(Bild: Dieter Stork)
Der US-Gitarrenhersteller reagiert auf Thomanns rechtliche Schritte mit einer eigenen Klage vor dem Landgericht Düsseldorf. Im Mittelpunkt stehen Korpusdesigns der Thomann-Eigenmarke Harley Benton.
Der Streit um die Stratocaster-Korpusform geht in die nächste Runde. Nachdem Fender auf Grundlage eines Düsseldorfer Versäumnisurteils wenig später Abmahnungen an Hersteller und Händler verschickt hatte, leitete Thomann im Juni rechtliche Schritte gegen den US-Hersteller ein. Nun hat Fender seinerseits beim Landgericht Düsseldorf Klage wegen einer mutmaßlichen Urheberrechtsverletzung eingereicht.
Fender reagiert auf Thomanns Verfahren
Ausgangspunkt der Auseinandersetzung ist das im März 2026 öffentlich bekannt gewordene Versäumnisurteil des Landgerichts Düsseldorf. Darin wurde die Korpusform der Stratocaster als urheberrechtlich geschütztes Werk der angewandten Kunst eingeordnet. Die beklagte chinesische Handelsfirma hatte sich nicht vor Gericht verteidigt.
Fender nutzte die Entscheidung anschließend als Grundlage, um Hersteller, Händler und Vertriebe wegen aus Sicht des Unternehmens zu ähnlicher Gitarrendesigns zu kontaktieren. Davon war auch Thomann betroffen. Das Musikhaus leitete daraufhin ein Verfahren ein, mit dem gerichtlich festgestellt werden soll, dass die von Thomann vertriebenen Korpusdesigns keine Rechte Fenders verletzen.
Harley Benton im Mittelpunkt
Fender hat auf dieses Verfahren nun mit einer eigenen Verletzungsklage reagiert. Nach Angaben des Unternehmens richtet sich der Vorwurf gegen Korpusdesigns von Gitarren der Thomann-Eigenmarke Harley Benton. Fender ist der Ansicht, dass diese das geschützte Stratocaster-Design kopieren beziehungsweise ihm zum Verwechseln ähnlich seien.
In einem unter anderem von Guitar World und Reuters veröffentlichten Statement bezeichnet Fender die Klage als „erwarteten nächsten Schritt im juristischen Verfahren“. Das Unternehmen habe zuvor versucht, mit Thomann über mögliche Änderungen zu sprechen, durch die sich die betreffenden Instrumente deutlicher von der Stratocaster unterscheiden ließen.
Unterschiedliche Sichtweisen
Fender betont, man bevorzuge grundsätzlich den direkten Dialog gegenüber gerichtlichen Auseinandersetzungen. Mit anderen Unternehmen habe man nach eigener Darstellung bereits an Designänderungen gearbeitet. Zugleich verweist Fender darauf, dass Thomann kein kleiner unabhängiger Gitarrenbauer sei, sondern zu den weltweit größten Musikinstrumentenhändlern, zu Fenders wichtigsten Handelspartnern und über Harley Benton auch zu den großen europäischen Gitarrenanbietern gehöre.
Thomann hatte sein eigenes Vorgehen damit begründet, die rechtlichen Fragen beträfen nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die Vielfalt, Innovation und den Wettbewerb im Gitarrenbau. Zudem vertritt Thomann die Auffassung, dass wesentliche Merkmale der Stratocaster-Korpusform funktional und ergonomisch begründet seien.
Gerichtliche Klärung steht aus
Mit Fenders Klage stehen sich die beiden Unternehmen nun auch unmittelbar vor Gericht gegenüber. Ob die Harley-Benton-Modelle tatsächlich Fenders Urheberrechte verletzen und wie weit der Schutz der Stratocaster-Korpusform reicht, ist damit noch nicht entschieden.
Auch die Einzelheiten der Verfahren und ihr weiteres Zusammenspiel sind bislang nicht öffentlich bekannt. Reuters zufolge lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch keine Stellungnahme Thomanns zu Fenders neuer Klage vor.
Fenders Statement (bisher nicht verifiziert)
Medien wie Guitar World, Guitar.com und Reuters beziehen sich auf folgendes, bisher nicht eindeutig verifizierbares Statement:
Following Thomann’s recent Declaration of Non-Infringement action, Fender today filed its infringement action in the Regional Court of Düsseldorf in response to the litigation Thomann chose to initiate.
Earlier this year, the Regional Court of Düsseldorf recognized copyright protection for the Fender Stratocaster® body shape as a work of applied art under European law. Following that decision, Fender engaged manufacturers, distributors, retailers, and online marketplaces across Europe whose products feature body designs that Fender believes are confusingly similar to the protected Stratocaster design. Our objective has been straightforward: protect Fender’s intellectual property, reduce consumer confusion, and explore practical solutions—including modifications that clearly differentiate products from the Stratocaster.
Those conversations continue today, and our preference has always been to resolve these matters through direct dialogue rather than litigation. In many instances, companies have chosen to work collaboratively with us to explore practical solutions, including design modifications that clearly differentiate their products while continuing to serve musicians.
This matter is different.
Thomann isn’t a small independent guitar builder. It is one of the world’s largest musical instrument retailers, one of Fender’s largest retail partners, and the owner of Harley Benton, one of Europe’s largest guitar brands.
From the beginning, our goal was simple: have a conversation. Like many other companies across Europe, we reached out to Thomann to discuss practical ways to differentiate products while respecting Fender’s intellectual property. Our preference has always been dialogue and practical solutions—not litigation.
Unfortunately, Thomann chose a different path. Rather than continuing that dialogue, it initiated legal proceedings asking the court to determine that it can continue selling guitar body designs that Fender believes copies the iconic Stratocaster. Today’s filing is Fender’s response and the expected next step in the legal process.
For more than 70 years, the Stratocaster has been one of the most influential and recognizable guitar designs in history. It has inspired generations of musicians, helped shape modern music, and become an enduring symbol of creativity around the world.
