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Joe Satriani über die Zusammenarbeit mit Ibanez und Peavey

Seit den späten Achtzigern entwickelt Satriani zusammen mit Ibanez Signature-Modelle, die sich neben ihrer Formschönheit auch über eine sagenhafte Bespielbarkeit und große Bühnentauglichkeit auszeichnen. Wir trafen Joe Satriani auf der Frankfurter Musikmesse 2009 und führten ein langes und intensives Gespräch über seine diversen Entwicklungen der zurückliegenden 20 Jahre.

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Joe, mittlerweile gibt es eine ganze Reihe toller Signature-Modelle von dir. Kannst du mal kurz beschreiben, auf welche Weise du Ibanez-Gitarren entdeckt hast und wie dann der erste Kontakt zur Firma zustande kam?

Ja gerne. Es war letztendlich Steve Vai, der mir ein paar Ibanez-Modelle schickte, da er wusste, dass ich mir meine Gitarren selbst baue oder andere Gitarren umbaue, bis sie mir passen. Er rief mich an und meinte: „Du hör mal, ich entwickle gerade mit dieser Firma ein neues Modell, kann ich dir ein paar Exemplare schicken, damit du sie mal testest und mir deine Meinung dazu sagst?“ Das, was er mir dann schickte, gefiel mir auf Anhieb. Die Gitarren waren wirklich sehr gut konzipiert. Ebenso wie die Modelle, an denen ich selbst arbeitete, hatten sie eine 25,5“- Mensur, ein Floyd-Rose-Vibratosystem und Humbucker-Tonabnehmer.

Ibanez und ich schienen also in die gleiche Richtung zu denken, und so kam dann der Kontakt zur Firma zustande. Sie meinten dann: „Wir würden gerne etwas zusammen mit dir entwickeln, was genau deinen Vorstellungen entspricht.“ Also fingen wir im Sommer 1987 damit an, erste Ideen auszutauschen. Es dauerte mehrere Jahre, die geplante Gitarre dann wirklich zu perfektionieren.

Das heißt: Die Zusammenarbeit mit Ibanez kam quasi genau am Beginn deiner Karriere zustande.

Das stimmt. Als ich im Sommer 1987 mit Ibanez zu arbeiten begann, war mein Album ‚Surfing With The Alien‘ noch gar nicht veröffentlicht. Die Scheibe erschien erst drei Monate später. Wir stellten die Aufnahmen unter anderem auch Ibanez vor, sie kannten also bereits die Songs und wussten, worauf sie sich einlassen. Ich glaube, sie mochten die Scheibe und wollten mich deswegen kennenlernen. Auf diese Weise fing der Ball an zu rollen. Als ‚Surfing With The Alien‘ im Oktober 1987 veröffentlicht wurde, hatte unsere Zusammenarbeit bereits erste Konturen … Für uns beide war dies wirklich ein perfektes Timing.

Kannst du dich noch an dein erstes Ibanez-Modell erinnern, das du in den späten Achtzigern selbst gespielt hast?

Sie schickten mir eine 540 Radius in schwarz, denn ich hatte ihnen erzählt, an welchem Typus Gitarre ich selbst arbeite, sprich: an einem Strat-Korpus mit Vintage-Strat-Hals, dazu Humbucker-Tonabnehmer, vor allem die von DiMarzio, eine ganz bestimmte Elektrik sowie die neueste Version des Floyd-Rose-Vibratos. Deswegen waren die 540 Radius von Ibanez und mein eigenes Modell sich sehr ähnlich. Sie sagten damals: „Diese Gitarre könnte ein guter Startpunkt für unsere Zusammenarbeit sein.“ Also nahmen wir die 540 Radius, veränderten ihre Konturen ein wenig, änderten den Hals, die Bünde, die Tonabnehmer und auch die Potis – irgendwie änderten wir alles (lacht). Aber dennoch waren die 540 Radius und mein damaliger Eigenbau der Ausgangspunkt.

Äußerte Ibanez seinerzeit irgendwelche Erwartungen an dich?

Nun, es war ziemlich offensichtlich: Sie wollten ein Design, das auf meinen Erfahrungen als Gitarrist basiert, und ich suchte nach einer Firma, die genau die Gitarren baut, auf denen ich meinen Stil realisieren kann. Ich besaß damals Telecasters, Stratocasters und Les Pauls, aber ich konnte mit diesen Modellen meine Musik nicht spielen, jedenfalls nicht zwei Stunden lang vor Publikum. Die Gitarren verstimmen sich schnell und besitzen nicht die Features, die ich für meine Songs brauche. Das war immer ein Problem, deswegen begann ich ja überhaupt, meine eigenen Modelle zu bauen.

