Lores Diplom & ein Herr im Frack

Die wunderbare Welt Deutscher E-Gitarren Namen

Es kann ja Zufall gewesen sein: Am 4. Juli 1954, einem verregneten Sonntag, wühlten sich elf Männer mit abgehärmten Nachkriegsgesichtern durch das tiefe Geläuf des Berner Wankdorfstadions und bezwangen sensationell die hoch favorisierten Ungarn mit 3:2. Deutschland war Fußballweltmeister.

Neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs überwältigte die Menschen in der jungen Bundesrepublik das Gefühl, den Weg in die Zivilisation endgültig zurückgefunden zu haben. Am Montag darauf betrat in Memphis, Tennessee, ein schlaksiger junger Mann ein Tonstudio, um etwas aufzunehmen, was der Musik des 20. Jahrhunderts eine entscheidende Wende geben würde: ,That’s all right!‘. Fritz Walter und Elvis – irgendetwas lag in der Luft.

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Höfner Gitarren
FOTO: Archiv
Dreimal Zahlensalat bei Höfner: 161, 164 und 164V im Prospekt, Mitte der 60er Jahre

USA

Und das muss auch in Fullerton, Kalifornien, zu spüren gewesen sein. Dort stellte ebenfalls im Sommer 1954 Leo Fender sein neues Gitarrenmodell vor, eine Ergänzung zu seinem bereits etablierten Angebot von zwei elektrischen Solidbody-Gitarren und einem E-Bass. Fender taufte seinen aktuellen Wurf Stratocaster. Solche wohlklingenden Namen waren auch bei amerikanischen Gitarrenmodellen der Vorkriegsjahre gelegentlich verwendet worden, sie hießen schon mal wie bei Gibson Sport oder Recording King, Synchromatic bei Gretsch oder Emperor bei Epiphone – alles Bezeichnungen, die den Kunden ansprechen und ein bestimmtes Image transportierten sollten, das man für verkaufsfördernd hielt.

Solche Images konnten Luxus, Exotik, Fortschrittlichkeit oder gar erotische Ausstrahlung sein. Die Mehrzahl der Hersteller war allerdings so phantasielos, ihre Gitarren mit einer Mixtur aus Buchstaben und Zahlen zu belegen, was später Historikern und Sammlern das Leben erschwerte und außerdem den Charme von Bestellnummerlisten verbreitete. Leo Fender war jedoch einmal mehr schlau genug, es sich nicht so einfach zu machen. Nachdem er seine Broadcaster wegen der Namensgleichheit mit einem Gretsch-Schlagzeug in Telecaster umbenennen musste, strebte er nun also nach Höherem.

Immerhin handelt es sich bei der Stratosphäre um den Teil des Himmels, der sich 8 bis 50 Kilometer über dem Erdboden befindet, und von dem aus es langsam in den luftleeren Raum übergeht. Das englische „cast“ hat sowohl etwas mit werfen zu tun, als auch mit dem Gießen von Metallen oder dem Besetzen von Theaterund Filmrollen, der Caster z. B. ist ein Metallgießer – ein schwerer Fall also für den Interpreten. Wahrscheinlich hat Fender auf Broadcasting und Telecasting, also Radiound Fernsehausstrahlen, einfach noch was draufgesetzt, was ihm gut zu klingen schien.

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FOTO: Archiv
Fender Stratocasters im Katalog von 1962/63

 

Germany

Die deutschen Hersteller blieben um diese Zeit lieber am Boden. Für die meisten war zunächst die Vertreibung oder Flucht aus dem kleinen Städtchen Schönbach im tschechoslowakischen Egerland voran gegangen, einem Zentrum des Instrumentenbaues, und der Neuanfang Ende der 40er Jahre war offenbar schwer genug. Raffinierte Namensgebungen waren da sicher nicht das vorrangige Problem. So gab es auch hier zunächst die beliebten Zahlen- und Buchstaben, oder die Instrumente hießen einfach Schlaggitarre, Solo- oder Club-Gitarre. Arnold Hoyer, mittlerweile in Tennenlohe südlich von Erlangen ansässig, ging allerdings schon 1948 ein bisschen mehr aus sich heraus und präsentierte die Meisterklasse und die Solist, alle noch ohne serienmäßigen Tonabnehmer.

