Nichts für Ästheten:

DIY-User präsentiert selbstgebaute Sperrholz-Gitarre

Gitarristen legen bekanntlich viel Wert auf die Qualität und die Beschaffenheit des Holzes, aus dem das Instrument gefertigt wurde. Aber Holz ist nur eine von vielen Komponenten, welche den individuellen Klangcharakter eines jeden Instruments prägend beeinflussen.

Plywood Guitar

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Einige Musiker sind sogar der festen Überzeugung, dass gerade Holz diejenige Komponente ist, welche bei der Entstehung des elektrischen Klangcharakters den geringsten Anteil beiträgt. Remi505, ein Mitglied der DIY-Website Instructables.com, scheint exakt so ein Jemand zu sein. In einem Post auf selbiger Seite erklärt er, wie er darauf kam, sich eine Gitarre aus ganz gewöhnlichem Sperrholz zu bauen und gibt wertvolle Tipps zum Selbermachen.

“Plywood gets a lot of stick in the guitar world, being reserved for mostly only the cheapest guitars,” schreibt er. “However after much searching on the internet I have concluded it doesn’t matter what an electric guitar is made from as much as many people might think, if it’s well made and setup at least.”

Ob er mit seiner kühnen Behauptung recht hat oder nicht, kann man aus der Ferne schlecht beurteilen – das unten stehende Video vermittelt jedoch einen ersten Eindruck.

Wer jetzt angefixt ist, schnappt sich einfach Hammer und Säge – die vollständige (!) Bauanleitung gibt es nämlich hier!

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ich hatte mal eine E-Gitarre aus japanischer od koreanischer Produktion. Hochglanz-lackiert, aber der Body soll aus Sperrholz gefertigt worden sein. Überprüft habe ich das nie, aber das Sustain war tatsächlich miserabel.

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  2. Die in dem Video präsentierte Gitarre klingt gut. Warum auch nicht? Leo Fender hatte damals Holz verwendet welches in seiner Region leicht verfügbar war. Fender war ein pragmatisch denkender Mensch der nicht einmal Gitarre spielen konnte. Wäre damals z. B. Pinie oder Douglasie (Bauholz) das günstige und verfügbare Holz gewesen würden nun alle Pinie oder Bauholz Bodys kaufen und dies für das Ultimative Holz halten.
    Danelectro baut ebenfalls erfolgreich Sperrholzgitarren und Jimmy Page zeigte der Welt, dass auch diese Gitarren klingen können. Ich denke Gitarrenbauer, wenn sie etwas verkaufen möchten, müssen die klassischen Holzsorten wählen obwohl sie wissen das es nicht unbedingt und zwingend erforderlich ist. Ich hab mir vor kurzem eine Strat-Kopie von HK ganz billig über Ebay-Kleinanzeigen von privat gekauft. Die wollte ich mir anstatt eines Bildes ins Büro hängen weil ich an die Gitarre nicht die geringste Erwartungshaltung hatte. Was auch immer das für ein Holz ist, dass Teil klingt und steht immer noch bei mir zu Hause.

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  3. Da scheiden sich wohl die Geschmacksrichtungen.Grundsatz und Fakt ist,daß jeder Gitarrist bestimmte Vorlieben hinsichtlich der Klangeigenschaften unterschiedlichster Korpushölzer hat.Dies ist so relativ,wie beispielsweise der Unterschied zwischen einfachem Sekt und edlem Champagner.Ob ein Musiker nun vorzugsweise lieber preisgünstige Korpushölzer wie Agathis,Linde oder gar Plywood für seine Gitarre verwendet,oder aber dann doch lieber die teuren Edelhölzer wie Honduras-Mahagoni oder Hawaiian-Koa,Redwood oder Bubinga benutzt,bleibt seine persönliche Entscheidung,und ist bekanntlich auch eine Preisfrage.Ich besitze z.B. eine alte B.C. Rich Bich aus koreanischer Fertigung mit durchgehendem Ahornhals,angeleimten Agathis Wings und Wölkchenahorndeckenfurnier (zwar hauchdünn,jedoch keinesfalls “Fototapete”) die wahrhaftig sehr gut klingt! Egal,ob Sperrholz,Agathis,Pappel oder Linde,entscheidend ist doch der jeweilige Einsatzbereich und letztendlich die Zufriedenheit des Users.Das Video beweist doch wohl deutlich genug,daß auch eine Plywood Gitarre richtig gut klingen kann! Und Gitarrenbodies der Marke Danelektro beweisen seit eh und je,daß deren einfache Korpusmaterialien wirklich verdammt gut klingen können,und dabei verarbeitet dieser besagte Hersteller noch nicht einmal Holz für seine verdammt gut klingenden Saiteninstrumente! Fazit: erlaubt ist,was einem gefällt,und schlußendlich kostentechnisch umsetzbar ist! Danke für dieses ansprechende Video!

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