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Der Sultan will (nicht) in Rente

Mark Knopfler: Live Rig Check

(Bild: Nicolay Ketterer)

Mark Knopfler setzte auf seiner vermutlich letzten großen Tour auf einige Änderungen: Gitarren-Verstärker verschwanden von der Bühne, alle Gitarristen nutzten digitale Kemper-Amps. Statt einer Links-Rechts-Beschallung des Publikums wurde ein Surround-System genutzt, was für beeindruckende Transparenz sorgte. Ein Besuch bei der Produktion in der Mannheimer SAP-Arena – und ein Gespräch mit Musikern, Techni­kern und der Produktionsleitung.

Eine Feuertaufe und gleichzeitig ein Abschied sollte es sein: Mark Knopfler geht in Rente. Sagt er. Bei einigen Shows der 2019er-Tournee zu seinem aktuellen Album ‚Down The Road Wherever‘ erzählte der ehemalige Mastermind der Dire Straits, dass er sich freut, wieder in einer ihm bekannten Stadt aufzutre­ten, die Zuschauer und Venues wiederzusehen, wie in den Tour­nee-Jahrzehnten zuvor. Und dass er nun auch Abschied nehmen muss, er sei schließlich alt. Schon wenige Wochen später würde er im Laufe der Tour seinen 70. Geburtstag feiern.

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Die erwähnte Feuertaufe fiel gleich doppelt aus: Zum einen verzich­tet die Band auf traditionelle Gitarrenverstärker, stattdessen kommt ein digitales Kemper-Setup zum Einsatz. Zum anderen ver­wendet die Produktion statt einer herkömmlichen Links-Rechts-Be­schallung erstmals ein L-Acoustics L-ISA-Mehrkanal-PA-System, bei dem Lautsprecher in sieben „Hangs“ über den gesamten Bühnen­bereich verteilt sind, um die Instrumente räumlicher zu vermitteln.

Mark Knopflers Band ist mittlerweile auf elf Musiker angewachsen: Der Gitarrist und Sänger wird unterstützt durch Drums, Percussion, Bass, Gitarre, Keyboards, Piano, Saxofon, Trompete – dazu spielen zwei Multi-Instrumentalisten unter anderem Irish-Folk-Instrumen­te. Das stellt ebenfalls einen Höhepunkt für Knopfler dar, dessen Dire-Straits-Tour-Inkarnation beim Finale 1992 immerhin neun Musiker aufbot. Aus den alten Zeiten ist der Keyboarder Guy Fletcher mit dabei, sowie der Perkussionist Danny Cummings.

Beim Besuch in der Mannheimer SAP-Arena wirkt die Produktion ruhig und routiniert, sie waren bereits mehrfach zu Gast. Produc­tion Manager Kevin Hopgood übernimmt Knopfler-Tourneen bereits seit dessen ‚All The Roadrunning‘-Tour mit Emmylou Harris 2006, ansonsten macht der Brite den gleichen Job etwa bei Kylie Minogue. Die Knopfler-Produktion kam gerade aus Leipzig, am  Folgetag steht München an. Sie sind rund bei der Hälfte der Tour angekommen, Mannheim markiert die vierundvierzigste von 86 Shows laut Hopgood.

RENTE ODER NICHT?

Die Sache mit der Rente, die zu Beginn der Tour eindeutig schien? Bei den Konzerten in England verzichtete Knopfler auf die Verab­schiedung, das ließ die Vermutung aufkommen, dass er lokal weiter Konzerte spielen würde. Bei anschließenden Europa-Gigs dann ein scheinbarer Sinneswandel: „Ich dachte, ich wollte in Rente gehen, aber ich liebe es zu spielen“, so Knopfler beispielsweise beim Gig in Stuttgart. Hopgood: „Er hat seine Meinung nicht komplett geändert, denke ich, aber seine Entscheidung hinterfragt, definitiv nie mehr auf Tour zu gehen. Es sind vier Jahre seit der letzten Tour vergangen, er hat viele andere Projekte gemacht.