Gitarrenbau bei Hoyer 1948
FOTO: Archiv
Neubeginn: Gitarrenbau bei Hoyer 1948

Gebaut wurden elektrische Gitarren zu dieser Zeit als vollakustische Instrumente für Jazz- und Tanzmusiker, wie Hoyers Spitzenprodukt, der mit Pickups nachrüstbare schwarze Herr im Frack. Zwei Dinge waren damit für den deutschen Bereich vorgegeben und spiegelten gesamtgesellschaftliche Zustände: Es sollte seriös zugehen, und Frauen kam bei der Namensgebung zunächst allenfalls eine untergeordnete Rolle zu. Die Schlag(!)gitarre war männlich; so blieb uns die Dame im Kostüm erspart.

Die ersten Hoyer-Prospekte
FOTO: Archiv
Die ersten Hoyer-Prospekte

Bella Italia

Daran änderte sich in den nächsten Jahren nicht viel. Dann aber hinterließen die langsame wirtschaftliche Erholung und technische Innovationen wie die Einführung des Fernsehens wohl auch bei den Gitarrenbauern das Gefühl, bei der Verteilung von Namen für ihre Produkte mit der Zeit gehen zu müssen. Seit Weihnachten 1952 gab es drei mal die Woche eine Tagesschau, und auch das legendäre Spiel in Bern konnten einige Privilegierte am heimischen Bildschirm verfolgen. Für weniger Begüterte blieben noch Kneipen oder Kaufhaus-Schaufenster, die Wochenschau im Kino tat ihr Übriges. Berichte von fremden Ländern und die Postkarten der erste Urlaubsreisenden erreichten die Republik.

Italien wurde das ersehnte Traumziel, der Begriff Fernweh fand wieder Aufnahme in den Wortschatz, und im Schlager, speziell in den Werken von Freddie Quinn, wurde er geradezu zum Schlüsselbegriff. Wen kann es also wundern, wenn die Firma Framus (= Fränkische Musikindustrie), zunächst in Erlangen und ab 1954 wenige Kilometer nördlich davon in Bubenreuth ansässig, seine Gitarren in dieser Zeit Calypso, Atlantis, Capri, Riviera oder Florida nannte? Bei Klira, der ab 1950 ebenfalls in Bubenreuth produzierenden Geigen- und Gitarrenbaufirma der Familie Klier, hießen sie beispielsweise Caballero oder Sonido, Haiti und Bahama, gerne auch mit dem internationalen Allzweckzusatz De Luxe.

Die Sehnsucht nach der Ferne, der Wunsch, wenigstens zeitweise aus den noch ruinendurchsetzten deutschen Städten zu entkommen, der Traum von sonnigen Stränden und schönen und temperamentvollen Südländerinnen und Südländern manifestierte sich in den Schlagertexten und auch in den Ideen der – wie man heute sagen würde – Marketing-Abteilungen der Gitarrenbauer. ,MarieMarie‘ wurde von Fred Bertelmann besungen, ,Rosa Rosa Nina‘ vom Musikanten Quartett, nach Rosalie‘ schmachtete Freddie, ,Auf Kuba sind die Mädchen braun‘ stellte Jimmy Makulis fest und Evelyn Künnecke träumte von ,Hernando’s Hideaway‘. Das alles war 1956 und garantiert jugendfrei. Dem Übergewicht der besungenen Exotinnen stand man bei Framus durchaus aufgeschlossen gegenüber.