Ich bin absolut kein Vintage-Typ, wenn es um meine Musik geht. Meine eigenen Gitarren waren dann eben stimmstabil und sehr variabel, und Ibanez war auf Anhieb mit all meinen Vorschlägen einverstanden. Sie verhielten sich ja auch bei Steve sehr kooperativ, die Philosophie von Ibanez und Hoshino war immer schon, sehr eng mit Künstlern zusammenzuarbeiten. Sie suchten nicht jemanden, der einfach nur ihre Gitarren hochhält, sondern sie wollten herausfinden, woran bestimmte Typen von Gitarristen interessiert sind.

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Ibanez JS-2410

Es gab also mehr Wünsche und Hoffnungen als Erwartungen.

Es war eine Balance aus allem. Um eine florierende Firma zu sein, muss man natürlich auch bestimmte Erwartungen haben. Es handelt sich nun einmal um ein Unternehmen mit Angestellten, also müssen sich ihre Produkte auch verkaufen lassen. Ibanez und mir gefiel von Anfang an die Vorstellung, eine Gitarre zu kreieren, die auch möglichst vielen anderen Musikern zusagt. Natürlich hatten wir unterschiedliche Erwartungen, aber die Zielrichtung war die gleiche. Bei Ibanez gibt es eine große künstlerische Ader, vor allem in Person von Bill Reim, dem Präsidenten von Hoshino USA, der damals Art-Director der Firma war. Er hatte immer schon einen hohen künstlerischen Anspruch. Als wir seinerzeit an unserem ersten gemeinsamen Modell arbeiteten, hatte Reim stets ein Auge auf den künstlerischen Aspekt der Gitarre. Die gesamte Firma investiert zudem viel Arbeit, um ständig neue Dinge auszuprobieren. Bevor das JS-Modell auf den Markt kam, existierten fünf oder sechs unterschiedliche Prototypen, die allesamt radikal anders waren. Wir probierten wirklich alle Optionen aus.

Und wie lange dauerte es, bis das erste Satriani-Signature-Modell komplett fertig und der Konstrukteur in dir rundum zufrieden war?

Insgesamt etwa ein Jahr, obwohl ich die Prototypen sofort zu spielen begann. Ich hatte schon ein erstes Modell im Jahr 1988, als meine Tour zum Album begann. Und auf der Tour mit Mick Jagger spielte ich eine weiße JS-1, das schwarze Modell war der Original-Prototyp, eine modifizierte 540. Ich spielte die Modelle, an denen wir arbeiteten, relativ lange. Als dann 1990 das Chrome-Modell auf den Markt kam, lief die Produktion der JS-1 bereits auf Hochtouren. Die Gitarre klang also bereits sehr früh wirklich großartig, aber wie bei jedem anderen Gitarristen änderte sich auch mein Geschmack alle paar Monate, sodass wir eigentlich ständig kleine Veränderungen vornahmen, vor allem bei den Tonabnehmern. Letztendlich perfektionierte ich immer mehr die Radius, und Ibanez reagierte stets direkt darauf. Aber wie schon gesagt: Die Gitarre klang sehr früh bereits ausgesprochen gut.

Inwieweit waren die Les Paul, Telecaster und Stratocaster für dich und deine besondere Spieltechnik die falschen Modelle?

Sie waren zumindest für eine komplette Show nicht tauglich, denn die Joe-Satriani-Show ist nun einmal eine ganz ungewöhnliche Sache. Ich stellte fest, dass ich auf der Bühne rund zweieinhalb Stunden ausschließlich Feedbacks, Riffs, Harmonien und Soli spiele, aber nicht einmal eine Minute lang Rhythmusgitarre, allerhöchstens für 30 Sekunden. Außerdem gibt es da keinerlei Gesangs-Parts. Also musste ich meine Verstärker anders einstellen und meine Effektpedale dementsprechend ausrichten, denn meine Gitarre war nun einmal immer die Lead-Gitarre.