Fender has proudly served as the steward of one of the most iconic instrument designs in music history. We don’t take lightly our responsibility to protect that legacy. We believe that responsibility extends beyond Fender itself—to the artists, players, dealers, builders, partners, employees, shareholders, and the broader music community who have made the Stratocaster an enduring part of music history.
Let’s be clear: competition isn’t the issue. Fender has competed—and thrived—for nearly 80 years because musicians have choices. We welcome companies that challenge convention, develop new technologies, and create original instruments that inspire players. That’s how this industry grows.
What doesn’t move the industry forward is copying someone else’s iconic design instead of creating the next iconic design. We believe the guitar industry is strongest when innovation flourishes, musicians have meaningful choices, and companies compete by bringing new ideas to players around the world.
We’re proud of what the Stratocaster has meant to generations of musicians, and we believe it’s worth protecting. At the same time, we believe the future of the guitar industry depends on original thinking, bold ideas, and the next generation of great instruments. That’s the future Fender has always believed in—and it’s the future we’ll continue to support.
Dieses wahrhaft völlig unnötig sture Verhalten seitens des Fender-Konzerns grenzt schon an reine Willkür,denn die ganze Gitarrenwelt schaut mittlerweile doch zu Recht mit großer Empörung und deutlich erkennbarer Verachtung auf diese besagte Firma. Was soll eigentlich das Ganze Gehabe um das angeblich geschützte Strat Design,bzw. Nachahmungen oder gar Plagiate dieser Formgebung? Es mag hier vielleicht nicht jedem Fender-Fanatiker gefallen,aber ich bin der festen Ansicht,daß sehr gute Strat-Nachbauten zu fairen Preisen völlig gerechtfertigt und als legal akzeptiert werden sollten. Wer hält denn ernsthaft auch zukünftig Fender die Treue,wenn da von diesem Konzern gar nix neues mehr zu einem bezahlbarem Preis kommt?!? Anarchie in der Gitarrenfabrikation ist doch m.E. total legitim,vorausgesetzt die Umsetzung eines Strat-Nachbaus ist wirklich top und kann die Käuferschaft qualitativ vollständig überzeugen. Fender könnte ja evtl. einen kleinen Obolus in Form einer winzigen Lizenzgebühr anstreben,dies wäre dann de facto fairer als diese ganzen Anklagen und Drohungen per Gerichtsurteil. So wäre Fender vielleicht irgendwann mal wieder attraktiv und nicht so gemieden wie aktuell es der Fall ist. Würde mich nicht sonderlich wundern,wenn meine ehrliche Kritik/Meinung auch dieses Mal hier nicht veröffentlicht wird (weshalb auch immer).
Ich frage mich ernsthaft, wie man das Versenden von Abmahnungen mit „From the beginning, our goal was simple: have a conversation.“ umschreiben kann.
Auch die Schlussfolgerung „Unfortunately, Thomann chose a different path.“ zeugt wahlweise von vollständiger kognitiver Entkopplung von der Realität oder tiefstem Zynismus.
Ich drücke Thomann die Daumen, dass sie Fenders Selbstgefälligkeit und Überheblichkeit ein Ende setzen.
Diese von Fender eigens initiierte Demontage ist schlicht und ergreifend ein einziges Trauerspiel und nichts weiter als absolut peinlich.
Das scheint, leider, mittlerweile der allgemeine US-amerikanische Umgangston zu sein… keine Scham, kein Wunder, Trump und Konsorten ebneten den Weg, jetzt herrscht dort absolute Realitätsentfremdung… Aus Protest könnte einfach jeder …. Gebraucht kaufen… und Saiten made in Europe…
Es ist nicht nur der Affront gegen abgemahnte Gitarrenbauer und Idiotie, nun “zurückzuklagen” gegen Thomann, womit Fender die rote Linie mehrfach übertrampelt hat. Oh nein, das würdeloseste Verhalten zeigt Fender gegenüber beinahe der gesamten Gitarrencommunity: Künstlern, Influencern, kleinen und größeren Kunden, Vertragspartnern gegenüber, Musikern gegenüber, die Fender ganz kurz vor Versenden der Abmahnungen noch mit Signature Modellen, Einladungen etc. in die Falle gelockt hat. Wobei dem Unternehmen beinahe nachgesagt werden kann, diesen Schachzug längerfristig mit parasitär machiavellistischer Perfidität geplant zu haben. Mehrfach ist ein Aufschrei der Empörung durch die Community gegangen, all die, durch die das Unternehmen wachsen und sich über Jahrzehnte halten konnte. Fender, hat der gesamten Community durch Ignoranz und Ghosting auf respektloseste Art gezeigt, wie wertlos sie für den Konzern sind.
Nie mehr Fender Gitarren kaufen, mehr müssen wir nicht machen, die Qualität der F Gitarren kommt im vernünftigen Preisbereich schon lange nicht mehr an die der “Copies” ran. Good Bye Fender!
Und ich bin der Meinung, genau das ist der Grund für Fender’s Klage…
Andere Hersteller könnten ja “besser”, “günstiger” und “individueller” herstellen und liefern… Die sehen ihre Felle wegschwimmen, sonst nix!
Man will mit alle Gewalt Marktführer sein…
Und es tut mir leid sagen zu müssen, Fender selbst lässt außer in den USA, ja auch in Mexico, China, Indonesien und Japan fertigen…
Wobei die in Japan gefertigten, qualitativ 10x besser sind als die in den USA selbst!
Meine Meinung! Habe selbst eine Japan Strat, 200% besser verarbeitet, als US Version.
Soweit ich weiß, ist die Klage in den USA zu Ungunsten Fender’s ausgefallen…
(Mit Verlaub, das artet schon genauso aus, wie gerade in der deutschen Politik…) Traurig
Bin sehr gespannt, wie es ausgeht…
GLG Michi
Genau das ist der Weg, diesen überheblichen Konzern, der mit den alten Fender Werken nichts mehr zu tun hat, in die Schranken seiner heutigen Bedeutung zu weisen. Aber sind wir Musiker zu einer Solidarität fähig? Meckern ja, Handeln ist dann was anderes. Und was würde Fender noch sein, wenn Thomann nichts mehr von dieser Firma verkaufen würde?
egal wie es ausgeht – ich hoffe, dass Thomann Fender-Produkte komplett aus dem Sortiment wirft.