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FOTO: Archiv
Mit der Fränkischen Musikindustrie in die weite, weite Welt: Titelblatt eines Framus-Prospektes aus der Mitte der 60er Jahre

Die Gitarre wurde zunehmend südländisch und weiblich, Rosita und Sorella kamen auf den Markt, Hoyer zog nach und brachte die Bianka und bei Klira brachen alle Dämme: Senorita, Patricia, Donella, Angela, Claudia, Sonja, Peggy, Bessy, Stella, Iris, Blacky und Blondie. Zu guter (?) Letzt kam auch noch die kaum mehr wieder gut zu machende Lore. Positiv anzumerken bleibt, dass so beliebte Namen wie zum Beispiel Erna oder Waltraut schließlich doch nicht für geeignet befunden wurden, dafür war der Südländerinnen-Faktor wohl doch zu klein. Kurze Erwähnung finden sollte an dieser Stelle aber noch die „Damenschlaggitarre“ Hobby, die Framus Ende der 50er Jahre vorstellte. Wie die Modellbezeichnung schon sagte, war man wohl nicht der Meinung, dass eine Gitarrespielerin auch Berufsmusikerin sein könnte, erkannte aber dennoch in den musizierenden Frauen eine Absatz versprechende Zielgruppe.

Space Oddities

Die wirklichen Topthemen mit Auswirkungen auf die Gitarrenwelt waren allerdings andere, und dabei spielte der in den 50er Jahren begonnene „Kalte Krieg“ eine Rolle. Die Raumfahrt wurde zum Schlachtfeld der Großmächte im Kampf um die politische und technische Vormachstellung. Den besseren Start hatte die Sowjetunion. 1957 trat Polarhündin Laika in Sputnik II ihre bedauerlicherweise letzte Reise an, Gagarin verließ in Wostok I 1961 die Atmosphäre, und er kam heil zurück. Erst langsam holten die USA auf. John Glenn schaffte 1962 die erste Erdumrundung mit Merkur-Atlas 6, und schließlich fand das Wettrennen mit Apollo 11 und der amerikanischen Mondlandung 1969 seinen Höhepunkt.

Die vermeintlich Guten hatten gesiegt. Und das weite Terrain des Weltraums erschloss sich wie selbstverständlich auch den Gitarrenproduzenten. Ohne die vielen, sich im Musikgeschäft geradezu aufdrängenden Namen mit Einbeziehung des Wortes Star wie Starmaster, Grand Star, Star-Bass und dergleichen groß abzuhandeln, fallen zwei Gruppen auf. Die eine wurde von der Firma Hopf belegt, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem vogtländischen Zwota ins hessische Taunusstein kam. Bei diesem Hersteller dominierte allgemein der Astronomie und Raumfahrt Entlehntes wie Cosmos, Galaxie, Satellite oder Telstar. Himmelskörper wurden gelegentlich herangezogen, hier gab es Jupiter und Saturn. Dieses Feld war ohnehin von der in der Namensfindung kreativeren Firma Klira weitgehend abgesteckt: Neptun, Orion, Venus, Pluto, Capella, Merkur und Luna wurden feilgeboten. Dies alles geschah hauptsächlich in den 60er und 70er Jahren.

Back to the USA

Ein zeitlicher Schritt zurück zum Ende der fünfziger Jahre ist an dieser Stelle notwendig, um über ein anderes Phänomen zu berichten. Die deutsche Gitarrenindustrie blickte natürlich über den Atlantik und nahm wahr, was die großen amerikanischen Firmen entwickelten. Mit der wachsenden Popularität des Rock & Roll und später dem Beatboom nahm die Nachfrage nach vollakustischen Elektrogitarren ab, halbakustische Instrumente und vor allem solche mit Massivkorpus wurden nun verlangt. Die amerikanischen Originale waren allerdings ausgesprochen teuer, wenn sie denn überhaupt importiert wurden. Das legte es nahe, eigene preiswerte Modelle nach Art der Vorbilder aus Übersee zu produzieren oder gleich mit Nachbauten auf den Markt zu kommen, die, wenn schon nicht in der Qualität, dann zumindest in der Optik den Vorbildern glichen.

