Produkt: Jimi Hendrix Story
Jimi Hendrix Story
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Aus dem neuen Heft

Interview: Peter Frampton

Die Zeit macht vor niemandem halt, auch Gitarrenlegenden müssen dem Alter irgendwann Tribut zollen. Peter Frampton ist gerade 70 geworden und leidet an einer chronischen Muskelerkrankung, die ihm in Zukunft das Spielen schwer machen wird. Doch vorher will er sich auch auf deutschen Bühnen von seinen Fans verabschieden.

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Leider macht das Coronavirus den ursprünglichen Plänen Framptons einen Strich durch die Rechnung, denn die für Anfang Juni geplanten Konzerte seiner Abschiedstournee mussten, wie so viele andere auch, verschoben werden. Nichtsdestotrotz ist sein runder Geburtstag ein guter Grund, mit ihm auf sein Leben zurückzublicken – und auf das Album, dass eine Karriere für immer überstrahlen wird.

Peter, ich möchte mit dir auf wesentliche Stationen deiner Laufbahn schauen, von den Anfängen bis zur kommenden letzten Tour. Du spielst seit 1957 Gitarre, damals warst du gerade sieben Jahre alt, und bist schon früh Profi gewesen. Hast du je einen normalen Job gehabt?

Nein, nie. (lacht) Als ich in der Schule war, habe ich mal Zeitungen ausgetragen. Aber ich war nicht sehr gut darin. Ich schaffte es nicht, früh aufzustehen und war meist unpünktlich. Der einzige andere Job, den ich je hatte, war in einem Musikladen. Ich war damals zu jung für eine richtige Stelle und arbeitete dort an Samstagen als Assistent.

Wie für die meisten englischen Gitarristen deines Alters war Hank Marvin der erste große Einfluss. Warum bist du kein Fender-Mann mit einer Strat in Fiesta Red und Ahornhals geworden?

Das ist alles die Schuld meines Vaters. (lacht) Auch er hat die Shadows geliebt. Ich sagte: „Papa, ich möchte eine solche rote Stratocaster haben.“ Er antwortete: „Nein. Das ist keine Gitarre. Das ist nur ein Stück Holz. Du brauchst etwas mit Löchern drin.“ Er war nicht sehr begeistert von Solidbodies und hat das Prinzip damals noch nicht verstanden. Das führte dazu, dass ich den größ­ten Teil meines Lebens Humbucker statt Singlecoils spielte. Erst bei The Herd, wo ich von 1966 bis 1968 aktiv war, hatte ich erst­mals eine Stratocaster. In den späten 1960ern oder frühen 1970ern kaufte ich dann schließlich eine 55er-Strat, die genauso aussah wie die von Hank. Am Ende hatte ich dann also doch eine.

Schon früh in deiner Laufbahn, Mitte der 1960er-Jahre, hast du in Bands wie den Trubeats, den Preachers oder den erwähnten The Herd gespielt und warst dort von Leuten wie dem Stones-Bassist Bill Wyman oder dem späteren Status-Quo-Mitglied Andy Brown umgeben. Welchen Eindruck hat das auf dich gemacht? Warst du damals nah dran an Größen wie Clapton, Hendrix, Jeff Beck oder Peter Green?

Ich war ein Stück jünger als sie, so rund fünf Jahre. Aber ich habe es geschafft, in die Clubs zu kom­men, in denen sie gespielt haben. Ich habe Hendrix früh gesehen, auch Clapton, Peter Green und Mick Taylor – fast alle außer Jimmy Page. Als ich 14 Jahre alt war, hat mich Bill Wyman mit nach London genommen und mich kurz darauf in die dortige Clubszene ein­geführt. Ich hätte da noch nicht rein­gedurft, aber er hat mich reinge­bracht. Ich traf den Rest der Stones, dazu einige andere sehr bekannte Bands. Eines Tages sah ich Jimi Hendrix in einem Club.


ON TOUR

PETER FRAMPTON – FINALE: THE FAREWELL TOUR

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden alle Konzerte auf das erste Quartal des kommenden Jahres verschoben. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.

Die Termine, sobald sie feststehen, findet man unter: rbk-fusion.de/on-tour/


Das war, bevor er berühmt wurde. Er saß dort mit der Band. Dann nahm er die Gitarre eines Rechtshänders, drehte sie einfach um, ohne sie anders zu besaiten, und spielte darauf genau so gut wie auf seiner.

Warst du damals auch ein Bluesfan, wie viele der englischen Gitarristen dieser Zeit?

Ich war ein großer Bluesfan. Aber mir wurde damals klar, dass alle auf Erics Pfaden unterwegs waren und ihn kopierten. Sein Stil, und auch der von Peter Green, hatte etwas sehr Verführerisches. Ich dachte mir: Es gibt genug Leute, die das machen. Ich möchte anders sein. Ich hatte neben meiner eigenen auch die Musik mei­ner Eltern gehört, speziell das Quintette du Hot Club de France mit Django Reinhardt und Stéphane Grappelli. Beim ersten Hören habe ich es gehasst. Aber du kannst Django Reinhardt nicht für längere Zeit hassen. (lacht) Es war einfach anders – und man braucht wohl einen gewissen Horizont, um zu verstehen, dass dieser Typ der vielleicht beste Gitarrist aller Zeiten war, allein schon wegen seiner erfinderischen Kreativität. Ich folgte also mehr der Jazz-Route und habe den Blues eine Zeit lang ausgesperrt.

Abgesehen von den Effekten ist Framptons Live-Rig relativ simpel: Les Paul & Marshall. (Bild: Rob Arthur)

Damals bekamst du auch deine erste Les Paul Black Beauty mit P90-Pickups.

Das muss 1966 gewesen sein. Ich glaube, sie ist dann bei Tony Hicks von den Hollies gelandet. Jedenfalls habe ich sie damals mit zu ihm genommen und dann wahrscheinlich dort gelassen. Aber egal. Jedenfalls war das meine erste.

Es war zu jener Zeit nicht deine Art von Gitarre.

Sie hat mir damals nicht sonderlich gefallen. Deswegen bin ich in dieser Phase mit The Herd zur Strat gewechselt. Ich fing dort mit einer Guild Starfire an. Die mochte ich sehr. Danach spielte ich die erwähnte Les Paul. Sie war dunkler im Klang, was mir nicht übermäßig zusagte, also wechselte ich zur Strat.

Nach einem Konzert im Jahr 1970 bekam Peter Frampton…
… die berühmte „Phenix“ mit drei Humbuckern geschenkt.

Die nächste Les Paul, die ich dann spielte, war die vom Cover von ,Frampton Comes Alive!‘.

Die berühmte „Phenix“. Über sie und das Album werden wir gleich noch ausführlich sprechen…

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