Streit um die Stratocaster-Form

Thomann kündigt rechtliche Schritte gegen Fender an

Anzeige

(Bild: Dieter Stork)

Im Streit um die Stratocaster-Korpusform geht der Konflikt in die nächste Runde: Nach den Abmahnungen von Fender will Thomann die urheberrechtliche Frage nun gerichtlich klären lassen.

Anzeige

Nachdem Fender sein Düsseldorfer Urteil als Grundlage für Abmahnungen gegen Hersteller und Händler nutzt, hat Thomann nun nach eigener Darstellung rechtliche Schritte gegen Fender eingeleitet.

Das Musikhaus teilte am 22. Juni in einem veröffentlichten Statement mit, man habe sich zu diesem Schritt entschlossen, weil die aufgeworfenen Fragen weit über einen einzelnen Rechtsstreit hinausgingen. Betroffen sei Thomann dabei doppelt: als Händler und über die Eigenmarke Harley Benton auch als Hersteller.

Warum Thomann widerspricht

Inhaltlich knüpft Thomann an den bereits bekannten Ausgangsfall an, also an das Versäumnisurteil des Landgerichts Düsseldorf gegen einen chinesischen Anbieter von Gitarren mit Stratocaster-ähnlicher Korpusform. Nach Auffassung des Unternehmens ist damit jedoch noch keine umfassend ausverhandelte Klärung der Rechtslage verbunden. Genau das solle nun in einem regulären gerichtlichen Verfahren geschehen, in dem beide Seiten ihre Argumente vorlegen können.

Thomann argumentiert in seinem Statement zudem, dass die Stratocaster-Form nicht nur optisch prägend, sondern auch funktional und ergonomisch begründet sei. Daraus leitet das Unternehmen ab, dass die Form über Jahrzehnte zur Grundlage zahlreicher Weiterentwicklungen im Gitarrenbau geworden sei. Die aktuelle Auseinandersetzung stellt Thomann deshalb in einen größeren Zusammenhang von Vielfalt, Innovation und Wettbewerb in der Branche.

Neue Entwicklungen

Neu ist vor allem, dass sich mit Thomann nun ein großer europäischer Händler und zugleich Hersteller öffentlich gegen Fenders Vorgehen stellt. Fenders CEO Edward „Bud“ Cole hatte seine Linie in einer Rede bei einem Händler-Meeting zuletzt so beschrieben, dass man niemanden verklage, sondern gezielt Unternehmen kontaktiere, deren Instrumente dem Stratocaster-Design aus Sicht des Konzerns zu nahe kämen. Zudem betonte er, dass sich die aktuellen Maßnahmen auf Produkte mit Bezug zum EU-Markt konzentrierten.

Wie die nun angekündigten rechtlichen Schritte im Detail aussehen, ist bislang offen. Klar ist aber: Der Streit um die Stratocaster-Form verlagert sich zunehmend von Abmahnschreiben in eine breiter geführte juristische Auseinandersetzung.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Diese Entscheidung von Europa‘s größtem Gitarren Versandhandel war ja faktisch sehnlichst zu erwarten! Sehr richtig so! Wer dermaßen direkt „angegriffen“ wird,geht folglich ganz sicher in die Verteidigungsstellung! Erstaunlich,daß es doch so relativ lange dauerte. Fender ist bei mir seit seinem absoluten Fehltritt gegen alle und jeden sowieso gnadenlos für immer in der Versenkung verschwunden! Wer sich als kundenorientierter Gitarren-Konzern bezeichnen möchte,darf sich nicht wundern,wenn er mit seinen häßlichen Drohungen letztendlich gar keine Kunden mehr hat! Es lebe die Gerechtigkeit! Thomann wird mir deshalb immer sympathischer! Danke.

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. thomsnn sei Dank und ich hoffe auf Erfolg. Wenn Fender glaubt Trump Methoden anzuwenden, dann müssen Konsequenzen gezogen werden

      Auf diesen Kommentar antworten
      1. Bei aller berechtigten Kritik, das Vorgehen Fenders ist rein formal mehr als unglücklich.
        Aber letztlich geht es dabei nur um eins: Geld!
        Auf der einen Seite beeinflussen die immer besser werdenden China Kopien deutlich den Absatz. Aber woher kommt das? Aus Profitüberlegungen, einen Teil der Produktlinie in Billigländern bauen zu lassen, ergo auch Know-How dorthin zu transferieren. China ist für diese marktinvasive Strategie bekannt, nicht nur bei einem „Nischenprodukt“ wie Gitarren, auch weitaus wirtschaftlich wichtigere Güter (Kfz, Hightech, Solar, Medikamente, etc) sind davon betroffen und werden teils gar nicht mehr durch westliche Hersteller produziert.
        Nur nachvollziehbar also, dass sich ein Hersteller dagegen wehrt. Problematisch ist der blinde Rundumschlag und die Inkonsequenz, nicht auch die Produktion von dort mittelfristig wieder abzuziehen.
        Weiterhin wird sich auch Thomann (ein Global Player, der für den Niedergang vieler kleinerer Händler verantwortlich ist) nicht aus Langeweile und Ritterlichkeit in einen Rechtsstreit mit einem der größten Instrumentenhersteller begeben. Da geht es ebenfalls nur um 💰 💰 💰.
        Etwaige Folgekosten im Abmahnprozess und Beeinträchtigung der weltweit vertriebenen Instrumente der (wo werden sie hergestellt?) Eigenmarke. Es wäre verfehlt, das große T als Ritter auf dem weißen Pferd zu feiern.
        Natürlich halte ich ihnen trotzdem die Daumen, da es positive Auswirkungen für alle hat, wenn das Thema geregelt wird!