Die amerikanischen Wurzeln schlugen sich aber unmittelbar in der Namensgebung nieder, zum Teil wurden die Gitarren einfach so genannt wie das nachgebaute Instrument. Bei Hoyer gab es zum Beispiel eine Les Paul und auch eine Explorer, beides natürlich Kopien von Gibson-Gitarren. Ansonsten ging man das Problem gerne geographisch an. Bei Framus gab es die Atlantik, die Amerikana, die Hollywood und die Nashville. Bestens geeignet zum Gitarrennamen schienen dieser Firma auch die Namen der US-Staaten wie Missouri und Florida.

Klira Electric
FOTO: Archiv
Gab es nur bei Klira: Mit dem Rennwagen in den Saloon. Dort erwarteten den Cowboy v.l.n.r. Ohio, Kentucky und Neptun

Klira besetzte dann weitere Teile der Vereinigten Staaten mit Montana, Nevada, Kentucky, Tennessee, Texas, California, Arkansas, Ohio und Oklahoma. Ein bisschen Karl May passte auch dazu, analog zum entsprechenden Film-Boom in Deutschland wurden dem Publikum in der zweiten Hälfte der 60er Jahre Solidbodies mit den Namen Western und Sioux präsentiert, wobei dem Autor leider nicht bekannt ist, ob es sich bei der Aussprache von Letzterer um die vom eigenen Indianerspiel vertraute Variante „Sieocks“ oder das völkerkundlich korrekte „Su“ handelte.

Royal

In den 50er und 60er Jahren hatten die erfolgreiche Demokratisierung, das Wirtschaftswunder und die große Reisefreudigkeit die bundesrepublikanische Gesellschaft ohne Zweifel stark verändert. Geblieben war allerdings der Hang zu geordneten Verhältnissen, eine ausgeprägte Titelgläubigkeit und womöglich eine gewisse Sehnsucht nach den guten alten Zeiten der Monarchie. Jedenfalls ließen sich solche Schlüsse ziehen, schaut man auf eine andere Gruppe von Gitarrennamen aus diesen Jahren. So fand die Firma Höfner, die ebenfalls aus Schönbach stammte und ab 1949 dann im Erlanger Raum produzierte, nur selten Abkehr von den ansonsten ins Extreme gesteigerten Kombinationen aus Ziffern und Buchstaben.

Einige Modelle, die für den englischen Markt produziert wurden, bekamen aber richtige Namen wie zum Beispiel Congress, Committee, President, Senator oder Ambassador. Einen Präsidenten hatte auch Framus im Programm, allerdings eben in der deutschen Schreibweise, dazu kamen Royal und Queen. Und selbstverständlich bot auch Klira neben einem Consul und einem weiteren President einiges für die Freunde des europäischen Adels: Lady und Sir, den Lord und zu Queen und King auch noch den Red King, eine etwas seltsam anmutende Kombination, wenn man die Symbolik der beiden Begriff politisch auffassen möchte.

Framus Strato Super und Strato De Luxe
FOTO: Archiv
Superlative aus dem Jahr 1967: Framus Strato Super und Strato De Luxe

Stardom

Ganz gut passend zum „Wir sind wieder wer“ der Zeit nach 1954, aber ohnehin beliebter Teil jeglicher Marketingstrategie, war eine andere Form der Namensgebung, das uneingeschränkte Lob, die Überführung des Produktes in die Sphären eines einzigartigen Luxusgutes. Wenzel Rossmeisl, der nach der Vertreibung aus Schönbach zunächst nach Berlin ging und schon 1947 unter dem Markennamen Roger auf tatsächlich hohem Niveau wieder produzierte, erwarb sich auf diesem Gebiet einige Meriten.

