Gitarren-Gipfeltreffen

Das war der Guitar Summit 2018

FOTO: Dieter Stork

Vom 7. bis 9. September 2018 ging im Mannheimer Rosengarten der Guitar Summit über die Bühne. Die Show, von Gitarre & Bass ausgerichtet, fand zum zweiten Mal statt und war ein voller Erfolg! Über 6000 Besucher waren ein Wochenende lang im Gitarren- und Bass-Rausch, besuchten die über 160 Workshops, Masterclasses und Konzerte, und tauschten sich mit Gleichgesinnten aus – ein echtes Szene-Treffen! Für alle, die nicht dabei sein konnten – hier kommen ein paar Impressionen. Und das Datum für das kommende Jahr steht auch schon fest, bitte notieren: Der Guitar Summit 2019 findet vom 27. bis 29. September 2019 statt!

Um ein erstes Fazit gleich vorwegzuschicken: Alle waren begeistert, nahezu jeder fühlte sich pudelwohl. Besucher wie Aussteller kamen voll auf ihre Kosten, in vielerlei Hinsicht. Drei Tage lang gab es alles zu sehen, zu fühlen, zu hören und testen, was das Gitarristen/ Bassisten-Herz höher schlagen lässt: Instrumente und Amps von günstig bis hoch in die Boutique-Preiskategorie, oder Effektgeräte, mit denen sich so ziemlich jeder vorstellbare Ton erzeugen lässt. Darüber hinaus Zubehör, mit dem sich das (Musiker-)Leben leichter, aufregender, inspirierter und irgendwie auch schöner machen lässt. Kein Wunder also, dass man an diesem langen Summit-Wochenende ausschließlich zufriedene Gesichter sah, egal wohin man blickte.

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Workshops & Masterclasses

Einer der wichtigsten Treffpunkte für die Besucher waren auch diesmal die auf drei Ebenen verteilten sieben Bühnen mit ihren über 160 Workshops. Hier gab es eine Menge zu lernen, zu staunen, Neues zu entdecken oder einfach nur die Möglichkeit, seinen Idolen ganz nahe zu sein. Auf der Shure-Silent-Stage in Ebene 1 beispielsweise ging es vergleichsweise hart und heftig zu. Mattias IA Eklundh zeigte seine fabelhaften Fingerfertigkeiten auf seiner achtsaitigen Caparison-Gitarre, die sichtbar Spuren seines umtriebigen Tour- Lebens trägt. Zu Beginn seiner Performance fremdelte der Schwede noch ein wenig mit dem für ihn ungewohnten In- Ear-Sound auf der Bühne, aber auch das war nach wenigen Takten vergessen.

Einen betont berufsorientierten Ansatz artikulierten Markus Vieweg und Frank Schulze-Brüggemann in ihrem Vortrag über Eckpfeiler des Profimusikerdaseins. Die Botschaft der beiden: Es gibt nur wenige Regeln, die es einzuhalten gilt, aber die sind essentiell wichtig. „Seid pünktlich und zuverlässig, habt euer Equipment immer tadellos in Ordnung, und: weniger ist mehr.“ Denn, so Schulze-Brüggemann: „In diesem Business muss alles super schnell gehen und auf Anhieb funktionieren.“ Die wichtigste Lektion aber lautet: „Jeder hat seine Macken, sei aber trotzdem kein Arschloch!“

Thomas Blug wiederum referierte über den „Spaß am Üben“ und stellte eine steile These auf: Auf Grundlage deutscher Kinderlieder lasse sich das kompositorische Geheimnis von Joe Satriani bis Police (‚Walking On The Moon‘), von den Eagles bis David Gilmour dekodieren. Blug: „Eigentlich spielt Satriani den ganzen Abend ‚Alle meine Entchen‘, nur mit wechselnden Bass-Tönen.“ Eine weitere Message an alle Musiker: Haltet die Songs simpel und achtet auf einen guten Groove, denn: „Wenn es auf der Bühne groovt, bleiben die Mädels da!“ Das seiner Meinung nach wichtigste Rüstzeug für jeden Gitarristen: „Pentatonik plus x, und man kann 98% aller Songs dieser Welt spielen.“

