Über seine Gitarren, die Tournee und mehr!

Kiefer Sutherland: Mr. Americana im Interview

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Eine von Kiefers Teles und die verbliebenen Gibson-Gitarren aus seiner Sammlung

Von der KS-336, deinem Signature-Modell, wurden lediglich 155 Exemplare gebaut. Von daher muss es ein Sammlerstück sein…

Ist es auch. Und ich habe Nummer 001 und 007. Den Prototyp habe ich John Mayer geschenkt. Und für mich ist das eine ganz besondere Gitarre.

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Ich war komplett aus dem Häuschen, dass man mir überhaupt die Möglichkeit gegeben hat, meine eigene zu designen. Aber auch vom spielerischen Standpunkt her ist die Vielseitigkeit dieser Gitarre einfach außergewöhnlich. Ich habe sie damals zusammen mit Mark Semenagaria entworfen, der zehn Jahre lang der Guitar-Tech bei Ironworks war.

Dein Debüt-Album ist erst 2016 erschienen – wie kommt es, dass Gibson dir schon 2007 ein eigenes Model angeboten hat?

Nun, ich hatte halt eine sehr umfangreiche und nette Sammlung an Gibson-Gitarren, und deshalb kam der damalige CEO, Henry Juszkiewicz, persönlich in mein altes Studio, um sie sich anzuschauen. Besonders beeindruckt war er von den alten 54er Les Paul Juniors. Ich würde sagen, dass er meine Leidenschaft für die Gitarre erkannt und geschätzt hat.

Aber er wusste auch, dass ich kein Meister der Gitarre war. Dennoch fand er es toll, dass ich so gerne spiele und so begeistert zur Tat schreite. Deshalb wollte ich auch schon immer mein eigenes Modell entwickeln oder ein Modell designen, das sich besonders gut spielen lässt und sich sowohl für fortgeschrittene Musiker wie für Anfänger eignen würde.

Diese Idee fand er toll. Dann hat sich alles weitere ergeben.

Und was verwendest du aktuell – für deine neuen Stücke?

Die kleinere Atkin ist die Gitarre, mit der ich am meisten schreibe. Darüber hinaus habe ich noch eine Reisegitarre aus Kohlefaser. Das bedeutet, dass ich mir keine Gedanken über Temperaturschwankungen wie extreme Kälte oder Hitze machen muss. Oder auch über hohe Luftfeuchtigkeit.

Deswegen ist es die Gitarre, die ich seit etwa einem Jahr immer dabei habe – die mich überall hin begleitet. Und sie ist winzig, sie passt problemlos ins Gepäckfach eines Flugzeugs. Deswegen habe ich natürlich auch viel darauf geschrieben – weil ich sie immer zur Hand habe.

Zu Hause spiele ich dann meistes auf der kleineren Atkin. Aber ich habe auch noch eine Everly-Brothers-Gibson, die ich ebenfalls sehr mag.

Aber auf Tour hast du sie nicht dabei?

Nein. Alles, was ich an teureren Gitarren dabei habe, ist meine Telecaster. Und weil ich so viel daran herumgebastelt habe, ist sie wahrscheinlich auch nicht mehr wirklich viel wert. Gleichzeitig ist es halt ein Instrument, von dem ich nicht genug bekomme und das ich – gerade live – immer wieder einsetze.

Es hat an der Brücke einen Seymour Duncan Hot Rail und am Hals einen Hades-Gates-Pickup, was mir eine Menge unterschiedlicher Sounds ermöglicht – einfach, indem ich mit dem Lautstärke-Knopf herumspiele. Insofern ist es das wichtigste Instrument, das ich dabei habe. Das andere ist eine akustische Gibson J200, mit der ich einen tollen Live-Sound erziele.

Zusätzlich habe ich noch eine Gibson als Backup am Start – die ich aber nur einzusetzen gedenke, wenn etwas komplett schiefläuft. Ansonsten wird sie wohl niemand je zu sehen bekommen. Ich reise also mit gerade Mal drei Gitarren. Das ist alles.

Und: Ist Musik für dich langfristig eine Alternative zur Schauspielerei – eine zweite Profession – oder ein reines Hobby, mit dem du auch nicht groß Geld verdienen willst?

Es ist definitiv kein reines Hobby – schon lange nicht mehr. Ich meine, ich mache das nicht, um damit noch reicher und berühmter zu werden. Und wenn es ein reines Hobby wäre, würde ich auch nicht Platten machen und auf Tour gehen – dann wäre das viel zu viel Aufwand.

Doch sobald man den betreibt und damit auch für den Lebensunterhalt von Leuten sorgt, die einen unterstützen, ist das kein Hobby mehr. Aber: Es macht immer noch Spaß. Und ich schätze mich glücklich, dass ich mich daran versuchen darf.

Wobei ich aber auch die Schauspielerei nicht wirklich als Beruf ansehe – als etwas, das ich tun muss. Ich verdiene damit zwar mein Geld und versorge meine Familie, aber ich erachte das nicht als klassischen Job – wie jemand, der morgens um acht Uhr zur Arbeit fährt und um 17 Uhr Feierabend hat. Davon bin ich soweit entfernt, wie man es nur sein kann. Aber ich nehme beides – die Musik und die Schauspielerei – ernst genug, um andere Menschen daran teilhaben zu lassen und es öffentlich zu präsentieren.

(erschienen in Gitarre & Bass 07/2026)

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