        Auf diesen Kommentar antworten
    2. bravo! Nie mehr 7ender!

      Auf diesen Kommentar antworten
      1. thomann gut so !!! die amis merken langsam was alles in die hose geht mit ihrem super Präsidenten. jetzt versuchen sie noch einmal kohle zu machen bevor das trump schiff sinkt

        Auf diesen Kommentar antworten
        1. Was ein selten dämlicher Kommentar…Hast du keine anderen Probleme, als zwanghaft Politik ins Spiel zu bringen, auch wenn es damit rein gar nichts zu tun hat und auch gar nicht passt und stimmt? Soweit ich weiß wurden auch US-Firmen von der US-Firma Fender verklagt bzw. haben eine Abmahnung bekommen.

          Auf diesen Kommentar antworten
          1. … was angesichts der Tatsache, dass FENDER mit so einer Aktion in den USA, bereits 2009 vor die Pumpe gerannt sprich gescheitert ist, verwundert.
            Die Stratocaster-Form ist in den USA ‘public domain’, Allgemeingut.
            Das Düsseldorfer Urteil gilt im Prinzip nur für den beklagten Hersteller. FENDER hat auf den Busch geklopft und jetzt ist jemand, aufgestanden, der FENDER kaufen könnte. Mit diesem Echo hat FENDER garantiert nicht gerechnet.

            Auf diesen Kommentar antworten
          2. Das stimmt eben NICHT ! …. Fender hat diese Klage in USA verloren und die Stratocaster Form wurde dort als allgemeines Kulturgut betrachtet, sodaß niemand mehr damit ( nur in USA !!! 😉 ) jetzt Rechte anmelden kann, auch Fender nicht.

            Auf diesen Kommentar antworten
        2. Während bei Trump das Wasser noch nicht einmal im Keller steht, ist es bei uns schon bis zum Hals.

          Auf diesen Kommentar antworten
          1. Ich helfe Euch gern, wenn Euch das Wasser bis zum Hals steht.

            Auf diesen Kommentar antworten
      2. Anstatt hier, wie bereits zuvor benannt, sich in Trump-Methoden zu verlieren, sollte Fender lieber stolz und glücklich sein, mit der Strat eine Gitarre „erfunden“ zu haben, die ganze Generationen bis heute begeistert und die Musikgeschichte maßgeblich mitgeprägt hat ! Lieber Hans, weiter so…, ich hoffe das findet ein rechtliches wie menschliches gutes Ende. Leo hat sich im Grab bestimmt schon 3x umgedreht…😞 Alles Gute – wird schon werden 👏💪🙏

        Auf diesen Kommentar antworten
        1. Stolz und Glück zahlen keine Rechnungen. Und Thomann als Utilitarist?
          Der verdient sich doch ne goldene Nase mit billigem Gear aus China.
          Wer glaubt, er würde das für euch „Kunden“ tun, hat’s wohl nicht besser verdient.

          Auf diesen Kommentar antworten
          1. Tja nun, denm entgegen steht die billigste Qualität der z.B. Squier Gitarren. Auch Fender profitier von Gitarren aus China/Indonesien etc. Versuche mal ein Fender Trem in eine Squier zu bauen: Huch! Die Abdeckung geht nicht mehr drauf weil der Korpus dünner ist, etc. Die geben sich alle nix was das betrifft. Ich für meinen teil bin schon lange weg von Fender weil seit vielen Jahren die Quali einfach nicht mehr stimmt, in Relation zum Preis. Da gibt es bessere Alternativen

            Auf diesen Kommentar antworten
          2. Was hat das mit dem Thema zu tun?
            Du bist weg von Fender? Oder warst du halt mal bei einer Squier Affinity und antizipierst von da aus des Spektrum im Rahmen deiner Möglichkeiten nach oben?
            Dass einige Modelle (besonders die billigen) andere Maße haben, ist eigentlich hinlänglich bekannt. Soll jetzt aber auch Fenders schuld sein?
            Ist Gibson Schuld, wenn die die Studs bei Epi metrisch sind? Na also…
            Jeder nach seiner Façon aber nicht den Falschen zum Samariter verklären.
            Und ja, die Qualität lässt nach, auch bei Fender, habe ich was anderes gesagt?
            Das gab es bereits einige Male. Wenn ich so eine end-siebziger Strat in die Hand nehme, ist das eher Abturn. Und im Nachhinein hat kein Marketing oder Juristerei geholfen, sondern nur Qualität zu liefern.
            Es geht hier und jetzt aber einzig und alleine darum, sich seiner eigenen Position bewusst zu werden. Riesiger Musikalienhändler gegen riesigen Instrumentenhersteller. Beide wollen dein Geld. Wenn einer gegen den andern vorgeht, dann nur, um mehr bzw. nicht weniger davon zu bekommen. Wem gegenüber entwickelst du lieber ein Stockholmsyndrom?
            Vermutlich dem Händler, schließlich lässt er dir ja einen vermeintlichen Entscheidungsspielraum, Hauptsache der liegt im Bereich seines Produktportfolios. Und wir wissen ja, dass Menschen ausschließlich von ihrem freien Willen geleitet werden…