Ich hab eine Fender-Strat (mij). Bin auch super zufrieden aber ich werde mir keine Gitarre von Fender mehr kaufen.
👍
Der Markt wird es regeln…
Fender, good buy? Not at all. Good bye, Fender!
Was Fender mit diesem Schritt macht, ist klare Konsequenz ihres Weges: alle verklagen, die nicht einknicken des von vornherein wahrscheinlich nicht als Verhandlungsangebot gemeinten Weges der Abmahnungen, die weltweit verschickt wurden.
ABER Fender scheint die Marktmacht von Thomann zu unterschätzen. An Thomann’s Stelle würde ich Fender-Käufe zumindest mal “auf Eis legen”.
Ich persönlich kaufe bestimmt keine Fender mehr und überlege, auch die teuren Stücke in meiner Sammlung nun konsequent zu verkaufen, so es denn noch Kaufinteressenten geben sollte…
Thomann wünsche ich eine gute Prozessführung mit Top-Anwälten. Hoffentlich geht die Weisheit “Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand” zugunsten Thomann auf.
mit musikalischen Grüßen, Heino aka MrHKBlues, aka gitte-varii
PS: Fender klagt nun vor Landgericht Düsseldorf (weil dort das Abwesenheitsurteil gefällt wurde). Für Burgebrach ist m.W. aber das Landgericht Bamberg zuständig, wo auch die nächste Instanz, das Oberlandesgericht Bamberg ansässig und evtl. später dann zuständig sein sollte…
Meine Herren, welch Gezetere. Fender hat Recht. Die Strat ist ihr Design und die Harley Bentons sind ohne jegliche Fantasie in der Variation (von leicht veränderter Kopfplatte abgesehen) einfach nachgemacht. Warum lassen sie sich nicht einfach etwas eigenes einfallen? Andererseits verstehe ich auch den Rummel nicht, den Fender macht. Was sollte es eine Eiche stören, wenn sich eine Sau an ihr reibt… Ich an Fenders Stelle würde mich zurücklehnen und meinen Ruhm genießen. Bin gespannt, wie das Urteil ausfällt…
Nein Fender hat nicht Recht. In USA ist GENAU diese Klage abgewiesen worden … im eigenen Land. Da zählt die Korpusform als Allgemeingut, weil sie eben funktional ist und auch auf dem Prinzip einer Gitarre beruht, was es im Grunde vorher auch schon gab. Es ist nur Europa, wo es Fender drauf abgesehen hat, weil hier das US Urteil nicht zieht. Daher auch der Winkeladvokatentrick einen CHINESISCHEN Händler in DEUTSCHLAND zu verklagen.
Denen war vorher schon klar, daß die Chinesen sich nicht beeindrucken lassen. Sie brauchten nur ein Urteil in D, damit sie nun glauben, Europa in den Würgegriff nehmen zu können. Hier gehts nur um Business mit Gewalt … naja das haben sie wohl von ihrem geisteskranken POTUS abgeschaut … Deppen … ! Punkt !
👍🏼Sehe ich genauso!
Sehr gut auf dem Punkt gebracht! So ist es.
Mannoman, wo kommt diese Aggression her. Die Musik die du hörst wurde doch sicherlich überwiegend auf Fender und Gibson Gitarren und Bässe gespielt. Dann sei doch froh, dass die so toll aussehende und toll klingende Instrument erfunden haben.
Wenn du dir die tollen Originale nicht leisten kannst und Neid diese Aggression verursacht, kannst doch einfach auf ein anderes Instrument umsteigen, z.B. Blockflöte, ist billig und es sind mir keine Rechtsstreitereien bekannt, oder Maultrommel, Harmonika, etc…..
Ist gerade wieder ‘Haltung’ zeigen angesagt?
Ja, ich sehe das auch wie Du. Die Nachbauer klauen einfach geistiges Eigentum der Fa. Fender. Warum schaffen es die Kopierer nicht ein eigenes Design das ankommt zu gestalten? Siehe Rickenbacker etc., die sehen super aus, kopieren aber nicht sondern haben ein tolles eigenes Design.
Einen eigenständigen wiedererkennbaren Designstil zu entwickeln ist halt viel schwieriger als zu klauen.
Und da sind sich im Stillen, die Billigkopiermarken und deren Kundschaft einig: Das Publikum soll denken, da auf der Bühne spielt einer eine tolle Fender. Und genau das ist eben unredlich.
Und wo kommt der in einigen Kommentaren hier zu lesende Hass gegen Fender her?????? Übel, ganz unterste Schublade! Ohne Fender gäbe es die Strat Form einfach nicht und den Sound auch nicht. Und den wolltet ihr doch, sonst hättet ihr keine Kopie davon gekauft, die billig ist und natürlich “viel besser”. Eigentlich ganz schön kleinkariert und spießig, wenn man sich so verhält.
Werden sie jetzt auch ‘Music Man’ verklagen, dass Leo Fender die Fa. ‘Fender’ beklaut hätte?
Ich denke, Fender trägt zu einem erheblichen Teil zum Umsatz bei. Auf den kann/will Thomann nicht verzichten. Aber ich würde zu jeder Fender und Squier einen Link auf eine Liste mit Alternativangeboten setzen. Das wäre dann Vielfalt in der Kundenberatung und nicht zu beanstanden. Der Umsatz würde etwas gesteuert und womöglich gar nicht so sehr einbrechen, wenn weniger Zeug von Fender/Squire verkauft wird und dafür mehr Alternativen. Das würde ich durchziehen bei allen Produkten von Fender, über Verstärker, Combos, Zubehör, Saiten, Effektgeräten, Plektren etc. usw. usf. Wenn sich dann noch ein paar weitere große Händler daran ein Beispiel nehmen, dann tut das Fender vermutlich richtig weg. Das muss es auch. 🙂
Vollkommen richtig.
