopfende wird ein 12 mm-Loch für die DC-Buchse benötigt und auf der Oberseite ein 12 mm-Loch, 3 cm vom unteren Gehäuserand entfernt für den Schalter sowie eine 3 mm-Bohrung etwa 5 cm vom Gehäuserand entfernt für die LED.

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Das kleine Gehäuse im Hammond-A-Format bietet gerade genug Platz für die drei Klinkenbuchsen, Strombuchse, Schalter und Platine mit Trim-Poti. Wegen der geringen Breite des Gehäuses müssen selbst die platzsparenden offenen Klinkenbuchsen versetzt angeordnet werden. Bei der Bauteilauswahl war Qualität das Auswahlkriterium. Daher kommen kräftig zupackende Neutrik-Buchsen und ein langlebiger Alpha-Schalter zum Einsatz. Die Bohrungen für den Schalter und den Poti-Regler erfordern besondere Sorgfalt. Die übrigen Bohrungen vertragen größere Toleranzen.

montage

Um einen Kurzschluss zwischen Platinenrückseite und Gehäusewand zu vermeiden hilft ein Stück Pappe das zwischen Platine und Gehäuse geklemmt wird. Noch besser wäre es, die komplette Platine mit einem Schrumpfschlauch zu umhüllen. Aber da man einen Schrumpfschlauch in dieser Größe nicht überall findet, tut es zur Not auch die Pappe und eine Isolierband-Umwicklung der Platine. Ist der Abstand zwischen Schalter und Gehäusewand etwas zu groß geraten, sollte man die Platine noch zusätzlich mit doppelseitigem Klebeband fixieren. Die Fixierung der anderen Bauteile ist unproblematisch. Die LED wird mit dem Kathodenbein direkt an den Schalter gelötet und dadurch fixiert; die Buchsen werden mit dem Gehäuse verschraubt.

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Gut geschützt: Ein Schrumpfschlauch umhüllt die komplette Platine.

kontakt!

Die Anschlüsse werden wie folgt verkabelt: Das blaue Kabel von der Platine (Eingang der Buffer-Schaltung) kommt an den Schalter und von dort an den Tip-Anschluss der Input-Buchse. (Als „Tip“ wird die Spitze des Klinkensteckers bezeichnet.) Das grüne Kabel der Platine kommt an den Tip der Output-Buchse. Die Tuner-Out-Buchse erhält mit einem weiteren blauen Kabel eine direkte Verbindung zur Inputbuchse. Durch diese Parallelschaltung ist die Tunerbuchse konstant mit dem Eingang verbunden und wird weder gebuffert noch stumm geschaltet.

Ein Stimmgerät am Tuner-Out wird dauernd mit dem Eingangssignal versorgt. Mit einer roten Litze wird die Stromverbindung von der Platine zur DC-Buchse gezogen und mit schwarzen Kabeln werden die Masseleitungen von der Platine über die Klinkenbuchsen zur DC-Buchse gelegt. Bei Verwendung offener Klinkenbuchsen spart man sich einige Kabel, da die Masseverbindung hier auch über das Gehäuse erfolgt.

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Die Verkabelung erfolgt mit bunten Litzen. Blau ist das Eingangssignal, grün das Ausgangssignal, rot die Spannung und schwarz die Masse.

Die Funktionsweise ist einfach: Der Schalter unterbricht die Verbindung von Input-Buchse zur Platine, sodass in der einen Schalterstellung die Mute-Funktion aktiviert ist. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, hier eine Status-LED zu verbauen, um Irritationen im Live-Einsatz vorzubeugen. Ob die LED leuchten soll, wenn die Mute-Funktion aktiviert ist, oder wenn das Signal über den Buffer läuft, ist Geschmackssache.

Ich habe mich dafür entschieden, die LED mit der Mute-Funktion zu koppeln. Dazu habe ich die Kathode (kurzes Bein) der LED auf den mittleren Pin der zweiten Schaltebene des 2PDT-Schalters gelegt und die Masse an den rechten Pin. Die Signalleitungen laufen auf der ersten Schaltebene auf dem mittleren und dem linken Pin. Wenn man also eine leuchtende LED bei aktivierten Buffer möchte, legt man einfach die LED-Anode (Masse) auch auf den linken Pin der zweiten Schaltebene. Bei der LED, den Vorwiderstand (z. B. 1k) nicht vergessen mit dem die Anode an die DC-Buchse kommt.

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Die LED-Befestigung: Das Kathodenbein am Schalter hält die LED am Platz. Über einen Vorwiderstand wird das Anodenbein mit der DC-Buchse verbunden.

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(erschienen in Gitarre & Bass 08/2018)

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