            Auf diesen Kommentar antworten
    3. Man kann diesen Schritt nur begrüßen. Nur was sollen die ganzen Bekundungen,“Fender ist für mich gestorben“? Fender hat 70 Jahre lang etwas versäumt,… das ist Fakt, hat aber jeden Gitarristen auf die ein oder andere Art und Weise glücklich gemacht. Und, wieviel „Trittbrettfahrer“ Nutzen das Design um selber nur eins, nämlich Profit zu machen. Da lobe ich mir all diejenigen die Den Mut hatten, eigene Designs zu entwickeln, wie PRS, Gretsch, Rickenbacker, Yamaha, Ibanez, … etc. Man sieht, es geht doch und auch mit Erfolg.
      Ich persönlich, möchte nicht einen Jahrhundertentwurf machen, den andere kopieren, bzw. Stehlen. Sei es drum. Das Gericht wird entscheiden.

      Auf diesen Kommentar antworten
    4. Dass es etwas gedauert hat, bis Thomann agiert, kann ich sehr nachvollziehen. Erst mal die Faktenlage klären und sich juristisch vorbereiten vor so einem Schritt ist essentiell.
      Dass Thomann diesen Kampf auch in Vertretung für die ganzen kleinen Boutique-Hersteller, die so einen Rechtsstreit allein finanziell nicht überleben würden, ausfechten möchte, finde ich lobenswert und unterstreicht erneut meine hohe Meinung, die ich von Hans Thomann und seinem Team habe.
      Ich drücke alle Daumen !!

      Auf diesen Kommentar antworten
    5. Aus rechtlicher Sicht ist anzumerken, dass das LG ein Versäumnisurteil gefällt hat, also die Fender-Klage nicht auf rechtliche Begründetheit, sondern nur auf ihre Schlüssigkeit geprüft hat.
      Leo Fender hatte auch die Strat zum Patent angemeldet, also eine neue “technische Lehre” geltend gemacht, keinen gestalterischen Schöpfungsakt.

      Auf diesen Kommentar antworten
  2. Schön zu sehen. Ich frage mich allerdings, warum es überhaupt ein US-Urheberrecht für die Form des Strat-Korpus geben sollte. Im Jahr 1954 waren in den USA „Gebrauchsgegenstände“ wie Gitarren nicht urheberrechtlich geschützt. Um ein Urheberrecht geltend machen zu können, muss es ja erst einmal existieren. Und da die Strat in den USA entworfen wurde, müssten die zum Zeitpunkt der Entstehung (1954) geltenden US-Urheberrechtsgesetze ein Urheberrecht für Gitarrenformen vorsehen – was damals jedoch nicht der Fall war. Heutzutage wird allgemein davon ausgegangen, dass Gitarrenkorpusformen urheberrechtlich geschützt werden können, doch dies gilt nicht rückwirkend. Zu beachten ist zudem, dass die USA zu jenem Zeitpunkt nicht Vertragspartei der Berner Übereinkunft waren (dies geschah erst viel später im Jahr 1988), sodass die Anerkennung des US-Urheberrechts (sofern überhaupt vorhanden!) in einem anderen Land auf einem bilateralen Abkommen beruhen würde, wie es 1954 der Fall war, und die USA hatten mehrere solcher Abkommen, beispielsweise mit Deutschland. Daher muss bei einer Analyse, ob ein derzeit gültiges Urheberrecht für die Strat-Form besteht, zunächst das US-Urheberrecht festgestellt und anschließend die Anerkennung in dem Land geprüft werden, in dem der Rechtsstreit stattfindet. Natürlich ist auch eine lückenlose Rechtsnachfolge von Leo Fender (und möglicherweise anderen Designern) bis zur heutigen Firma Fender erforderlich. Darüber hinaus gibt es in jedem Land bestimmte Verjährungsfristen, das heißt, man darf nicht zu lange warten, bevor man eine Klage einreicht.

    Viel Glück, Thomann!

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Sehr guter Kommentar! Schön, dass mal jemand auch internationale Kenntnisse im Urheberrecht hat.

      Auf diesen Kommentar antworten
    2. Vielen Dank für die fachliche und juristische Kompetenz.
      Es ist wirklich sehr verständlich geschrieben.
      Komplement Firma Thomann und viel Erfolg.

      Auf diesen Kommentar antworten
    3. Sehr schön beschrieben das ganze
      Fender sollte mit seinen Alühren in die Schranken gewiesen werden

      Auf diesen Kommentar antworten
  3. Gerade eine China „Chender“ bestellt…

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Die werden immer besser diese Chinesen

      Auf diesen Kommentar antworten
      1. Warum bauen alle nach?
        Sollen sich was eigenständiges einfallen lassen.
        Fender hat‘s erfunden und ein Patent darauf.
        Würdet ihr Schlaumeier nicht anders machen.
        Wen interessiert Thomann geschweige Harley B.
        Fender, weiter so!

        Auf diesen Kommentar antworten
    2. Wo bekomme ich die? Bei Ali Express?

      Auf diesen Kommentar antworten
    3. Dann wär der Preisunterschied zu Gitarren von ausserhalb Chinas der Chender-Pay-Gap?

