Das Herzstück der Gitarre

Bünde gekonnt abrichten

Das Abrichten der Bünde erfordert eine hohe Präzision und Sorgfalt, da die Bundierung das Herzstück einer Gitarre ist. Hier entsteht der Ton und außerdem ist sie die Grundlage einer guten Saitenlage – daher ist das Arbeiten an Bünden eigentlich eher eine Angelegenheit für den Fachmann. Aber mit etwas Sachverstand und handwerklichem Geschick kann man das auch selber hinbekommen.bünde-gekonnt-abrichten-1

Das Ziel ist, dass nachher alle Bundstäbchen auch wirklich gleich hoch sind, damit kein Ton scheppert oder gar ganz ausfällt, nur weil der ein oder andere Bundstab höhenmäßig aus der Reihe tanzt. Zum Abrichten nimmt man, wenn es geht, den Hals am besten ab, und schraubt ihn zum einfacheren Bearbeiten an einen Holzklotz, den man besser einspannen kann. Bei Gitarren mit eingeleimten Hälsen bleibt selbiger natürlich dran, man spannt dann halt das ganze Instrument fest. Gummizulagen verwenden und Pickups abkleben nicht vergessen!

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Ein angeschraubter Holzklotz hilft beim Einspannen.

Zunächst verschafft man sich mit Hilfe eines stabilen und wirklich geraden Metalllineals einen Überblick über die Gegebenheiten. Dazu legt man dieses flach auf das Griffbrett und stellt den Hals möglichst gerade ein. Manchmal stehen einzelne Bünde soweit heraus, dass das Lineal wie eine Wippe kippelt. Diese Ausreißer müssen erst mal wieder hereingepresst und mit etwas Sekundenkleber fixiert werden. Auch „Täler und Berge“, die durch das Arbeiten des Griffbrettholzes entstanden sein könnten, kann man so gut lokalisieren.

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Kann der Hals nicht abgeschraubt werden, muss die Gitarre insgesamt fixiert werden.

Dann geht’s los: Man nehme eine wirklich gerade feine Eisenfeile (ca. 20 bis 25 cm Länge) oder einen schmalen Holzklotz, auf den ganz glatt 180er oder 240er Schleifpapier aufgeklebt oder einfach herumgefaltet wird. Haaaalt! Stoppppp!! Hat deine Gitarre ein Ahorngriffbrett, müssen wir selbiges zwischen den Bünden mit Krepppapier fein säuberlich abkleben, sonst entstehen später Schleifspuren im Holz oder Lack.

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Der Bund-Check

Am besten ein Krepppapier nehmen, das nicht zu stark klebt, damit beim Abziehen kein Lack dran haften bleibt. Jetzt aber: Mit ein wenig Druck wird nun, in kurzen gleichmäßigen Längsbewegungen, vorsichtig etwas von den Bundkronen abgetragen. Dabei achtet man darauf, dass die Unregelmäßigkeiten, die man vorher mit dem Lineal entdeckt hat, großflächig bearbeitet werden. Die „Berge“ und zu hoch stehenden Stäbchen werden abgetragen, solange bis man an allen Bünden Bearbeitungsspuren erkennen kann.

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Vorsichtig werden die Bundkronen abgetragen – mit einer Eisenfeile oder…

Nur dann kann man sicher sein, dass keiner mehr zu tief liegt. Aber bitte vorsichtig vorgehen und immer wieder mit dem Lineal schauen, wo was vonnöten ist, denn man will ja schließlich so wenig wie möglich von dem guten Bundmaterial opfern. Das Lineal sollte zum Schluss gleichmäßig aufliegen, dazu auch linke und rechte Seite sowie den mittleren Verlauf des Griffbretts checken. So können auch leichte Verdrehungen des Halses überprüft und gegebenenfalls beim Abrichten ausgeglichen werden.

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… einem Schleifklotz.

Ich persönlich arbeite immer zuerst mit der Feile, dann mit dem Schleifklotz, es geht aber auch ausschließlich mit einem Klotz. Wenn das Ganze nun Plan ist, müssen die Flächen, die auf den Bünden entstanden sind, wieder verrundet werden. Dazu verwendet man eine spezielle Bundfeile, die einen kleinen Hohlradius besitzt. Die bekommt man beim Gitarrenbauer oder im Fachhandel. Längs der Bünde wird nun solange eine Rundung angefeilt, bis nur noch in der Mitte der Krone Abrichtspuren zu erkennen sind. Alle Bünde sollten nach diesem Arbeitsgang möglichst gleich aussehen. Nur nicht zu viel verrunden, sonst fehlt hinterher wieder etwas in der Höhe.

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Verrundung der Bünde

Sind alle Bünde gleich hoch und haben wieder alle eine schöne Verrundung, fehlt nur noch der Glanz. Dazu werden in mehreren Gängen die Bünde mit 600er, 1200er und evtl. sogar 2000er Schleifpapier bearbeitet. Hierzu nimmt man jeweils etwa einen Viertelstreifen vom Schleifbogen und zieht ihn über das Griffbrett, mit den gestreckten Fingern der anderen Hand presst man es auf. Mal von links, mal von rechts, die Finger sollten dabei schön bis unten zum Griffbrettholz kommen.

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Finales Polieren

Jeder Schleifgang sollte solange dauern, bis das Papier zugesetzt und stumpf ist; dann das nächst feinere Papier nehmen. Zum Abschluss wird mit Stahlwolle poliert, es sollte sehr feine 000er- oder gar 0000er-Wolle sein. Erst die Bünde einzeln im Längsweg bearbeiten, dann mit einem großen Knäuel das ganze Griffbrett längs polieren. Nun noch etwas Griffbrettöl auftragen und nach dem Saitenaufziehen erneut die Halskrümmung checken. Das war’s!

Mehr Basics rund um deine Gitarre findest du in unserem Gitarren ABC!

Eine Anleitung zum Thema Neubundierung findest du in unserem Ratgeber!

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