Womöglich hat er schlicht vergessen, wieviel Spaß die Tour gemacht hat, und er würde die Kameradschaft der Band vermissen. Ich vermute, er wird weiter auftreten, nur kei­ne sehr langen Tourneen mehr, vielleicht auch geografisch weniger ausladend.“

GIVE IT BACK

Beim Besuch des Konzerts in Stuttgart machte die neue L-ISA-Anlage Eindruck: Das Ergebnis mit sieben Hangs direkt vor der Bühne klang dreidimensional und transparent – fast so, als hätte jeder Musiker einen eigenen PA-Verstär­ker an seiner Bühnenposition. „Damit war keine bestimmte Sitz­position im Publikum mehr nötig, um den Klang optimal wahrzunehmen!“, erklärt FoH-Mischer Dave Dixon den Grund für den Umstieg. Dixon übernimmt bereits seit 2004 den Knopfler-Live-Mix. Er habe naturgemäß immer stark „mono“ gemischt, um mit einem herkömmlichen Links-Rechts-System nicht die Hälfte der Zuschauer auszuklammern, erläutert er das übliche PA-Problem. „Damit kann ich meinen Mix im Stereobild öffnen, und jeder, der das Ticket bezahlt, bekommt das gleiche Gefühl vermittelt. Der demokratische Aspekt ist mir sehr wichtig – und offenkundig funk­tioniert es gut.“

Dadurch, dass die Musiker entsprechend ihrer Bühnenposition im Mix verteilt sind, lässt sich vom Hörer besser lokalisieren, welcher Musiker was spielt. „Jemand meinte, das sei, als würde man sich eine Band in einem Jazz-Club anhören. Das ist großartig, weil es Publikum und Band näher zusammenbringt. Du wirst mehr in die Musik hineingesogen, statt herauskatapultiert.“ Der Klangunter­schied beeindruckt die Zuschauer. Keyboarder Guy Fletcher be­treut online ein Tour-Tagebuch und ein Forum – ein Fan schrieb begeistert: „If that PA is hired, don’t give it back!“ Trotzdem müs­sen sie bei einzelnen Gigs umsteigen. „Wir haben bislang zwei Shows mit herkömmlichen Systemen gemacht, kürzlich erst in der Schweiz. Ich war nervös, wieder zurück zu Links-Rechts-Beschal­lung zu gehen, gerade beim ersten Mal. Wir haben dann einen gro­ßen Center-Hang nur mit Marks Gesang und Gitarre verwendet. Das funktionierte recht gut.“

Alle Gitarren-Amps sind aus dem Setup verschwunden – stattdessen setzt die Produktion auf „stille“ Kemper-Rigs, wie hier bei Gitarrist Richard Bennett: Die beiden Exemplare laufen parallel, am Mischpult wird im Problemfall das Signal umgeschaltet. (Bild: Nicolay Ketterer)

STILLE GITARREN-SOUNDS

Der Grund für den Umstieg auf das Kemper-System bei Mark Knopfler, Rhythmus-Gitarrist Richard Bennett sowie der gelegent­lichen E-Gitarre von Multi-Instrumentalist John McCusker? Kevin Hopgood: „Konsistenz war einer der Hauptfaktoren; herkömmli­che Röhren-Amps reagieren teilweise empfindlich, je nach Strom vor Ort. Dazu kommt die Lautstärke: Inzwischen hat die Band fast keine Lautsprecher mehr auf der Bühne!“ Sie hätten das System ausprobiert, waren sehr positiv überrascht. „Die Idee, dass E-Gitar­ren mit Röhrenverstärken und Mikrofonen zu tun haben müssen, ging mir sogar noch bei den ersten Shows nicht aus dem Kopf“, gesteht FoH Dixon. Er sei ebenfalls von den Klängen begeistert.