      Auf diesen Kommentar antworten
  4. Hier sehe ich in der Klage von Thomann auch einen Widerspruch. Thomann handelt nicht im Interesse des netten Gitarristen aus der Nachbarschaft, sondern ist selbst, genau wie Fender, ein knallharter Geschäftsmann. Der Hauptgrund, dass Thomann gegen Fender klagt, ist, dass bei seiner Produktpalette der Eigenmarke „Harley Benton“ (S-Style) pro verkaufte E-Gitarre die Gewinnspanne größer ist als pro verkaufter Fender Stratocaster…

    Nicht umsonst hat Thomann viele „Kopien“ von Gibson, Fender, Gretsch, Rickenbacker usw. im Produktkatalog. Thomann hat, ähnlich wie Amazon, früh, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, viel investiert und profitierte sehr vom E-Commerce. Heute kann Thomann dank seines Finanzpolsters größere Mengen bei Herstellern einkaufen und zu günstigen Preisen anbieten. Viele kleine Musikhändler mussten bzw. werden insolvent gehen, weil Thomann sich so einen großen Anteil am Kuchen geholt hat. Die kleinen Musikläden sind einfach nicht mehr in der Lage, die günstigen Preise von Thomann zu unterbieten, da sonst pro verkauftes Instrument kein Gewinn mehr übrig bleibt.

    Einerseits muss ich Fender bei der Klage wegen des Korpusdesigns auch recht geben. Fender investierte viel Geld und Zeit in den Prototypenbau und die Marktforschung. Nicht zu vergessen sind hierbei auch die Meilensteine wie der 50s Precision Bass, der weiterentwickelte 60s Precision Bass und natürlich der Jazz Bass. Auch in die ganzen Aufbau der Produktionsstraßen, Maschinenpark, Lagerung usw. musste das Geld investiert werden.

    Viele Hersteller kopieren einfach deren Designs von Telecaster, Stratocaster, Jazzmaster, Jaguar und Mustang. Entwicklungs- und Prototypenphasen sowie Marktforschung und kontinuierliche Weiterentwicklungen über vielen Jahren wie z.B. bei Gibson Goldtop von 1952 mit unausgereiften Bridge bis zu legendären Burst von 1959/1960 sind gar nicht erst notwendig, und schon hat man viel Geld gespart.

    Auch Fender investierte viel Geld in Modelle wie die Coronado, Swinger oder Maverick. Hier floppte Fender sehr stark, und ausgerechnet dort will „fast“ niemand deren Design kopieren. (Wobei Jazzmaster und Jaguar bei der Markteinführung stark geschwächelt haben und erst durch den „Grunge“-Boom populär wurden.) Ich würde mich wundern, wenn Thomann jemals Harley Benton-Modelle bringt, die auf der Coronado, Swinger oder Maverick basieren.

    Hersteller wie Ibanez machen es in meinen Augen richtig: keine direkten S-Style-Kopien, sondern eigenständige E-Gitarren. Auch PRS hat es anfangs richtig gemacht und auf ein vollkommen eigenständiges E-Gitarren-Design gesetzt. Erst später bewegten sie sich mit Modellen wie der Silver Sky wieder im Bereich Fremddesign.

    Nicht zu vergessen: EVH, Charvel und Jackson dürfen identische E-Gitarren in Stratocaster-Form bauen, da alle drei Marken zu Fender gehören. Wer Fender boykottieren möchte, sollte bitteschön auch keine EVH, Charvel und Jackson mehr kaufen.

    Fun Fact: Eddie Van Halen höchstpersönlich hat sein „Frankenstein“-Design ebenfalls gegen jegliche Nachahmer verteidigt und diese verklagt…

    PS & Off-Topic: Auch in der Automobilbranche setzt jeder Autohersteller auf ein eigenes Design… und somit hat jeder sein Alleinstellungsmerkmal wie Fender eben 😉

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. So ist es ! Wie groß wäre den der Aufschrei, wenn ein Chinesenhersteller einen BMW oder Audi oder Mercedes kopiert und dann in Germany als PMW oder Adi oder Mezedez verkauft!

      Auf diesen Kommentar antworten
      1. Ein Auto mit Gitarren vergleichen… das ist ja mal ganz klasse. Man, man 😖

        Auf diesen Kommentar antworten
    2. Das ist so ein “Design”, wie ein Auto mit 4 Rädern … soll man nun 5 oder 3 Räder anbauen ?

      Fender hat GENAU DIESE Klage in den USA bereits VERLOREN … nur mal so nebenbei bemerkt. Dort zählt die Stratkorpusform als kulturelles Allgemeingut … Hier wird also nur gegen Europäer gewettert … und es geht NICHT um viel Geld die Fender vor über 70 Jahren investierte, zumal Fender selbst diese Form abgeschaut hat von bestehenden Gitarren … ist halt funktional perfekt …

      Auf diesen Kommentar antworten
      1. Hier muss ich dir widersprechen. Die Kontur der Stratocaster basiert auf dem 1951er Fender Precision Bass. Die Umrisskonturen vom 51er Precision Bass und der 1954er Stratocaster passen ziemlich genau übereinander, völlig unabhängig von der Bodygröße. Erst nach dem Feedback der Kunden fügte Leo Fender die zahlreichen ergonomischen Rundungen hinzu. Zeitgleich erhielten alle Precision Bässe ab dem Jahrgang 1954 das erste Redesign, sodass ab diesem Zeitpunkt beide Modelle diese Rundungen hatten. Drei Jahre später erhielt der P-Bass dann ein radikales Redesign mit den berühmten P-Split Pickups. Leo Fender hat eben nicht kopiert, sondern die Entwicklung stetig vorangetrieben und massiv investiert. Selbst die Fender Amps wurden stetig weiterentwickelt. Die Tweed-Amps neigten früh zu zerren – was Leo Fender persönlich soundlich überhaupt nicht gefiel. Daraufhin ging es über Blonde/Brownface bis zum Höhepunkt der cleanen Blackface Amps… eine permanente, innovative Weiterentwicklung 😉

