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Aus dem neuen Heft

Steel Panther: Mehr als Glam und Schminke

Steel Panther(Bild: David Jackson)

Man darf sich bei Steel Panther nicht von ihrem schrillen Outfit blenden lassen: Die amerikanische Glam-Rock-Band hat ein enormes musikalisches Potential, sowohl als homogene, eingeschworene Truppe als auch als individuelle Einzelmusiker.

Bandgründer Satchel (bürgerlicher Name: Russ Parrish) spielt eine tadellose Hardrock-Gitarre, die mit zahlreichen Zitaten großer Glam- und Metal-Koryphäen gespickt ist, aber dennoch eine eigene Handschrift trägt. Bassist Lexxi Foxx (eigentlich Travis Haley) mimt zwar den musikalisch Unbedarften, hält die Show aber nicht nur optisch zusammen, sondern macht das, was diese Musik braucht: ordentlich Dampf.

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Nachdem wir die farbenfrohe Truppe vor fünf Jahren in Groningen zum ersten Mal getroffen hatten, gab es für unser zweites Treffen im Frühjahr 2019 einen besonderen Anlass: Satchel hat ein Distortion-Signature-Pedal auf den Markt geworfen und angekündigt, demnächst auch ein eigenes Delay-Pedal folgen zu lassen. Lexxi Foxx wiederum hat seine imposante Gallien-Krueger-Anlage mittlerweile gegen einen EBS Microbass II getauscht, eine kleine Preamp-D.I.-Box mit aufwendiger Konstruktion im Stompbox-Design. Aber lest selbst, auch wenn man bei beiden Interviewpartnern nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, sondern ihre Antworten immer auch unter dem Aspekt eines verschmitzten Augenzwinkerns betrachten sollte.

kapitel 1: satchel

Ortstermin Oberhausen, Satchels Garderobe in der Turbinenhalle, kurz nach dem nachmittäglichen Soundcheck. Der 48- Jährige hat sich für unser Interview bereits in volle Bühnenmontur geschmissen, nascht von den Süßigkeiten, die auf dem Tisch stehen, und freut sich sichtlich darauf, seine neueste Entwicklung präsentieren zu können: den „Pussy Melter“, ein kleines Distortion-Pedal in knalligem Pink, das noch vor nicht allzu langer Zeit Anstoß öffentlichen Ärgernisses war.

interview

Satchel, dein Pussy-Melter-Distortion-Pedal hat schon jetzt einen Ruf wie Donnerhall, nicht nur wegen des schlüpfrigen Namens. Wie ist es zur Entwicklung dieser kleinen Zauberbox gekommen?

Die Vorgeschichte geht zurück auf eine Anfrage von TC Electronic, für sie einen TonePrint zu entwickeln. Wie du sicherlich weißt, kann man mit diesen Pedalen das eigentlich geschlossene Prinzip einer Stompbox öffnen und per USB eigene Presets per Software aufs Gerät laden. Diesem Wunsch folgte ich, es war ein TonePrint-Delay-Pedal, und als es darum ging, für die kleine Box einen Namen zu finden, schlug ich „Pussy Melter“ vor. Mehr als eineinhalb Jahre war dieses Teil auf der Website von TC Electronic, fand aber kaum Beachtung.

Dann entdeckte ein junges Mädchen, das nichts über Steel Panther wusste, den Namen der Box auf der Seite und wurde stinksauer. Sie tobte: „Das ist krank und sexistisch, in welchem Jahr der Menschheitsgeschichte leben wir eigentlich?“ und so weiter. Sie versuchte eine Petition ins Leben zu rufen und den Namen von der Website nehmen zu lassen.

Innerhalb weniger Stunden reagierten TC Electronic und nahmen es von ihrer Seite. Aber schon wenige Stunden später gab es eine Gegenreaktion, natürlich vor allem von Steel-Panther-Fans, die schrieben: „Fuck you! Wir lassen uns doch nicht vorschreiben, wie wir unsere Effektpedale nennen!“.

Es gab eine ganze Reihe von Leuten, die TC Electronic dazu bewegen wollten, den Pussy Melter wieder auf die Homepage zu nehmen, aber die Firma folgte dieser Aufforderung nicht. Es ist halt ein großer Betrieb, der keinen Ärger haben will. Dann meldete sich eine andere Firma bei mir und sagte: „Hey Satchel, wenn du Interesse hast, bauen wir für dich ein traditionelles Distortion-Pedal oder was immer du haben möchtest.“

Steel Panther
Gitarrist Russ Parish alias Satchel (Bild: Mineur)

Um welche Firma handelte es sich?

Das ist geheim, die Firma möchte lieber anonym bleiben. Aber ich war mit ihrem Angebot natürlich einverstanden und freute mich. Das TonePrint-Pedal war ein Delay, dieses Mal wollte man mir ein Distortion-Pedal bauen. Ich fand sowieso, dass ein Gerät mit Namen Pussy Melter eigentlich ein Distortion-Pedal sein sollte. Also erklärte ich der Firma meine Vorstellungen, woraufhin sie ihren besten Sound-Entwickler beauftragten, der sowieso gerade an einigen Prototypen arbeitete und mir ein paar seiner Zwischenergebnisse vorstellte. Ich war völlig von den Socken, denn das Teil klang unglaublich gut.

Damals waren wir gerade in Deutschland auf Tour und der Sound-Entwickler kam zu unserer Show nach Berlin. Ich nutzte den Soundcheck, um den Prototyp an mein Pedalboard mit dem Atomic-Amplifier-FX-Pedal anzuschließen, und schaltete ihn zunächst auf den cleanen Kanal. Das Ergebnis: Es klang wie ein riesiges Marshall Stack. Ich war restlos begeistert. Also habe ich den Deal unterschrieben.

Was kann das Pedal, was andere Distortion-Pedale nicht können?

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