Produkt: Gitarre & Bass 9/2019
Gitarre & Bass 9/2019
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Aus dem neuen Heft

Interview: Leprous & Simen Børven

(Bild: Matthias Mineur)

Als der norwegische Bassist Simen Daniel Børven im Frühjahr 2015 zur Prog-Rock-Formation Leprous stieß, war die Band gerade im Begriff, sich stilistisch grundlegend zu verändern. Der vom Jazz kommende Børven, ein eigenwilliger Musiker und künstlerischer Freigeist, passte daher wie die Faust aufs Auge.

Denn die Musiker hatten begonnen, allzu typische Progressi­ve-Metal-Eigenarten aus ihrem Sound zu eliminieren und nicht mehr in spezifischen Genres zu denken, sondern Songs unabhängig von ihrer stilistischen Ausrichtung zu schreiben. Unter anderem dank Børvens Hilfe haben sich Leprous mittlerweile fast völlig aus dem Metal verabschiedet und ihre Zuhörerschaft damit sukzessive vergrößert. Wir haben den Skandinavier bei einem Lep­rous-Konzert in Hamburg getroffen und viel Wissenswertes über seine Philosophie als Bassist und Komponist erfahren.

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Simen, wie würdest du selbst deinen Spielstil beschreiben? Und inwieweit beeinflusst er den Sound von Leprous?

Natürlich bin ich in erster Linie Bassist, aber mehr noch fühle ich mich als Musiker, der verschiedene Instrumente spielen und ebenso auch komponieren und arrangieren kann. Von mir stammt beispiels­weise der Song ‚Distant Bells‘, die dritte Single vom aktuellen Album ‚Pitfalls‘. Und bei der Nummer ‚Alleviate‘, die unser Sänger Einar Solberg geschrieben hat, gab es zwar bereits eine Basslinie für die Strophe, doch die klang mir irgendwie zu rastlos und gleichförmig, es fehlten Pausen und der Tiefgang. Einar war damit einverstanden, dass ich ein paar Dinge verändere.

Børven mit den Leprous-Gitarristen Oddmund Suhrke und Robin Ognedal. Das Interview mit den beiden Gitarristen folgt in der nächsten Ausgabe von Gitarre & Bass. (Bild: Matthias Mineur)

Dadurch wurde das Stück deutlich melodischer. Es gibt aber auch andere Beispiele, wie etwa das Stück ‚I Lose Hope‘, bei dem ich meinen 78er-Fender-Precision bewusst heavy und sehr Groove-orientiert gespielt habe. Ich sehe mich aller­dings nicht als Metal-Bassist und bin immer ein wenig beleidigt, wenn Leute mich als solchen bezeichnen.

Das musst du näher erläutern.

Ich finde, dass die meisten Metal-Bassisten einfach nur Guitar-Bit­ches sind, wenn du verstehst, was ich meine. Sie dienen nur dazu, diejenigen Frequenzen abzudecken, die eine Gitarre nicht einmal dann erreicht, wenn es sich um eine sieben- oder achtsaitige han­delt. Eine solche Vorgehensweise limitiert Musik ganz generell. Ich finde jedes Instrument und jeder Instrumentalist sollte den Horizont eines Songs erweitern.

Bedeutet das im Umkehrschluss: Auch ein Bass ist ein Lead-Instrument?

Ja, ich sehe das so. Natürlich kann ein Bass auch als Lead-Instru­ment fungieren, er sollte dies nur nicht unablässig tun. Eine alte Jazz-Lektion, die ich gelernt habe: Wie kann ich die wenigen Noten so effektvoll spielen, dass sie dem Song am besten dienen?

Du kommst vom Jazz?

Meine Mutter sang und spielte Gitarre in der Kirche, mein Vater war Toningenieur. Deshalb mussten wir früher…

Produkt: Gitarre & Bass 5/2019
Gitarre & Bass 5/2019
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