        (Schade nur, dass Fender in der CBS-Ära qualitativ gesunken ist. Ein Medienunternehmen hatte eben keine Ahnung von Gitarrenbaukunst und hat an allen Ecken und Kanten Sparmaßnahmen eingeführt, nur um die Gewinnmarge zu vergrößern (genau wie in der Norlin-Ära bei Gibson). Dadurch waren die Kopien aus Japan qualitativ irgendwann überlegen, sodass Fender am Ende ein Joint-Venture mit japanischen Fabrikanten eingehen musste…

        Möglicherweise setzten die Anwälte von Fender die Argumentation der Stratocaster genau auf den 1951er Precision Bass an. Allerdings bin ich kein Anwalt und kein Richter – rein musikhistorisch ist der Stammbaum jedenfalls glasklar 😉

        Auf diesen Kommentar antworten
    3. Möchte dir hiermit ein Like dalassen für diesen tollen Kommentar. Unabhängig von der rechtlichen Lage fühlte es sich für mich auch noch nie richtig an, dass Firmen wie Harley Benton mit dreisten Kopien ihr Geld drucken können. Klar verstehe ich die ganze Form-Follows-Function-Argumentation, die du hier nicht ansprichst. Deshalb muss die S-Type-Korpusform natürlich Public Domain sein. Aber es kann mir doch niemand erzählen, dass deshalb hunderte Hersteller exakte 1:1-Kopien der Stratocaster bauen müssen …

      Auf diesen Kommentar antworten
      1. Kommentar zu Roman mit dem Zitat: „…daß deshalb hunderte Hersteller exakte 1:1-Kopien der Stratocaster bauen müssen“…
        ist ja absolut nicht korrekt,da die so genannten „Strat-Plagiate“ (beispielsweise HENRY‘S,Harley Benton,Jet,Suhr,PRS u.s.w.) faktisch zweifellos viel bessere Qualitäten und obendrein innovative Ideen lieferten! Fender hat dies zuletzt alles versäumt und lediglich seine Verkaufspreise hochgeschraubt. Da waren andere Firmen hingegen bedeutend schlauer, und die Kunden haben sofort reagiert. Dies ist zukünftig doch die Grundlage für weltweit zufriedene Kunden. Da interessiert es schlussendlich doch niemandem mehr, ob auf dem Headstock ein echtes Fender Firmen-Logo steht, oder eine vermeintliche „Neuheit“ in unterschiedlichen Farbvarianten zu höheren Preisen zu haben ist! Es zählt stets der faire Preis und die top Qualität. Und exakt dies hat Fender offensichtlich total versäumt. Fazit: Thomann wird am Ende haushoch gewinnen,-auch,und gerade zu Gunsten der sehr zufriedenen Kunden,die weiterhin beste Produktequalität und faire Preise zu schätzen wissen.

        Auf diesen Kommentar antworten
    4. Exakt – alle Fender Marken wie z.B. auch inzwischen (leider) Presonus werden von mir boykottiert und ich hoffe, dass viele das ebenso wie ich handhaben. Ich besitze übrigens 4 Fender-Klampfen, zwei davon USA-Versionen. Wenn ich mir noch mal eine kaufe, wird es eine Gebrauchte sein.
      Es ist korrekt, dass Thomann im Eigeninteresse (völlig legitim) handelt, aber wie das BWL-Management von Fender wiederholt gezeigt hat, werden die sich erst an den Großen abarbeiten und dann danach an den Kleinen.
      So betrachtet handelt Thomann auch im Interesse aller Händler und Musiker. Denn wenn Fender damit durchkommt, wird als nächstes die Produktqualität noch weiter sinken, denn Fender geht es in erster Linie um das Ausstechen der Konkurrenz. Wie z.B. Suhr – der auch einige interessante Sachen zu diesem Konzern gesagt hat.

      Auf diesen Kommentar antworten
    5. den Nagel auf den Punkt getroffen….

      Auf diesen Kommentar antworten
  5. Und es geht los. Das sind richtig gute Nachrichten. Ja, Thomann ist ein Global Player. Ja, Thomann will Geld verdienen. Aber Hans Thomann ist offenbar der, für den ich ihn halte. Respekt! Und danke! Rock on!

