Ein paar Zeilen über...

Klanglichen Unterschiede von Tonabnehmerdraht

Die klanglichen Unterschiede verschiedener Wickeldrähte sind sensationell! Ein Draht muss natürlich isoliert sein; wäre er das nicht, würde ein Kurzschluss entstehen und der Pickup nicht funktionieren. In den 50er-Jahren bis etwa Mitte der 60er wurden die Wickeldrähte zur Isolation mit „Plain Enamel“ oder „Formvar“ beschichtet.

Vorne-Formvar-und-hinten-Plain-Enamal-Draht

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Das sind relativ dicke Beschichtungen, Formvar noch ein bisschen dicker als Plain Enamel. Die Folge davon: Die einzelnen Kupferlagen haben einen größeren Abstand voneinander. Die äußeren Wicklungen der Spule sind deshalb weiter von den Polstücken des Spulenkerns entfernt und liegen somit anders im Magnetfeld als bei dem späteren, dünneren Beschichtungsverfahren mit Polyuhrethan oder Polysol. Die Folgen kennen wir aus der Geschichte alter Gitarren: Die Pickups mit dünnerer Wickeldraht-Isolierung klingen dünner und höhenbetonter.

Ich will nicht behaupten, dass sie schlechter klängen, nur eben anders als in den 50ern und 60ern mit ihren dickeren Isolierungen. Folglich sind die Hersteller bei der Reproduktion alter Pickup-Typen wieder zu den dicker isolierten Drähten übergegangen.

Wenn amerikanischer Wickeldraht oder amerikanisches Kabel verwendet wird, trifft man immer auf die Maßeinheit AWG. Das heißt American Wire Gauge, also amerikanische Drahtstärke. Im Pickup-Bau wird beispielsweise der Wickeldraht AWG 42 oder AWG 43 benutzt; oder das Anschlusskabel AWG 22, bestehend aus sieben Adern des Drahtes AWG 30. Diese AWG-Zahlen stammen noch aus dem 19. Jahrhundert und wurden beim Ziehen von Kupferdraht verwendet.

Das System ist etwas verwirrend, weil eine hohe AWG-Nummer einen kleinen Drahtdurchmesser angibt. So ist AWG 43 = 0,056 mm Durchmesser, AWG 42 = 0,063 mm, AWG 30 = 0,25 mm, AWG 22 = 0,644 mm, AWG 15 = 1,45 mm. Das Verhältnis von einer zur nächsten AWG-Stärke wird mit dem Divisor 1,1229322 bestimmt. Also: 0,063 mm (AWG 42) : 1,1229322 = 0,0561 mm (AWG 43)

tabelle

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