Produkt: Gitarre & Bass 10/2019 Digital
Gitarre & Bass 10/2019 Digital
INTERVIEWS: Toto & ZFG – FAMILIENTREFFEN, The Allman Betts Band, In Extremo, Jared James Nichols, Nathan Navarro u.v.m. +++ TEST: Kemper Profiler Stage, Engl Savage 120 Mark II, Gretsch G5655TG Center Block Jr., Ibanez Fingerstyle-Collection, Reverend Rick Vito Soulshaker, Phil Jones Bass BP-800, Dingwall NG3 Combustion 5, Fender Vintera ’70s Telecaster Thinline & ’50s Precision Bass
Workshop

Parts Lounge: Pre-CBS Stratocaster Pickups – Teil 2

In der letzten Ausgabe habe ich die typischen und sicher legendären Klangeigenschaften von Pre-CBS-Stratocaster-Pickups der frühen Sechzigerjahre beschrieben. Zum Klangvergleich hatte ich ein Throbak 63er-Set sowie mehrere Kloppmann-Sets herangezogen. Neben dem Kloppmann-60s-Set sind außerdem ein Thomas-Blug-Signature-Set und ein Marcus-Deml-„Blue Poet“-Set dazugekommen. Mich hat einfach interessiert, inwiefern diese Sets vom „Standard“ abweichen. Als Referenz diente natürlich das originale Fender-Set.

Getestet wurde in den jeweils gleichen Gitarren, einmal mit Erlen- sowie mit Eschen-Korpus. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass die Klangergebnisse auch stark von der elektronischen Ausstattung der Gitarren (Potis, Tone-Kondensator) sowie der Hardware abhängen (Vibrato, Federn). Andreas Kloppmann etwa wird in seinen Beratungs-Workshops nicht müde, seine Kunden akribisch darauf zu schulen. Pickups klingen nur so gut wie es ihre „Umgebung“ zulässt. Daher ist es auch wichtig, ein Pickup-Set in diesem Kontext zu beurteilen.

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Vintage vs. Modern: eine originale 61er Stratocaster im Vergleich mit einer 61er Fender Custom Shop (hier mit dem Throbak-Set)

Bei mir waren das selektierte CTS-Dimple-Pots mit ziemlich exakt 250 kOhm, Vintage Sprague-0.1uF-Scheibenkondensatoren und Vintage Pre-CBS-Vibratos mit selektierten Federn. Nichts sollte die optimale Entfaltung der Pickups stören.

THROBAK 63er SET

Auf die US-Firma Throbak wurde ich erst Ende vergangenen Jahres durch die überaus überzeugenden PAF-Repliken aufmerksam. Die Philosophie folgt hier eindeutig dem Versuch, die alten Originale so perfekt wie möglich nachzustellen. Dabei wird kein Aufwand gescheut. Sogar die alten Wickelmaschinen werden dazu aufgekauft, restauriert und wiederverwendet. Kein noch so kleines Detail wird dabei ausgelassen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Throbak gelingt es wirklich, sehr nah an die Klangeigenschaften der Vorbilder heranzukommen.

Das 63er-Set wird um die € 400 gehandelt und ist damit in einer ähnlichen Preisregion wie die Kloppmann-Modelle angesiedelt. Man darf hier ruhig mal erwähnen, dass solche Hersteller diese Preise nicht aufrufen, um „gläubigen“ Käufern das Geld aus der Tasche zu ziehen (schließlich gibt es zahlreiche Sets für weniger als die Hälfte auf dem Markt). Es liegt vor allem daran, dass diese Produkte eine größere Fertigungstiefe zeigen als andere Produkte. Bobbins, Magnete, der Wickeldraht sowie die Kappen stammen hier oft aus eigener Fertigung, während andere Hersteller diese Bausteine einfach zukaufen. Das macht im Wesentlichen den Preisunterschied.

