Röhren-Talk, Rolling-Stones-Bassist und ein Wochenende, das lange nachhallt

Guitar Summit 2026 – Tag 3: Der Sonntag hatte es noch einmal in sich

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(Bild: Joris Henke)

Was für ein Wochenende! Drei Tage lang war der Rosengarten das Zuhause aller, die für Gitarre und Bass brennen. 659 Marken zum Anfassen, sieben Bühnen voller Workshops, Konzerte, die man so schnell nicht vergisst – und überall Menschen, die gefachsimpelt, ausprobiert, gestaunt und gelacht haben.

Von der Öffnung der Türen am Freitagmorgen über unzählige Stunden an den Ständen und in den Workshops, die Jubiläumsfeier zu 40 Jahren Gitarre & Bass und zwei Konzertabende im Mozartsaal bis zum letzten Workshop am Sonntagnachmittag: Dieser Summit hatte so viele Höhepunkte, dass sich kaum einer herauspicken lässt.

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(Bild: Joris Henke)

Der größte Dank geht an euch, die Besucherinnen und Besucher. Ihr seid von überall angereist, habt die Gänge gefüllt, die Workshops gestürmt und jedem Konzert eure Energie geschenkt. 35 Prozent von euch waren zum ersten Mal dabei – schön, dass ihr da wart, und willkommen in der Familie! Ohne euch wäre der Summit nur eine Ansammlung von Ständen, mit euch ist er ein großes Familientreffen.

Das Guitar-Summit-Team (Bild: Joris Henke)

Danke auch an alle Aussteller, Artists, Dozenten und Partner und an das gesamte Team vor und hinter den Kulissen, das diese drei Tage möglich gemacht hat.

Und wer jetzt schon Entzugserscheinungen hat: Der GUITAR SUMMIT 2027 findet vom 24. bis 26. September 2027 statt. Die Early-Bird-Tickets für alle drei Tage sind ab sofort erhältlich – wer früh bucht, zahlt weniger!


Der Sonntag: Letzte Runde, volle Gänge

Wer glaubt, am dritten Tag wird es ruhiger, kennt den Summit nicht. Auch am Sonntag waren die Gänge voll, an den Ständen wurde bis zum Schluss angespielt.

(Bild: Joris Henke)

Für viele ist der Sonntag der Tag der Entscheidung. Man kehrt zu dem Stand zurück, an dem man am Freitag oder Samstag hängen geblieben ist. Nimmt die Gitarre noch einmal vom Haken. Spielt das Riff noch einmal durch.

(Bild: Joris Henke)

Andere nutzten die letzten Stunden, um sich Tipps direkt bei den Profis zu holen – oder einfach noch einmal durch alle Ebenen zu schlendern, bevor sich die Türen für dieses Jahr schlossen.

(Bild: Joris Henke) (Bild: Joris Henke)
GUITAR SUMMIT  |  ACADEMY
» Learn.   » Play.   » Grow.

Zum ersten Mal hatte die Guitar Summit Academy in diesem Jahr einen eigenen Stand – und der war ein beliebter Treffpunkt. Beim Meet & Greet konnten Besucher ihre Dozenten ganz persönlich kennenlernen, Fragen stellen und sich Tipps abholen.

Guitar-Summit-Academy-Dozent Victor Smolski im Gespräch mit Fans

Mit im Gepäck waren zwei neue Masterclasses: In „Phrasing, Feel & Sound“ widmet sich Martin Miller den Feinheiten, die guten Sound erst ausmachen: Bending, Vibrato, Artikulation und Muting.

Victor Smolski stellt in „Metal Riffing Mastery“ die Rhythmusgitarre in den Mittelpunkt – kraftvolle Riffs als Fundament des Metal statt Solo-Shredding.

Millers Kurs ist bereits erschienen, Smolskis Masterclass folgt im Oktober und kann schon jetzt vorbestellt werden.

Alle Kurse gibt es unter academy.guitarsummit.com


Best of Interviews

Auch abseits der Bühnen gab es Einblicke: Unser Social-Media-Team hat das ganze Wochenende über Künstlerinnen und Künstler vor die Kamera geholt. In kurzen Interviews ging es um ihre Musik, ihr Lieblings-Gear und ganz persönliche Summit-Momente.


