Riffs, Beards & Gear

Ryan „Fluff“ Bruce: YouTube-Gitarrist

„Ich spiele Gitarre für das Internet.“ So beschreibt sich Ryan Bruce gerne selbst. Im Moment ist er mit seinem YouTube-Kanal Riffs, Beards & Gear unglaublich erfolgreich. Der Mann ist Kult!

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(Bild: Fluff)

In den Videos auf seinem Kanal stellt der sympathische Mittdreißiger aus Tacoma im US-Bundesstaat Washington ständig neue Gitarren, Verstärker, Effektgeräte und Zubehör vor. Mit seiner Band Rest, Repose schaffte er es im Winter 2015 in die Top 10 der internationalen iTunes-Charts und stellt zudem gerade seine erste Signature-Gitarre vor. Höchste Zeit also, sich einmal mit Ryan Bruce zu unterhalten.

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Ryan, ich denke, der ein oder andere Leser wird dich wohlmöglich noch nicht kennen, vielleicht möchtest du dich kurz vorstellen? Wer ist Ryan Bruce?

Fluff: Meine Freunde nennen mich Fluff, sogar meine eigene Mutter nennt mich so. Ich spiele Gitarre für das Internet – das ist, was ich den meisten Leuten sage. Ich habe einen erfolgreichen YouTube-Kanal, arbeite als Audio-Engineer vor allem für andere Leute wie zum Beispiel meinen Freund und YouTuber Rob Scallon, und ich bin zudem Brand-Manager und A&R bei Two Notes Audio Engineering, die sich auf digitale Anwendungen für Gitarristen und Bassisten spezialisiert haben. Also ein bisschen von allem sozusagen.

Hast du eine Ausbildung im AudioBereich?

Fluff: Nein, ursprünglich komme ich aus der Luftfahrt. Ich habe 10 Jahre lang als Qualitätsprüfer bei Boeing gearbeitet, davor habe ich eine Ausbildung zum Automechaniker gemacht. Das erste Mal, dass ich versucht habe, eine Gitarre in meinen Rechner zu stöpseln, ist jetzt ziemlich genau fünf Jahre her.

Das sind ja eine Menge unterschiedlicher Jobs …

Fluff: Ja, das stimmt, aber es zieht sich ein roter Faden durch alle diese Jobs, was Verbessern, Herumprobieren und das Verstehen von Dingen angeht. Als Kind habe ich die neue Makita-Bohrmaschine meines Vaters komplett zerlegt, nur um zu verstehen, wie das Ding funktioniert. Mit dem Zusammenbauen war es dann schon etwas schwieriger (lacht). Aber irgendwie ging es immer darum zu verstehen, wie Dinge funktionieren, sie evtl. zu verbessern oder zu reparieren.

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(Bild: Fluff)

In den letzten zwölf Monaten verlief die Entwicklung deines YouTube-Kanals ziemlich spektakulär. Du hast dich entschieden, dem Kanal deine volle Aufmerksamkeit zu widmen und gleichzeitig auch noch eine Band gestartet. Wie kam es dazu?

Fluff: Das letzte Jahr war schon ziemlich heftig. Meine Frau hat sich von mir scheiden lassen und fast zeitgleich wurde ich aus meinem Job gefeuert. Das war schon echt krass. Ich saß hier alleine in diesem riesigen Haus mit einem Haufen Gitarren und meinen Hunden. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur Fragmente von Songs, die ich für meine Gear-Videos benutzt habe. Und da ich eh nichts zu tun hatte, dachte ich mir: „Warum eigentlich nicht mal wieder eine Band starten?“ Ich hatte zehn Jahre lang nicht live gespielt und zu diesem Zeitpunkt sowieso kaum noch etwas zu verlieren. Also habe ich mir überlegt, dass ich, anstatt mir einen neuen Job zu suchen, es einfach mal mit meinem YouTube-Channel und der Band versuche.

Davor lief das immer neben der Arbeit und der Familie. Vor einem Jahr habe ich dann einfach die Videos zu meinem Haupt-Job gemacht. Seitdem bekomme ich so unglaublich viele Sachen von Firmen zugeschickt um ein Review darüber zu machen, dass es echt eine Menge Zeitmanagement erfordert um das alles zu schaffen. Aber im Grunde wache ich jetzt jeden Morgen auf, schreibe Musik und mache Videos. So läuft mein Leben derzeit.