Der Anspruch der Throbaks wird auf den ersten Blick deutlich. Abgesehen davon, dass das 63er-Set etwas neuer aussieht, ist es auch optisch praktisch nicht von alten Originalen zu unterscheiden. Unglaublich wie genau hier gearbeitet wurde. Sogar die Kappen haben diese typisch etwas biegsame Nylon-Anmutung und vor allem exakt die gleiche Farbe wie das alte Set. Auch die Toolmarks sind exakt gleich. Der einzige Unterschied ergibt sich bei der Widerstandsmessung der Pickups.

Referenz: 1963er Stratocaster mit Eschen-Body

Während die drei Spulen des Pre-CBS-Sets Werte zwischen 5,9 und 6,1 Kilo-Ohm aufweisen, liegen die Widerstände beim Throbak-Set zwischen 6,2 und 6,3, also ein klein wenig höher als beim Vorbild. Klanglich liefern sie ähnlich wie die PAF-Sets des Herstellers beinahe exakt die gleichen Spektren und Klangfarben wie die Vorbilder. Das ist schon erstaunlich. Zuerst fällt auf, dass die bei fast allen Fender-Sets störende, vorlaute G-Saite passé ist. Akkorde gelingen mit dem gleichen Ebenmaß wie es die alten Pickups zulassen. Der Output ist ebenso gering, die Bässe hohl und gleichzeitig knackig, die Höhen offen und glockig, ohne jeden Anflug von Harshness.

Ohne den direkten Vergleich könnte man wirklich glauben, man spielt ein altes Pre-CBS-Set, denn der schwer zu beschreibende Charakter eines alten Pickups tritt hier tatsächlich zutage. Gemeint ist eine Mischung aus Kompression und Dynamik, die in der Kombination eigentlich unmöglich erscheint. Sie klingen in keine Weise anämisch oder unterkühlt, sondern warm und weich, trotz der stets offenen und prominenten Höhen. Der Hochton ist insgesamt weiter oder höher angelegt als bei vielen Vergleichssets (etwa der aktuellen Fender-Modelle).

In dieser Disziplin schießen sie im direkten Vergleich mit dem Pre-CBS-Set sogar ein klein wenig über das Ziel hinaus. Sie klingen insgesamt einen Hauch wärmer und weicher als das Original-Set, das sich etwas kompakter präsentiert. Das heißt, die Bässe sind hier noch ein wenig schlanker und die Höhen ein wenig tiefer angelegt. Diese Beobachtung ist aber fast schon Haarspalterei, so gering sind die Unterschiede. Natürlich nehmen diese Pickups auch alle vermeintlichen Nachteile der Vorbilder in Kauf. Der Bridge-Pickup klingt etwa schöner, wenn man ihn an das TonePoti mit anschließt und für Lead-Sounds etwas zähmt, der Frontpickup neigt zu dem bereits erwähnten „stumpfen“ Charakter bei geringer Volume-Einstellung.

KLOPPMANN 60s SET

Dieses Pickup-Set hatte ich schon vor 15 Jahren im Test, und mittlerweile hat es sich zum Dauerbrenner unter den Kloppmännern entwickelt. Es soll zahlreiche Musiker geben, die dieses Set sogar gegenüber den alten Originalen bevorzugen (ich kenne selbst einige davon). Und das muss ja Gründe haben.

Neben der Verzückung, die alte Pickups-Sets bei vielen Gitarristen auslösen, gibt es Kritiker, die damit gar nicht so gut klarkommen. Vor allem der oft große Unterschied zwischen Front- und Bridge-Sound erschwert so manchem Gitarristen die Arbeit. Bin ich selbst mal bei diversen Sammlern unterwegs, stelle ich fest, dass die meisten Besitzer alter Stratocaster vor allem den Front-Pickup bevorzugen. Auf die Bridge-Position wird nur selten geschaltet. Wenn überhaupt werden Lead-Sounds meist in der Zwischenposition Middle/Bridge angestrebt.

