Leserbriefe

Guitar Guru: Fender und Hunter

Hast du Fragen zum Thema „alte und/oder merkwürdige Gitarren“? Wir beantworten sie! Heute geht es um Fender- und Hunter-Gitarren …

Guitar Guru_Juni (5)
FOTO: G&B Leser
Das komplette Hunter-Programm. Man beachte die „Hanfcaster“ unten rechts …

? In der Ausgabe 03/2016 berichtet ihr in dem Artikel „Vintage Aktuell“ u. a. über ein Loch, das beim Befestigen einer Schablone in Fender-Stratocaster-Bodies Mitte der 1960er-Jahre entstand. Da ich selbst eine abgebeizte Strat von 1965 besitze (Seriennummer: L 81327), möchte ich wissen, wo dieses Loch sich genau befindet. [Clemens Huber]

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! Hallo Clemens – an diesen Bodies gab es nicht nur ein Loch, sondern gleich mehrere, wo in der Tat die Fräs-Schablone fixiert wurde. Diese Löcher waren recht klein und wurden vor der Lackierung wieder verschlossen. Deshalb sind sie in der Regel nur dann zu sehen, wenn der Lack entfernt ist. Auf den Fotos haben wir die Löcher markiert – sie befinden sich eigentlich immer genau an diesen Stellen (denn die Schablonen saßen ja auch immer gleich auf dem zu fräsenden Werkstück).

 

 

? Ich versuche schon seit geraumer Zeit, etwas über die Herkunft meiner Hunter Flying V herauszufinden. Ist mir aber bislang nicht gelungen. Die Gitarre besitzt zwei Bill-Lawrence-Humbucker, die seinerzeit im Original mit einem Fünffach-Drehpoti angesteuert wurden. Ich habe damals diesen 5- Pol- gegen einen handelsüblichen 3- Pol-Schalter austauschen lassen. Im Original war außerdem ein Trem-System vorhanden, das ich aber stillgelegt habe. Mich würde interessieren, was es mit der Firma Hunter auf sich hat. Außerdem stellt sich mir die Frage, ob man das Baujahr bestimmen kann? Und zum guten Schluss wäre natürlich auch der derzeitige Wert nicht uninteressant. Ich habe die Gitarre damals (in den 1980ern) im Flightcase für DM 700 gekauft. [Torsten Mosch]

! Ja, die Firma Hunter werden nicht mehr viele kennen. Heinz Scheurke gründete Hunter Guitars um 1980 herum in Nürnberg und baute einige wenige Jahre lang hauptsächlich Versionen bekannter amerikanischer Klassiker, denen er so tolle Namen wie Teleblaster, Straight-o-caster und Axeplorer verlieh. Sein bekanntestes Modell war allerdings ein grünes Gerät, dessen Body wie ein Hanfblatt geformt war. Dein Modell ist die Tremolo V, für die damals neu DM 1800 bezahlt werden mussten. Ich würde den Wert dieser schönen Gitarre auf etwa € 500 bis € 600 schätzen, aber nur deshalb so gering, weil die Marke unbekannt ist. Von der Handhabung und vom Klang her hatten Hunter Guitars einen sehr guten Ruf.

Ein Kommentar zu “Guitar Guru: Fender und Hunter”
  1. Jürgen - BEBOP GUITARS

    Ja, ich kenne Hunter-Gitarren auch noch aus den früheren Achtzigern. Heinz arbeitete bevor er sich selbstständig machte bei Hoyer.
    Er baute wirklich gute und wirklich ausgefallene Gitarren. – Die Bill Lawrence Pickups waren übrigens noch die echten von Bill selbst!
    Schade dass Heinz nicht durchgehalten hat, aber es ist ja schon damals so gewesen, dass die Bereitschaft groß war, für “Custom Shop” Gitarren der bekannten Hersteller (die aber letztlich auch Seriengitarren sind) deutlich mehr zu bezahlen als für echte Custom-Modelle, also echte Einzelstücke!

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