„Mark hatte nie eine hohe Bühnenlautstärke, aber jetzt ist der Sound noch klarer.“ Gitarrist Richard Bennett ergänzt: „Wir haben auf dieser Tour zwei Bläser mit dabei, dazu Danny Cummings mit seinem Percussion-Setup – das sind drei neue ‚Baustel­len‘. Ein Grund besteht darin, die Bühne nicht weiter vollstellen zu wollen, ein anderer, den Sound ‚aufzuklaren‘ – schließlich haben wir jede Menge offene Mikros auf der Bühne.“

Richard Bennett beim Konzert mit einer Bouzouki (Bild: Nicolay Ketterer)

Knopfler und Guy Fletcher hätten sich für das Kemper-System entschieden, erklärt Mark Knopflers langjähriger Gitarren-Techniker Glenn Saggers auf Nachfrage. Die drei verbrachten einige Zeit in Knopf­lers British Grove Studios, um dessen  Amps einzufangen. „Für Marks Setup haben wir seine Reinhardt-Amps, seine Komets, die Tone-King-Modelle Imperial und Falcon Grande, einen Fender Bassman und einen Vibrolux geprofiled. Die Amps liefen jeweils durch Marks Vintage Marshall 4×12“-Boxen. Die größte Herausforderung bestand in der passenden Mikrofon-Auswahl und Positionierung“, so Glenn Saggers.

An E-Gitarren hat Mark Knopfler natürlich die üblichen Verdächtigen im Tour-Gepäck: Seine alte 1958er-Les-Paul, eine 2001er-Gibson-Les-Paul-Custom Shop, seine rote Fender-Signature-Strat, eine 1963er-Danelectro-59-DC-Standard (auf Open C gestimmt) sowie eine Grosh ElectraJet mit P-90-Tonabnehmern. Letztere wurde später im Laufe der Tour gegen eine Pensa-Thinline-T-Style getauscht. Unter den Akustikgitarren findet sich ein Martin-Simpson-Signature-Modell des britischen Gitarrenbauers Stefan Sobell, dazu eine National Style O 12-Fret mit Lipstick-Tonabnehmer. Außerdem kommt eine 1933er-National-Style-O zum Einsatz. Statt seiner 1937er-National-Resonator-Gitarre, die auf dem ‚Brothers In Arms‘-Album-Cover zu sehen ist, und die Knopfler beispielsweise auf Tour bei ‚Romeo & Juliet‘ spielte, setzt er aktuell auf ein Beard-Deco-Phone-Modell, mit Holzkorpus und Metallresonator. Die Akustikgitarren werden – abgesehen vom National-Modell mit Lipstick-Halstonabnehmer – lediglich über einen Piezo-Tonabnehmer verstärkt, ein selten genutztes Martin-Exemplar verfügt über ein L.R.-Baggs-Anthem-System aus internem Mikrofon und Tonabnehmer.

Ob die 1958er Les Paul auf Tour Probleme macht, im Sinne von Klimaschwankungen? „Die Gitarre hat sich über die Jahre gesetzt. Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen können wir auf Tour nicht wirklich verhindern, wir versuchen aber, die Gitarre so gut wie möglich abzuschotten“, erklärt Saggers.

Der Tech schaltet während der Show Knopflers Effekte um, auf der Bühne nutzt der Gitarrist lediglich ein Ernie-Ball-Lautstärkepedal. Anders sieht es hingegen beim benachbarten Bühnenplatz von Richard Bennett aus. Der in Nashville lebende Session-Gitarrist spielt bereits seit 1995 mit Knopfler, davor war er mit Neil Diamond auf Tour. Vor ihm liegen zwei Benado Effects Multieffekt-Boards – im wörtlichen Sinne: Sie sehen aus, als wurden einzelne Effektpedale in die Gehäuse integriert. Bennett ist begeistert: „Sage Benado konfiguriert sie so, wie du möchtest.“ Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Kombination aus Tremolo und Clean-Boost, sowie um das Deluxe Black mit Tremolo, Delay und Overdrive – mittlerweile als Signature-Modell unter dem Namen RB Deluxe Plus erhältlich.