Das Kloppmann-60s-Set liegt in puncto Hochton etwa in der gleichen Ebene wie das alte Set. Dennoch addieren diese Pickups zusätzlich einen Schuss hohe und tiefe Mitten, die man bei den alten Pickups vergeblich sucht. Daher tönen sie über den clean eingestellten Fender-Amp nicht ganz so seidig und weich wie die Originale, präsentieren sich jedoch wesentlich vielseitiger bei Lead-Sounds. Die alten Pickups zeigen auch durchaus Nachteile bei schlecht eingestellten Amps oder falsch gewählten Lautsprechern. Hier können sie schnell unscharf oder „schnarrig“ werden.

So können die Transienten verschwinden, wodurch sich der Ton ein bisschen verhält, als hätte man die Saitenlage zu tief eingestellt. Solche Phänomene zeigen die alten Pickups vor allem im „falschen“ Holz. Etwa wenn man diese Sets in modernere Strats einbaut. In diesem Punkt zeigen sich die Kloppmanns geduldiger. Für mich einer der Gründe, warum diese Pickups so beliebt sind. Sie vertragen sich in den meisten Fällen sehr gut mit allen Arten von Overdrive-Pedalen (wo sie wahrlich ihre Stärken perfekt ausspielen). Sie sind durchsetzungsstark und stets prägnant, ohne diesen zuweilen schnarrigen, hohlen Charakter der alten Pickups.

So entsteht zwischen Throbak oder Kloppmann eine echte Patt-Situation. Je nach Vorliebe des Spielers trumpft mal das eine, mal das andere Set. Das Kloppmann 60s könnte man als hochwertige Hommage an modernere Sounds bezeichnen, die sich in puncto Durchsetzungskraft und Prägnanz von den alten Pickups abhebt, während das Throbak-Set in allen Eigenschaften den alten Vorbildern nachzueifern scheint.

Interessant ist, dass das Kloppmann-Set auch als „Real 62-Set“ angeboten wird. Diese Version klingt etwas runder und wärmer als das 60s-Set und damit klanglich wieder näher bei den Throbaks. Als Fan dieser wärmeren Spektren würde ich mich vermutlich für dieses Set entscheiden.

THOMAS BLUG SIGNATURE SET

Im Laufe der Jahre hat Andreas Kloppmann mit zahlreichen Profis zusammengearbeitet, die sich Sets nach eigenen Wünschen zusammenstellen ließen. Dabei entstanden Mischformen, die äußerst interessante Ergebnisse liefern. Das Thomas-Blug-Set besteht im Grunde aus einem 60s-Front-Pickup mit den typisch klaren und prominenten Höhen, einem 66er-Middle-Pickup, der seidiger und noch klarer tönt sowie einem wärmeren und leicht im Output angehobenen Bridge-Pickup. Diese Pickups passen in der Praxis so gut zusammen, dass sie in einem weiten Spektrum von Stratocaster-Typen funktionieren. Das Set erleichtert den Umgang mit Strat-Sounds. Der Front-Pickup präsentiert die klassisch hohlen Umlaute, der Bridge-Pickup liefert fette Lead-Sounds mit milderen Höhen und der Middle-Pickup vor allem in den Zwischenstellungen wunderbar klassische Twang-Variationen.

MARCUS DEML ‚BLUE POET‘ SIGNATURE SET

Das Kloppmann ‚Blue Poet‘ Signature Set

Auch Marcus Deml ist langjähriger Kunde bei Andreas Kloppmann. Er hat sich hier für seine 63er-Strat ein Signature-Set maßschneidern lassen, das ebenso klassische Soundvarianten großer Strat-Vorbilder unter einen Hut bringt. Der 69er-Front-Pickup hat diese Blackmore-typische Prägnanz, die sich noch besser durchsetzt als der Pre-CBS-Pickup. Hervorragend für Gain-Sounds, die stets irgendwie an den Strat-Pionier von Deep Purple erinnern.

