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Robert Cray Special
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Lieblingsplatten: George Lynch

Musiker spielen nicht nur Musik, sie hören auch gerne welche. Manchmal ist es nur ein Song, der jemanden zur Gitarre oder zum Bass greifen lässt. Und dann gibt es noch Alben, die richtungsweisend sein können. Eine eigene TOP-5-LISTE kommt auf Zuruf jedem in den Sinn. Und manchmal sind es auch mehr …

(Bild: Sebastien Paquet)

In dieser Ausgabe verrät US-Gitarrist George Lynch (*28.09.1954) seine Favoriten. Er wurde in den 80er-Jahren bekannt mit der Metal-Band Dokken. Das Instrumental ,Mr. Scary‘ (,Back For The Attack‘, 1987) avancierte zum Markenzeichen, ganz ähnlich wie neun Jahre zuvor ,Eruption‘ von Gitarrenidol Eddie Van Halen.

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Nun, Eddie hatte es vorgemacht mit fetten Riffs, Tappings, unglaublich schnellen Läufen und Vibratohebel-Tricks. George Lynch repräsentierte die nachfolgende Shredding-Generation neben Virtuosen wie Paul Gilbert (Mr. Big) oder Vivian Campbell (Dio, Def Leppard). Später veröffentlichte Lynch Soloalben und verfolgte diverse Band-Projekte, von denen das bekannteste wohl Lynch Mob war. Mit Ray Luzier (dr) von KoЯn  und Dug Pinnick (voc, b) von King‘s X gründete er KXM, die 2019 das dritte und starke Album ,Circle Of Dolls‘ veröffentlichten. Und im Januar erschien das selbstbetitelte Debüt seiner neuen Band Dirty Shirley.

Markant waren für Lynch stets schrille Super-Strats z. B. in Tigerstreifen-Optik. Der Hersteller ESP widmete ihm verschiedene Signature-Gitarren, darunter die Tiger Sunburst, eine Skulls & Snakes und mehrere Versionen der Kamikaze in Camouflage-Optik. Heute entwirft und fertigt Lynch auf Kundenwunsch exklusive Gitarren unter dem Label Mr. Scary Guitars. Also, viel Heavy-Rock und -Outfit bestimm(t)en das Leben dieses Ausnahmegitarristen.

Doch was seinen Musikgeschmack angeht, zeigte George sich im Gespräch vielseitig, entpuppte sich aber auch als Kind der späten 60er- und frühen 70er-Jahre. Doch als erstes geht er auf einen 80erPop-Klassiker ein:

 

(Bild: Geffen Records)

Peter Gabriels ,So‘ drückt in einer einzigartigen Weise für mich am besten aus, wozu Musik fähig ist. Das, was er da macht, können nur wenige Leute. Dieses Album transportiert wirklich Gefühle, was selten gelingt. Die ersten Alben von Jeff Beck, Jimi Hendrix, Led Zeppelin und Cream waren bahnbrechend. Sie waren eine große Inspiration und brachten mich auf den Weg. Als die Jimi Hendrix Experience rauskam, war das ein richtiger Wendepunkt.

(Bild: MCA)

,Axis Bold As Love‘ war die für mich einflussreichste Hendrix-Veröffentlichung. Jeff Becks ,Truth‘ inspirierte mich unglaublich. Das war eine sehr kraftvolle Platte und die erste, die ich mir gekauft habe. Ich erinnere mich, wie aufgeregt ich war, als ich endlich genügend Geld gespart hatte und dann noch zwei Meilen zum Plattenladen laufen musste. Ich kaufte mir das Album und mochte es sofort.

(Bild: EMI)

Ich spielte dazu, versuchte die Gitarre rauszuhören und tat so, als wäre ich ein Teil dieser Band (lacht). Da war ich vierzehn Jahre alt. Doch auch jede Jeff-Beck- und jede Cream-Platte hatten massiven Einfluss auf mich. Denn sie waren in meinen Augen ein historischer Wendepunkt: Vorher gab es The Beatles und dann kam die härtere Musik, die die Grundlage war für die Art von Rock‘n‘Roll, die ich spiele.

(Bild: Warner Bros. Records)

Was das Songwriting und den Sound betrifft, höre ich gerne Eric Claptons ,Pilgrim‘ und außerdem die Alben von Steely Dan/Donald Fagan, die für mich eine Referenz sind wenn es um Mixing und Instrumentierung geht. ,Pet Sounds‘ von den Beach Boys zählt zu den bahnbrechenden Arbeiten, die Grenzen überschritten haben. Die Musik war sehr tiefgreifend, denn sie war so persönlich. Schließlich hat sie viele Bands beeinflusst, sogar die Beatles. Ich denke die Beatles-Alben sind oberflächlich verglichen mit dem, was Brian Wilson erschaffen hat.

Darüber hinaus habe ich auch Blues gehört – Johnny Winters, Muddy Waters, Son House und John Lee Hooker. Aber da gibt es keinen speziellen Künstler oder ein spezielles Album, das mich beeinflusst hat. Ich höre diese Musik nach wir vor, sie ist immer noch auf meiner Playlist und beeinflusst und inspiriert mich. Blues ist die grundlegende Musik und die Basis für alles was danach kam, daher ist es wichtig sie zu hören. Außerdem ist es wirklich großartig, von Zeit zu Zeit auf diese grundsätzlichen Dinge zurückzukommen.

Denn erst dann wird einem wieder klar, was in der Musik wichtig: ein Typ mit einer Gitarre und einer Idee – und das ist es! Mehr braucht es meiner Meinung nach nicht. Es geht nicht darum, perfekt und präzise auf dem Instrument zu sein und eine unglaubliche Spieltechnik zu besitzen, es geht darum, die Ängste der menschlichen Existenz auszudrücken und dabei authentisch zu sein.“

(erschienen in Gitarre & Bass 08/2020)

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