Bennett verwendet zwei Multieffekt-Pedale von Benado Effects, die Einzeleffekte in einem Gehäuse integrieren. Rechts liegt das Deluxe Black, mittlerweile bei Benado als Bennetts Signature-Modell im Programm. (Bild: Nicolay Ketterer)

Der Tremolo-Effekt erlaube viel Variation, durch die beiden Tremolo-Pedale kann er unterschiedliche Geschwindigkeiten voreinstellen. „Eigentlich sind es drei, denn bei einem der beiden kannst du die Geschwindigkeit zwischen Slow und Fast umschalten.“

Sein Eindruck des Kemper-Setups? „In der Theorie wollte ich die Verstärker nicht mögen, aber ich tue es! Ich brauchte eine Weile, mich daran zu gewöhnen und die Sounds richtig einzustellen. Dann klang das System fantastisch, und es reagiert wie ein Verstärker!“ Als er 2017 bei Neil Diamonds Tournee aushalf, war ebenfalls ein „stilles“ Amp-Setup gefragt. „Damals haben wir ein AC30-Topteil über einen Lastwiderstand direkt abgegriffen, parallel dazu eine Silent-Box angesteuert und abgenommen. Im Endeffekt hätte ich den Kemper schon damals verwenden sollen, das hätte besser funktioniert – ich sträubte mich aber noch gegen das Konzept!“, erinnert er sich.

Bennett nutzt ein Vox-AC30-Modell, das im British Grove Studio aufgenommen wurde, sowie einige mitgelieferte Kemper-Sounds, „die meisten stark modifiziert, weil wir das Gefühl eines richtigen Amps herausstellen wollten, nicht nur den Klang“, so Tim, Bennetts Tech. „Mein Favorit ist der Sound bei ‚Going Home‘. Genau das richtige Lautstärke-Level, bei dem der Klang gerade aufgeht, aber noch nicht verzerrt. Der klingt sehr nach einem Amp. Schön klar, mit tollem Punch, gerade an dem Punkt, wo der Amp darüber ‚nachdenkt‘, zu übersteuern. Wenn du mehr Lautstärke bräuchtest, würdest du bei einem echten Amp diesen Punkt durch Aufdrehen verlieren.“

Zu Bennetts Gitarren zählen seine alte 1954er-Fender-Telecaster, eine 1959er-Gibson-Les-Paul-Custom-Shop-Reissue, eine 1954er-Fender-Stratocaster-Reissue von Knopfler, ein rotes MK-Signature-Exemplar, das ebenfalls Knopfler gehört, eine 1930er-Gretsch-Archtop sowie zwei Bouzoukis. Auf der Bühne steht zudem eine Fender 400 Pedal Steel Guitar, die Bennett unter anderem in der ersten Hälfte von ‚On Every Street‘ spielt. „Die habe ich gekauft, als ich in der High School war!“ Seine akustischen Instrumente werden mit Fishman-Tonabnehmern abgenommen. Bennett zeigt noch seine beiden Audio-Sprocket-ToneDexter-Acoustic-Preamps, die er für seine akustischen Instrumente nutzt.

Bennett schätzt die Audio Sprocket ToneDexter Acoustic Preamps, um damit die Tonabnehmersignale seiner akustischen Instrumente „natürlicher“ zu gestalten. Die Schalter hat sein Gitarren-Techniker mit Kappen abgedeckt, um nicht versehentlich umzuschalten. (Bild: Nicolay Ketterer)

„Das Gerät bearbeitet das Signal deines herkömmlichen Tonabnehmers, der immer furchtbar klingt. Es hat eine Funktion, mit der du es ‚trainieren‘ kannst, indem du das Instrument parallel mit einem Mikrofon und dem internen Tonabnehmer abnimmst. Das Pedal lernt den Sound des Mikrofons und gleicht das Tonabnehmersignal dem Ergebnis möglichst gut an. Das hilft sehr und ist meiner Meinung nach die beste Lösung, die in den letzten 50 Jahre für akustische Direktabnahme entwickelt wurde. Das Signal wandelt sich in ein akustischer klingendes, natürliches Signal, ohne harsche Höhen. Du kannst 22 unterschiedliche Sounds speichern. Ein zweites habe ich als Backup, genau wie bei meinem Kemper.“ Beide Kemper und ToneDexter werden gleichzeitig bespielt, erklärt Tim, sodass die „Sound Guys“ im Problemfall umschalten könnten.“