Wie sieht es mit der finanziellen Seite aus?

Fluff: Besonders am Anfang verdient man praktisch gar kein Geld. Aber die wachsende Popularität auf YouTube hat es mir ermöglicht, andere Dinge machen zu können, die sonst nie im Leben möglich gewesen wären. Meinen Job für Two Notes, die ja in Frankreich sitzen, hätte ich ja niemals bekommen wenn der YouTube-Kanal nicht gewesen wäre. Das kam nur, weil ich mal ein Video über eines ihrer Produkte gemacht habe und sie mich daher kannten. Ein typischer Arbeitstag sieht bei mir so aus, dass ich aufstehe, mir einen Kaffee mache und erst mal die Hunde rauslasse. Danach fange ich an, die ganzen E-Mails und Nachrichten, die ich über Facebook und Instagram bekomme, zu beantworten. Wobei sich das Meiste um meinen Job bei Two Notes dreht. Das Ganze dauert meistens um die drei Stunden, je nachdem was so anliegt.

Danach mache ich eine kleine Pause, esse was und dann geht es nach oben ins Studio wo ich dann an den Videos für meinen Kanal arbeite. In der Regel versuche ich, die Videos in der Reihenfolge zu machen, in der ich die Geräte bekomme, wobei das nicht immer klappt. Wenn ich zum Beispiel ein neues Overdrive-Pedal vorstelle, muss ich erstmal einen Song dafür schreiben und aufnehmen. Wenn alles glatt, läuft steht der Song in den frühen Abendstunden. Ich mache dann meistens noch mal eine kleine Pause, bis ich danach anfange, das Licht so auszurichten, dass ich wirklich loslegen kann, das Video zu drehen. In der Regel schaffe ich es, vor Mitternacht damit fertig zu sein, manchmal dauert es ein bisschen länger.

Das klingt nach ziemlich langen Arbeitstagen …

Fluff: Ich weiß, dass das jetzt unfassbar klischeehaft klingt, aber wenn du einen Job hast, der dir so viel Spaß macht, dann kannst du sehr sehr lange arbeiten, ohne dass es dir wirklich lange vorkommt.

Ist es für dich denn überhaupt möglich, so etwas wie ein Wochenende oder Freizeit zu haben?

Fluff: Ja, das ist schon schwierig. Die Grenzen verschwimmen auf jeden Fall ein wenig. Es gibt Tage, da fällt einem nichts ein und es will einfach kein neuer Song zustandekommen. Und manchmal passiert es, dass ich in meiner Freizeit plötzlich eine Idee habe und rauf in mein Studio renne, um sie festzuhalten. Mein Tochter rollt dann schon manchmal ziemlich genervt mit den Augen. Aber ich kann auch irgendwie einfach nicht nichts tun, irgendwas fällt mir immer ein, was es noch zu erledigen gibt, egal ob es nun für Two Notes ist, den YouTube-Kanal oder einfach nur auf Facebook mit den Fans zu interagieren.

Deine Videos zeigen ja jedes Mal einen komplett produzierten und durchkomponierten Song für das jeweilige Produkt. Das erfordert ja schon eine ganze Menge Kreativität. Hattest du schon einmal eine Schreibblockade?

Fluff: Auf jeden Fall! Am Anfang war das gar kein Problem. Ich hatte jahrelang mit heftiger Schlafapnoe zu kämpfen und vor gut fünf Jahren wurde ich operiert um das endlich zu beheben. Auf einmal fühlte ich mich so viel besser und konnte mich unglaublich gut auf das Songwriting konzentrieren. Das ging dann auch erstmal für ein paar Jahre so weiter. Als dann Mitte vergangenen Jahres meine Frau die Scheidung wollte, ging auf einmal nichts mehr. Ich hatte eine heftige Schreibblockade, welche sich bis in den Dezember letzten Jahres zog. Alles was in diesen sechs Monaten auf meinem Kanal erschien, waren alte Ideen, welche ich schon aufgenommen oder sogar schon mal verwendet hatte. Aber was blieb mir anderes übrig, irgendwie musste es ja weitergehen. Da merkt man schon, dass die eigene Kreativität auch die Grundlage für die Arbeit ist.