40 Jahre Gitarre&BassKein Abo.Kein Haken.Drei Ausgaben gratis.

Ein Geburtstag ist erst komplett, wenn es Geschenke gibt. Zum 40. Jubiläum von Gitarre & Bass bekommen alle Summit-Besucher drei Ausgaben als kostenlose Digital-Hefte – ohne Abo und ohne automatische Verlängerung! Einfach reinlesen und herausfinden, warum es das Heft seit vier Jahrzehnten gibt.

Hier kommt ihr an eure digitalen Gratis-Ausgaben:


Workshops & Masterclasses

Der Sonntag war kürzer als die beiden Tage davor, aber kein bisschen weniger dicht: Bis in den späten Nachmittag lief auf allen Bühnen Programm.

(Bild: Florian Kollin)

Wird es nach 2030 noch Elektronenröhren geben? Mit dieser Frage eröffneten Tube Amp Doctor, Blackstar, Friedman, Fryette und Marshall den Sonntag. Erste Umfrage im Saal: Wer spielt einen Röhrenamp? Alle bis auf einen. „The audience is a bit biased“, hieß es trocken vom Podium. Schon die Definition von „analog“ sei heute nicht mehr so einfach, viele Hersteller suchen nach Wegen, beide Welten sinnvoll zu verbinden. Einig war sich die Runde trotzdem: „Playing through a real tube amp just feels better.“ Dave Friedman zitierte Phil X: „The modeler lacks the danger.“ Wer weniger Werkzeuge hat, muss eben härter für sein Ergebnis arbeiten.

(Bild: Florian Kollin)

Vier Jahrzehnte Bassbau aus Braunschweig: Zum Jubiläum erzählte Sandberg-Gründer Holger Stonjek, wie alles begann. Sein erstes Instrument war so kopflastig, dass er eine Flasche Bier an den Korpus band. Als die leer war, musste eben ein neuer, besser ausbalancierter Korpus her. Viele solcher Anekdoten hat er in seinem Buch „The Face of Bass“ festgehalten. Später baute er vor allem für die Wolfsburger Metal-Szene, den Namen lieferte die erste Adresse „Am Sandberg“. Für das Logo mit den vier Punkten musste der Designer den Chef erst überzeugen – heute prangen sie auch auf dem Korpus, der in Presse und TV oft als Einziges zu sehen ist.

(Bild: Florian Kollin)

Seit rund einem Jahr spielt Thomas McRocklin .strandberg* – und hat seitdem gleich mitentwickelt: Am Arc-Tilt-Tremolo-System war er beteiligt. Das Ergebnis begeistert ihn sichtlich, denn endlich kann er ganze Akkorde benden, ohne dass sie verstimmt klingen. Musikalisch denkt er ohnehin gern wie ein Sänger: In seinen Songs übernimmt die Gitarre oft Melodielinien, die eher an Gesang erinnern. Und sein Tipp gegen trockene Messehände? Einfach den Moisturizer der Frau ausleihen.

(Bild: Joris Henke)

Mit Devin Townsend stand einer der meisterwarteten Namen des Wochenendes auf der I’m Sound Stage. Über Strapping Young Lad, seine Soloalben und unzählige Projekte hat der Kanadier einen Sound geprägt, den man sofort erkennt: dicht, riesig und trotzdem voller Details. In „Devin Townsend’s Wall of Sound“ ließ er hinter die Kulissen blicken, wie diese Klangwand entsteht.

(Bild: Florian Kollin)

Errorhead, Session-Arbeit, eigene Produktionen: Marcus Deml gehört zu den vielseitigsten Gitarristen des Landes – und hält sein Setup trotzdem erstaunlich simpel. „Der Drive kommt aus dem Pedal, der Marshall ist auf Zimmerlautstärke. So wie man das zuhause hat. Neben dem Kamin.“ Neu ist sein Pure-Set von Kloppmann, bei dem er sich einen „sechsten oder siebten Gang“ gewünscht hat. Das Ergebnis klinge „wie Brian May auf Steroiden“. Für Lacher sorgten seine Geschichten zu den Songs und eine Kinski-Imitation, zum Schluss gab’s dann den „slowest fucking blues ever“.

