Godin

Godin ist die erste Adresse für elektrisch verstärkte Konzertgitarren. Der kanadische Hersteller überzeugt uns seit Jahrzenten mit exquisiten Hölzern, durchdachten Konzepten und einfach schönen Gitarren.

Erfahre hier alles über die Gitarren-Manufaktur aus Montreal!

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Godein Logo
FOTO: Godin
Logo von Godin

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Wer betreibt Godin?

Robert Godin ist der Inhaber von mehreren Firmen, die alle das gleiche Ziel haben: die bestmöglichen Gitarren zu bauen. Und diese werden unter verschiedenen Brand Names auf den Markt gebracht: die akustischen Marken „Seagull“, „Art & Lutherie“, „Norman“, „Simon & Patrick“ und die Konzertgitarren von „La Patrie“ sowie die E-Gitarren unter dem eigenen Label-Namen „Godin“.

Die Godin-Zentrale ist in Montreal angesiedelt: Neben Planung und Verwaltung werden von dort aus die Instrumente von der hauseigenen Vertriebsfirma LaSiDo direkt nach Kanada und in die USA verkauft und an über 50 Vertriebs-Partner in aller Welt weitergeleitet.

Der älteste Sohn, Patrick Godin, hat seit einiger Zeit übrigens den weltweiten Vertriebs-Job von seinem Vater übernommen, und macht ihm nun den Platz um die meisten „Frequent Flyer“-Punkte streitig. Denn auch der Vater reist nach wie vor mit Vorliebe um die Welt, um seine Instrumente Händlern und Musikern persönlich zu präsentieren.

Multiac Nylon Encore stehend
Korpus einer klassischen Multiac Nylon Encore von Godin

Angefangen hat Robert Godin in den 70er Jahren. Neben der eigenen Marke „Norman“ war das Hauptgeschäft das sogenannte OEM-Business: Für diverse amerikanische und internationale Gitarren-Fabrikate wurde Instrumente gefertigt. Kunden waren u. a. Kramer, Schecter, Claim und C.F. Martin. Für Robert Godin war dies eine gute Schule.

„Zu dieser Zeit, als wir als Subcontracter für diverse Firmen Instrumente fertigten, haben wir extrem viel gelernt. Wir mussten eine Menge Probleme lösen, unsere eigenen Werkzeuge fertigen, lernten viel über Design und haben, obwohl wir sehr preiswert waren, unser erstes Geld verdient, um dann auch eigene Instrumente fertigen zu können“. Heute gibt es nur noch einen OEM-Kunden: Stewart McDonalds lässt bei Robert Godin Hälse bauen, die in den USA als Replacement-Parts sehr beliebt sind.

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Wie werden Godin Gitarren hergestellt?

Draußen in der Provinz, in den kleinen Orten La Patrie und Princeville, jeweils ca. 2 Autostunden von Montreal entfernt, befinden sich die Fabriken, die unter Guitarbec firmieren, dort werden die verschiedenen Instrumente gefertigt. Außerdem gibt es – nochmals drei Autostunden entfernt – „drüben“ in den USA, genau gesagt in Berlin, New Hampshire, eine weitere Montage-Fabrik, in der die Godin-E-Gitarren, Acousticaster und Multiacs geschliffen, lackiert, poliert und montiert werden.

Hier gewährt Robert Godin einen Einblick in seine Factory in Richmond, Quebec:

Welches Holz verwendet Godin?

Obwohl die Fertigungsstätten für europäische Verhältnisse recht weit auseinander liegen, ist das für die Kanadier überhaupt kein Problem diese Entfernungen zu meistern. Viele Dinge werden zentral gefertigt, aber z. B. im Zusammenbau, Schleifen, Lackieren und Polieren sind die Fabriken eigenständig, obwohl natürlich überall nach dem gleichen, von Robert Godin entwickelten Prinzipien gefertigt wird.

In Princeville befindet sich das zentrale Holzlager, wo Ahorn, Fichte, Kirsche und Zeder aus Kanada und Nordamerika, Palisander aus Indien und Ebenholz aus Madagaskar angeliefert und zur Produktion vorbereitet wird. Es wird nur bereits vorgetrocknetes Holz gekauft, dennoch muss noch viel Arbeit in die Vorbereitung gesteckt werden. Fichte, Zeder und Ahorn z. B. werden mit Dampf bei 40 Grad ca. 2 Wochen lang behandelt, was einer Lufttrocknung von ca. 20 Jahren entspricht.