Ein wesentlicher Aspekt deiner Videos ist der aufwendig produzierte Sound der Songs. Was du machst könnte man ja schon fast als fertige Produktion bezeichnen …

Fluff: Na ja, ich bin ja kein wirklicher Shredder auf der Gitarre, also muss ich das irgendwie kompensieren. Ich sehe mich selber auch eher als Songwriter, weniger als Lead-Gitarrist. Klar, ich liebe es Gitarre zu spielen, aber das ist für mich eben ein Werkzeug um meine Song-Ideen zu verwirklichen und diese dann auch so zu produzieren wie ich es im Kopf habe. Ich werde auch ständig dafür kritisiert, dass ich kein guter Gitarrist bin, der Steve-Vai-Licks nachspielen kann. Aber so ist es eben, ich bin halt ein Songwriter.

Ich wollte zwar immer ein besserer Gitarrist sein, weil die Shredder-Gitarristen natürlich cool sind und ich liebe es, ihnen zuzuhören. Aber irgendwie habe ich es nie so weit gebracht. Auf der anderen Seite haben mich die Rhythmus-Gitarristen wie beispielsweise Malcolm Young auch immer fasziniert. Wie der Kerl es schafft, so unfassbar tight und auf den Punkt zu spielen, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Daher glaube ich, dass es genau so viel Übung braucht, ein guter RhythmusGitarrist zu sein, wie ein guter Lead-Player.

Gibt es irgendwelche technischen Geräte, die unersetzbar für die Produktion deiner Videos sind?

Fluff: Ich wolle es jahrelang selber nicht glauben, obwohl es so einfach ist: Die Beleuchtung entscheidet, wie gut oder schlecht das fertige Video am Ende aussieht. Ich habe selber mit einer einzigen Studioleuchte angefangen und dache lange Zeit, dass das ausreichen würde. Im Vergleich zu anderen YouTubern sahen meine Videos aber immer grauenhaft aus. Nach und nach habe ich dann immer mehr in die Beleuchtung investiert. Danach kommt für mich ganz klar eine gute DLSR-Kamera, die Canon T3I ist sicher ein guter Anfang. Natürlich braucht es auch eine gute Videobearbeitung und eine gute Audioqualität schadet sicher auch nicht. Aber vor allem anderen kommt die Beleuchtung. Das sieht man vielleicht auf den Videos gar nicht so sehr aber es ist schon ein relativ großer Aufwand, das Licht so hinzubekommen, dass es halbwegs natürlich wirkt.

Lass uns über deine Band Rest, Repose sprechen: Konntest du viele deiner Song-Ideen, die du schon für deine Videos verwendet hast, noch mal für die Band nutzen?

Fluff: Ja, wir haben einfach unsere Favoriten herausgesucht und diese noch ein wenig umgebaut und für Gesang angepasst. Das meiste was ich geschrieben hatte war ja nicht dafür gedacht mit einem Sänger zu funktionieren, also haben wir das Ganze etwas reduziert, damit die Stimme einfach mehr Platz hat. Alle Songs auf der ,Sleep City‘-EP, die wir im Dezember 2015 rausgebracht haben, basieren im Grunde auf dem Material, welches ich für meine Videos geschrieben habe. In Zukunft wird es aber deutlich mehr Einfluss der anderen Band-Mitglieder geben, es geht hier ja nicht nur um mich. Außerdem haben die Jungs wahnsinnig gute Ideen, da wäre es blöd, die nicht umzusetzen.

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(Bild: CAUGHT ALIVE! MEDIA)

Eine Frage die man als Fan deiner Videos natürlich stellen muss ist, was es mit dieser riesigen Wand von Verstärkern in deinem Studio auf sich hat. Das ist ja schon eine beachtliche Sammlung! Hast du einen Favoriten und wenn ja, für welchen Zweck?

Fluff: Oh, Mann … schwierige Frage. Es sind mittlerweile echt einige. Das Ding ist, dass ich durch den Kanal permanent tolle Angebote von Fans kriege, die gerade etwas verkaufen wollen. Das freut mich natürlich riesig. Ein Verstärker, den ich sehr gerne mag und auch gerade erst gekauft habe, ist ein sehr früher Peavey 5150 von 1992. Ich bin auch ein Riesen-Fan der alten Mesa/Boogie-Rectifier, aber mein absoluter Favorit ist im Moment der KSR Gemini. Der beste Amp der Welt! Ich nenne ihn den Ferrari of Amps. Ach ja, auch der Revv Generator muss hier natürlich noch genannt werden. Irgendwie mag ich sie alle. Der Hauptgrund warum ich all diese Amps habe, ist, dass ich viel Re-Amping für andere Leute mache. Da ist es gut, eine große Auswahl anbieten zu können, um den jeweiligen Wünschen gerecht werden zu können. Was mir im Moment wirklich noch fehlt, ist ein guter Fender-Amp für Clean-Sounds.