Acoustic-Fingerstyler Timo Brauwers wiederum hatte seine eigene Methode, um die Zuschauer zum Mitmachen zu bewegen: „Wenn ich blöde gucke, bitte sofort anfangen auf zwei und vier zu klatschen“, erläuterte er, um anschließend ‚Everybody‘ von den Backstreet Boys anzustimmen und den Zuhörern zu erklären, an welcher Stelle das signifikante „yeah, yeah“ im ganzen Saal zu ertönen habe. Last but not least: Als wohl spektakulärste Neuerung des zweiten Summits gab es insgesamt 13 exklusive Masterclasses mit Weltstars wie Stu Hamm, Phil X, Uli Jon Roth, John Browne, Mattias IA Eklundh oder Marcus Deml, bei denen eine streng limitierte Anzahl von Teilnehmern diesen Könnern direkt auf die Finger schauen und wichtige Lektionen für ihr eigenes Spiel mitnehmen konnte.

Stars

Wer waren die Stars des diesjährigen Guitar Summits? Neben den Workshop-Heros wie Victor Smolski, John Browne, Mattias IA Eklundh, Thomas Blug, Marcus Deml oder Martin Miller waren es der Ex-Scorpions- Gitarrist Uli Jon Roth und ohne Zweifel wieder einmal Weltklassebassist Stu Hamm (Joe Satriani, Steve Vai, MSG), der mit gewohnt freundlicher, verbindlicher und kompetenter Ansprache seine grandiosen musikalischen Fähigkeiten in den Dienst der guten Sache stellte. Dass der Mann eine (Bass-) Liga für sich ist, konnten seine Schüler in der Masterclass am eigenen Leib erfahren.

Permanent umlagert war auch Akustikgitarrist Jon Gomm mit seiner verwitterten Lowden namens „Wunderwaffe Wilma“ (Gomm: „Der Name stammt von Colonel Wilma Deering aus der Fernsehserie Buck Rogers“), mit der er immer wieder wunderbare Klänge zaubert. Ein regelmäßiges Gänsehaut-Erlebnis: seine Version des Chaka-Khan-Megahits ‚Ain‘t Nobody‘. Und dann war da ja auch noch Phil X! Was für ein Typ!! Der Mann steht auf der Bühne – nur Mikro, Gitarre, Amp und Verzerrer – und die Leute rasten bereits nach wenigen Tönen komplett aus.

Der Bon- Jovi-Gitarrist ist der Prototyp des Rock’n‘Roll-Superstars – smart, attraktiv, unglaublich charmant, eloquent und als Musiker der Hammer! Wenn Phil X rasiermesserscharfe Led-Zeppelin-Riffs aus der Hüfte feuert (‚Whole Lotta Love‘), AC/DC zitiert (‚Back In Black‘), seine Liebe zu Van Halen unter Beweis stellt (‚Ain’t Talkin’ ‘bout Love‘) und dem Funk-Hit ‚Superstition‘ seine Rock-DNA geradezu intravenös einflößt, kocht der Saal. Und er war auskunftsfreudig bei Fragen zu seinem Equipment. „I love P-90“, gestand er zur Wahl seines bevorzugten Pickups und drehte zum Beweis sofort am Volume-Poti seiner orangefarbenen Framus Custom Shop Masterbuilt Phil XG Signature, um zu zeigen, wie variabel dieser Tonabnehmer bei Veränderung der Lautstärke klingt. Übrigens: Zum Ende seines frenetisch umjubelten Workshops gab es dann noch eine kleine Bon-Jovi-Anekdote: „Ihr glaubt, dass man vor allem Glück braucht, um eines Tages von Jon Bon Jovi in dessen Band berufen zu werden? Ihr irrt! Es ist der hart erarbeitete Lohn eines Musikers, der viele Jahre lang nur eines machen konnte: sich immer wieder für Jobs anbieten und – wenn er genommen wurde – auch entsprechend geliefert hat.“

Was gab es noch?