    P.S.: Persönlich kann es den meisten sicher egal sein wie das ausgeht. Aber in Zeiten von Putin, Trump, etc. hat man wohl einfach Sehnsucht nach ein wenig Gerechtigkeit. Und das die Skrupellosen sich nicht alles erlauben können. Vielleicht klappt´s ja diesmal. 🙂

    Auf diesen Kommentar antworten
  6. In Japan wurden Dank konsequenter Innovation immer auch
    eigenständige Musikinstrumente hergestellt: bereits die Qualität
    der in Lizenz gebauten Fender-Gitarren waren und sind besser
    als die in den U.S.A. produzierten. Auch die Töchter von anderen
    Vätern brauchen sich nicht zu verstecken wie z.B. HAMER und
    vor allem auch die deutschen Hersteller, davon gibt es eine
    Menge – alle mit höchstem Anspruch auf Perfektion in der Fertigung,
    Auswahl der Hölzer und auch in der Hardware! Der Konzern Fender
    liegt mit der Klage offen in den letzten Zügen: Dekaden nach der
    Produktionsverlagerung erkennen die Marketing-Leute die einzige
    Nische, die ihnen noch verbleibt: das “Recht auf Design”. Es ist
    aber kein Patent, noch nicht einmal ein Gebrauchsmuster. Gerade
    in den U.S.A. ist eine geschützte Marke seit Jahren das Lieblingsfeld
    der Anwälte. Beispiel: Vor Jahren wurde das beste Produkt der
    Seitz-Filter-Werke in Bad Kreuznach für den amerikanischen Markt
    durch einen Gebrauchsmuster-/bzw. Patentschutz-Antrag von
    amerik. Anwälten derart beeinträchtigt, dass der dt. Produzent in
    Bad Kreuznach seine selbst entwickelten Filter nicht mehr unter
    dem ureigenen Label SFW verkaufen durfte…!!!!

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. In einigem gebe ich Dir recht, allerdings werden Fender Japan-Gitarren nicht “in Lizenz” gebaut. Das wäre nur der Fall, wenn ein anderes Unternehmen sie in eigenem Namen verkaufen würde, aber eben mit der Genehmigung bzw. Lizenz von Fender. Die MIJ Fender Japan werden aber nach direktern Vorgaben als Auftragsarbeiten gebaut und von Fender als Fender verkauft. Über die US-Qualität wird gerade jetzt besonders viel gemeckert, aber ich habe gerade eine Menge American Pro und Ultra angespielt und fand die fast durchweg sehr gut in der Verarbeitung, mindestens gleichauf mit den Japanern, und in Features und Gesamteindruck oft auch edler und eigenständiger. Ich mag viele japanischen Gitarren sehr, aber bei Fender empfinde ich die meisten eher als (zugegeben top ausgeführte) Workhorse-Gitarren ohne eigene Note. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie die Richie Kotzen Tele.

      Auf diesen Kommentar antworten
  7. Ich denke, Fender hat sich passend zur WM,
    ein Eigentor geschossen!

    Auf diesen Kommentar antworten
  8. “Der Ton macht die Musik”, und da hat sich der Fender CEO & seine Anwälte total im Ton vergriffen.
    Alles mit Maß und Ziel. Nachdenken bevor man den Mund aufmacht, und auch an die Konsequenzen der getroffenen Wortwahl und das darauf folgende Handeln denken.
    Wie wäre es Mal wieder mit etwas “gesunden Menschenverstand”.
    Falls es das heute überhaupt noch gibt.
    Sprecht sachlich, ordentlich & fair miteinander und findet einen guten, tragbaren Kompromiss für alle Beteiligten.
    Dann klappt das friedliche, gemeinschaftliche Miteinander auch.
    Habt euch alle bitte wieder gefälligst lieb! Danke.

    Auf diesen Kommentar antworten
  9. Wenn ich das alles hier lese, freue ich mich sehr drüber noch eine Wunderschöne Fender Masterbuilt von John Cruz 1960 Stratocaster NOS in Candy Red als Sammlerstück zu besitzen. Cruz musste ja auch wegen gewisser Unstimmigkeiten mit Fender gehen. Umso mehr Wert schenke ich dieser noch von ihm gebauten Strat.

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. John Cruz hat bei Fender tolle Gitarren gebaut – aber es waren nicht “gewisse Unstimmigkeiten”, die zu seinem Rauswurf geführt hatten, sondern weil er bei Facebook rassistische Witze gepostet hatte.

      Auf diesen Kommentar antworten
  10. Nach Fenders Niedergang in der CBS Ära (’70er) begann Fender – gezwungen durch den Druck der hohen Fertigungsqualität der Japaner – die Fertigung ebenfalls in Japan aufzunehmen (Fujigen ’82). So konnte Fender die Qualität wieder stabilisieren. Fender schaffte es schließlich in den USA ’87 mit der American Standard eine Strat/Tele in halbwegs vernünftiger Qualität auf den Markt zu bringen und in der Folge verlorengegangene Marktanteile zurück zu gewinnen.
    Was folgt daraus? 1. Ohne den Druck der “Kopisten” gäb’s Fender vmtl. nicht mehr. 2. Wenn Fender Instrumente in vernünftige Qualität herstellen würde, würden – auch die, denen Qualität wichtig ist – Fender kaufen. Dem steht dazu ein derzeit schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis entgegen. Wer (wie ich) ohne den Markennamen leben kann, wird sich anderswo glücklicher. Wenn Fender bei den Kunden punkten will, dann ganz sicher nicht durch Drohgebärden sondern durch Qualität.
    Fender tat ein Tritt in den Allerwertesten schon mal gut. Deswegen, viel Glück Thomann!

    Auf diesen Kommentar antworten
  11. Fenders größtes Problem sind die “Kopien” im eigneen Portfolio.
    Wenn eine 350€ Squier aus Indonesien besser verarbeitet ist als das made-proud-and-loud-in-gods-own-country-Premiumprodukt zum sechsfachen Preis fühlt sich der Kunde zu Recht über den Tisch gezogen.

