Remembering Jimi

Jeff Beck: Jimi Hendrix war ein Cluboholic

Jeff-Beck

Mit Jimi Hendrix verschwand eine Gitarren-Legende, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. In unserer Reihe Remembering Jimi zeigen wir euch, was andere Gitarren-Größen zum Hendrix-Phänomen zu sagen haben – dieses Mal mit Jeff Beck.

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G&B: Hast du Jimi Hendrix eigentlich mal live gesehen, als er Ende 1966 in London auftauchte?

Jeff Beck: Ich habe ihn viele Male live gesehen, auch in New York; da war er eigentlich am besten, denn dort fühlte er sich wirklich zu Hause. Er war ein Cluboholic, und wir hingen viel zusammen in Clubs rum. Wir waren immer unterwegs, manchmal 24 Stunden lang, fielen ins Bett, standen auf und gingen wieder los. Das war großartig. Er war ein sehr netter, sehr ruhiger Mensch. Ein unbeschreiblicher Kerl.

Und er war dabei so ein extravaganter Star-Typ: Wenn er zu uns auf die Bühne kam und für eine Nummer einstieg, schaute mich niemand mehr an – hahaha! Das waren Momente, die ich nie vergessen werde, und diese Momente sind auch nie wieder passiert. Es war einfach eine Geschichte, die mit dieser Club-Szene zu tun hatte, in der wir uns bewegten und wo wir spielten – und diese Szene gibt es nicht mehr.

G&B: Hattest du jemals das Gefühl, von seinem Gitarrenstil beeinflusst worden zu sein?

Jeff Beck: Ich wusste, warum ich das nicht wollte. Mein Stil war schon immer da, von Anfang an, und den wollte ich nicht ändern. Wenn ich bei manchen Sachen mal in die Nähe seines Ansatzes kam, wurde ich vorsichtig: Das wird dann schnell zu schwammig und die Leute denken noch schneller als du selbst, dass du da jemanden kopierst – gerade im Fall von Hendrix. Es war eine sehr respektvolle Distanz, die ich beibehielt.

Aber er schrieb ja auch Songs, und Songs waren die eigentlichen Vehikel seiner Musik. Die Gitarre war da nur ein Werkzeug, eine Art des Zugangs. Nimm ,Purple Haze‘: Du hast ein Riff, aber den Weg durch den Song beschreibt der Gesang, der Text, und das alles kam von ihm, quasi im Paket. Ich hatte eben diese Ausdrucksmöglichkeit des Gesangs nicht, hatte nicht diese mystische Stimme um meine Musik damit zu färben. Ich hatte einfach nur die Gitarre.

G&B: Aber ihr habt die Gemeinsamkeit eines sehr menschlichen, sehr lebendigen Gitarrentons.

Jeff Beck: Ja, da ist eben diese Einheit des Spielers mit dem Instrument. Es ist die Fähigkeit, sich direkt über das Instrument auszudrücken, einfach zu spielen was man denkt.


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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Zum Gluck ist Jeff immer noch da.

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