Interview mit den Fender-Artists

Nova Twins: „Auch wenn wir clean spielen, klingt es völlig abgef*ckt“

(Bild: Fender)

Die neue ‚Player-Plus‘-Kampagne von Fender, mit der sich die Instrumentenschmiede ein frischeres, jugendlicheres Image erhofft, bringt zunehmend junge, aufstrebende Bands in den Fokus. Passend dazu auch Fenders aktuelles Engagement über das Videoclip-Portal TikTok, um diese zukunftsträchtige Kooperationen möglichst flächendeckend zu präsentieren. Zu den hoffnungsvollen Bands, von denen sich die Firma sowohl frischen Input als auch ein zeitgemäßes Flair erhofft, gehört das britische Punkrock-Duo Nova Twins, bestehend aus den Freundinnen Amy Love (Gitarre, Gesang) und Georgia South (Bass).

Aufsehen erregt das Londoner Gespann derzeit mit seiner eigenwilligen Mischung aus Rock, Punk, Rap, Rave und elektronischen Versatzstücken, die sie in schrillen Videos – alles super stylish und bemerkenswert trendy – auch optisch außerordentlich ansprechend in Szene setzen. Wir haben die beiden Musikerinnen (beide Anfang 20) zu ihrer Musik, ihrem Equipment, und natürlich auch zur Kooperation mit Fender befragt.

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INTERVIEW

Amy und Georgia, kann man eure Musik als Modern Punk bezeichnen?

Amy: Ja, irgendwie ist es Punk. Aber mit Rock-, HipHop-, R’n’B- und Electro-Aspekten. Unsere Attitüde ist aber eindeutig Punk und artikuliert sich in unserer Power, unserer Individualität, unseren Videos und auch unserer Kleidung.

Georgia: Wir wollen uns nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen. Ich vermute, das möchte in unserer Generation wohl kein Musiker mehr. Heutzutage überschreiten alle Bands Genre-Grenzen.

Amy: Nennen wir es den Nova-Sound!

Angesichts eurer Kooperation mit Fender: Könnt ihr mal beschreiben, was junge Musiker:innen heutzutage von ihren Instrumenten erwarten?

Georgia: Na ja, das geht es uns hauptsächlich um den Look. Traditionelle Bässe gibt es nicht gerade in vielen Farben, während es die neue Fender-Player-Plus-Serie zum Beispiel in einem wunderschönen Metallic-Grün gibt. Das gefällt mir wirklich gut. Die jüngere Generation steht halt auf farbenfrohe Bässe.

Amy: Was unsere Performance angeht, sind wir eigentlich ziemlich traditionell. Denn wir spielen einfach nur unsere Instrumente, und es gibt keinerlei Backing-Tracks. Und wenn es um Instrumente geht, sind natürlich Formen und Designs wichtig. Saiten bleiben dagegen letztendlich immer nur irgendwelche Saiten. Die Pickups und Gitarren von Fender sind super verarbeitet und bieten mir alle Möglichkeiten, mich auszudrücken.

Die Rockszene war bisher überwiegend eine Männerwelt, deshalb ist dort die Farbe schwarz vorherrschend: Die meisten Amps sind schwarz, fast alles ist schwarz, schwarz, schwarz. Ich will nicht behaupten, dass Männer keine Farben mögen, aber heute spielen halt viel mehr Frauen als früher. Und darauf sollten die Instrumentenhersteller auch mit neuen Farben reagieren.

Könnt ihr eure aktuelle Beziehung zu Fender in wenigen Worten zusammenfassen?

Georgia: Wir lieben diese Zusammenarbeit, wir lieben die Vielseitigkeit dieser Marke. Wir wissen, wofür die Firma steht und merken, dass sie junge aufstrebende Musiker unterstützt. Egal, wie bekannt oder unbekannt ein Künstler ist, man kann sich immer auf Fender verlassen, wenn man Teil der Fender-Familie ist. Denn Fender geht es nicht nur um die mega-erfolgreichen Bands, sie kümmern sich auch um den Underground. Uns ist aber auch der Ethos bei solch einer Kooperation sehr wichtig. Denn wir wollen nur mit Firmen zusammenarbeiten, die Menschen ungeachtet von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Herkunft vertreten. All das ist unwichtig, wenn man seine Musik mit Leidenschaft spielt. Gut, dass Fender das genauso sieht.