So gab es von ihm die Luxus und die Super, die LuxusUltra, die Luxus Special und schließlich, sprachlich schwer zu überbieten, die Super Ultra. Framus bot neben zahlreichen de-Luxe und gelegentlichen Super-de-Luxe-Varianten eine Memphis Ultra. Hopf schwankte zwischen Super, Spezial de Luxe und Super de Luxe, bot aber auch den Namen als Programm mit der Elite. Und schließlich wieder Klira, die bei ihrem schier unerschöpflichem Einfallsreichtum auch auf diesem Gebiet mithalten konnten mit so schönen Namen wie Superstar, Exquisit oder Superio.

Deutschland Ost

Mitte der sechziger Jahre, auf dem Höhepunkt der Beat-Ära, stand also eine schier unübersehbare Palette von Modellen mit den schönsten Namen zur Auswahl. Angesichts knappen Taschengelds und mäßig bezahlter Ferienjobs wäre da wohl nichts nötiger gewesen als fachkundige Beratung. Die war allerdings nur schwer zu erhalten. Beglückt wurden die angehenden Band-Musiker statt dessen mit Empfehlungen wie „lass’ dir mal die Haare schneiden“ oder dem bundesrepublikweit vermittelten Grundkurs in politischer Staatsbürgerkunde, der da lautete: „Wenn es dir hier nicht passt, geh’ doch rüber!“. Doch hätte tatsächlich jemand den Rat befolgt, was hätte ihn erwartet?

Musima (= VEB Musikinstrumentenbau Markneukirchen), der größte Gitarrenhersteller der DDR in der alten vogtländischen Instrumentenbauerstadt Markneukirchen, wartete bei seinen E-Gitarren nun keinesfalls mit systemkonformen Namen wie Sputnik, Subbotnik oder doch wenigstens einem Modell Datscha auf. Statt dessen gab es enttäuschende Anlehnungen an die Westproduzenten mit Modellen wie Record Deluxe, Eterna oder eine Gitarre mit dem recht mysteriösen Namen Elgita, dazu gesellten sich die etwas streberhaft anmutenden Student und Diplom sowie das Spitzenmodell Completta-Vibromatic für immerhin 462,95 Mark (Ost). Alles in allem nicht wirklich eine Alternative.

Finale

Aber die Rettung nahte. Im August 1965 brachte der Briefträger den neuen Herbst/Winter-Katalog von Quelle. Und wer sich durch nicht enden wollende Angebote von Oberbekleidung und Unterwäsche, Aktentaschen und Hausrat aller Art geblättert hatte, fand sie schließlich auf Seite 429. Sie leuchtete in kräftigem Rot mit ihrem „mehrfach verleimtem Massivkörper vollständig mit genarbtem Kunststoff überzogen. Große, schwarze Klangplatte, 2 Tonabnehmer mit einzeln verstellbaren Magneten“.

Und als wäre es nicht längst genug, verfügte sie auch noch über einen „eingebauten LuxusVibrator (Tremolo)“. Ein Traum für DM 198,–. Und ihr Name war Schlachtruf & Erfolgsgarantie in einem: Triumphator Electric! Der Hersteller war übrigens die Firma Klira in Bubenreuth. Aber wer hätte daran ernsthaft gezweifelt?

 

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12 Kommentare zu “Die wunderbare Welt Deutscher E-Gitarren Namen”
  1. Rolf Mählitz

    Sehr interessanter Artikel über unsere “Germany-Guitars”, die damals wirklich zu den US-Gitarren (Fender u.Gibson) ein Vergleich wie Tag und Nacht waren. Die Nacht war danach eher grau und der Tag blau.

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  2. Haro Echter

    In 1968 hatte ich einen Hoyer Egitarre,aber es war 9 Seiter.Die drei hohe seiten waren doppelt wie ein 12 Seiter gitarre.Mochte gerne wissen ob da ein wenig bekannt ist.