Und wenn du so etwas äußerst, bekommst du eine Menge Fan-Post mit Angeboten?

Fluff: Oh ja … (lacht). Sobald irgendwo auf der Welt eine Gibson RD verkauft wird, kann ich sicher sein, das ich sofort 20 Nachrichten bekomme, die mich auf das Angebot hinweisen (lacht). Ich selber habe mehrere Gibson RDs, die ich sehr gerne spiele. In Zukunft werden die aber wahrscheinlich durch mein Signature Model, die Hyperion von Balaguer Guitars abgelöst. Die müsste übrigens gleich von UPS gebracht werden, ich freue mich schon. Ich freue mich auf jeden Fall, dass die Leute an mich denken und mich anschreiben.

Wirst du in Zukunft mal wieder einen Gitarristen-Contest auf deinem Kanal starten?

Fluff: Da ist eine gute Frage − Ich weiß es noch nicht. Beim letzten Contest hatte ich etwa 60.000 Abonnenten auf YouTube (heute sind es über 130.000; d.Red.) und bekam über 6000 Video-Einsendungen. Das war einfach unvorstellbar viel Material, das es zu sichten galt − über 35 Stunden. Ich wollte es fair halten und habe mir natürlich jedes einzelne Video angeschaut, aber es war schon ein logistischer Alptraum. Vielleicht wäre es realistischer, das Ganze mit einer größeren Firma oder einem Sponsor zu machen, die auch ein bisschen personelle Unterstützung bieten könnten … Mal schauen, vielleicht machen wir sowas noch mal, wenn meine Signatur-Gitarre auf den Markt kommt.

Das wäre natürlich eine gute Gelegenheit. Was sicher viele Zuschauer und Leser interessiert, ist, was du glaubst, was das nächste große Ding auf dem Gitarrenmarkt sein wird. In der Basswelt beispielsweise, haben die kleinen Class-D-Amps ja ziemlich das Ruder übernommen. Siehst du eine vergleichbare Entwicklung auch auf dem Gitarrenmarkt?

Fluff: Ja, schon. Ich glaube, dass das nächste große Ding die Verschmelzung der digitalen und analogen Technik sein wird. Die Kemper-Profiling-Amplifier mit der eingebauten Endstufe zum Beispiel, die man ja mit einer ganz normalen Gitarrenbox nutzen kann, oder auch die Bias Heads von Positive Grid, die sich ja zum einen wie ein ganz normaler Verstärker bedienen lassen aber eben auch über ein Smartphone. Ich bin mir sicher, dass es in dieser Richtung noch eine Menge zu entdecken geben wird.

Aber glaubst du, dass diese Technologien das gute, alte 100-Watt-Topteil endgültig ablösen werden? Gitarristen sind da ja schon eher konservativ …

Fluff: Oh ja, das stimmt. Und ich gehöre ja auch dazu. Ich meine, ich bin ein Die-HardTube-Guy. Die guten Topteile werden immer eine große Fan-Gruppe behalten, was ja auch gut so ist. Aber es werden die Musiker sein, die richtig viel touren und fliegen, die diese neuen und kompakten Verstärker mit all den vielen Optionen nutzen werden. Als ich selber 2015 auf der NAMM Show gespielt habe, hatte ich sowohl meine Backing-Tracks als auch meinen Gitarrensound über die Positive-Grid-App in meinem iPhone abgespeichert. Ich musste also nur meine Gitarre mit dem Telefon verbinden, das Ganze in den Mixer stöpseln und konnte sofort loslegen. Es wird eben alles kleiner und kompakter, was ich großartig finde. Ich liebe auch die Lunch-Box-Amps oder das neue Mini-WahWah von Dunlop.

Du bist ja Dunlop-Endorser; das führt mich zu der Frage, ob es durch YouTube einfacher geworden ist an ein Endorsement mit einer großen Firma zu kommen?