In den Achtzigern und Neunzigern gab es einen Trend, dass Musiker so schnell und so verzerrt wie irgend möglich spielen wollten, mit Gitarren, die flache Hälse und ein Tremolo-System haben mussten. Ist Verzerrung immer noch so wichtig?

Georgia: Ja! Auch bei uns ist reichlich Verzerrung im Spiel, und wir sind natürlich auch richtig laut! Es gibt auch heute noch viele Bands, die gerne schnell spielen und dies auf eine erfrischende, neue Art machen.

Früher ging es oft um die Frage: Gibson oder Fender, Humbucker oder Singlecoil. Wie war das bei euch?

Amy: Ich stehe wirklich auf Singlecoils. Ich mag die Strat und ihren scharfen Sound. Aber derzeit spiele ich eine Fender Mustang, und dabei ganz bewusst eine aus der Player-Serie. Denn die haben P90-Pickups, die einen ziemlich fetten Klang liefern, der richtig gut mit meinen Pedalen interagiert und perfekt zum fetten Nova-Twins-Sound passt.

Aber auch die Form eines Instruments spielt eine große Rolle. Man muss sich auf der Bühne damit wohlfühlen, die Gitarre muss wie eine Erweiterung von dir selbst sein. Genau dies ist bei der Mustang der Fall. Aber ich spiele auch eine Strat aus der neuen Serie in einem wunderschönen Finish namens Belair Blue. Sag mal, spielen wir überhaupt mal clean, Georgia?

Georgia: Auch wenn wir clean spielen, klingt es völlig abgefuckt. (lacht)

(Bild: Fender)

EQUIPMENT

GEORGIA SOUTH

    • Fender Player Plus Precision Bass
    • Fender American Professional II Precision Bass
    • Westone Bass
    • Gallien-Krueger 212 Bass-Combo
    • Marshall Valvestate 412 Stack

AMY LOVE

    • Fender Player Series Mustang 90
    • Fender American Professional II Stratocaster
    • Fender Player Plus HSS Stratocaster
    • Fender Hot Rod Deluxe

Mit welchen Amps seid ihr unterwegs?

Amy: Ich spiele immer zwei Amps: einen Fender Hot Rod und einen Marshall. Beide sind wirklich großartig, ich liebe sie.

Georgia: Bei mir findest du einen Gallien-Krueger-212-Combo, der absolut winzig ist, aber genau den richtigen Punch für meinen Sound hat. Außerdem hat mir Marshall neulich eine 4x12er Box und ein Valvestate-Topteil gegeben. Davon hatten sie noch zwei Stück auf Lager. Ich spiele seit langem Valvestate-Combos und habe immer schon davon geträumt, ein riesiges Valvestate-Stack zu besitzen.

Was für Effektgeräte benutzt ihr?

Amy: Sehr viele! Du solltest mal unsere Effektboards sehen!

Georgia: Welche genau bleibt unser Geheimnis.

Habt ihr musikalische Idole?

Amy: Unsere Einflüsse kommen aus den verschiedensten Richtungen: Seventies-Glamrock, R’n’B, Nineties, HipHop der Nullerjahre, moderne Einflüsse. Wir haben erst die Platten unserer Eltern gehört und anschließend als Teenager zu uns selbst gefunden und viel experimentiert. So kommt alles zusammen.

Georgia: Wir sind immer dazu ermutigt worden, nur wir selbst zu sein. Man darf sich nicht mit anderen vergleichen. Deshalb empfehlen wir: Sieh nur auf dich! Das mag vielleicht verrückt klingen, aber man muss einfach sein eigenes Ding durchziehen, bis es dann eines Tages beginnt, Sinn zu machen.

Danke für das nette Gespräch, und alles Gute für eure Zukunft!


(erschienen in Gitarre & Bass 11/2021)

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