Ebenholz dagegen, das wegen Exportbeschränkungen wie Palisander mittlerweile in flachen Brettern vorgeschnitten gekauft werden muss, wird ca. 2 Jahre getrocknet: Hierin ist sehr viel Öl enthalten, was vorsichtig herausgearbeitet werden muss. Im Holzlager werden ständig ca. 300.000 Teile für Gitarren gelagert, damit eine kontinuierliche Produktion gewährleistet werden kann.

Alle Akustikgitarren, die Robert Godin herstellt, haben eine geschraubte Hals-Korpus-Verbindung. Godin war einer der ersten, der erkannte, dass diese Art der Verbindung akustisch bessere Ergebnisse erzielt: Sehr viele der renommierten Hersteller weltweit haben mittlerweile nachgezogen. Dabei ist diese Verbindung in der Herstellung nicht einfacher sondern noch aufwendiger als z. B. der traditionelle Dovetail.

Godin hat eine Maschine entwickelt, die die Halsanpassung vorbereitet. Hals und Korpus werden dabei mit Hilfe von Infrarot-Messungen eingerichtet und dann gleichzeitig geschliffen und so optimal aufeinander abgestimmt. Natürlich werden exakt diese beiden Teile markiert und später auch wieder zusammengeführt. Die Produktion einer Akustikgitarre, wie z. B. einer Seagull S6, dauert trotz aller technischen Weiterentwicklungen, immer noch ca. 8 Wochen.

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Die seidenmatte Godin-Lackierung

Als Robert Godin vor Jahren die Seagull-Instrumente vorstellte, musste er viel Überzeugungsarbeit leisten. Denn erstmalig bot er seidenmatte Instrumente an, die mit einem speziellen wasserlöslichen Alkohol-Lack-Finish behandelt waren. Nicht alle Musiker erkannten sofort den Vorteil dieser hauchdünnen Vierfach-Lackschicht, die die Gitarren (im Gegensatz zu den damals üblichen Polyester- oder Polurethan-Lacken) viel freier schwingen ließen.

Alle seidenmatten Instrumenten erhalten auch heute noch vier Lackschichten; zwischen den Lackierungsphasen wird geschliffen und jeweils ein Tag geruht. Es werden aber auch mittlerweile Hochglanz-Versionen gefertigt dieser Instrumente, diese erhalten dann 8 Lackschichten, von denen aber im Prinzip durch Schleifen und Polieren auch wieder 2 entfernt werden, und dadurch im Endergebnis fast genauso hauchdünn bleiben wie die seidenmatten.

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Welche Gitarren stellt Godin her?

Neben klassischen Single- und Double-Cutaway sowie Archtop Gitarren hat sich Godin einen Namen mit seinen Multiac, Electro-Acoustic und Synth-Midi Modellen gemacht.

Die Godin Multiac Modelle sind Konzertgitarren mit Nylon-Saiten und speziellen Tonabnehmern im Steg, die sich durch den eingelassenen EQ steuern lassen. Zudem verfügen sie über einen Synth Access, der die Ansteuerung eines Gitarren-Synthesizers erlaubt.

Hier wird die Funktion der Godin Multiac Nylon Encore vorgestellt:

Godins Electro Acoustics ergänzen das Multiac-Konzept durch einen klassischen Pickup, meist in Halsposition, wie bei der Godin A6 Ultra:

Godin A6 Ultra Natural
FOTO: Godin
Eine Godin A6 Ultra

Einen ausführlichen Test zur Godin A6 Electro Acoustic gibt es hier zum kostenlosen Download!

Godin Gitarren mit Synth-Midi-Funktion können sowohl als normale Gitarre wie auch als Midi-Controller genutzt werden, um verschiedene Midi-Module anzusteiern. Die Funktion wird bei Godin für A- und E-Gitarren angeboten.

Hier werden die verschiedenen Modi einer solchen Gitarre vorgestellt:

Dieter Roesberg (Gitarre & Bass 11/2000)

Mehr Information gibt es auf der offiziellen Website von Godin!

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