Düsseldorf ist hier (auch) zuständig, wie jedes andere Landgericht in Deutschland bei dieser Art Klagen. Thomann hat ja Kunden in ganz Deutschland, und man kann statt am Firmensitz immer auch am Ort der angeblichen Rechtsverletzung klagen. Das Gericht hat Fender schon ganz bewusst ausgewählt, weil das übergeordnete OLG Düsseldorf (und das hier geht sicher in die nächste Instanz) bekannt ist für eine sehr weit gefasste Auffassung davon, wann ein Werk schutzfähig ist. Was aber nichts daran ändert, dass es (selbst wenn das Gericht diese Frage auch noch nach dem Vorbringen einer echten Gegenpartei grundsätzlich bejahen sollte) eine Menge weiterer Gegenargumente geben wird, wie die Frage, WER die Strat denn überhaupt entworfen hat, die Frage, ob das Patent auf den Offset Contour Body nicht deutlich macht, dass es damals nur um Funktion und nicht um künstlerisches Design ging, eventuelle frühere fast deckungsgleiche Designs (Preci?) und deren (alleinigen?) Schöpfer, die Übertragung der hier streitigen konkreten Rechte an CBS, die ununterbrochene weitere Übertragungskette von Rechten bei allen Besitzerwechseln, und nicht zuletzt die mögliche Verwirkung durch 70 Jahre Nichtstun. Nicht zuletzt wird man prüfen müssen, ob ein solches Recht damals überhaupt bestand und welche Verjährungsfristen dafür gelten, denn 1954 gabs das heutige Urheberrecht in Deutschland noch gar nicht, und die internationalen Abkommen zum Umfang des Schutzes außerhalb des USA müssen inhaltlich und zeitlich auch geprüft werden. Und nicht zuletzt ist das Design im Herkunftsland gerichtlich bereits als gemeinfrei eingestuft worden, kann dort also beliebig kopiert werden. Soweit bei der Entscheidung ein Abwägungsspielraum besteht, wird das Gericht diesen Umstand schon auch berücksichtigen müssen, wenn es im Gegensatz zum Versäumnisverfahren dann auch mal eingebracht wird.
Und vielleicht liegen die Urheberrechte auch bei Leo Fender & Erben, und nicht bei der Fa. Fender?
Ich denke, Fender trägt zu einem erheblichen Teil zum Umsatz bei. Auf den kann/will Thomann nicht verzichten. Aber ich würde zu jeder Fender und Squier einen Link auf eine Liste mit Alternativangeboten setzen. Das wäre dann Vielfalt in der Kundenberatung und nicht zu beanstanden. Der Umsatz würde etwas gesteuert und womöglich gar nicht so sehr einbrechen, wenn weniger Zeug von Fender/Squire verkauft wird und dafür mehr Alternativen. Das würde ich durchziehen bei allen Produkten von Fender, über Verstärker, Combos, Zubehör, Saiten, Effektgeräten, Plektren etc. usw. usf. Wenn sich dann noch ein paar weitere große Händler daran ein Beispiel nehmen, dann tut das Fender vermutlich richtig weg. Das muss es auch. 🙂
Fender hat nicht ganz unrecht, das Verhalten ist aber mehr als ungeschickt. Niemand würde auf die Idee kommen, einen zb. VW Golf mit anderem Lenkrad und vielleicht anderen Stoßdämpfern (ungestraft) nachzubauen. Auch Autos haben alle eine gleiche, funktionale Grundform. Dennoch ist es – wie bei Gitarren – möglich, verschiedene Formen zu entwickeln. Eine Lizenzgebühr verlangen und alles wäre geregelt.
Mit der Lizenzgebühr wäre leider höchstwahrscheinlich nichts geregelt, da die Kopierer diese Gebühr einfach nicht bezahlen wollen würden. Hauptsächlich weil das Gewinnreduzierung bringt, und vermutlich die chinesischen Sklaven noch billiger schuften müssten, und weil man damit ja zugeben würde, dass man das Fender Design klaut.
Ich würde nie den Harley Benton Biligschrott kaufen. Allerdings habe ich einige Fender Gitarren im Sortiment. HB war nie ein wahrgenommener Konkurrent zu Fender.
Und Thomann: dort hatte ich den schlechtesten Service für eine Martin die im +5.000 Segment liegt. Erst nachdem ich mich direkt am Martin in den USA gewandt hatte kam Bewegung ins Spiel. Seitdem kein Thomann mehr.
Was Fender hier abzieht ist dermaßen albern und realitätsfremd. Das Traurigste daran ist eigentlich unsere Gerichtsbarkeit, die das Märchen vom Kunstobjekt unreflektiert schluckt nur weil sich der “asiatische Gegner” nicht äußerte (warum auch, geht ihm sicher am A…. vorbei). Da lies sich das LG Düsseldorf blauäugig vor den “Fender-Karren” spannen. Ich gehe allerdings davon aus, dass die Klage Fenders gegen Thomann am Ende nicht erfolgreich sein wird. Wenn doch, gibt’s nur Verlierer.
5 Euro Lizenzgebühr pro “stratistischer” Gitarre aller anderen Hersteller, und das weltweit. Fender würde im Geld ersticken, und das “Problem” wäre gelöst. Leider tut Dummheit nicht weh, verursacht keine Schmerzen, auch nicht bei amerikanischen Managern. Traurig aber wahr!
Wenn die Fender Stratocaster denn wenigstens richtig gut sein würde – aber noch nicht mal das schaffen Sie (betr. nicht die Customshop Modelle). Gabs sowas nicht schon mal? Gibson hat doch vor langer Zeit Ibanez verklagt die Produktion der Gibson Doppelhals Gitarre 1275 nicht mehr in Kopie herzustellen. Grund: Die Ibanez war schlicht und ergreifend besser (ich hatte auch mal eine). Gehts dem Konzern denn wirklich so schlecht, das Sie so einen Zirkus veranstalten müssen? Ich würde ja 2 Euro überweisen – wenns denn helfen würde?!?