Auch das Rahmenprogramm des 2018er Guitar Summits konnte sich erneut sehen lassen. Am Samstagvormittag fand direkt vor den Toren des Rosengartens wieder ein Musikerflohmarkt statt. Das schöne Wetter und die Aussicht, anschließend noch den Summit besuchen zu können, hatten etliche private Anbieter und diverse Schnäppchenjäger angelockt. Auf Ebene 1 des Summits glühten wiederum die Lötkolben in der Do-It-Yourself- Area, wo unter Anleitung des Tube Amp Doctors an einem Combo-Bausatz geschraubt und gelötet wurde. Mit Erfolg, wie man am Samstagabend um kurz vor Mitternacht sehen konnte. Wer kann schon von sich behaupten, seinen eigenen Verstärker gefertigt zu haben? Ebenfalls ein großer Zuschauermagnet: der Gitarren-Unterricht von Peter Bursch, dem „Gitarrenlehrer der Nation“. Viele von uns haben durch Bursch die ersten Akkorde und Lieder gelernt. Sein Credo lautet auch heute noch: Jeder ist musikalisch, man muss sich nur trauen. Das Gleiche galt auch bei den Ukulele-Circles am Stand von Ortega.

Finale Höhepunkte: Die Guitar Summit Partys

Wie schon im vergangenen Jahr waren auch diesmal wieder die Guitar Summit Partys im Mozartsaal der krönende Abschluss am Freitag- und Samstagabend. Am Freitag lautete das Motto „Acoustic Party“, auf der großen Bühne zu sehen waren unter anderem Ilona Boulou, Regina Bakhritdinova, Magdalena Kowalczyk, der Akustikbass-Fingerpicking-Künstler Dmitry Lisenko, der unglaublich unterhaltsame Petteri Sariola und natürlich Jon Gomm, deren bisweilen atemberaubend filigrane Fingertechnik im großen und gut gefüllten Saal gefeiert wurde. Am Samstagabend hieß es dann „Electric Party“, zu der zunächst die Band Sommerplatte mit Hanno Busch und Claus Fischer geladen hatten und ihre Adaption von moderner Jazz-Musik darboten. Große Klasse!

Danach enterte Marcus Deml mit seiner aktuellen Band The Blues Poets die Bühne und das Publikum im rappelvollen Mozart-Saal hing ihm bei jeder Note des energiegeladenen Blues-Rocks am Plektrum. Großes Tennis! Beim abschließenden All-Star-Jam feuerte Thomas Blug‘s Rockanarchy aus vollen Rohren. Zu bekannten Klassikern der Rockgeschichte gesellten sich nach und nach mit Phil X, Stu Hamm, Uli Roth, Mattias IA Eklundh, Larry Mitchell, Martin Miller, Tom Quayle und Pete Thorn ein Großteil der 2018er-Summit-Elite, um erst nach einem furiosen Jamsession-Finale mit allen Beteiligten die begeistert mitgehende Saalbelegschaft spät in ihre (Hotel-) Betten zu entlassen.

Fazit

Mehr geht nicht, könnte man meinen. Nach nur zwei Ausgaben ist der Guitar Summit bereits zur festen Institution für Gitarristen und Bassisten unterschiedlichster Stile geworden. Aber natürlich gilt für uns: Nach dem Summit ist vor dem Summit! Wir nehmen die vielen zufriedenen Austeller und Besucher als Ansporn, noch besser, noch vielseitiger, noch ideenreicher zu werden. Der Guitar Summit wird im kommenden Jahr in die dritte Runde gehen, deshalb gilt schon jetzt: Save The Date! Am 27. bis 29.09.2019 sehen wir uns alle wieder.

3 Kommentare zu “Das war der Guitar Summit 2018”
  1. Paul Wright

    Hello Dieter

    Please send me the prospectus for 2019 when it is available and the information relating to 2018 event that has just passed

    Best

    Paul Wright

    Antworten
  2. Danke, danke, danke! War wieder ein super Event, wir haben viel gelernt und das Wochenende sehr genossen!

    Antworten
  3. Thanks for a really great weekend! Glad of being part of your Community. This year I got new ideas and inspiration from NeoSoul guitarist Gene Caberra. Funk/Soul Rhythm guitar might be a greatful enhancement for the future. To the whole Summit Team: please keep up your terrific work !

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