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Slide Guitar: Steel-Guitar-Toolbox

Slide Guitar

Nach dem kleinen Blues zum Einstieg in der letzten Folge geht es diesmal um die Bausteine, mit denen man Steel-Gitarren-Parts erstellen kann. Wie ein guter Handwerker kann man auch als Gitarrist mit den richtigen Werkzeugen einiges anstellen. Öffnen wir also mal den Gitarren-Werkzeugkasten…

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chord shapes

Mit einem einzigen Barré am 12. Bund erhältst du schon alle drei Umkehrungen eines Dur- und Molldreiklangs. In Beispiel 1 siehst du die verschiedenen Voicings. Wichtig ist es, diese sauber mit der rechten Hand anzuschlagen, damit wirklich nur die drei Töne klingen, die im jeweiligen Dreiklang gewünscht sind.

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Beispiel 2 zeigt drei Voicings, die du für einen Dominantseptakkord einsetzen kannst. Die ersten zwei bestehen aus Grundton, Quinte und Septim, Nummer drei enthält zusätzlich noch die None. Da in allen drei Voicings die Terz fehlt, kannst du sie auch für einen Moll-Septakkord verwenden.

Eine typische Anwendung diverser Voicings siehst du in Beispiel 3, dem eine I-VI-II-V-Verbindung in C-Dur zugrunde liegt, die aus folgenden Akkorden besteht: C Am Dm G

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Mithilfe von Slides, zerlegten Akkorden und der Kombination von Dreiklängen und Septakkorden entsteht schnell das exotische Flair, für das die C6-Stimmung bekannt ist. Achte darauf, beim Positionswechsel die Saiten gut abzudämpfen. Andernfalls entstehen durch weiterklingende Saiten ungewollte und meist schräg klingende Harmonien.

terzen und sexten

Eine weitere Möglichkeit, auf der Steel-Gitarre zu begleiten, bieten Terz- und Sext-Intervalle. Diese Doublestops sind etwas einfacher zu spielen als komplette Akkorde und eignen sich gut für melodische Patterns, die trotzdem die Akkord-Harmonie darstellen.

In Beispiel 4 verwende ich dafür Terzen. In Takt 1 findest du nur die Töne des C-Dur-Dreiklangs, also C E G. Im zweiten Takt verschiebe ich die zwei Shapes an den 10. Bund. Zum Dreiklang kommen die kleine Septime Bb und die None D hinzu, sodass sich ein C7/9-Klang ergibt. Zur Übung kannst du das Pattern ja mal auf die drei Akkorde eines Blues in C transponieren.

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Beispiel 5 liefert ein typisches Blues- und Soul-Begleit-Lick, das sich sowohl für C, C7 und Cmaj7 eignet. Auch das solltest du wieder auf verschiedene Akkorde transponieren. Versuch auch die zwei Licks zu kombinieren, mit den Akkorden zu verbinden und so deine eigenen Patterns zu kreieren.

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tonleitern

Als letztes Werkzeug benötigst du natürlich noch Tonleitern, mit denen du über die Akkorde improvisieren kannst. Die Dur-Tonleiter lässt sich gut um den Barré am 12. Bund spielen, der schon für die Dreiklänge aus Beispiel 1 zum Einsatz kam. Durch ein paar Slides kannst du der recht glatt klingenden Skala schon etwas Leben einhauchen. Die gitarristische Lieblingsskala darf natürlich auch nicht fehlen.

Beispiel 7 zeigt die C-Dur-Pentatonik in zwei Lagen. Takt 1 bis 6 verwendet wieder den Barré am 12. Bund. Den Ton D habe ich auf- und abwärts in verschiedenen Positionen gespielt. Je nach Lick oder Phrasierung sind beide Möglichkeiten (E-Saite/10. Bund oder H-Saite/14. Bund) sinnvoll. Ab Takt 7 startet die Pentatonik am 8. Bund, endet aber auf demselben Ton wie in der ersten Position, sodass sich beide Lagen gut verknüpfen lassen. Experimentiere einfach ein bisschen mit den zwei Lagen über die Akkordverbindung aus Beispiel 3. Allein durch die zwei Positionen ergeben sich schon diverse gut klingende Licks. Viel Spaß beim Üben!

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In den kommenden Folgen wenden wir die Akkorde und Skalen dann auf ein paar Stücke an. Anregungen, Wünsche und Kritik kannst du wie immer unter martin@the-incredible-mr-smith.com loswerden.

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(erschienen in Gitarre & Bass 09/2018)

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