Wie wäre es, die beiden Parteien auf die Guitar Summit einzuladen? Ich wäre gespannt wer da kommen würde, um sich der öffentlichen Diskussion vor ihrer Kundschaft zu stellen. Allerdings habe ich auch das Gefühl, das GuB sich mit Rücksicht auf die Anzeigenkundschaft scheut, Position beziehen zu müssen und das Thema lieber umschifft.
… kann das aber auch verstehen. zumindest Till hat sich ja positioniert und ich teile seinen Standpunkt weitestgehend. Ne gute alte Fender Strat oder Tele bleibt immer noch gut.
Ich werde mich in Bezug auf neue Fender Produkte zurückhalten. Die Skepsis gegenüber großen Konzernen und Multiplayern bleibt. Thomann lässt ob seiner Marktbeherrschung den kleinen Musikläden auch keinen Platz mehr.
Fender war sich die letzten Jahre zu fein, auf den Summit zu gehen, lediglich Charvel hatte und hat einen Stand, die hatten wohl ein paar Fenders dabei (habe ich aber nicht gesehen).
Zitat: Wenn die Fender Stratocaster denn wenigstens richtig gut sein würde – aber noch nicht mal das schaffen Sie (betr. nicht die Customshop Modelle).
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Pauschal stimmt das auch nicht: eIn Kumpel hatte sich eine Customshop – Telecaster geordert. Die hat Lackspritzer auf dem Griffbrett (was erst wirklich sehr dumm auffällt, seit dem er das Griffbrett-Holz mir einem Spezial-Öl etwas abdunkeln wollte).
Ich würde mir weiterhin eine gebrauchte Fender Strat kaufen, nach dem ich sie gesehen und getestet habe. Nach einem fabrikneuen Fender-Modell ist mir gerade die Lust vergangen. Nicht nur aufgrund dieser Klage, sondern weil Fender-Produkte aktuell auf mich oft etwas ramschig wirken.
Nun ja. Das Verhalten, der Tonfall und das Vorgehen der Fender Geschäftsführung und deren Anwälten ist natürlich suboptimal und zurecht kritisch zu sehen. Dennoch sollte man deshalb nicht gleich Fender in seiner Gänze verteufeln. Die Gitarren & Bässe sind deshalb immer noch nicht schlecht. Qualitative Schwankungen in der Herstellung und bei den verbauten Teilen kann es immer geben. Gerade die Fender Japan Produktion ist super. Außerdem sollte man die vielen Angestellten bei Fender weltweit nicht aus den Augen verlieren. Die ihrem Tagesgeschäft nachgehen, und die Fahne der Marke Fender global hochhalten. Diese Damen und Herren können für das Verhalten Ihres CEOs und den anderen Anzugträgern im Konzern nichts. Deshalb werde ich auch zukünftig meine Fender Gitarren sehr gern spielen, supertoll finden und mir auch jederzeit bei Bedarf wieder eine Fender Strat zulegen. Der Ton Macht die Musik.
Das sehe ich auch so. Ich denke es ist in vielen Bereichen der Fender Fabrikation immer noch so, daß da viele mit Herzblut daran arbeiten, gute Instrumente herzustellen. Ich bin aber dafür, daß Thomann den Streit gewinnt und weiter produzieren kann. In meiner Generation hat man sich mit günstigen Kopien langsam an das Original herangearbeitet. Und eine echte amerikanische Fender galt schon etwas. Eine gebrauchte Fender Am Std. ist nach wie vor extrem Preisstabil und ich halte sie für eine gute Empfehlung. Es gibt bessere Gitarren als Fender, aber meistens sind sie auch teurer, Suhr etwa. Ich habe auf meinen Fenders ausnahmslos Warmoth Necks, weil es für jeden Geschmack, für jede Handgröße das passende Body oder Neck Replacement in allen Holzarten und Profilen gibt. Doch auf allen Teilen steht „Licensed by Fender“. Das finde ich nur fair. Die Lizenzgebühren können nicht allzu hoch sein, weil die Teile immer noch, bezogen auch die Qualität, relativ günstig sind.
fender ist doch seit jahren nur noch massenproduktion. und eine gute gitarre reicht doch. egal was da draufsteht. dieses gelaber von wertsteigerung, vintagegefasel usw. ist doch nur naiv und dumm und dient dochnur den industriegeldsäcken. ich spiele gitarre, weil es mir spaß macht und nicht um damit anzugeben. was interessiert mich da so ein kleiner laden wie fender.
schönen tag noch.
Leo Fender hat all seine Gitarren immer unter dem Gesichtspunkt sie möglichst billig in Massenproduktion herstellen zu können, entworfen.
Auch wenn ich rechtlich und inhaltlich klar auf der Seite der abgemahnten bzw. verklagten Hersteller und Händler stehe (vor allem, weil Fender damit nun echt früher hätte kommen können): Das zornige Heruntermachen der Gitarren kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Ich kann da für mich ehrlich gesagt keinen “massiven Qualitätsabfall” oder “völlig überhöhte Preise” feststellen, wenn ich in die Läden gehe und die Gitarren vergleiche. die Herstellung in den USA nebst Export und Zöllen ist nicht billig, aber wieviele günstigere US-Gitarren der gleichen Bauart gibt es denn nun? Wenn man das mit MIJ, Indonesien oder China vergleicht, heißt das für mich Äpfel gegen Birnen.