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  3. Frank Perrey

    … sehr schöner Artikel. Vor allem süffig formulierte Äußerungen zur Namesvergabe. Macht Spaß. Ein klitzekleine Frage tat sich mir aber doch auf: die Katalogabbildung mit den 3 Klira-Modellen Ohio, Kentucky und Neptun hat mich etwas irritiert. Ich bin schon länger auf der Suche nach der korrekten Bezeichnung der links abgebildeten Gitarre ((hier 305 und angeblich Ohio), konnte aber unter “Ohio” bisher nur sehr anders aussehende Modelle finden. Hat es da vielleicht eine Mehrfachvergabe dieser Bezeichnung gegeben? Im Standardwerk “Elektro-Gitarren Made in Germany” von Schnepel und Lemme taucht die 305 auch nur als Halbakustische namens “Bambi” auf. “Ohio” findet dort nur Erwähnung für kunststoffbezogenen Modelle (532/533), was sich mit den üblichen Abbildungen deckt.

    http://www.musiker-board.de/media/klira-unidentified-mustang-copy-ca-1970.26446/

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  4. Bert Gerecht

    Ich hab mir auch einen abgequält auf meiner ersten Gebraucht-Framus, eine Strato Deluxe mit fehlendem Orgeleffektschalter und angebrochem Hals, den ich alle zwei Wochen neu leimen musste… Dazwischen hatte ich noch eine “Hertiecaster” mit 2 cm Saitenlage im 7.
    Bund. Erst als ich 1969 meinen ersten Fender Precision neu fuer ca 900 Deutschmark kaufte, wurden die Zeiten etwas bässer!

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  5. Richard Bonika

    Bravo, das ist mal eine Darstellung über die Zeit als der Rock`n Roll “laufen lernte” und damit auch die Gitarrenproduktion weltweit beflügelte. Ein wenig zu kurz kamen die Aussagen über die Qualität der Instrumente aus west-oder ostdeutscher Produktion. Obwohl viele den Gitarren aus dem Ursprungsland dieser Musikrichtung den Vorzug gaben, muß unbedingt gesagt werden, das die Gitarren aus den heimischen Familienbetrieben,(Hoyer, Framus, Klira, Höfner, Hopf usw.) die in den 50. Jahren nach Bayern( Franken) umsiedelten, in Qualität, Verarbeitung und Klang gegenüber der wesentlich teureren Importen aus Übersee absolut gleichwertig waren, nur eben nicht das Image einer Fender ,Gretsch,oder Gibson hatten. Schließlich war auch Friedrich Gretsch deutschstämmig. Elvis mit seiner “Isana”,wie auch die Beatles mit Höfner-Instrumenten, wußten diese zu schätzen.

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    • Frank Perrey

      … sehe ich auch so, wobei man dann schon bedenken sollte, dass die Masse der deutschen E-Gitarren eben gerade das Billigsegment bedienen sollten, und da war denn auch nicht alles super-chic hinter den Plastikmäntelchen. Aber ganz klar gab es Modelle, die neben einem eigenen Charakter auch eine hohe Qualität mit brachten und gerade im Bereich der Semiakustischen sind deutsche Schätzchen zu finden, die Ami-schnitten gelegentlich ziemlich blass aussehen lassen. Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, dass die Kopien der US-Originale bis auf wenige Ausnahmen eben anders klingen als die Vorbilder. Wer sich aber trotzdem auf sie einlässt und genau das nutzt, wird reichlich belohnt.