    Kunden, die ein Budget haben (egal wie groß) wollen einen realen Gegenwert sehen. Die Qualität kaputtsparen hat noch nie auf Dauer funktioniert.

    Und gerade Fender erlebt das ja nicht zum ersten Mal. Um 1985 herum hatte ich mal Tele aus der CBS-Ära (Bj. ’67) – die lag Qualitativ sehr nahe an der Herticastern aus der gleichen Zeit. Damals ganz schnell wieder verkauft und eine Ibanez geholt.

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. “Wenn eine 350€ Squier aus Indonesien besser verarbeitet ist als das made-proud-and-loud-in-gods-own-country-Premiumprodukt zum sechsfachen Preis fühlt sich der Kunde zu Recht über den Tisch gezogen.” Das kann ich derzeit allerdings nicht sehen. Soo toll sind die Squier jetzt auch wieder nicht, die können mMn nicht an eine American Pro tippen. Ja, sie sind schon arg teuer geworden, und es mag da auch mal Ausreißer mit schlechter Verarbeitung geben, aber ehrlich gesagt ist mir das lange nicht mehr begegnet. Was übrigens nicht heißen soll, dass ich das unsägliche und mMn auch rechtlich unhaltbare Vorgehen von Fender billigen würde.

      Auf diesen Kommentar antworten
  12. Für mich sind und bleiben es die Stratocaster von Fender. Ikonen, die ich liebe und spiele. Kopien kommen mir nicht infrage.

    Das plakative “Ich kaufe jetzt keine Fender mehr” o.Ä. klingt mir – sorry! – zu sehr nach “MIT DIR will ich jetzt nicht mehr im Sandkasten spielen”. Kindlich und irgendwie albern wirkend.

    Was ist denn passiert? Fender hat durch seine eigene, jahrelange Arroganz Kunden gegenüber nicht wahrhaben wollen, dass andere Hersteller längst bessere Stratocasters bauen. Der Konflikt besteht schon jahrzehntelang und man versuchte seitens Fender immer wieder gegen andere Hersteller anzugehen.

    Nichts Neues also? Doch, denn der Kontext ist neu – offenbar dem heutigen Zeitgeist entsprechend, wird nicht mehr miteinander geredet und verhandelt, wie es vorher Usus war, sondern es wird nur noch der Knüppel hervor geholt und es wird draufgehauen UND ja, andere Hersteller kopieren immer dreister.

    Knüppel, Krallen und Zähne alleine lösen aber gar nichts. Fender und alle Übrigen, die damit ihren “Lebensunterhalt” finanzieren müssen, auch Thomann – kommt bitte einfach mal wieder runter von euren Schlachtrössern und löst bitte diesen Konflikt friedlich. Lasst mal die Kirche im Dorf. Ihr wollt beide als Konzerne weiterhin irgendwie verdienen. Wenn ihr so weiter macht, bleibt am Ende jeder von Euch auf der Strecke. Der Schaden ist ohnehin schon blöd und dämlich genug.

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Du hast den Sachverhalt wahrlich gut dargestellt. Mehr ist nicht hinzuzufügen.

      Auf diesen Kommentar antworten
    2. Ok, “Ich kaufe jetzt keine Fender mehr” hat was von “mit Dir will ich nicht mehr im Sandkasten spielen” – gebe ich zu. Emotional und wenig sachlich.
      Wobei, seinerzeit ging mir das durchaus manchmal so, z.B. wenn mir ein anderes Kind die Schippe auf den Kopf gehauen hat.
      “Kopien kommen mir nicht infrage” klingt aber genauso emotional und wenig sachlich nach “Wir Hochwohlgeboren tragen ja NUR Gucci, soll der Pöbel sich doch mit Kleidung aus dem Kaufhaus beschmutzen!” – so toll, dass keine andere Gitarre mithalten kann, baut Fender objektiv nun wirklich nicht.

      Auf diesen Kommentar antworten
  13. Als Hobbygitarrist mit dem Hintergrund eines Jurastudiums möchte ich die rechtlichen Konsequenzen des Versäumnisurteils des Landgerichts Düsseldorf für Fender erläutern. Ein Versäumnisurteil wird dem Kläger erteilt, wenn der Beklagte keine Verteidigung einreicht. In einem solchen Fall übernimmt das Gericht die Behauptungen des Klägers ohne Überprüfung. Dies stellt eine erhebliche rechtliche Benachteiligung für den Beklagten dar, da er keine Gelegenheit hat, die Richtigkeit der Behauptungen des Klägers anzufechten. Aber so ist das deutsche Recht.

    Nach meiner Kenntnis der Unternehmensgeschichte von Fender hat das Unternehmen die Form seiner Instrumente nicht als „Werk der angewandten Kunst“ betrachtet. Vielmehr wurden die ersten Instrumente, insbesondere die Stratocaster, in enger Zusammenarbeit mit Musikern und unter Berücksichtigung ihres Feedbacks entwickelt, um eine ergonomische Form, eine größere klangliche Vielfalt und weitere Verbesserungen gegenüber der Telecaster zu erzielen.

