Produkt: Gitarre & Bass 9/2019 Digital
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Aus dem neuen Heft

Interview: Lamb Of God & Mark Morton

(Bild: Travis Shinn)

Eine Band der Superlative: Ihre Alben verkaufen sich wie geschnitten Brot, ihre weltweiten Tourneen sind absolute Publikumsmagnete, und allein zwischen 2006 und 2015 waren Lamb Of God fünf Mal für einen Grammy nominiert. Keine schlechte Bilanz für eine Gruppe, deren eigenwillige Mischung aus Death Metal, Thrash, Hardcore und progressiven Versatzstücken sich vor allem durch unbarmherzige Aggressivität, eine Vielzahl beinharter Rhythmen und die wutschnaubenden Growls ihres Frontmannes Randy Blythe auszeichnet.

Ideengeber und Hauptkomponisten der amerikanischen Formation sind die Gitarristen Mark Morton und Willie Adler, deren eng verzahnte Spielweise den Songs Schärfe, Kontur und Vielseitigkeit verleiht. Morton ist zugleich Gründungsmitglied und hat seit 1994 nicht nur die stilistischen Direktiven der Band kontinuierlich weiterentwickelt, sondern seine wenige freie Zeit auch dafür genutzt, um als Gastkünstler beispielsweise für GWAR oder Devildriver zu spielen und unter eigenem Namen zwei EPs mit verschiedenen Sängern zu produzieren. Wir haben anlässlich des neuen Lamb-Of-God-Albums, das Mitte Juni 2020 veröffentlicht worden ist, mit dem 47-Jährigen gesprochen und uns dabei auch wichtige Eckpfeiler seines aktuellen Sounds erklären lassen.

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INTERVIEW

Mark Morton (Bild: Travis Shinn)

MARK MORTON

Mark, angesichts der erneut fantastischen Gitarrenarbeit auf eurem aktuellen Album hat man als Außenstehender den Eindruck, dass sich sowohl dein Geschmack als auch dein Stil spürbar weiterentwickelt haben.

Natürlich verändern sich Geschmack und technische Fertigkeiten eines Musikers im Laufe der Zeit von ganz alleine. Aber das Gitarrespielen war für mich immer schon die natürlichste Sache der Welt, vergleichbar mit dem Erlernen von Sprache oder dem Aneignen einer eigenen Ausdrucksweise, die bekanntlich zwischen dem 16. und 60. Lebensjahr ebenfalls vielen Veränderungen unterworfen ist. Eine solche Evolution gilt in meinem Fall auch für mein Spiel. Allerdings könnte ich das zumindest in den zurückliegenden fünf Jahren an keinem konkreten Beispiel festmachen, es ist vielmehr der fließende Übergang von einem Level zum nächsthöheren.

Lamb of God (2020) (Bild: Nuclear Blast)

Im Unterschied dazu haben sich meine kompositorischen Fähigkeiten geradezu sprunghaft verbessert, wie ich finde. Wenn man sich das Material anhört, das ich für die drei letzten Alben von Lamb Of God oder auch für meine Soloaktivitäten geschrieben habe, dann stellt man gleich mehrere signifikante Änderungen fest. Ich bin mittlerweile nicht mehr ausschließlich aufs Shredding oder auf akrobatische Spielweisen fokussiert, sondern konzentriere mich stärker darauf, dass alles im Fluss ist und der Hörer einen emotionalen Zugang zu den Songs findet. Insofern könnte ich deine Frage dann doch konkreter beantworten, als ich zunächst gedacht hätte: Mein Spiel ändert sich eher sukzessiv und über einen längeren Zeitraum, mein Fokus auf gute Songs dagegen ist seit einigen Jahren ausgeprägter als jemals zuvor.

Profitierst du diesbezüglich von einer erblichen Veranlagung oder einer profunden musikalischen Ausbildung?

Ja und nein. Ich wuchs in einem sehr musikalischen Haushalt auf, allerdings nicht, weil meine Eltern selbst Musiker waren, sondern weil sie Musik generell geliebt haben. Ich bin mittlerweile 47 und dementsprechend als Kind der Siebziger aufgewachsen. Meine Mutter stammt aus Frankfurt, deshalb habe ich einen großen familiären Background in Deutschland. Die erste Kassette, die mir meine Mum damals in Frankfurt kaufte, war AC/DC ‚Highway To Hell‘. Zu der Zeit war ich gerade sieben, mein älterer Bruder knapp 14. Wir hörten alles, was damals angesagt war und zuhause bei meinen Eltern liefen Alben von Aerosmith, AC/DC, Led Zeppelin, Kiss, Lynyrd Skynyrd. So gesehen waren wir permanent von Musik umgeben, es war also fast folgerichtig, dass ich selbst Musik machen wollte. 1985 bekam ich meine erste eigene Gitarre, damals war ich 12 oder 13.

Warst du in deiner Jugend eher Les-Paul- oder der Strat-Typ, sprich: lieber Humbucker oder Singlecoil?

Mein erster großer Gitarrenheld war…

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