Produkt: Gitarre & Bass 4/2019
Gitarre & Bass 4/2019
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Aus dem neuen Heft

Michael Devin & Joel Hoekstra: Whitesnakes rechte Bühnenseite

Whitesnake (Bild: Mineur)

Der Job des Bassisten bei der international besetzten Hardrock-Gruppe Whitesnake ist seit Jahren ein überaus begehrter. Denn immer wieder holt Bandchef/Sänger David Coverdale erstklassige Gitarristen in die Band und sorgt dafür, dass hier auf höchstem (Saiten-)Niveau gerockt wird. Seit 2010 sorgt der Amerikaner Michael Devin (Lynch Mob, Kenny Wayne Shepherd) für die tiefen Frequenzen in der Band, musste allerdings bereits zwei einschneidende personelle Veränderungen miterleben: die des Drummers (für Brian Tichy kam Tommy Aldridge) und des Leadgitarristen (von Doug Aldrich zu Joel Hoekstra).

Welche von beiden wog schwerer? Und wie hat sich Devins Spiel in diesem Zeitraum weiterentwickelt. Fragen, die uns der 44-Jährige bei einem Whitesnake-Konzert im holländischen Tilburg gerne beantwortet hat.

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interview

Michael, welcher Besetzungswechsel hatte größere Auswirkungen auf dein Spiel: der von Brian Tichy zu Tommy Aldridge oder der von Doug Aldrich zu Joel Hoekstra?

Eindeutig der erstgenannte. Der Wechsel von Doug zu Joel war für mich nicht übermäßig einschneidend. Denn alle drei, also Doug, Joel und auch Reb Beach, sind gleichermaßen starke Lead- wie Rhythmusgitarristen, auch wenn sich ihr Stil ein klein wenig voneinander unterscheidet. Allerdings änderten sich die Positionen auf der Bühne, als Doug die Band verließ. Bis dahin hatten Reb auf meiner Seite und Doug auf der anderen gestanden. Dann rückte Reb nach links und ich bekam Joel an meine Seite. Reb spielte damals vornehmlich Rhythmusgitarre, und wir machten auf unserer Bühnenseite einen Höllenalarm.

Joel dagegen spielt auch viele Soli, insofern hat sich der Sound auf meiner Seite ein wenig geändert. Der Ausstieg von Brian war für mich dagegen deutlich folgenschwerer. Er und ich waren früher eng miteinander befreundet und haben in verschiedenen Bands zusammen gespielt. Insofern waren wir ein perfekt aufeinander eingegroovtes Team. Als dann Tommy Aldridge für ihn kam, war dies für mich ein enormer Lernprozess.

Inwiefern?

Während sich Brians Drumming immer in einem konstanten Flow befindet, trommelt Tommy wie Bruce Lee. (grinst) Sein Attack ist flink, seine Bewegungen sind unglaublich schnell, und er hat beispielsweise ein ganz spezielles Timing für die gespielte Eins. Es dauerte relativ lange, bis ich ihn wirklich verstanden hatte. Aber je mehr ich über Tommy als Menschen erfuhr, umso besser verstand ich sein Drumming.

Musstest du auch deinen Sound ändern, um dich seinem Drumming anzupassen?

Absolut. Zumal die Besetzungswechsel bei Whitesnake ja quasi zeitgleich mit meinem Wunsch stattfanden, mich als Musiker weiterzuentwickeln. Ich wollte meinen Ton verbessern, außerdem habe ich im aktuellen Line-Up mehr Raum für mein Spiel. 2010 war das noch anders, wobei ich dazu sagen muss, dass daran niemand Schuld hat. Ich war damals neu in der Band und musste erst einmal herausfinden, welche Art von Bass und wie viel Persönlichkeit ihres Bassisten meine neuen Kollegen wünschen. Ich spielte damals einen ziemlich cleanen Sound, den ich dann nach und nach zunehmend mehr verzerrt habe. Heute ist der Ton meiner Rickenbacker-Bässe weitaus wilder und mächtiger, mit einem deutlich höheren Grad an Verzerrung.

Schlägst du auch härter an?

Nein. Ich habe festgestellt, dass ein härterer Anschlag nicht allzu viel am Ton ändert, der aus meinem Amp herauskommt. Ganz im Gegenteil: Je sanfter ich anschlage, umso mehr Sustain hat mein Sound. Außerdem spiele ich deutlich mehr Noten als zu Beginn, da ich diese Freiheit von meinen Kollegen eingeräumt bekomme und heute selbstbewusster bin als noch bei meinem Einstieg bei Whitesnake. Damals gab es jede Menge Egos in der Gruppe, und ich musste mich erst einmal hinten anstellen. Zwischenzeitlich hatten Doug, Brian und ich ein kleines Power-Trio namens Steamroller, in dem ich erstmals auch sang. Dadurch habe ich stark an Selbstbewusstsein gewonnen, was sich wiederum auch positiv auf meine Rolle bei Whitesnake ausgewirkt hat.

Hat dein Boss David Coverdale dies bemerkt? Und hat er es kommentiert?

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