BASS

Neben zwei Leslie-Boxen für die Hammond-Sounds ist das Setup von Bassist Glenn Worf das einzige mit klassischer Verstärkung: Seine E-Bässe – zwei Precisions, einer mit Round- und einer mit Flatwound-Saiten, sowie ein alter Kontrabass – laufen durch alte Raven-Labs-Preamps, einen Warwick-LWA1000-Verstärker und schließlich durch eine alte SWR-4×10“-Box, erklärt Worf. „Die Box läuft sehr leise auf der Bühne mit, kaum hörbar – nur, wenn niemand anders spielt.“ Bei früheren Tourneen hatte er zwei alte Ampeg-SVT-Stacks aus den 1970er-Jahren im Einsatz. Überbordende Lautstärke sei nicht das Problem gewesen, betont er: „Die liefen ebenfalls nie wirklich laut, aber Mark wollte alles etwas verkleinern, um Platz auf der Bühne zu schaffen.“

GROSSES WOHNZIMMER

Beim abendlichen Konzert in Mannheim beeindruckt die neue PA-Anlage ebenfalls mit Klarheit und unaufdringlichem Tiefbass. Knopflers Gesang sitzt laut im Mix, kommt aus der Mitte, ebenso wie seine Gitarre. Die einzelnen Quellen sind im gesamten Raum gut ortbar, praktisch unabhängig von der Zuschauerposition. Die Gitarren-Sounds wirken hochklassig und edel, wie ideale Vertreter ihres Genres; manchem mag höchstens etwas Druck im Mittenbereich fehlen.

Bei ‚Romeo & Juliet‘ spielt Knopfler die erwähnte Beard-Deco-Phonic-Gitarre, die allerdings nur leise hörbar bleibt. Um den Songwriter stülpt James eine zentrierte Lichtinsel, bei der letzten Strophe ist der Rest dunkel, das reduziert die Halle auf Club-Feeling. Knopfler erzählt seine Überlegungen zum Thema Rente. „Ich liebe das Spielen, was bleibt mir also übrig? Wir machen einfach weiter, bis ich umfalle wie ein Baum.“ Erwartungsgemäß löst die Feststellung Begeisterung beim Publikum aus.

Klar, das Alter geht nicht spurlos an Knopfler vorbei, der noch ruhiger und nachdenklicher wirkt: Der Musiker schleicht sich behutsam beim Hörer an, und irgendwann packt er einen doch. Intensität muss nicht laut sein. Das Konzert wirkt eher behaglich als treibend, eine unbändige Rock-Show dürfte ohnehin kein Zuschauer erwartet haben. Was transparenten, angenehmen Live-Sound angeht, würde Knopfler auf einem Höhepunkt vom Tour-Zirkus abtreten. Was hoffentlich noch Zeit hat.

Große Bühne: Sieben der elf Musiker, v.l.n.r.: John McCusker (Fiddle, Cister, Gitarre), Mike McGoldrick (Pipes, Whistle, Flute, Saiteninstrumente), Jim Cox (Piano, Keyboards), Glenn Worf (E-Bass, Kontrabass), Mark Knopfler (Gitarre, Gesang), Ian Thomas (Drums, Waschbrett), Graeme Blevins (Saxofon). Nicht im Bild: Danny Cummings (Percussion), Tom Walsh (Trompete, Flügelhorn), Richard Bennett (Gitarre, Bouzouki), Guy Fletcher (Keyboards, Akustikgitarre) (Bild: Nicolay Ketterer)

(erschienen in Gitarre & Bass 02/2020)

 

Produkt: Gitarre & Bass 12/2019
Gitarre & Bass 12/2019
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Vom Soldano SLO100 zur „Vernunftslösung“ Computer. Weil es so praktisch ist. Arm, traurig, jämmerlich. Wie seine Musik. Gut dass es Leute wie Bonamassa, die Stones und viele viele andere noch gibt, die Bock haben auf echte Sounds. Sonst stehen bald auch keine Gitaristen mehr auf der Bühne. Computer klingt fast genauso…traurig, arm, jämmerlich…

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    1. Kemper schon ausprobiert oder pauschal vorverurteilt?

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    2. Genau!
      Ich gehe auch nur auf Konzerte wo echte Amps verwendet werden!

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    3. Naja, die Technik schreitet voran, und wenns genauso klingt wie ein SLO, aber weniger empfindlich ich, warum nicht?

