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Laura Cox: YouTuberin auf Tour

Laura Cox(Bild: Mineur)

Mit zahlreichen Online-Postings ihrer selbstproduzierten Gitarrenvideos aus dem Jugendzimmer ihres Elternhauses hat sich Laura Cox seit 2008 zu einem echten YouTube-Star entwickelt. Man spricht mittlerweile von mehr als 60 Millionen Aufrufen, 250.000 Abonnenten und 150.000 „Likes“ auf ihrer Facebook-Seite.

Seitdem ihr Landsmann Mathieu Albiac sie dazu ermutigt hat, existiert auch die Laura Cox Band, die im Frühjahr 2019 erstmals auf Europatournee und dabei unter anderem in der Hamburger Markthalle zu sehen war. Wir haben diese Gelegenheit natürlich genutzt, um uns mit der Gitarristin/Sängerin zu treffen, sie über ihre musikalischen Vorlieben und Fähigkeiten zu befragen und – neben ihrer gelungenen Show – auch ihr aktuelles Equipment anzuschauen.

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interview

Laura, angesichts deines Namens erwartet man nicht unbedingt, dass du Französin bist.

Ich bin die Tochter eines englischen Vaters und einer französischen Mutter, habe aber immer in Frankreich gelebt. Dank meiner teilbritischen DNA und der Unterstützung meines Vaters habe ich mich schon früh für gute Musik wie die von Johnny Cash, Willie Nelson, AC/DC oder Dire Straits interessiert. Mein Dad war zwar selbst kein Musiker, aber ein riesiger Rockfan. Allerdings gibt es bei uns in Frankreich derzeit keine wirklich gute Rockszene, sondern vor allem Electro-Pop und R&B. Mit 14 habe ich angefangen Gitarre zu spielen, mit dem Ziel, möglichst alle Soli meiner Lieblingsmusiker zu lernen. Deshalb nahm ich Unterricht und studierte die Gitarre so gut ich konnte.

Ein anderes Instrument kam für dich nie in Frage?

Nein. Die Gitarre ist DAS Instrument der Rockmusik. Ganz am Anfang spielte ich vornehmlich Akustik-Gitarre und sang ein wenig dazu. Doch ich merkte schnell, dass ich eigentlich in einer Band sein und Rockmusik machen möchte. 2002 sah ich im Kino den Disney-Film ‚Freaky Friday‘ mit Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan, die in einer Rockband spielt. Ich fand das so cool und wollte anschließend unbedingt eine eigene E-Gitarre besitzen und in einer Rockgruppe spielen. (lacht)

Ab wann hast du angefangen, deine Videos ins Internet zu stellen?

Etwa ab 2008. Ich hatte bis dahin vielen YouTubern zugeschaut und fand, dass es auf YouTube zu wenig Mädchen gibt, die Gitarre spielen. Damals war YouTube ja erst zwei oder drei Jahre am Markt und bei Weitem noch nicht so groß wie heute. Ich hatte also ziemlich viel Glück, rechtzeitig am Start zu sein, und bekam deutlich mehr Klicks und Zuschauer als ich jemals erwartet hätte. Dann lernte ich Mathieu kennen, unseren Rhythmusgitarristen, der mich motivierte, eine eigene Band zu gründen.

Was waren deine erste Gitarre und dein erster Verstärker?

Meine erste Gitarre war eine mexikanische Fender Stratocaster, die ich vor etwa zehn Jahren zu Weihnachten bekam. Mittlerweile habe ich sie wieder verkauft, weil ich herausgefunden habe, dass ich keine überzeugte Strat-Spielerin bin. Ich bin der klassische Les-Paul-Typ, wie man ja auch an meinem aktuellen Equipment erkennen kann. Mein erster Amp war übrigens ein Orange Dual Terror mit einer 2x12er-Box.

Orange-Verstärkern bist du bis heute treu geblieben.

Richtig. Orange sind für mich nach wie vor die perfekten Amps. Ich liebe ihren Sound!

Wann und wie hast du entdeckt, dass du eher der Les-Paul-Typ bist?

Der Grund waren Slash und Guns N‘ Roses. Ich hörte das Solo zu ‚Knockin‘ On Heaven‘s Door‘ und war von Slashs Sound total fasziniert. Ich dachte damals, dass er das Solo mit einer Les Paul gespielt hat, weshalb ich mir auch sofort eine kaufte. Erst später habe ich mitbekommen, dass er es gar nicht mit einer Les Paul, sondern mit einer Flying V eingespielt hat. An meiner Liebe zu Les Pauls und zu Slash hat dies aber nichts geändert. (lacht)

Laura Cox(Bild: Mineur)

Sammelst du Gitarren? Wie viele Instrumente besitzt du? Und nach welchen Kriterien hast du deine Gitarren ausgesucht?

Zunächst einmal: Ich brauche für mein Spiel einen Humbucker. Ich habe bereits P-90s und auch Singlecoils ausprobiert, bin mit ihnen aber nicht so richtig warm geworden. Ich besitze etwa ein Dutzend Gitarren, von denen ich aber nur meine zwei oder drei Lieblingsmodelle spiele. Meine Hauptgitarre ist die Bacchus Duchess Laura Cox Signature, die einer Les Paul sehr ähnlich ist. Bacchus ist eine japanische Marke mit Handmade-Instrumenten, deshalb ist die Qualität sehr hoch, ohne übertrieben teuer zu sein.

Hast du die Bacchus Duchess regulär gekauft oder wirst du komplett endorsed?

Ich werde zwar endorsed und habe daher ein paar Prozente Nachlass gewährt bekommen, aber für einen 100%-Deal ist die Firma zu klein. Von der Bacchus besitze ich zwei Modelle, eines mit Lollar High Wind Imperial Humbuckern sowohl am Steg als auch am Hals, die zweite Gitarre hat nur einen P-90. Aber wie gesagt: Ich stehe nicht sonderlich auf P-90s, deshalb ist die zweite Bacchus nur Ersatz. Vor Kurzem habe ich mir von einem französischen Instrumentenbauer namens Loïc Le Pape eine Custom Made Steel-Gitarre gekauft, sie hat die Form einer Flying V und die Kopfplatte einer Firebird und nennt sich Fire V. Als Pickup gibt es lediglich einen Seymour Duncan SH4 an der Bridge.

Wie stehst du zu anderen Gitarrenformen wie etwa ES-335, Telecaster, Firebird, Explorer, Hybrid-Modelle?

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