Der 60s-Middle-Pickup zeigt den beinahe selben Charakter, vielleicht hier etwas zarter und weicher und der Bridge-Pickup erinnert mich sehr an einen etwas stärker ausgelegten 54er-Pickup, der schon beinahe an einen Blackguard-Telecaster-Bridge-Pickup heranreicht. Mit Overdrive-Pedalen erlangt man hier spielend diese für Eric Johnson typischen Lead-Sounds. Dieses Set ist vor allem im Mittenspektrum so abgestimmt, dass es den Wechsel zwischen Singlecoil- und Humbucker-Gitarren erlaubt, ohne die Einstellung am Amp drastisch zu ändern. Es kommt ein wenig darauf an, welche Klangspektren man bevorzugt. Der Stratocaster-Stallgeruch bleibt auch hier erhalten, nur in einer etwas moderneren Auslegung.

Der kräftige 54er Bridge-Pickup des Blue-Poet-Sets

Insgesamt hat dieser Test wahnsinnig viel Spaß gemacht. Eigentlich möchte man jedes dieser Sets für ganz spezifische Anwendungen behalten. Sie unterstreichen jedoch stets die Erkenntnis, dass man sich als Gitarrist (damit auch irgendwie als Künstler) für seine persönlichen Klangfarben entscheiden muss. Nach wie vor sind die alten Pre-CBS-Pickups ein ganz besonderer Wurf – mit allen Vor- und Nachteilen. Die Kloppmann-Pickups bauen eine hervorragende Brücke dieser Sounds in die Neuzeit, die Throbaks lohnen sich als Testprobanden für Anhänger möglichst exakter Repliken. Hier ist der Erfolg jedoch stark vom klanglichen Potential der jeweiligen Gitarre abhängig.

(erschienen in Gitarre & Bass 09/2020)

Produkt: Fender Stratocaster
Fender Stratocaster
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ich finde diesen Hype bzgl. der Vintage Instrumente und Komponenten stark übertrieben. Da wird so etwas mystisches heraufbeschworen.
    Ich bin 30 Jahre Entwicklungsingenieur bei einem “PKW Premiumhersteller”.
    Wir könnten jeden Oldtimer locker 1:1 wieder herstellen. Da gibts kein Voodoo. Und ich bin mir total sicher, dass jeder Tonabnehmer samt Umfeld ohne irgendwelche Probleme jeder Zeit wieder hergestellt werden kann. Material läßt sich easy analysieren u d identisch kopieren. Das Alter des Holzes macht einen Unterschied.
    Ich bin auch seit 30 Jahren Musiker und finde, das heutige Fender und Gibson etc. ganz fantastische Instrumente bauen.
    Ich kenne persönlich prof. Cellisten die auf Instrumente aus dem 17. Jahrhundert spielen, und da ist es das Holz, das den Unterschied macht.

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    1. Total geil der Bericht von den alten Celli

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      1. Thorsten, auch bei Celli gibts neben dem Korpus-Decken-Holz weitere Komponenten die den Klang beeinflussen.

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    2. Ergänzung zu meinem ersten Kommentar:
      Wenn Gibson und Fender ihre alten Tonabnehmer nebst el. Umfeld so mega geil finden würden, weil sie angeblich soviel besser klingen gegenüber den modernen PUs, dann würden sie doch sicher einfach wieder so bauen wie früher. Weil mit angeblich besserem Klang sich ihre Gitarren ja noch besser verkaufen würden.
      An das Märchen dass die Zusammensetzung der Materialien nicht mehr bekannt sei und auch nicht ermittelbar sei, glaube ich keine Sekunde. Auch Instrumentenhersteller müssen ihre Produkte dokumentieren und freigeben, besonders wegen der elektrischen Komponenten, Stichwort “Produkthaftung”. Gerade in den USA ist das ein riesiges Thema, wo Anwälte im Falle eines Produktfehlers Millionen fordern. Also werden Fender und Gibson genau wissen, was sie früher verbaut hatten.

