Produkt: Gitarre & Bass 07/2020
Gitarre & Bass 07/2020
Im Test: Fender Custom Shop 63 Stratocaster Relic Masterbuilt, Sadowsky J/J MetroLine & MasterBuilt LTD2020, MEC J/J-Style Metal Cover Bass Pickups u.v.m. +++ Stefan Stoppok: Deutschrocker, Universaltalent und Sound-Tüftler +++ Rabea Massaad: YouTube-Gitarrist & Equipment-Nerd +++ Carl Martin Acoustic Gig: Live-Tool für Akustiker +++
Aus dem neuen Heft

Test: Line 6 Pod Go

(Bild: Dieter Stork)

Mit der Helix-Serie ist Line 6 in puncto Sound und Features ein großer Wurf gelungen. Nun wird der etwas in die Jahre gekommene Name „Pod“ wiederbelebt. Der Pod Go soll das Angebot gekonnt nach unten abrunden. Ob das klappt?

Im Gegensatz zu älteren Pod-Generationen zeichnet sich die Helix-Reihe ja insbesondere durch komplett neue Algorithmen aus, die in unseren bisherigen Tests immer sehr gute Klangergebnisse lieferten. Zunächst ist es also etwas verwirrend, dass nun wiederum der Name Pod ins Spiel kommt. Doch unter der Haube verbirgt sich waschechte Helix-Technologie. Diese ist in eine praktische Form gegossen und wird hier verhältnismäßig günstig angeboten. Was bleibt dabei wohl auf der Strecke?

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HARDWARE

Die Verpackung des Pod Go ist bereits etwas weniger schick, als das bei den Helix-Brüdern der Fall ist. Soweit aber kein Problem, die landet ja eh sofort im Keller. Neben dem Gerät findet man hier ein USB-Kabel und natürlich ein externes Netzteil. So kann man direkt loslegen.

Das Gerät selbst ist mit seinen etwas über 2 kg erstaunlich leicht. Und so verwundert es auch nicht weiter, dass die Ingenieure von Line 6 sogar noch die Möglichkeit gefunden haben, auf der Unterseite eine Art Griffmulde unterzubringen. So kann man den Pod bei Bedarf noch mal ein Stück einfacher herumtragen. Auch anschlussseitig zeigt sich die Limitierung aufs Wesentliche: Wer MIDI, ein Mic-In, Digitalausgänge oder einen Variax-Anschluss benötigt, der muss zum großen Bruder greifen. Es ist aber nicht so, als würde hier etwas Essenzielles fehlen: Neben dem Input und dem Anschluss für ein weiteres (Expression-)Pedal findet sich ein Stereo-FX-Loop, ein Dual-Mono-Main-Out, Amp-Out und ein Kopfhörerausgang. Alles in Klinke ausgeführt. Daneben liegen USB-Anschluss und sogar ein Power-Schalter.

(Bild: Dieter Stork)

Wenn man ehrlich ist, findet sich hier also vermutlich alles, was etwa 90% der Durchschnittsgitarristen so brauchen und auch nutzen. Insbesondere, dass sogar ein Stereo-Effektweg integriert ist, sollte hervorgehoben werden. Das erweitert die Möglichkeiten natürlich sehr deutlich und wird später noch spannend, wenn wir uns entscheiden müssen, welche Blocks in ein Preset kommen.

Die Front des Geräts kommt sehr aufgeräumt daher. Das 4,3″ große Farbdisplay ist der Dreh- und Angelpunkt. Es stellt immer gut ablesbar und sinnvoll gestaltet die Informationen dar, die man sich wünscht. Sei es die Übersicht über Patches, welche Effekte auf welchem Fußschalter liegen oder auch die Parameter beim Editieren eines konkreten Blocks. Letztere werden immer in Fünfergruppen dargestellt und lassen sich direkt durch die Potis unterhalb des Displays bedienen. Direktzugriff sozusagen. Diese könnten zwar etwas schwergängiger sein, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Und wenn man mal mehr als fünf Dinge regeln will, kann man mit den „Page“-Tastern rechts einfach weiter schalten. Was man aktuell sieht, wird durch den View-Taster bestimmt und mittels Action-Button löst man unterschiedliche Aktionen aus. Sehr praktisch finde ich auch den großen Lautstärkeregler an der Front, der sich zur Not zuhause auch mal in Socken bedienen lässt. Hier vermisse ich allerdings ein wenig die vom Helix bekannte, separate Steuerung für die Kopfhörerlautstärke. Alle Buttons wirken etwas weniger solide als ich es vom Helix in Erinnerung habe und bitten jetzt nicht unbedingt um Fußtritte im Bühnenalltag. Sie liegen aber weit genug außerhalb der Schusslinie, sodass ich mir da keine ernsthaften Sorgen mache.

Auf der unteren Hälfte der Front finden sich die acht Fußschalter, welche von LED-Ringen umrandet werden und so je nach Preset darstellen können, mit welchem Effekttypus sie gerade belegt sind. Auf der rechten Seite findet sich dann noch das Expression-Pedal, welches einen sehr angenehmen und distinkten Druckpunkt bietet, um zwischen Wah und Volume (beziehungsweise anderen Effekten) umzuschalten.

Das Pedal ist voll durchgedrückt, wenn es in einer Linie zur leicht schrägen Front des Gehäuses steht. Dadurch ergibt sich für mich persönlich ein etwas unangenehmer Winkel, aber das mag persönliche Anatomie sein.

Fassen wir zusammen: Ein Helix ist hochwertiger und bietet mehr Anschlüsse. Aber braucht man die wirklich? …

Produkt: Gitarre & Bass 07/2020
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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Hi, scheint vielversprechend. Ist das Teil wie auch seine Helix-Brüder mit entsprechenden Presets für den Bass nutzbar?
    Wäre interessant für Bassisten.

    Tom

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Hallo Tom,
      na klar.
      Sorry, dafür hat der Platz im Test nicht mehr gereicht, ich werde probieren in Zukunft darauf zu achten das auch entsprechend zu erwähnen.
      Der Pod Go kommt mit allen Amps seiner größeren Helix-Brüder. Darunter mittlerweile auch etliche Bass-Amps.
      Hier findest du das thematisch sortiert und den Original-Amps zugewiesen. (etwas runterscrollen zu den Bass Amps): https://dshowmusic.com/line-6-helix-amp-models/

      Beste Grüße,
      Florian

      Auf diesen Kommentar antworten

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