Was Fender Mexico betrifft, finde ich die schon mal um Welten besser als die alten MIM-Standards (die mit 21 Bünden und permanent verstimmtem Vintage-Trem samt Mini-Gussblock…). Von der Hardware über die Pickups bis hin zur Bundierung sind die für mich in der Preisklasse solide Angebote. Qualitätsstreuung gibts auch bei anderen, aber was ich letzter Zeit in den Läden gespielt habe, fand ich absolut reell. Ist eine Yamaha Pacifica Standard Plus für 999 € tatsächlich “besser” als eine Player Modified Strat? Finde ich ehrlich gesagt nicht, obwohl es eine wirklich gute Gitarre ist. Den Vergleich zu zur neuen Harley Benton ST-Modern hinkt dagegen ein bisschen, haben wir es da halt auch mit einer Eigenmarke, sehr günstigem Produktionsstandort und deutlich weniger Ausgaben für Werbung, Endorsements usw. zu tun. Ich habe selber eine HB Fusion, gute Gitarre, die ST-Modern mMn sogar noch besser, aber die Verarbeitung hat da schon auch deutliche Schwankungen. Ich hab 2 Fusions zurückgehen lassen, bis ich eine gute hatte. Dass Fender nur noch eine gieriger Konzern ohne Herzblut sei, sehe ich nicht so. Klar wollen die Geld verdienen, und die CS-Gitarren finde ich viel zu teuer, aber das geht mir mit den Super-Gitarrenbauer-Custom-Strats ja grundsätzlich so. Wahrscheinlich steckt da auch überall wahnsinnig viel Arbeit drin, aber mir ist es das schlicht nicht wert, ich bastel lieber selber noch ein bisschen rum – und habe schon viel zu viele ausgezeichnete Mittelklasse-Gitarren gespielt, die einfach nur gut ausgefallen sind. Bei ner PRS mit 5.000-teiligem Drachen auf dem Griffbrett sehe ich das schon eher ein…
“Fender Bashing” ist bei der empörten Musikergemeinde nun angesagt. Wenn jemand Eure Ideen und “Produkte” klaut, dreht sich aber sofort das Fähnchen mit dem Wind und es wird in andere Richtung lamentiert. Ich bin keineswegs ein großer Fender Fan. Es gibt handwerklich weitaus bessere Instrumente. Kopieren ist einfach, auch andere Marken und Produkte sind betroffen. Man schreibt dann z.B. einfach “Fame” auf den Headstock oder “ORA” auf den Kühlergrill und fühlt sich wie ein Pionier. Aber was solls, wir kaufen uns dann z.B. unsere eigene Technologie (und ursprüngliche Quelle unseres “Wohlstandes”) zum Beispiel in Form von chinesischen Autos billig ein und sehen zu, wie hunderttausende Arbeitsplätze verschwinden und sich die soziale Gemeinde darüber empört.
Geld, Geld, Gel, regiert die Welt. Leider !
Leo Fender würde sich im Grab umdrehen wenn er von dieser Aktion wüsste. Ich finde es mehr als peinlich, dass “Fender”, oder zumindest das was davon noch übrig ist, so vorgehen muss um seine Marktanteile zu sichern.
Die Gitarre bzw. Saiteninstrumente gibt es seit Jahrtausenden in den verschiedensten Formen und Materialien. Das ist keine Erfindung der Fender Company. Hier hat sich diese Form eben als praxisgerecht erwiesen und außerdem ist sie m.W. nie von Leo Fender patentrechtlich geschützt worden.
Also, was soll das ganze? Wir, die User, haben es in der Hand ob wir Fender weiter unterstützen oder auf andere (Gitarren)Marken wechseln. Vielleicht werden sie dann Vernüftig, wenn der Umsatz einbricht. Eventuell erhebt Trump dann hohe Einfuhrzölle für Gitarren aus anderen Ländern. Aber dieses Vorgehen ist uns ja allen schon bekannt. 😉
Ich wünsche Thomann viel Glück!
Rechtsanwalt Dr. Jürgen Niebling
Stell dir vor, Thomann stellt den Verkauf von Fender-Produkten erst einmal bis zur Klärung der Angelegenheit ein… was meines Erachtens durchaus verständlich und nachvollziehbar wäre.
Dieter
Mein Mitleid gegenüber Thomann hält sich in Grenzen, ehrlich gesagt. Dank Thomann gibt es hier in der Gegend keinen Laden mit großer Auswahl mehr, in dem man Sachen ausprobieren kann. Und das immer wieder vorgebrachte Argument, dass Fender Instrumente nicht gut und viel zu teuer seien, stimmt vielleicht; aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Man darf ja auch keinen Mercedes 1:1 nachbauen und argumentieren, dass das erlaubt sein muss, da die Sitze besser sind. (P.S.: auch mit Fender habe ich kein Mitleid)
Leider finde ich es auf die schnelle im Netz nicht, aber es gibt Fotos einer akustischen Gitarre aus Europa (ich meine sogar Deutschland), die mehr oder weniger exakt eine Stratocaster Kopfplatte hat. Pikant daran ist, dass diese Gitarre aus dem 19. Jahrhundert stammt und damit vor der Geburt von Leo Fender gebaut wurde. Theoretisch könnte der Hersteller Fender wegen der Ähnlichkeit der Kopfplatte verklagen, viel wichtiger ist aber, dass schon mal jemand auf dieses Design gekommen ist, wohl aus praktischen und ergonomischen Gründen!
Leo Fender war ein absoluter Pragmatiker und Sparfuchs. Die geschraubte Halsverbindung und der nicht angewinkelte Kopfplatte waren schlichtweg günstiger in der Fertigung und servicefreundlicher (Hals verzogen? Einfach mit ein paar Schrauben austauschen!) als der Ansatz von Gibson mit dem eingeleimten Hals und der gewinkelten Kopfplatte. Dass dann auch noch nur eine Version Mechaniken benötigt wurden, war sicherlich im Einkauf von Vorteil, so dass die Gewinnspanne weiter optimiert werden konnte.
Und jetzt ist das plötzlich ein geniales Design von Fender…
Sicherlich zuckt es bei den Thomännern innerlich, aktuell keine Fender-Produkte mehr zu verkaufen. Aber es gibt einfach immer noch zu viele Fender-Jünger, so dass sie sich das m.E. nicht erlauben können. Und mit dem Gewinn aus den Fender-Produkten können sie wunderbar auch den Rechtsstreit finanzieren!