Deswegen achtete ich von Beginn an sehr genau darauf, wie meine Gitarre in Soli und beim Spielen von Melodien reagiert. Außerdem setzte ich immer schon das Vibrato-System sehr intensiv ein. Mit einer Les Paul geht so etwas bekanntlich gar nicht, mit einer Telecaster noch weniger, und die Stratocaster-Modelle waren jedes Mal sofort aus der Stimmung. Es konnte also nur eine neuartige Gitarre sein, mit der solch ein Stil funktioniert. Bei Steve Vais Modell liegt der Fall ja ganz ähnlich, auch wenn die Profile von Korpus und Hals hier etwas anders ist. Aber auch die JEM hat eine 25,5“- Strat-Mensur, Humbucker-Pickups und ein Floyd-Rose. Ibanez war sehr darauf bedacht, dass uns besonders das Vibratosystem wirklich zufrieden stellt. Und, was soll ich sagen? Die Stimmung bleibt erhalten, die Saiten rei- ßen nicht und die Gitarre ist trotzdem sehr dynamisch.

Welche Art Holz bevorzugst du bei deinen Gitarren generell?

Bei dieser Gitarre (zeigt auf sein rotes Modell, das er auf der Frankfurter Musikmesse dabei hatte) funktioniert Linde wirklich phantastisch. Ich besitze Vintage-Les-Pauls, ES-335-Modelle, Juniors, ich besitze Vintage-Telecasters und -Stratocasters, und in jeder Gitarre wurde das jeweils beste Holz für dieses Modell verwendet. Für die Les Paul sind Mahagoni und ein Maple-Top einfach perfekt, auch wenn nicht jedes Produktionsjahr gleich gut war (grinst vielsagend). Aber meine 55er Les Paul klingt wirklich fabelhaft. Ich besitze eine 58er Telecaster, die ganz wundervoll klingt, es ist die beste Telecaster aus Sumpfesche, die ich jemals gespielt habe. Ich habe eine 69er Maple Olympic White Stratocaster, die wirklich nach Hendrix klingt.

Was ich damit sagen will: Zu jeder Zeit haben die großen Gitarrenhersteller wirklich tolle Modelle gebaut, Gibson und Fender, vor allem in den Fünfzigern. Und ich denke, Ibanez hat das verstanden. Sie wissen, dass Musiker wie ich auch eine Vintage-Sammlung besitzen, und deswegen haben wir gemeinsam versucht, eine Gitarre zu bauen, die, anstatt irgendein anderes Modell zu kopieren und zu ersetzen, einzigartig ist und dennoch auch Standard-Sounds erzeugen kann.

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Ibanez JS 2400 Blue Chickenfoot

Würdest du dich als Gitarrensammler bezeichnen?

Ja, aber ich besitze ausschließlich Gitarren, die ich auch gerne spiele. Ich bin kein eiskalt rechnender Sammler – wenn du verstehst, was ich meine (lacht).

Wie viele Gitarren nennst du dein Eigentum?

So etwa 200.

Und wie viele davon sind Ibanez-Modelle?

Die meisten stammen tatsächlich von Ibanez, daneben besitze ich etwa 30 amerikanische Vintage-Gitarren, also Martin, Fender, Gibson, ein paar Rickenbacker – alles Instrumente, die ich auch auf meinen Alben spiele. Aber natürlich besteht die Sammlung überwiegend aus Ibanez-Modellen, inklusive sämtlicher Prototypen, die ich mitentwickelt habe. Allein zu dieser roten Gitarre, die ich heute dabei habe, existieren sechs oder sieben Prototypen, und sie alle sind wirklich sehr interessant. Vielleicht nicht interessant genug, um sie in Serie zu bauen und in großen Stückzahlen zu verkaufen, aber allemal gut genug, um sie zu behalten und von Zeit zu Zeit auszuprobieren.

Wir bauten JS-Modelle mit einem dünneren Korpus, JS-Modelle mit einem dickeren Korpus, wir nahmen drei Singlecoil-Pickups – wir experimentierten mit allen möglichen Dingen, wie z. B. mit dicken Bünden, einem zwischen den Bundstäbchen ausgehöhlten („scalloped“) Griffbrett, mit anderen Kopfplatten. Die JS-6 z. B. war eine wirklich interessante Variation: die typische JS-Korpusform, aber alles aus Mahagoni, keine Lackierung, sondern nur ein Öl-Finish und wie bei einer Tele liefen die Saiten durch den Korpus. Eine phantastische Gitarre, deren ersten Prototyp ich auf meinen Scheiben immer noch sehr gerne spiele.