    Beide Instrumente wurden zudem als modulare Plattformen konzipiert, die einen einfachen und unkomplizierten Austausch aller Komponenten ohne die Inanspruchnahme eines Gitarrenbauers ermöglichen. In den 1950er Jahren verfolgte Fender nicht das Ziel, ein „Werk der angewandten Kunst“ zu schaffen, wie das aktuelle Versäumnisurteil behauptet. Die damaligen Beklagte aus dem Versäumnisurteil widersetzte sich dieser Auffassung jedoch nicht, im Gegensatz zu Thomann, das sich nun mit stichhaltigen Argumenten dagegen wehren wird.

    Angesichts der Marktmacht von Thomann und der damit verbundenen Expertise seiner Rechtsanwälte ist zu erwarten, dass dieser Rechtsstreit, ähnlich wie andere Fälle, in denen es um Design- und Markenrechte ging (z. B. der Fall „Birkenstock“), in drei Instanzen vom Landgericht über das Oberlandesgericht bis zur Schlussinstanz des Bundesgerichtshofs (BGH) geführt wird. Eine Entscheidung des BGH wird dann eine weitgehend verbindliche Festlegung darüber treffen, ob und in welchem Umfang der Originalhersteller Schutzrechte für eine Korpusform besitzt. In den Vereinigten Staaten wurde in einem ähnlichen Rechtsstreit, Fender vs. Suhr, bereits im Jahr 2009 zuungunsten von Fender entschieden.

    Es wird voraussichtlich 4-5 Jahre dauern, bis der Rechtsstreit vor dem Bundesgerichtshof entschieden ist. Ich bin zuversichtlich, dass Thomann in diesem Verfahren obsiegen wird, da die Fender Stratocaster über 70 Jahre von Fender nicht als Werk der angewandten Kunst angesehen worden ist. Vielmehr handelt es sich um eine Argumentationslinie einer renommierten Kanzlei, die sich Fender kampflos angeeignet hat, um ihre wirtschaftlichen Interessen zu maximieren.

    Auf diesen Kommentar antworten
  14. Soweit ich mich richtig erinnere, kann man für eine technische Errungenschaft entweder ein Patent, bei entsprechender Erfindungshöhe, oder ein Gebrauchmuster beantragen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit eines Markennamens oder Markenzeichens. Meines Wissens haben Hersteller wie Fender,Gibson, PRS die für ihre Kopfplatten und Logos gemacht, und diese schützen lassen. Für ein Gebrauchsmuster oder Geschmacksmuster brauche ich auch eine Alleinstellung, um es eingetragen zu bekommen. Das hat meines Wissens kein Hersteller in den 50iger Jahren für seine Korpusformen beantragt. Heute sind sie nicht mehr Schützbar, da 70 Jahren visuelles und funktionales Allgemeingut. Sozusagen State of the Art.

    Auf diesen Kommentar antworten
  15. Ich kann verstehen, dass Fender tätig wird, wenn tatsächlich eine Verwechslungsgefahr besteht; dies ist aber bei den meisten stratähnlichen Gitarren nicht der Fall. Headstock und Body sind bei der Original Strat eine Einheit; alleine ein anderer Headstock schliesst mE eine Verwechselung aus.
    I.Ü. wäre auch zu prüfen, ob nicht Verwirkung eingetreten ist, da Fender über 70 Jahre untätig war.

    Auf diesen Kommentar antworten
  16. Das Thema ist sehr komplex und sollte von den Leuten entschieden werden, die sich damit auskennen: Anwälte. Das Thema wird die Musikszene sicherlich noch eine Weile beschäftigen. Thomann deswegen in den Adelsstand zu heben, weil sie gegen Fender zu Felde ziehen, ist zwar löblich, sollte aber differenziert betrachtet werden. Da steckt zuerst einmal, wie an anderer Stelle beschrieben, sehr viel Eigeninteresse dahinter. Ganz vergessen sollte man aber auch nicht die Preisabsprachen, die Fender und einige Musikhäuser in der Zeit von 2005 bis 2017 betrieben haben, nachzulesen in einem Urteil des Bundeskartellamtes in 2020 (Aktenzeichen: B11-33/19; B11-31/19). War das Musikerfreundlich? Viele scheinen das schon vergessen zu haben! Ich kaufe seitdem weder Fender noch Produkte von Thomann.

    Auf diesen Kommentar antworten
  17. ALle, die jetzt Fender schlecht reden, sollten vielleicht mal darüber nachdenken was sie den Fendermitarbeitern antun, die mit dieser Entscheidung der Geschäftsleitung wenig zu tun haben.
    Es stimmt auch nicht, daß Fender Gitarren alle schlecht wären oder ein
    schlechtes Preis-Leistungsverhältniss haben. Gute Stratnachbauten sind ja nicht billig und wer von Euch möchte seine Fender gegen eine HB eintauschen?
    Es ist auch kein Wunder, daß es kleine Hersteller schaffen,unter Zuhilfename
    des erfolgreichen Fenderdesigns und der Bauart bessere Gitarren
    als in der Großserie zu bauen . Auch bei deren Gitarren können sich mal verziehen ,egal welcher Preis draufsteht.
    Und was soll das jetzt mit dem Plagiatsvorwurf zu tun haben?
    Jetzt allerdings nach Jahrzehnten mit dem Vorwurf und vor Allem
    in der Form zu kommen ist schäbig gegen die Musiker und Kunden und
    auch gegen die Händler , die ja wohl auch sehr viele Fender verkauft haben gerichtet. Das wird erhebliche Einbußen nach sich ziehen.

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.