Bis hierher hat uns also der Trumpismus schon gebracht. Es gilt plötzlich nicht mehr die Weltordnung der letzte 80 Jahre, sondern nur noch die kapitalistische Welt der Stärkeren. Also der USA. Trump macht es vor: Bisherige Handels- und Geschäftspartner werden genau so zu Gegnern erklärt, wie Nato-Verbündete und der bisher zum Wohlstand aller verbündete weltweite Handel, Vertrieb und miteinander verknüpfte Produktion. Die Welt wird sehenden Auges ins Chaos gestürzt.
Davon beeindruckt zeigt sich also der neue Fender CEO, ein Mann, der weder mit Musikinstrumenten und schon gar nicht mit Gitarren, jemals zu tun hatte.
Bis dato waren Musikinstrumente niemals nur Industrie- und/oder Handelsware, sondern mit sehr viel Emotionen aufgeladene Produkte. Emotionen, welche über Jahrzehnte gehegt und gepflegt wurden. Etwas, das es in der heutigen Welt bei anderen Produkten schon lange nicht mehr gibt.
Nun also ein CEO, der mit all dem nichts zu tun hat und kein Verständnis dafür aufbringt. Gleichzeitig hat die Firma Fender heute mehrheitlich Anteilseigner (Risikokapitalgesellschaften), welche genau so ticken. Hier zählt nur Geld und das möglichst massenhaft. Ihnen gegenüber steht jedoch ein Unternehmen, welches nach einem Umsatz- und Gewinnrekord während der Pandemie mit deutlichem Umsatzrückgang bei gleichzeitiger Überproduktion zu kämpfen hat. 2022 wurden deshalb bereits über 300 Mitarbeiter entlassen, 200 – 250 sollen es angeblich bereits in diesem Jahr gewesen sein. Von 3.200 Mitarbeitern insgesamt und nur rund 1.000 in den USA (Auskünfte laut KI) sind das erschreckende Zahlen.
Wa dürfen wir also erwarten? Ein Land wird an den Rand des Absturzes gebracht (USA?) und eine Firma mit eigentlich ganz tollen, emotionsaufgeladenen Produkten (Fender?) geht offenbar ebenfalls verloren.
Leider muß Fender unter den eigenen trumpschen Regeln leiden: Kein “Made in USA” prangt mehr auf deren Kopfplatte (mittlerweile nicht mehr erlaubt, wenn große Teile aus dem Ausland (Fernost) zugekauft werden) und gleichzeitig hohe Importzölle für alles zugekaufte. Leichter macht es das deren Geschäftsmodell nicht.
Ich denke:
Der Ellbogenkampf wird verloren (zumindest mittelfristig). Am Ende werden die verklagten Mitbewerber besser dastehen, wie man bereits aus der Geschichte der Lawsuit-Ära gelernt haben sollte. Wer den Markt der letzten 8 Jahre genauer beobachtet hat, stellt zudem fest, dass eine Vielzahl junger Gitarrenhersteller herangewachsen ist, die mit frischen Designs, neuen Ideen und ganz anderen Ansätzen bemerkenswert gut in ihren jeweiligen Nischen leben. Das könnte sich in den kommenden Jahren stückzahlmäßig dramatisch ausweiten und den etablierten Fender und Gibson weiter das Wasser abgraben. Mal sehen, ob sie dann gemeinsam versuchen, die Gitarre an sich als “schützenwertes Kunstgut” zum Monopol zu machen?
Ein Land wird an den Rand des Absturzes gebracht (USA?) ????
Was für ein Unsinn ! Aber hier darf eben jeder (fast) alles in unqualifizierter Weise postulieren.
Mein lieber Karl Otto,
wenn Du der Meinung bist, das Trump sein Land nicht an den Rand des Absturzes bringt, dann ist das vielleicht Deine persönliche Meinung. Die Fakten sprechen jedoch eine andere Sprache.
Dass der neue Fender CEO ebenfalls auf diese rücksichtslos wie unnötige Tour aufspringt, verspricht für seine angeschlagene Firma leider keine Bestandsgarantie.
Egal wer den Prozess gewinnt, unterm Strich werden alle verlieren. Fender, can you read the room??
Habt ihr euch auch schon mal überlegt, dass Thomann eure Produkte nicht listen muss?
Ich werde jedenfalls keine Produkte mehr von Fender kaufen, so viel steht fest. Keine Kabel, keine Effekte, keine Amps, und schon gar keine Strat!
Wie kann ein CEO nur so dumm sein.
Man kann Thomann nur Glück, und den Deutschen Gerichten gesunden Menschenverstand wünschen.
Die Kopfplatte ist sehr ähnlich der von Staufer. Auch die Schneckenmechaniken hat dieser erfunden und das als Allgemeingut da müssten wir Österreicher jede Gitarrenfirmer verklagen und zu Rickenbacker mit Deutschen Formen (Roger Rossmeisel) hat hier die schönsten Designs entworfen. Mich wundert auch das Gibson bezüglich des Spannstabs nicht klagt
Fender hat m.E. nach nicht Recht.
Wenn ich vom Patentrecht ausgehe (Achtung ich wähle bewußt das heftigere Patentrecht) dann ist eine Erfindung dann patentfähig wenn sie
a) neu – b) auf einer erfinderischen Tätigkeit beruht und c) gewerblich anwendbar ist.
Eine Erfindung ist dann nicht mehr patentfähig wenn ich vor der Anmeldung in einer Kneipe einem Kumpel von dieser Erfindung erzähle so das dies jemand anderes mitbekommen kann.
Jetzt zurück zu Fender: Hier kommt der Urheber des Designs nach 70 Jahren auf die Idee sich die Form schützen zu lassen.