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  6. Richard Bonika

    Ja, ich muß ergänzen, dass es auch billige Kaufhausmodelle, und Sperrholzproduktinen gab, um der gestiegenen Nachfrage auch in diesem Segment gerecht zu werden. Zum Beispiel..Framus hatte sich u. a. zu seinerzeit Europas größten Gitarrenfabrik entwickelt, um auch den im preiswerten Bereich entstandenen Bedarf abzudecken, ohne aber die qualitativ gehobenen Ansprüche im anderen Marktsegment zu vernachlässigen. Es mag sein, dass die deutschen Kopien auch anders geklungen haben als Ihre Vorbilder aus Übersee und England. Das lag m. E. aber weniger an der Technik der Tonabnehmer, die vorwiegend von Schaller stammten, sondern auch an dem Einsatz der damals in Deutschland stark propagierten geschliffenen Saiten, Sollte der aus dem Ausland populäre Sound genauestens nachvollzogen werden, so kam man anfangs nicht umhin genau die gleichen Gitarren-und Verstärkeroriginale mit möglichst gleicher Aufnahmetechnik einzusetzen.

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  7. Anton Dillét

    Schöner Artikel, unterhaltsam und gut recherchiert – dankesehr!
    Mich hätte allerdings auch die Frage interessiert, wie die Instrumente qualitativ einzuordnen waren/sind. Wobei ich annehme, daß es seine Gründe hat, wenn man kaum noch etwas von den deutschen Instrumenten hört.
    Erstaunt war ich über die schier unendliche Anzahl verschiedener Instrumente, wenn sich tatsächlich hinter jedem Namen eine andere Gitarre verbirgt.
    Alles Gute für das neue und alle weiteren Jahre!

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  8. Volker Lohweg

    Toller Artikel, sehr gut recherchiert und sehr unterhaltsam geschrieben. Das erinnert mich daran, das meine erste E-Gitarre eine Klira Kentucky war. Muss so Mitte der 70er gewesen sein. Gebraucht gekauft für 80 DM. Der Namen Klira machte dem Instrument allerdings klangmäßig alle Ehre, weshalb ich dann ziemlich schnell zur japanischen Fraktion gewechselt bin, um dann in die USA schlussendlich zu wechseln.

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  9. Markus Nickl

    Ja wirklich schön geschrieben … mein Bruder war 4 Jahre älter als ich und hatte Ende der 60ziger eine halbakustische Framus (Form ähnlich Strat) mit drei Single Coils, die einen sehr dünnen Hals und beste bespielbarkeit hatte … leider nicht mehr da! meine erste war eine Höfner, ähnlich Gibson ES 335 .. man wär die heute was wert! dann die erste Ibanez SG in den 70zigern … der weine ich heute noch nach, die war besser als jede Gibson! heute hab ich die schönsten Gitarren aus Finnland vom Meister Ruokangas … best ever! trotzdem die alten Dinger haben einfach was, allein schon der Name Bubenreuth lässt meine Augen leuchten!

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  10. Dünndrahtzupfer

    Schöner Artikel, tolle Bilder! Die erste E-Gitarre, die ich mal leihweise ein paar Tage spielen durfte (über die elterliche Stereo-Anlage), war eine Framus – meiner Erinnerung nach sowas wie die Strato Deluxe und ziemlich scheußlich. Über die Jahre habe ich immer mal wieder eine Klira in den Händen gehabt. Im Gegesatz zu diesem unfassbar dämlichen Namen waren die von der Bespielbarkeit und der Verarbeitung wirklich toll – sehr gute Kopien der amerikanischen Vorbilder: ich erinnere mich da insbesondere an einen 335-Nachbau, die einem Freund gehörte. Neulich kam jemand mit einer Höfner an, eine dieser der Stratocaster ähnelnden Fiedeln mit zwei oder drei Pickups, die ich nie so recht mochte. Den Korpus fand ich – damals wie heute – nicht so berauschend, weil viel zu dünn, aber der Hals war top. Und klanglich war das Ding auch nicht uninteressant. Die Bubenreuther und ihre Nachbarn konnten´s!

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  11. Werner Kat

    Sehr schöner Artikel, gut und locker geschrieben. Freude kommt auf!
    Ich persönlich habe immer noch meinen Hoyer Bass, 8-saitig, aus dem Jahre 1968/69.
    Ein ganz seltenes Modell. Die Verarbeitungsqualität ist sensationell.

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