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    4. Naja…
      die Idee, gerade was das Touring betrifft von Fullstack auf kleinere, kompaktere Geräte zurückzugreifen, ist jetzt nicht unbedingt eine Erscheinung der letzten paar Jahre.
      Der digitale Weg und gerade das Profiling des Kempers ist da eigentlich nur die nächste logische Evolutionsstufe.
      Ich spiele sowohl Stacks mit verschiedenen Röhrenamps (meist bei kleineren oder näher gelegenen Gigs) als auch den Kemper Stage (Auf Festivals und weiter entfernten Konzerten), da es sich halt einfacher gestaltet, wenn man sich mit der Band in einen Van kuscheln kann und nicht den LKW-Tross plus Besatzung mit “durchfüttern” muss. Dementsprechen ist der Soundcheck festivaltypisch meist recht knapp bemessen und sowohl FOH als auch Monitor-Mischer sind heilfroh, wenn man mit nem Kemper um die Ecke kommt.
      Arm, traurig und jämmerlich wäre es hingegen, sich von Grund auf gegen alles, was einfacher, neuer und kompakter ist zu verschließen =)

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    5. Santana
      Du hast aber schon verstanden, dass die Sounds des Kempers aus echten Amps kommen? Schnapp Dir das Teil mal für ein paar Minuten. Der Kemper klingt wirklich gut, ein bissel Suche vorausgesetzt.
      Traurig ist nur der Stillstand, welcher von manchen Leuten gefordert wird. Ging es nach Euch würden wir noch mit Kutschen fahren, ist ja zugegeben romantisch, aber es geht voran.
      LG Scott

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    6. Hallo Santana. Vernunftlösung gibst nicht. Entweder Du magst Röhren (SLO 100) oder Modelling Amps (z.B.: Kemper). Klar der Trent geht ganz klar zu leichten Rigs. Auch vom reisen. Ich sehs immer wieder in unserem Venue in Basel. Viel geschleppe für die Röhrenfraktion. Aber: Da gibts doch einiges zu Entdecken von den kleinen Powertreter. Also= niemals alles in den selben Topf schmeissen. Abwarten, was der Gitarrist damit anstellt.

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    7. Tschüss röhrenjammerhacken

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    8. Die Zeit bleibt eben nicht stehen. Ich liebe auch Röhrenamps auf der Bühne, würde mir das aber gerne mal mit Kemper anhören. Optisch finde ich die Dinger hässlich und unübersichtlich.

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    9. Das ist übertrieben. Tendenziell sehe ich es ähnlich, aber in letzter Instanz ist auch eine Kiste wie der Kemper nichts anderes als ein Gitarren(vor)verstärker und mein Sound kommt immer noch aus meinen Fingern.

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    10. Ewig Gestriger, dann hast Du noch nie einen Kemper gespielt….

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    11. Na klar,
      wahrscheinlich noch nie einen Kemper gehört, aber schonmal motzen…Ich bin nach 30 Jahren Röhrenverstärker-Nutzung auf Kemper umgestiegen, wie inzwischen viele (auch bekannte) Rockmusiker, weil der Sound grandios ist und auch von Kennern im A-B-Vergleich nicht vom Original zu unterscheiden ist. So hat man gleich verschiedene Röhrenamps im Kasten ohne die Schlepperei und die Zicken, die solche Amps regelmäßig machen. Im übrigen sind die Songs der Dire Straits und Knopfler musikalisch auf deutlich höherem Niveau arrangiert als die der Stones (aber ich liebe die Stones-Musik, die hat mich damals zum Rockmusik -machen gebracht); von “jämmerlich” kann man da nicht sprechen. Und Bonamassa-Fan war ich lange, allerings geht mir die unverhohlene Selbstvermarktung in allen Dingen immer öfter auf den Geist… So dann mal los mit dem Shitstorm ;-))

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    12. Witzig wie solche Kommentare immer von Leuten kommen, die ihre Unfähigkeit ein Instrument ordentlich zu lernen in Besserwisserei kompensieren.