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  2. Ich halte diesen ganzen Retro-Hype ebenfalls für völlig übertrieben. Warum zerstört man flatschneue Gitarren? Nur um so zu tun, als wäre man bereits 30 Jahre auf Tour? Nicht das Equipment macht den Künstler, so wenig wie die Kamera einen guten Fotografen macht. Ist nicht vielleicht gerade die Unzulänglichkeit des Instrumentes die Grundlage jeder Kreativität?

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  3. Insgesamt erstaunlich wie akribisch hier getestet wurde. Ich selbst hatte 1963 bei einem längeren Aufenthalt in Liverpool die Gelegenheit eine Strat von local hero Rory Storme (and the Hurricanes) zu kaufen für heute lächerliche 350 Pfund sterling, ziemlich identisch mit der Strat Serie aus der Hank Marvin’s Strat stammte, ein 1961er Modell im gleichen coral Red.
    Ich bin jetzt 70 Jahre alt und habe den porzellanigen Klang immer noch im Ohr.
    Schade nur dass ich sie in den 90er Jahren in Verkennung des Wertes verkauft habe um mir eine neue Jeff Beck Strat zu kaufen. Die hat zwar auch viele Vorzüge aber später wurde mir bewusst dass ich die Vintage besser behalten hätte.

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    1. Wahnnsinn und Gruss

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    2. Hallo, porzellanartig habe ich als Klangcharakteristik in Verbindung mitTonabnehmern noch nicht gehört.
      Ich fand Ihren Kommentar sehr interessant und selbst habe ich mich über verkaufte Gitten auch schon schwarz geärgert. Insofern.

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      1. Streiche insofern. Sollte heissen: Isso

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  4. pappelerpapp, shut up and playyour guitar

    Zitat Thomas Blug……Dat is Esoterik

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  5. Seit 8 Monaten bin ich wieder in Deutschland und hab einfach keine Lust, mich an diese hier übliche Miesepeterei (@Dieter Reimprecht & Jürgen) zu gewöhnen. Der Artikel ist kein Hype. Manche interessieren sich sehr für sowas. Und mit Recht. Spezialistentum kann man ruhig bewundern. Mindestens akzeptieren. Und wenn was wirklich Hype ist, dann ist Bedeutungsüberschuss normal.
    Spielt einfach was Nettes auf eurer Gitarre und bleibt positiv.
    Hang loose and stay tuned.

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    1. Ganz genau , Spezialisten…..die das Gras wachsen hören.hahahah

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  6. Ach du grüne Neune, wie miesepetrig von Dir :-))). Damit erschlägt man natürlich sofort jede Diskussion. DAS ist übrigens inzwischen sehr üblich in D. Meine Kritik geht eher an die rückwärts gewandte Einstellung von Gitarristen. So kann nichts Neues entstehen. Das geht eher in die Richtung: “Das haben wir immer schon so gemacht.” Kenn’ ich als Designer zu genüge. Die großen Vorbilder aus den 60ern oder 70ern waren neuer Technik und neuen Sounds gegenüber erheblich aufgeschlossener. Wie gesagt: nicht die Kamera macht das Foto … Übrigens: der älter werdende Mensch verliert mit dem Alter mehr oder minder sein Hörvermögen. Die beschriebenen Details können zwar gemessen werden, die wenigsten Gitarristen hören das aber. Also was soll’s, es bleibt die Begeisterung der Nerds für Technik. Ich bin aber eher für moderne Technik …

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    1. Guter Kommentar. Ich finds auch nicht miesepeterisch wenn man der Meinung ist, dass früher kein Voodoo gebaut wurde und heutige Instrumente auch ganz hervorragend sind. Deinem Beispiel mit der Kamera kann ich auch bestens zustimmen. Ich werde im Stuttgarter Raum bei großen Konzerten oft als Fotograf akkreditiert, und erlebe aus allernächster Nähe so berühmte Gitarristen wie Santana etc, etc,.. Wenns Dich interessiert http://www.jazzshootings.com Grüße

