Produkt: Gitarre & Bass 12/2019
Gitarre & Bass 12/2019
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Aus dem neuen Heft

Interview: Larkin Poe

(Bild: Aloysius Lim)

Mit ,Self Made Man‘ hat die Karriere der Geschwister Rebecca und Megan Lovell und ihrer Band Larkin Poe einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Viele Riffs treiben satt nach vorne, dazwischen entfaltet das hypnotische ,Every Bird That Flies‘ eine Stimmung wie in einem David-Lynch-Film. Und dann strahlt ein Song wie ,Holy Ghost Fire‘ auch noch ganz viel Hitpotential aus. Das sechste Album, das auf dem eigenen Label Tricki-Woo Records erscheint, ist großes Kino zwischen Southern-Rock, Blues und Americana.

Vielleicht muss man in Atlanta geboren worden sein und in Nashville leben, um solche Musik zu machen. Kaum zu glauben, dass die beiden vorher mit ihrer Geige spielenden Schwester Jessica als The Lovell Sisters eher traditionelle Musik zwischen Folk und Country präsentierten. Rebecca spielte damals noch Mandoline und Megan eine Slide-Akustik-Dobro. Heute gibt Rebecca mit crunchigen Riffs und ihrer angerauten Stimme den Ton an, während sich Megan auf einer elektrischen Rickenbacker-Lap-Steel ihren Weg durch die Songs bahnt. Und sie bringt dieses Instrument auch ins Rampenlicht, denn eine extra angefertigte Metallkonstruktion ermöglicht es ihr die Lap Steel am Gurt und im Stehen zu spielen.

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Ich würde gerne mit euren Anfängen einsteigen. Wann habt ihr begonnen Gitarre zu spielen?

Megan: Wir haben vorher so mit drei oder vier Jahren angefangen klassische Geige und klassisches Klavier zu lernen. Mit ungefähr 13  oder 14 fing ich an Slide-Gitarre zu spielen und Rebecca Acoustic. Wir hörten viel akustische Musik und amerikanische Roots-Musik wie Bluegrass. Wir lernten zu improvisieren und unsere eigenen Songs zu schreiben.

Gab es besondere Slide-Gitarristen die du mochtest und die dich beeinflusst haben?

Megan: Ich hörte die Dobro das erste Mal bei Jerry Douglas. Das war meine Hauptinspiration die Slide-Gitarre in die Hand zu neh­men. Später, als ich zur Lap Steel wechselte, habe ich viel Derek Trucks, David Lindley und The Allman Brothers Band gehört. Seit kurzem gehe ich weiter zurück und höre viele Delta-Blues-Spieler.

Eine Rickenbacker-Lap-Steel sieht man nicht so oft. Was kannst du mir über das Instrument sagen?

Megan: Ich habe sie in Nashville gefunden und mich direkt in sie verliebt, als ich sie in die Hand nahm. Sie hat diesen vollen Ton und ist ein schönes Instrument. Heute spiele ich meistens ein Modell, das ich in einem Gitarren-Center in Knoxville gekauft habe und das aus den frühen 50ern stammt. Sie hat mir gute Dienste geleistet und ist für mich wie ein guter Kumpel.

Die Rickenbacker Lap Steel von Megan Lovell. Gut zu erkennen ist die Metallkonstruktion, in die das Instrument eingebettet ist. Die Lap Steel ist in Open-G (GBDGBD) gestimmt. Megan benutzt ein Scheerhorn Stainless Steel Slide. (Bild: Larkin Poe)

Lasst uns zu ,Self Made Man‘ kommen. Das Album klingt an einigen Stellen recht düster. Wie kam es dazu?

Rebecca: Dem würde ich so nicht zustimmen. Es gibt viele Momente voller Freiheit und Leichtigkeit. Und besonders was das Songwriting betrifft, gibt es viele optimistische Momente. Auch wenn wir Blues spielen, ist er definitiv vom Rock‘n‘Roll beeinflusst, den wir als Kinder gehört haben. Es gibt immer ein Gefühl der Angst, das Hand in Hand mit diesen Genres geht. Wir haben unser Bestes gegeben, den Dreck und den Mut dieser Musik mit leichte­ren und glücklicheren Elementen zu vereinen.

Mit ,God Moves On The Water‘ gibt es auch einen Song von Country-Blueser Blind Willie Johnson (1902-1947). Warum habt ihr gerade diesen Song ausgewählt?

Rebecca: Ganz einfach, wir lieben ihn! Wir haben einen großen Bezug zu Blues-Künstlern, besonders zu denen des frühen 20. Jahrhunderts wie Son House. Und Blind Willie ist ein großartiges Beispiel für einen Musiker, der…

Produkt: Gitarre & Bass 10/2019
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