M.E. sehr sehr spät und warum? Weil die Kopien mittlerweile in einer höheren Liga spielen als die Originale und Fender die Umsatzeinbußen nicht hinnehmen will. Fender kommt mir vor wie unsere deutsche Autoindustrie 30 Jahre den Markt verpennt und nun Zeter und Mordio nach dem Gesetzgeber schreien um noch etwas Kohle rauszuholen.
Abschließend: Ich habe es schon in diesem Forum an anderer Stelle geschrieben: Der Markt braucht keine neuen Fendergitarren. Es gibt genug gebrauchte Fender auf dem Markt und wenn die Eigentümer ihre Preisvorstellungen an die Qualität der in ihrem Besitz befindlichen Fender anpassen würden, würden keine Mondpreise auf dem Gebrauchtmarkt verlangt sondern in Relation realistische Preise. Ich selber besitze eine 76er Stratocaster und behalte diese nur weil sie eine besondere Geschichte hat. Aktuell würde mir wahrscheinlich recht viel Geld für diese Gitarre geboten, aber die Qualität ist halt die einer 76er. Nach meinem Ableben können meine Kinder entscheiden ob sie sie behalten wollen oder der Markt um ein Angebot reicher wird. Wer unbedingt eine Original Fender haben will muss nur Geduld haben.
By the way: Während ich dies schreibe leuchten mir links und rechts Bass und Gitarre eines Kölner Musikhauses entgegen. Dieses wird wahrscheinlich der nächste Gegner von Fender. Schließlich hat Fender bewußt die Korpusform als Schutzobjekt gewählt und die Kopfplatte ausgeschlossen.
Nachtrag zu meinem Kommentar: Wenn ich in der Kneipe von meiner Erfindung erzähle ist diese nicht mehr “neu”, und nach 70 Jahren Produktion sowieso nicht. Ergo…
Hatte der EuGH nicht im Gibson Flying V Prozeß entschieden, dass die Korpusform einer Gitarre nicht als geistiges Eigentum schützbar ist?
Ich spiele weiterhin meine FENDER Esquire über meinen FENDER Amp. Punkt.
Neue Fender-Produkte werden von mir nicht mehr gekauft. LG
Als ich mit dem Gitarrenspielen anfing, da war eine Fender Stratocaster das absolute Non Plus Ultra. Es gab auch nichts Vergleichbares von anderen Firmen. Das führte dazu, dass ich mein ganzes langes Leben Strats von Fender spielte und auch spielen werde. Die Produktpalette von Fender umfasst von Einsteigergitarren (Squier) über günstigere Mexico Gitarren bis hin zum Customshop die gesamte Bandbreite, sodass eigentlich jeder etwas für sich finden kann. Mittlerweile – und das war nicht immer so – konnte ich mir aus diesem Angebot richtig gute Teile kaufen und war und bin damit absolut zufrieden. Es kam nie der Wunsch auf, eine Boutique Gitarre in Stratform von einer Exotenfirma zu kaufen, die zum Teil zu horrenden Preisen angeboten werden und für mich auch keinen Mehrwert haben, geschweige denn besser klingen. Meine Gitarrenhelden (Jimi, Eric, Mark etc.) haben mit diesen von Leo Fender kreierten Gitarren Musikgeschichte geschrieben. Und das sicher nicht, weil die Produkte schlecht sind. Für mich erschließt sich der Sinn darin nicht, dass mittlerweile eine unüberschaubare Flut von kleinen und großen Firmen an den Erfolg von Fender anknüpfen wollen, indem sie mehr oder weniger diese Gitarren kopieren, um damit Geld zu verdienen. Ob es jetzt rechtmäßig ist oder nicht, ist mir gleichgültig. Ich bleibe meinen tollen Gitarren von Fender treu. Habe mir erst kürzlich eine schöne Strat aus der American Vintage II Serie gegönnt und freue mich an der schönen und toll klingenden Gitarre.
Danke. Ich schrieb es ebenso: Für mich sind und bleiben es die Stratocaster von Fender. Ikonen, die ich liebe und spiele. Kopien kommen mir nicht infrage.
Das darüberhinaus jetzt ständig kommende, plakative “Ich kaufe jetzt keine Fender mehr” o.Ä. klingt mir – sorry! – zu sehr nach “MIT DIR will ich jetzt nicht mehr im Sandkasten spielen. Dich haue ich jetzt!”. Kindlich und irgendwie albern wirkend.
Dem heutigen (Trumpismus?) Zeitgeist entsprechend, wird nicht mehr miteinander geredet und verhandelt, wie es vorher Usus war, sondern es wird nur noch der Knüppel hervor geholt und es wird draufgehauen. Was schrieb ich eben? Kindlich und albern wirkend…
JA, andere Hersteller kopieren immer dreister, aber auch JA, alle “Thomann & Co” verdienen ordentlich mit an den Kopien. Mit allen Konsequenzen, wie verschwindende, kleine Musikläden, etc. DAS wird komischerweise stillschweigend von vielen Kunden in Kauf genommen.
Niemand will mehr nachgeben, jeder sieht anscheinend seine Felle wegschwimmen. Jeder schaut nur noch auf sich. “Geiz ist geil” oder “Was kümmert mich das Elend Anderer”?! Weil sie alle ihren Hals nicht genug vollkriegen können. Der mexikanische Malocher am Fließband hat möglicherweise ohnehin nichts von diesem “CEO-Gedanken”.
Knüppel, Krallen und Zähne alleine lösen gar nichts. Fender und alle Übrigen, die damit ihren “Lebensunterhalt” finanzieren müssen, auch Thomann – kommt bitte einfach mal wieder runter von euren Schlachtrössern und löst bitte diesen Konflikt friedlich. Lasst die Kirche im Dorf. Ihr wollt beide als Konzerne weiterhin irgendwie verdienen. Wenn ihr so weiter macht, bleibt am Ende jeder von Euch auf der Strecke. Der längst angerichtete Schaden ist ohnehin schon blödsinnig ausufernd genug und sowas von überflüssig obendrein.
Als ob die Welt nicht genug andere Sorgen hätte…