Pickepackevoll ausgestattetes Gadget für Gitarristen und Bassisten

Gadget mit Vollaustattung: Hotone Pulze Mini im Test

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(Bild: Hotone Audio)

Die chinesische Firma Hotone hat sich mit der Ampero-Modeling-Multieffekt-Serie, Effektpedalen und MIDI-Controllern bereits einen guten Ruf bei vielen Nutzern erarbeitet. Mit der Pulze-Serie sind nun auch Modeling-Amps hinzugekommen. Der handgroße „Westentaschen-Kollege“ Pulze Mini eignet sich zum Üben und Aufnehmen. Darüber hinaus kann die kleine Kiste noch als Bluetooth-Lautsprecher fungieren – sie ist vollgepackt mit Features und Sounds.

Der Pulze Mini passt auf den Küchentisch, die Dachterrasse oder in die Backstage-Umkleide und in jedes Gigbag sowieso. Dieser ultrakompakte Modeling-Amp ist dabei nicht nur für E-Gitarren-Anschluss konzipiert, sondern bietet auch für E-Bass und Akustikgitarre Sound-Lösungen. Das Gehäuse ist aus Plastik und wirkt ausreichend robust. In der Hand fühlt sich der Pulze Mini mit rund 0,3 kg schwerer an, als er aussieht.

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VIEL DRIN

Als Modeling-Engine fungiert die Hotone-eigene „CDCM HD + F.I.R.E.“-Technologie. Darin inkludiert sind 52 Amp-Modelle, 48 Cabinet-Simulationen inklusive offizieller Celestion-IRs und 191 Effekte. Bis zu sieben können hier gleichzeitig genutzt werden.

Für eine mehr als ausreichende Soundvielfalt stehen schließlich 200 Speicherplätze für Presets zur Verfügung. Außerdem können für eigene Impulse Responses 20 ins Gerät hochgeladen werden.

Die Steuerung lässt sich am Gerät selbst oder über die kostenfreie App „Pulze Editor“ (für IOS/Android) steuern. Als Anschlüsse sind vorhanden: Input, Stereo-Mini-Klinke als Kopfhöreranschluss, Volume-Regler und auf der Oberseite das farbige Display mit Menüführungstasten sowie Bluetooth- und An-/Aus-Druckschalter.

(Bild: Hotone Audio)

Per USB-C kann das Pulze Mini zudem an PC oder Mac angeschlossen werden und als Audiointerface (2 In / 2 Out, 24 Bit / 48 kHz) fungieren. Wer das Gerät gern per Fuß steuern möchte, findet bei Hotone mit dem optional erhältlichen „Pulze Control“ den passenden, kabellosen MIDI-Controller.

Die fünf Watt starke Endstufe macht den Pulze Mini in Kombination mit dem 2“-Lautsprecher dann zum Mini-Lautmacher.

Damit nicht genug: Zum Üben oder Jammen steht außerdem eine Drum-Machine mit 100 nach Genre unterteilten Patterns zur Verfügung, deren Tempo wählbar ist.

Auch Metronom und Tuner sind vorhanden.

Das Gerät läuft mit einem internen Akku, der je nach Nutzung über Lautsprecher oder Kopfhörer eine Laufzeit von fünfeinhalb bis elfeinhalb Stunden verspricht.

PULZE EDITOR

Der Pulze Mini lässt sich natürlich auch ohne App bedienen, aber dann nur recht rudimentär, denn man kann zwischen den Presets komplett oder nach Genre sortiert wechseln. Eine tiefere Menüführung ist jedoch mit der kostenlosen und sehr einfach zu installierenden App „Pulze Editor“ möglich. Das funktioniert einwandfrei, auf dem Smartphone wie auf dem Tablet. Kompliment an die Entwickler, denn es geht sehr intuitiv vonstatten und man weiß schon nach kurzer Zeit, wie die Steuerung funktioniert.

Im Wesentlichen gibt es zwei Modi: Den „Play Mode“ und den „Songlist Mode“. Dabei erlaubt der Play Mode das Editieren der einzelnen Parameter wie Gate (Dyn), Pedaleffekt vor dem Amp (Pre), Amp, Cab, EQ/MOD, FX1 und FX2. Die Auswahl ist so umfassend, dass hier in puncto Tongestaltung so gut wie nichts ausgelassen wurde.

Es gibt Vorschalttreter von klassischen Overdrive- und Distortion-Pedalen, Kompressoren, Phaser, Rotary, Chorus, Pitch, Basspreamps und einiges mehr. Auch bei den Amp-Modellen hat Hotone in die Vollen gegriffen: Hier finden sich das britische Besteck à la Vox, Marshall und Orange sowie diverse digitale Klone amerikanischer Vintage-Vertreter und namhafter Boutique-Klassiker wieder. Aus rechtlichen Gründen sind die Modelle teilweise leicht umbenannt, die Vorbilder sind jedoch sofort identifizierbar: „Marshell, Tweed, Black, Voxy, Soloist, Wrecker, Dumbell, Tang, Messe“ oder „Rector“ zum Beispiel – na, alles klar? Alles in allem stehen 52 zur Auswahl. Das ist mehr als genug.

Im nächsten Menüpunkt kommen die Impulse Responses. Bis auf die fünf offiziellen von Celestion – „Blue 1×12, G12H Ann 2×12, Green 4×12, V30 4×12“ – stammen die anderen 37 von Hotone selbst. Sie bieten ein immenses Spektrum unterschiedlichster Sounds von offenen bis zu geschlossenen 1×12“- und 2×12“-Gitarrenboxen sowie einige 4×12“-Gitarren-Cabs, Bassboxen und Akustikgitarren als Impulse Responses. In diesem Menüpunkt lassen sich auch 20 eigene IRs hochladen und dann für individuelle Presets nutzen.

Als Nächstes in der Signalkette folgt „EQ/MOD“, was entweder einen 5-Band-Grafik-EQ oder eine weitere Auswahl an Modulationseffekten erlaubt. In den Effektblöcken „FX1“ und „FX2“ steht dann ein breites Portfolio an Reverb-, Delay- und weiteren Modulations-Effekten zur Auswahl. Die Bearbeitung der jeweiligen Auswahl und die Parameterabstimmung ist dabei kinderleicht und auch für weniger „app-affine“ Nutzer sehr leicht möglich. Das hat Hotone wirklich klasse gelöst.

Im „Songlist Mode“ ruft man die gespeicherten Presets ab. Um es am Anfang etwas leichter zu machen, wurden die 200 Presets nach Genre kategorisiert. Erstellt man nun seinen eigenen Sound, lässt sich dieser als Preset speichern, exportieren oder nach einer Registrierung auch mit der Hotone-Community teilen.

Unten im Menü der App findet sich zudem die Drum Machine, die zwar simpel daherkommt, aber Patterns nach Stilistiken und Beats parat hält und im Tempo natürlich einstellbar ist. Zum Jammen oder Üben ist das völlig ausreichend und ein praxistaugliches Feature.

Sound, Praxis und Resümee auf Seite 2

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