Produkt: Bob Dylan Gitarristen
Bob Dylan Gitarristen
Über achtzig Gitarristen hat Bob Dylan bis dato auf seinen 36 Studio-Aufnahmen beschäftigt.
Aus dem neuen Heft

DeWolff: Modern Vintage

DeWolff(Bild: Mineur)

Wer die Augen schließt und nur die Musik von DeWolff auf sich wirken lässt, fühlt sich automatisch in die goldenen Siebziger zurückversetzt. Das niederländische Bluesrock-Trio – bestehend aus Gitarrist Pablo van de Poel, seinem Schlagzeug spielenden Bruder Luka und Keyboarder Robin Piso – bedient die Retro-Schiene dermaßen perfekt, dass man über das Alter der drei Protagonisten zwischen 25 und 28 Jahren wirklich nur staunen kann.

Umso bemerkenswerter, mit welcher spielerischen und kompositorischen Reife diese Band zu Werke geht. Ihr psychedelisches Rockgebräu, das sie selbst als Mischung aus Deep Purple und The Band charakterisieren, ist mit so vielen Details und raffinierten Feinheiten ausgestattet, wie man es in dieser Geschmackssicherheit nur äußerst selten findet.

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Um DeWolff einmal etwas genauer auf die Finger zu schauen, haben wir uns auf der Rythm & Blues Night in Groningen mit Pablo van de Poel verabredet und ihn nicht nur zu seiner grandiosen Band, sondern auch zu seinen Gitarren (vornehmlich Gibson-Modelle), seinen Verstärkern (Marshalls!) und Effektpedalen befragt. Das Ergebnis: In technischer Hinsicht alles retro und vintage, die Musik dagegen auf ganz wunderbare Weise zeitlos und modern im gleichen Atemzug. Ein Phänomen!

interview

Pablo, mit deinen 27 Jahren schaust du bereits auf eine mehr als zehnjährige Karriere als Profimusiker zurück. Wie fing alles an, und vor allem: Wie kommt man als Jugendlicher auf die Musik der 60er und 70er?

Mein Vater sang in einer holländischen Coverband und ich begleitete ihn schon als sechs- oder siebenjähriger Knirps jede Woche zu den Proben. Ich war vor allem vom Gitarristen seiner Gruppe fasziniert, der eine Les Paul spielte. Daher stammt auch meine Liebe zu Les Pauls bzw. ganz generell zu Gibson. Eigentlich stand damit für mich fest, dass ich auch unbedingt Musik machen will. Mit neun fing ich an Gitarre zu spielen, war am Anfang aber ziemlich schlecht und auch nicht sonderlich talentiert. Trotzdem war ich wildentschlossen und sparte mein gesamtes Taschengeld, um mir meine erste Gitarre, eine Squier Telecaster, zu kaufen.

Bereits mit elf hatte ich meine erste Band, entdeckte Jimi Hendrix, der bekanntlich als bester Gitarrist aller Zeiten gilt. Dementsprechend war ich überrascht, dass ich trotzdem zu seinen Songs spielen konnte, und so kam ich nach und nach auch auf Cream, Led Zeppelin, Deep Purple. Für mich sind diese Bands die Grundlage für alles, was ich heute mache.

Mit 22 fing ich an, auf amerikanische Musik zu stehen, auf alte Soulscheiben und auf Southern Rock. Die Allman Brothers kannte ich schon vorher, doch dann entdeckte ich auch unbekanntere Bands wie Cowboy oder Sachen von Link Wray, Leon Russell und vor allem The Band. Bevor ich diese Gruppen kannte, bestand unser Songwriting vorwiegend aus Riffs und relativ simplen Strukturen. Aber mit der Entdeckung von The Band änderte sich das grundsätzlich.

DeWolff
DeWolff-Gitarrist/Sänger Pablo van de Poel (Bild: Mineur)

Wenn du von „unserem Songwriting“ sprichst, meinst du dich, deinen Bruder bzw. euren Schlagzeuger Luka sowie euren Keyboarder Robin, richtig?

Korrekt. Robin kenne ich seit meinem zehnten Lebensjahr, und meinen Bruder natürlich schon seit seiner Geburt. Mit der Entdeckung von The Band entstand bei uns die Vision, unsere Riff-orientierten Ideen à la Deep Purple ‚Made In Japan‘ mit diesem großartigen Songwriting von The Band oder Leon Russell zu verbinden und damit wirklich epische Stücke zu kreieren. In diesem Zusammenhang muss ich auch meine großen Gitarrenhelden Peter Green, Eric Clapton und Paul Kossoff erwähnen.

Allesamt Gitarristen aus dem England der 60er- und 70er-Jahre.

Richtig. Natürlich gibt es zwischen Deep Purple und The Band riesige Unterschiede, und selbst zu deren Hochphase hätte ein Fan von Deep Purple niemals The Band gehört. Aber für mich passen diese Bands durchaus zusammen, denn sie sind zwar verschieden, aber nicht völlig wesensfremd.

Wie groß ist der Improvisationsanteil in euren Live-Shows? Das alles sieht so unglaublich spontan und frei aus! Wie intensiv probt ihr euer Material?

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Über achtzig Gitarristen hat Bob Dylan bis dato auf seinen 36 Studio-Aufnahmen beschäftigt.

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