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    13. …ein durchaus peinliches Statement…arm, traurig und jämmerlich…

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    14. Wow… you really are focused on your own point of view. I guess everyone else is wrong except you.

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    15. Was für ein Blödsinn – sorry. Spiel mal deinen Röhrenamp durch ein SM 57, das ein paar cm neben dem “Sweet Spot” steht, durch den Mic-Preamp des Monitorpultes per Sender in den IE-Kopfhörer und vergleich das Ganze mit einem unter Optimalbedingungen erstellten Profile desselben Amps, stereo direkt auf die Ohren. Und dann wiederhol dein Statement – wenn du dann immer noch daran glaubst. Alle Gitarristen lieben Röhrenamps, ich auch – wenn der Sound des Speakers auf direktem Weg ans Ohr gelangt und man richtig steht. Unter Tourbedingungen treten exakt die im Artikel beschriebenen Probleme auf, und am Ende sind Kemper, AxeFX, Helix und Konsorten oft nicht nur die zuverlässigere, sondern auch die besser klingende Lösung.

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    16. Schonmal kemper gespielt?
      Ja die stones und bonamassa…auch die jungs werden irgendwann mal auf kemper umsteigen…
      Und wie es der Kollege hier schon schrieb: Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Stichwort Kutsche😂
      Ob kemper oder line6, die digitale Technik ist schon geil. Sieht vll kacke aus, aber was zählt, ist was rauskommt.
      Ich bin ein riesen fan von dem ganzen digitalen Zeug.

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  2. Der normalo Zuhörer wird sicher begeistert sein, Gitarren-Fans werden das mit gemischten Gefühlen aufnehmen. Mich erschreckt das auch etwas. Schade!

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  3. Seine Musik ist wirklich traurig… und fröhlich und ausdrucksvoll und Dynamik pur und wunderschön und tief und hochemotional. Toll, dass er das unabhängig von der verwendeten Technik ausdrücken kann.

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  4. Ich finde es eher traurig wie konservativ und innovationslos sich die große Herde der Deutschen Gitarristen immer wieder darstellt. Knopfler hat sicher keine „Vernunftslösungen“ nötig. Ich finde es aber toll, das er sich trotzdem den Interessen des Publikums annimmt und versucht Probleme zu lösen (gleichwertiger Klang im ganzen Saal), die andere seit Jahren ignorieren.
    Sicher sind die Meinungen und Erwartungen der ewig gestrigen „Röhrenbrater“ dafür verantwortlich, dass es sich auch bei G+B immer alles im Kreise dreht.

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  5. Na, hör es dir doch einfach erst mal an. Was der Knopfler macht war immer schon soundtechnisch einen Schritt weiter. Und vielleicht will er ja auch nicht mehr so viel schleppen :-)))

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  6. Ich hab es geahnt, Gitarristen spielen für Gitarristen. Dem Nichtgitarristen ist es doch vollkommen egal, ob analog oder digital. Der Beschiss lauert überall um die Ecke. Bühnen voller Marshall Fullstacks, ohne Lautsprecher, ja wo gibts denn sowas…überall!
    Richtig, der Sound und die Technik kommt aus den Fingern. Ich bin auch ein Hybrid, ab und zu Röhre, ab und zu Halbleiter.
    Einfach mal runterfahren, das Publikum entscheidet, ob gut oder nicht.
    Hier gibt’s Schreiberlinge, die haben bestimmt kein Handy, sondern noch das gute schnurgebundene Wählscheiben-Telefon. Das wäre dann für mich konsequent.

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  7. Spiele den Kemper, UND bin trotzdem Röhrenfreak.
    Es geht hier doch um weit mehr als nur um einen Röhrenamp.
    Die Box, das Verhalten des Lautsprechers, das Mikro.
    Alles was an Faktoren zwischen den Gitarre und FOH eine Rolle spielt, wird hier berücksichtigt. Schon allein das verbietet den Vergleich mit einem herkömmlichen Röhrensetup.

    Es soll auch noch die geben, die beides miteinander verbinden, und damit hervorragende Sounds generieren.

    Glaube kaum, dass der Kollege oben jemals mal einen Kemper gesehen, geschweige denn gehört hat.

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