Hast du eine Lieblingsfarbe für dein eigenes Modell?

Ich weiß nicht, ob ich überhaupt eine Lieblingsfarbe habe, ich bin da zu sehr von meiner Stimmung abhängig. Wenn eine Gitarre gut klingt, mag ich die Farbe, so einfach ist das bei mir. Manchmal diskutieren wir über die gewagte Theorie, dass unterschiedliche Farben unterschiedliche Sounds erzeugen, aber wir sind uns da nicht ganz sicher (lacht). Aber an einem Thema ist etwas dran: Bei alten Gitarren hat der Halsspannstab einen wirklich großen Einfluss auf den Sound der Gitarre. Alle Gitarren, ob sie den Hals angeschraubt, verleimt oder durchgehend haben, ändern ihren Klang bekanntlich schon mit dem Wetter. Innerhalb eines einzigen Monats kannst du feststellen, dass die Gitarre mal heavier, mal sanfter, mal heller, mal dunkler klingt. Das Holz arbeitet, auch der Hals und die Verbindung zwischen dem Holz und dem Halsspannstab ändert sich dadurch ebenfalls noch mal ein wenig.

Wenn du jetzt richtig heavy klingen willst und du nimmst dicke Saiten, dann kommt der Hals ja auch leicht nach vorne, die Saitenlage wird höher, und so können die Saiten viel besser Resonanzen erzeugen. Dann ist die Gitarre zwar schwieriger zu spielen, erzeugt aber einen unglaublich fetten Klang. Wenn du eine leichtere Bespielbarkeit haben willst und den Spannstab anziehst, dann wird auch der Sound komprimierter. Zu denken, dass eine Gitarre immer gleich klingt, ist also ein Irrglaube. Die Wahrheit ist: Sie klingt immer anders! Deshalb sollte man stets auch den Spannstab im Auge behalten. Wenn wir auf Tour sind und bis zu 500 Kilometer pro Tag reisen, dann verzieht sich die Gitarre und man muss sie abends neu justieren.

Joe, was würdest du sagen: Haben Ibanez-Gitarren deinen Stil verändert oder hat deine Spieltechnik die Ibanez-Gitarren verändert?

Das ist eine wirklich intelligente Frage. Ich würde sagen: Beides trifft zu. Irgendwie hat alles einen Einfluss auf Musiker, es gehört zu einem menschlichen Individuum, dass es sich durch Erfahrungen verändert. Ein Beispiel: Wenn du als Musiker feststellst, dass das Vibrato-System deiner Gitarre immer in Stimmung bleibt, spielst du mit dem Vibrato-System viel aggressiver, als wenn jedes Mal die Stimmung verloren gehen würde. Auf diese Weise halfen mir die neu entwickelten Gitarren dabei, Pionier für ein bestimmtes Gitarrenspiel zu werden. Ich denke, dass die Weiterentwicklung der Radius dafür gesorgt hat, dass ich Legato und auch einen bluesigen Stil mit vielen Bendings mit nur einer Gitarre spielen kann, während ich zu Beginn meiner Laufbahn dafür eine Blues-Gitarre und zusätzlich eine moderne Gitarre hätte nehmen müssen. Um beides auf einer Gitarre spielen zu können, dafür gab es anfangs noch gar kein Modell.

Als Ibanez mir die Möglichkeit gab, eine solche Gitarre zu entwickeln, war das eine phantastische Erfahrung für mich, denn jedes Mal, wenn ich spielte, konnte ich feststellen, dass sich auf ihr nun alle Gitarrenstile der zurückliegenden 60 Jahre kombinieren lassen. Wenn man viele Legato-Techniken spielen möchte, ist das auf einer Les Paul Junior oder Telecaster gar nicht möglich, aber Gitarren wie die JS oder die JEM erlauben einem die unterschiedlichsten Techniken. Ibanez hat auf Gitarristen wie Steve, Paul Gilbert oder mich gehört. Und wir konnten ihnen irgendwann sagen: „Jetzt können wir in unseren Shows all diese verschiedenen Stile und Sounds mit nur einer Gitarre spielen – von Jazz bis Shred.“

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Ibanez JS-2400 Cosby

Vor zwei Jahren hast du zusammen mit Peavey auch einen eigenen Signature-Amp entwickelt. Wie wichtig ist ein Verstärker generell für den Sound eines Musikers, verglichen mit der Bedeutung der Gitarre?