(Bild: Joris Henke)

Auf diesen Workshop hatten viele Bassistinnen und Bassisten gewartet – entsprechend groß war der Andrang. Darryl Jones hat bei Miles Davis und Sting gespielt und ist seit über drei Jahrzehnten der Bassist der Rolling Stones. Wer ihm auf der Bass Stage zusah, erlebte, wie viel Groove, Gelassenheit und Erfahrung in jeder einzelnen Note stecken.

(Bild: Florian Kollin)

Nach dem All Star Jam war Fredrik Åkesson am Sonntag noch einmal zu erleben – und freute sich über jede Frage. Die meisten drehten sich ums Gear: Den Gain liefert ein MXR-Eddie Van Halen-Pedal, dahinter läuft ein recht clean eingestelltes JCM800-Modul von Synergy. Dazu kommt eine PRS mit Floyd Rose, gern auch mit 24,5er-Mensur. Bei den Pickups setzt er mal auf PRS, mal auf die Duncan-Kombi aus JB und ’59. Das Piezo-Signal schickt er durch ein TC Electronic Plethora und mischt es gern mit dem E-Sound. Jeder Song hat eigene Effekt-Settings – wie er sich das alles merkt, fragt er sich manchmal selbst. Gelernt hat der Opeth-Gitarrist fast alles allein, nur mit 22 ging er ein Jahr zur Musikschule.

(Bild: Joris Henke)

Am Samstagabend hatte Ronnie Romero beim All Star Jam noch Dio-Klassiker ins Mikro geschmettert, am Sonntag zeigte er mit Ragnar Zolberg die leise Seite. Mit Ovation-Gitarren auf der Acoustic Stage präsentierten die beiden Musiker, die man sonst deutlich lauter kennt, ein Duo-Set voller Stimme und Gefühl.

(Bild: Joris Henke)

Zu den letzten Programmpunkten des Wochenendes gehörte Don Ross mit „Playing Fingerstyle Guitar with Groove“. Ein Thema, das kaum jemand glaubwürdiger vertreten kann.


ROCK ANTENNE Stage: Talks & Interviews

Auch am letzten Tag wurde auf der ROCK ANTENNE Stage fleißig geplaudert. Den Anfang machte Matteo Mancuso im Interview, gefolgt von Thomas Blug im BluGuitar-Talk.

(Bild: Florian Kollin)

Am Vortag hatte Mick Taylor von That Pedal Show zum ersten Mal eine Gitarre von Gerhard Schwarz gespielt – Urteil: „spectacular“. Schwarz schraubt seit seinem 16. Lebensjahr an Gitarren, sein Rezept: oft scheitern, zerlegen, notfalls mit der Bandsäge. Dass Holz den Klang prägt, war für beide klar. Um herauszufinden, was die Hardware ausmacht, kaufte Schwarz mindestens zehn Brücken aus den Jahren 1957 bis 1965, die jeweils schnell mal rund 3.000 Euro kosten können. Noch schwieriger sind die Anker: „You have to destroy vintage guitars and pull them out.“ Die Originalteile ließ er anschließend an Universitäten metallurgisch analysieren.

Später sprachen Ian Martin Allison mit BassTheWorld, Devin Townsend mit ROCK ANTENNE und Mary Spender im Martin Guitars Talk. Den Schlusspunkt setzte Greg Koch im Gespräch mit Kris & Guillaume.


Bis nächstes Jahr!

Der Guitar Summit 2026 ist Geschichte – die Vorfreude auf 2027 beginnt jetzt. Wir sehen uns vom 24. bis 26. September 2027 wieder im Rosengarten. Bis dahin: Saiten wechseln, fleißig üben und die Gitarre nicht zu lange im Koffer lassen!

Eure Early-Bird-Tickets für 2027 bekommt ihr schon jetzt:

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