Fluff: Ja, ich arbeite schon seit über einem Jahr mit Dunlop zusammen. Im Grunde glaube ich schon, dass die YouTuber eine wichtige Gruppe für die großen Firmen sind. Klar, ich bin nicht ständig auf Tour und habe kein Live-Publikum, aber trotzdem habe ich durch die Abonnenten und Zuschauer eine gewisse Reichweite. Letztendlich will die Firma ja ihr Produkt verkaufen und braucht dazu eine Figur die vor einem großen Publikum stattfindet. Ob das nun ein Live Publikum ist oder Zuschauer auf YouTube spielt dabei meiner Meinung nach keine so große Rolle. Ein YouTube-Kanal mit einem gewissen Qualitätsstandard und guter Reichweite ist also schon eine Möglichkeit, mit einer Firma wie Dunlop zusammenzuarbeiten. Die behandeln mich übrigens absolut großartig – als wäre ich bei den Rolling Stones oder so (lacht).

Was jetzt nicht heißt, dass jeder der ein paar Videos auf YouTube hochlädt gleich ein Superstar wird, oder?

Fluff: Nein, auf keinen Fall. Ich kriege zum Beispiel unheimlich viele Anfragen über meine A&R-Funktion bei Two Notes von ganz jungen Kids, die noch nie eine Show gespielt haben, ihre ersten Videos auf YouTube hochladen und dann glauben, dass es jetzt Zeit für ein Endorsement sei. Aber so weit sind sie eben noch nicht. Trotzdem wird es in Zukunft aber immer normaler werden, dass YouTuber einen Endorsement-Deal bekommen. Letztendlich geht es ja auch hier in erster Linie um Zahlen … Ich meine, im Moment ist das alles sowieso noch ein bisschen der Wilde Westen, und es wird sich zeigen, wie sich das alles entwickeln wird.

Würdest du denn sagen, dass du als YouTuber, der Equipment vorstellt und ein traditionelles Print-Magazin wie Gitarre & Bass in einem Konkurenzverhältnis zueinander stehen?

Fluff: Hmh … sehr interessante Frage! Ja, zu einem gewissen Grad schon. Ich kann ja deutlich schneller und direkter Inhalte bearbeiten als ein Print-Magazin. Auf der anderen Seite habt ihr mit eurer 30-jährigen Erfahrung natürlich einen ganz anderen Stand, den man durch nichts ersetzen kann, und den ich niemals erreichen werde. 30 Jahre ist schon eine verdammt lange Zeit. Besonders bei dem etwas älteren Publikum habt ihr ja eine viel größere Reichweite als ich. Wer weiß, wie sich das in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren entwickeln wird. Ich meine, auch für euch werden ja die Online-Inhalte immer wichtiger. Erinnerst du dich, wie viele verschiedene Hefte es früher in den 90ern noch gab? Guitar Shop, Vintage Guitar, Guitar Tech und so weiter … Da hat sich schon einiges verändert.

Die gibt es ja teilweise immer noch nur haben sie nicht mehr annähernd so eine Bedeutung wie früher. Ich denke schon, dass die richtig großen Zeitungen überleben werden, auch wenn alles digitalisiert wird. Es ist ja wie mit Vinyl. Es wird immer eine Gruppe von Menschen geben, die Dinge anfassen wollen, die das haptische Erlebnis brauchen, die eine Zeitung zusammenrollen und in ihre Tasche stecken wollen.

Was können deine Zuschauer in Zukunft von dir und deinem Kanal erwarten?

Fluff: Ich hoffe, dass ich es schaffe, die Inhalte ein bisschen flexibler und abwechslungsreicher zu gestalten. Am Anfang habe ich ja wirklich nur Gear-Videos gemacht. In letzter Zeit sind die Videos, in denen ich nur rede, wie „FAQ Mondays“, „Life Vlog“ oder die „Cool Gear Alerts“ sehr beliebt. Und ich will auch versuchen, mal an anderen Orten zu drehen. Mal schauen … Ich kann ja nicht immer nur meine Riffs und Palm-Mutes spielen, irgendwann langweilt das jeden.

Ryan, ich danke dir für deine Zeit und das interessante Gespräch.

Fluff: Ich danke euch! Vielen Dank für das Gespräch!

Kommentar zu diesem Artikel

  1. “Next question”
    -fluff

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