Das ist natürlich abhängig vom jeweiligen Song. Die Gitarre ist eine physische Erfahrung für den Gitarristen, er berührt sie ja mit beiden Händen. Wenn sie nicht zu ihm passt, ist es egal, über welchen Verstärker man sie spielt, sie klingt dann einfach nicht gut. Die Gitarre ist also das erste Werkzeug, mit dem man versuchen muss, gut zu spielen und das einen inspirieren muss, um wirklich ausdrucksvoll zu klingen. Die Gitarre hat Potis für Ton und Lautstärke, sie hat Tonabnehmer, sodass man unterschiedliche Sounds kreieren kann. Der Verstärker auf der anderen Seite reagiert natürlich auch auf das, was aus deinen Fingern herauskommt, auch wenn man ihn beim Spielen nicht direkt berührt. Das klingt zwar auf den ersten Blick widersprüchlich, aber wenn man viel Sustain haben möchte und es nicht vom Verstärker geliefert bekommt, klingt die Gitarre völlig anders. Es gibt also eine Beziehung untereinander, die funktionieren muss, basierend auf dem Stil, den man möglichst erfolgreich spielen möchte.

In meinem Fall mit der JSX-Linie gibt es fünf verschiedene Verstärker, die alle ziemlich unterschiedlich sind. Der JSX 120 ist völlig anders als der JSX mit 50 Watt und der wiederum unterscheidet sich vom JSX Mini, einem 5 Watt starken Class-AVerstärker. Jeder von ihnen bietet dem Gitarristen ein unterschiedliches Feeling an. Der große JSX ist sehr kraftvoll mit viel bottom end, hat aber auch einen offen klingenden Vintage-Kanal. Seine unterschiedlichen Kanäle geben einem viele Variationsmöglichkeiten. Das Gegenteil dazu stellt der kleine JSX Mini dar, der durch und durch Retro ist und ebenso gut für Gitarren wie für Mundharmonika geeignet ist.

Welcher dieser Signature-Amps ist dein Lieblingsverstärker?

Ich spiele sie alle. Ich habe gerade ein neues Album produziert, auf dem ich den JSX Mini ebenso gespielt habe wie das JSX-50-Watt-Modell, das für die meisten Rhythmusgitarren eingesetzt wurde. Der JSX 120 ist in einigen Rhythmus-Parts, in den meisten Soli und vor allem den heavy Riffs zu hören. Es war toll, sie alle zur Verfügung zu haben. Ich habe damals zu Peavey gesagt: „Ich bin kein Typ für nur einen Verstärker. Rechnet also nicht damit, dass es nur den einen Joe-Amp geben kann. Ich brauche sechs oder sieben, um wirklich meinen ganzen Geschmack abzudecken.“ Und Peavey waren von der Idee angetan, gleich fünf oder sechs Amps einer Baureihe anbieten zu können.

Bei den Gitarren verhält es sich anders: Die JS 1, die JS 2, JS 3, JS 4, die 1100 und die 1200 sind alle sehr ähnlich, während die JS 6 und die JS-600-Reihe total unterschiedlich sind. Denn sie haben einen Mahagoni-Korpus und andere Besonderheiten. Es gibt also sehr unterschiedliche Modelle, zu denen auch die JS 2000 gehört. Sie alle öffnen mit ihrer Technik und dem, was man mit ihr machen kann, eine neue Tür.

Wurden die Peavey-Amps denn auf der Grundlage deines Ibanez-Gitarren-Sounds entwickelt?

Wenn ich an Verstärkern arbeite, ist dies ganz ähnlich wie beim Entwickeln neuer Effektpedale: Wir decken die wichtigsten Gitarren-Sounds ab, also die von Ibanez, die von Fender, die von Gibson, und so weiter. Und für die modernen Gitarren gilt: Wir nehmen die Sounds der Universe, der 1000, dazu eine Vintage ES-335, eine alte Telecaster, eine Stratocaster, eine Les Paul, und auch eine Rickenbacker, und dann schauen wir, wie der Amp mit diesen unterschiedlichen Typen harmoniert. Genauso verhält es sich mit den Pedalen: Eine Les Paul verhält sich durch ein WahWah-Pedal gespielt völlig anders als eine Stratocaster. Man lernt eine Menge über seinen Verstärker und über seine Effektpedale, wenn man so etwas neu entwickelt.

 

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