Clean, klar, charakterstark

Test: Shergold Guitars Provocateur Standard

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(Bild: Dieter Stork)

Shergold war in den 70er- und frühen 80er-Jahren ein Name, den man unter anderem mit Gruppen wie Genesis, Joy Division und New Order verband. Heute gibt es die Instrumente wieder als Re-Design aus Händen von Patrick Eggle.

Der umtriebige englische Gitarren-Designer Patrick James Eggle ist seinem Metier seit fast 40 Jahren verbunden. Ihm wurde die Rekreation der alten Modelle mit moderner Interpretation anvertraut. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind seit Wiedereinführung der Marke Shergold Guitars im Jahre 2017 wieder am Markt verfügbar.

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BASICS

Auf den ersten Blick hin hat das Modell Provocateur wenig mit den recht opulenten originalen Shergold-Designs zu tun. Aber wie das so ist: Man braucht einen Ausgangspunkt zur Inspiration und dann entwickeln sich die Dinge schnell in ihre eigene Richtung.

Das Modell Provocateur Standard verfügt über einen Korpus aus Pappelholz von gut 4,4 cm Stärke, dem frontseitig Konturen zur Armauflage und auch vorn und hinten im Cutaway Abgleichungen für erleichterten Zugang zum hohen Halsbereich verschafft wurden. Der Hals aus Roasted Maple ist oberhalb des 15. Bundes absolut passgenau in seiner Halstasche mit vier einzeln unterlegten Schrauben im Korpus fixiert.

(Bild: Dieter Stork)

Der Aufnahmebereich des Letzteren wurde zur Verbesserung des Spielkomforts leicht abgeschrägt ins Cutaway hineingeführt. Der einteilige Hals ist mit einem Griffbrett von 12″ Radius aus Laurel (Lorbeer) kombiniert, dem 22 gut kantenrund verarbeitete Bünde mittlerer Stärke (Hard Nickel, Med-Jumbo) und Streifen als Griffbrettmarkierungen eingesetzt wurden.

Die parallel herausgeführte Kopfplatte mit Shergold-Logo auf der geschwärzten Front ist mit Chrome-Locking-Tunern ausgestattet. Die Saiten werden ohne Niederhalter über den schmalen Sattel aus synthetischem Knochen geführt und mit 625-mm-Mensur hinüber zur 6 String­thru-Body-Bridge geführt. Die einzelnen Saitenreiter mit angenehm gratfreier Oberfläche lassen sich individuell in Höhe und Länge einstellen.

(Bild: Dieter Stork)

Elektrik: Der Provocateur Standard ist mit zwei AlnicoV-Humbuckern ohne Kappen mit Black/White Bobbins in gedrehter Anordnung ausgestattet. Der Hals Pickup wurde auf das schwarze Pickguard montiert; der Steg-Pickup direkt ins Holz geschraubt. Zur elektrischen Verwaltung stehen ein Volume-Poti und ein dahinter platzierter Tone-Regler mit Push/Pull-Funktion zur Spulentrennung (Single Coil) in Bereitschaft. Angewählt werden die Tonabnehmer konventionell über einen vorn oben platzierten 3-Wege-Schalter.

Der industrielle Verarbeitungsstatus der Shergold Provocateur ist beachtlich gut und auch das Setup wurde tadellos ausgeführt. Gleiches lässt sich ebenfalls von der deckenden Lackierung in Dirty Blonde sagen.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Sherwoodhabe ich, obwohl durchaus E-Gitarren-affin, bis dato noch nicht gehört. Nach öffnen des Newsletters dachte ich “ah, mal wieder ein Instrument weit über der 1.000 €-Marke”. Wurde eines Besseren belehrt, und scheinbar ist das Ding auch noch mehr als tauglich. Obwohl nicht direkt mein Beuteschema doch erfrischend anders und irgendwie sexy. Wir brauchen mehr davon.

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    1. das hier ist ja auch Gold, kein Holz. Shergold heißt die Fa..
      Sherwood kennt man eher als Forest in Verbindung mit Robin Hood. 🙂
      Und unter den Playern sind auch The Sherlocks. Das passt ja dann.

      Das ist auch ein älterer Artikel und die Übernahme war wohl schon 2017 seitens Patrick James Eggle. Lt. Webseite kam obige Gitarre 05/2019 raus.

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  2. Locking Tuner, Roasted Maple Hals, Coil Splitting (ohne Lautstärkeverlust?), String Through Body, alles für etwas mehr als 500 Euro – bin immer wieder bass erstaunt, was heutzutage möglich ist.

    Beim Thema “Direct Mounting Humbucker” bleibt bei mir allerdings die Frage nach dem Wie? nicht aus. Also wie ist der Steg-HB genau im Holz befestigt? Wie ein P90 in einer alten Les Paul Junior/Special mit Holzschrauben, die direkt ins Holz gehen? Oder vielleicht mit Metallschrauben und passenden Inserts, also Holzeinsätzen aus Metall?

    Das wäre ja gerade für die Höhlenverstellung relevant, wobei langfristig letztere Version eigentlich besser funktionieren sollte.

    Man bräuchte allerdings nach meinem Verständnis entsprechende Schrauben (im oberen Teil kein Gewinde) bzw. die Befestigungsohren an der Grundplatte des Steg-HB dürften kein Gewinde haben (aber so müsste das heutzutage doch eigentlich gemacht werden, bei Gitarren von Ibanez bis Strandberg, oder?).

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  3. Sehr erstaunlich,was man heute für wirklich kleines Geld an professionell gestalteten E.-Gitarren bekommt. Und dazu auch noch qualitativ bestens gefertigt! Kompliment,da brauche ich ja zukünftig absolut keine teure Electric Guitar vom Gitarrenbauer zu bestellen! Shergold Guitars,-ein Name,den man sich unbedingt merken sollte. Ich besitze bereits einige Akustik-Gitarren von Patric James Eggle,und bin echt begeistert. Der Mann versteht sein Handwerk!

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  4. Ein frontales Foto wäre gut gewesen, denn mit diesem halbfrontalen kann man nicht gut die Form und die Proportionen beurteilen.

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    1. Hallo JuSch, dann schau dir doch gerne mal das Cover von Gitarre & Bass 1/2026 an 😉 (https://www.gitarrebass.de/shop/gitarre-bass-1-2026/)
      Oder schau direkt auf der Herstellerseite von Shergold Guitars vorbei (siehe Übersicht).
      Grüße aus der Redaktion!

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