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  7. ja, das ist ein interessantes Thema. Leider gehöre ich auch nicht zu den Menschen, die diese feinen Nuancen und Facetten heraus hören. Was für mich immer wieder erstaunlich ist, dass man alten Gitarren aus den 50/60-ern Jahren unter anderem wegen dem jetzt altem Holz diesen speziellen Sound nachsagt. Die Gitarrenhelden von damals, deren Sound man immer wieder als Vergleich hinzuzieht, haben damals Gitarren ab Stange gespielt. Keine alten Instrumente, keine Signature usw. Standard-Gitarren frisch ab Fabrik. Und damit haben sie dann diesen Sound erzeugt, den wir heute so gerne haben.
    Bonamassa hat einmal in einen Interview gesagt, über 80% des Sounds kommt aus den Fingern, der Rest sind die verschiedenen Komponenten vom Holz bis zum Lautsprecher. Darum denke ich, ist es vor allem auch für Anfänger am effektivsten, dort anzusetzen wo die Wirkung am grössten ist, also bei den Fingern…

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  8. Mensch, was soll einer machen, der nur n Yamaha Single Coil in seiner Gitte hat

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  9. Ich verstehe gar nicht, warum sich Leute dann überhaupt neue Gitarren kaufen…..

    Ehrlich ich hatte mal die Gelegenheit bei einem manischen Vintagesammler, der auf dem Dachboden einen Übungsraum mit unzähligen Vintagegitarren an der Wand hatte, eine Session zu spielen. Man durfte alle ausprobieren,
    der war total schmerzfrei. Ich hatte mir dann so ein paar Paulas vorgenommen und mein Eindruck war, ehrlich was soll jetzt an einem so alten Paddel soooo toll sein…….
    Auch alte Fender Teile fand ich gar nicht so Teil.
    Da werden Leute aufschreien, der hat keine Ahnung .
    Mag sein. Auf der gleichen Session hatte ich eine Ibanez Gitarre dabei, da waren die Experten schon gleich vom Angucken satt und am Naserümpfen, von wegen die Reisschüssel könne ja nur scheiße klingen.
    Also das fand ich echt bezeichnend. Gleiche Ibanez hatte mich auf unzähligen Sessions begleitet und andere waren begeistert.

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    1. Was hat Steve Lukather mal dazu gesagt? “Was soll ich mich mit dem ganzen alten Kram abgeben, der mir auf Tour nur Probleme bereitet …”
      Die Sache ist natürlich die, dass man sich mit den bekannten Namen und dem angesagten Alter der Gitarren natürlich eine scheinbare Sicherheit in Sachen Qualität und Sound holt, insbesondere, da ja die alten Klampfen zu genüge dokumentiert und beschrieben sind. Das kaschiert, dass die wenigsten in der Lage sind, die Qualität und den Charakter einer Gitarre wirklich zu beurteilen. Aber gerade da wird eine Gitarre ja erst interessant für mich. Ich habe mir z.B. vor einiger Zeit eine Gitarre gekauft, die ein Modellbauer (ja wirklich, der hat vorher Schiffsmodelle gebaut) entworfen und von Hand gebaut hat. Und damit meine ich: komplett von Hand mit ungewöhnlichen Hölzern (Mahagonikorpus aus einer alten Treppe, Eichenholz aus einer 100j Wagendeichsel) und Details. Ein paar Sachen (wie z.B. den zu strammen Schalter und dessen Ausrichtung) muss ich noch ändern, da er kein Gitarrenspieler ist, andere Details sind etwas übertrieben. So hat er z.B. alle Bundenden vor dem Montieren abgerundet, was zur Folge hatte, dass die beim Peilen über die Halskante vor- und zurückspringen. Das stört aber nicht beim Spielen. Und es zeugt von einer besonderen Liebe zum Detail, was mich besonders begeistert.

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      1. Naja ;-), ein Modellbauer kann wahrscheinlich auch keinen Porsche bauen, der mit den Orginalen mithalten kann

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